Die portugiesische Küche – Mehr Meer auf den Teller

Die portugiesische Küche - Von Seemännern und Mauren

Über 70% der portugiesischen Bevölkerung leben am Meer - und so wird auch gerne gespeist. Fisch und Meeresfrüchte in allen erdenklichen Zubereitungsformen sind an der Tagesordnung und der Bacalhau - ein getrockneter Stockfisch - ist so weit verbreitet, dass es angeblich ein Rezept für jeden Tag gibt. Doch auch Fleisch, Gemüse, Reis, Kartoffeln und Bohnen sind beliebt und die portugiesische Küche kombiniert sie zu erfinderischer Hausmannskost mit maurischen Einflüssen.

Portugiesische Küche

Die Nähe zum Meer brachte der portugiesischen Küche auch Einflüsse jenseits der Fischerei: Portugal ist eine Seefahrernation und exotische Kräuter und Gewürze wie Zimt, Ingwer, Cayennepfeffer, Chilischoten und Kardamom wurden früh entdeckt und in die landestypische portugiesische Küche integriert. Auch Tomaten, Kartoffeln und Paprika wurden in Europa von den Portugiesen eingeführt und sind immer noch in vielen portugiesischen Rezepten zu finden. Sogar die Beliebtheit des getrockneten Stockfisches Bacalhau ist auf die Seefahrer zurückzuführen, denn diese benötigten auf ihren langen Fahrten Lebensmittel, die lange haltbar waren. Auch die Vorliebe der Portugiesen für Innereien stammt noch aus Seefahrerzeiten, denn den Reisenden wurden die besten Fleischstücke mitgegeben - und der Landbevölkerung blieben die Reste.

Wenn man in Portugal essen geht, gibt es fast immer eine Suppe - Gaspacho ist beliebt als portugiesische Vorspeise und Eintöpfe wie die berühmte Caldo verde oder der Bohneneintopf Feijoada sind deftig-leckere portugiesische Hauptmahlzeiten. Zwei warme Mahlzeiten am Tag sollten es eh sein - dafür fällt das portugiesische Frühstück eher spartanisch aus. Das portugiesische Frühstück ist auch die einzige Mahlzeit, zu der es keine Bohnen gibt - die beliebte Beilage findet ansonsten sogar in Süßspeisen Verwendung. Letztere sind stark durch maurische Einflüsse inspiriert und sehr süß: Eigelb und Zucker sind häufig die Hauptbestandteile der Rezepte. Die jahrhundertelange Herrschaft der Mauren auf der iberischen Halbinsel ist auch die Erklärung für die große Ähnlichkeit von spanischer und portugiesischer Küche - wenngleich beide Länder großen Wert auf die Eigenheiten ihrer Gerichte legen.

Portugiesische Küche - typische Rezepte

Eine portugiesische Spezialität sind ameijoes na cataplana. Das ist ein Muscheleintopf, der in einem ganz speziellen Topf – der cataplana – zubereitet wird. Dieser Topf wird traditionell aus Kupfer hergestellt und die Eintöpfe darin über offenem Feuer gekocht. Da heutzutage die meisten Küchen nur noch Elekroherde haben, gibt es mittlerweile die Cataplana auch aus Edelstahl.

Gewürze werden in der portugiesischen Küche sparsam verwendet. Oft sind portugiesische Rezepte nur mit Salz gewürzt, beliebt sind ansonsten zum Beispiel auch Lorbeerblätter und Petersilie. Eine oft verwendete Spezialität für portugiesische Rezepte ist Piripiri – eine kleine rote Chilischote, die den Gerichten Schärfe verleiht.

Auf der nächsten Seite finden Sie ganz eigene Rezepte der portugiesischen Küche!

Autor:
Sie haben Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion. Bei allgemeinen Fragen zum Magazin-Bereich: Sprechen Sie uns an, im Magazin-Forum.

Eigenen Kommentar abgeben

Um selbst Kommentare abgeben zu können, müssen Sie sich bei Chefkoch.de registrieren.
Wenn Sie schon registriert sind, müssen Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden.