Likör selbst machen: Rezepte und Tipps

Likör selbst machen aus Früchten, Gewürzen und Kräutern

Likör selbst machen, ist ganz leicht. Früchte, Kräuter oder Gewürze einfach in hochprozentigem Alkohol einlegen und über mindestens eine Woche ziehen lassen.

Das Aroma der Früchte und Gewürze wird von dem hochprozentigen Alkohol extrahiert. Nach ein bis drei Wochen können die Früchte oder Kräuter abgefiltert werden mit Hilfe eines Kaffeefilters oder eines Baumwolltuchs. Erst dann wird das Extrakt verdünnt und gesüßt, indem Zucker oder Honig kurz mit Wasser aufgekocht, abgekühlt und hinzugefügt wird. Zum Ansetzen von Likören eignen sich alle hochprozentigen Schnäpse. Möchte man keinen starken Eigengeschmack des Schnaps schmecken, eignen sich Wodka oder Korn. Auch reiner Alkohol kann verwendet werden, dieser ist im Vergleich jedoch sehr teuer. Das Mischungsverhältnis von Wasser und Alkohol beeinflusst natürlich den Alkoholgehalt des Likörs. Ein Schnaps mit 40 Prozent im Verhältnis 1:1 gemischt, ergibt also einen Likör mit 20 Prozent Alkoholgehalt. Der konventionelle Likör im Handel muss mindestens 15 Prozent Alkohol enthalten. Mehr Umdrehungen sind auch erlaubt. Außerdem muss konventioneller Likör mit mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter gesüßt sein. Wenn man es süßer oder herber mag, sollte man Likör selbst machen.

Amaretto

Amaretto ist ein Mandellikör, der wahlweise aber auch aus anderen Kernen hergestellt werden kann. Aprikosenkerne werden gern als günstigerer Ersatz verwendet und das Geschmackserlebnis ist kaum zu unterscheiden. Auch Zwetschgenkerne können verwendet werden. Denn geschmacksgebend ist ein in den Kernen enthaltener Aromastoff, der nach Bittermandel schmeckt.

Anislikör

Spirituosen mit Anisaroma tarnen sich unter vielen Namen. In Griechenland heißt Anisschnaps Ouzo, in Frankreich Pastis und in der Türkei Raki. Der bekannte Anislikör kommt jedoch aus Italien, genauer gesagt aus der Gegend Lazio. Sambuca wird pur mit drei kleinen Kaffeebohnen getrunken. Anis harmoniert mit Zitronen und kann in selbstgemachten Likören raffiniert kombiniert werden.

Eierlikör

 

Eierlikör ist ein cremiges Getränk aus Alkohol, Eigelb und Zucker mit Sahne oder Milch. Neben konventionellen Produkten wird dieser Likör gern zuhause selbst gemacht. Da durch das Rohei ein Risiko einer Salmonelleninfektion besteht, hat das Bundesamt für Risikobewertung Empfehlungen für die hauseigene Herstellung. Zunächst sollten die Roheier mit dem Alkohol separat gemischt und für 3 Tage bei Raumtemperatur stehen gelassen werden. Außerdem sollte das Endprodukt nicht weniger als zehn Prozent Alkohol enthalten. Wird dies berücksichtigt, besteht keine Gefahr und der Eierlikör ist sogar mehrere Monate halt- und genießbar.

Gewürz- und Kräuterlikör

Gewürz- und Kräuterliköre sind besonders beliebt nach einem schweren Essen. Ein kleiner Absacker hilft gegen Völlegefühl. Allerdings nicht wegen des Alkohols, sondern wegen der Bitterstoffe aus den Kräutern, die den Stoffwechsel anregen. Auch Gewürze wie Zimt und Kümmel regen an. Für selbstgemachten Kräuterlikör sollten frische Kräuter verwendet werden, da diese aromatischer sind als getrocknete. Außerdem sollten sie nicht gewaschen werden, dies führt nur zu Aromaverlust und ist aus hygienischen Gründen nicht nötig. Denn der Schnaps tut schon sein Übriges.

Limoncello

Die fein abgeschälte oder geriebene Schale von 6-10 unbehandelten Zitronen wird in einem Liter Schnaps eingelegt, so lösen sich in 1-3 Wochen die ätherischen Öle aus der Schale. Wichtig bei dem Verarbeiten von Zitronenschale ist, dass man die Zitronen ganz frisch verwendet. Damit die Zitronenalkohollösung genießbar wird, einen Liter Wasser mit 400-600 Gramm Zucker aufkochen und erkalten lassen. Läuterzucker und Zitronenalkohol mischen. Fertig ist der Limoncello. Das Mengenverhältnis Zucker zu Zitronen kann nach Wunsch variiert werden, je nachdem wie aromatisch und süß der Likör werden soll. Manche Rezepte beinhalten auch Gewürze wie Zimtstangen und Nelken. Zitronenlikör kann kalt serviert werden oder zum Zubereiten von Süßspeisen, Gebäck und Kuchen verwendet werden.

Kirschlikör

Ein besonderer Kirschlikör ist Maraschino. Er wird aus der Maraskakirsche gewonnen, die mit Kern zermahlen und in Alkohol extrahiert wird. Da die Kerne mit verarbeitet werden, bekommt Maraschino einen Bittermandelgeschmack, der ein bisschen an Marzipan oder Amaretto erinnert. Kirschlikör selbst machen, kann man natürlich auch mit anderen Kirschsorten als der Maraskakirsche. Dafür können Sie sowohl Süß- wie auch Sauerkirschen verwenden. Kirschlikör passt hervorragend zu Obstsalat, einfach 1-2 Teelöffel auf eine Portion träufeln.

Orangenlikör

Zu den Orangenlikören gehören viele namenhafte Vertreter wie Blue Curacao oder Triple Sec, die gern zum Mixen von Cocktails benutzt werden. Blue Curacao gibt dem Swimming Pool seine türkisblaue Farbe und Triple Sec darf in keinem ordentlichen Mai Tai fehlen. Orangenlikör kann man aber auch pur auf Eis genießen. Möchte man Orangenlikör selbst machen, kann die Schale von Bitterorangen und süßen Orangen verwendet werden, je nachdem, wie herb der Geschmack sein soll. Wenn man mag, färbt man den selbstgemachten Likör auch einfach blau ein.

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