Die Kirschen sind reif!

Kirschen ernten, einkochen und vernaschen

Es ist bald wieder so weit. Da strahlen rot und klein die Kirschen an den Bäumen. In diesem Sommer werden die heimischen Kirschen wohl etwas auf sich warten lassen und auch der Ertrag wird sehr wahrscheinlich gering werden. Denn, ist es in der Blütezeit warm, gibt es die ersten Kirschen schon Anfang Juni. Ist es kälter, lassen die Kirschen länger oder gar ganz auf sich warten.

Zuerst reifen die leckeren Süßkirschen, Ende Juli bis Mitte August können dann die Sauerkirschen oder Schattenmorellen gepflückt werden. Während Süßkirschen sich fast wie Fruchtbonbons naschen lassen, machen sich Sauerkirschen besser in Marmelade, Eingemachtem oder Kuchen.

Kirschen einkochen

Kirschen einkochen ist ganz einfach. Die Kirschen müssen nicht mal entkernt werden und können einfach mit Zucker und Wasser eingeweckt werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Kirschen nicht von Würmern oder Maden befallen sind. Auch Kirschmarmelade ist schnell eingekocht. Einen Bittermandelgeschmack bekommt sie, wenn man die Kirschkerne mit kocht. Die Kirschkerne enthalten Blausäure, die für das typische Bittermandelaroma verantwortlich ist. Blausäure ist in größeren Mengen giftig, die Menge wird beim Marmelade Kochen aber nicht erreicht. Aber Achtung: Vergessen Sie nicht, die Kirschkerne vor dem Abfüllen in die Gläser zu entfernen, sonst ist die Marmelade nachher keine Freude! Ersatzweise kann aber auch Mandelaroma oder Vanille hinzugefügt werden, ganz nach Belieben.

Kirschen entsteinen ganz einfach

Wenn kein professioneller Entsteiner zur Hand ist, kann man sich ganz einfach behelfen und zwar mit einer Haarnadel oder Sicherheitsnadel. Das gebogene Ende kann am Stielansatz der Kirsche an dem Kern entlang gefahren werden und dieser dann herausgezogen werden. Da Kirschen färben, sollte man eventuell Handschuhe beim Entkernen tragen und eine Schürze.

Beim Kirschen essen kein Wasser trinken?

Diese Behauptung gehört zu den Ernährungsmythen. Denn es stimmt nicht, dass man auf Kirschen kein Wasser trinken darf, weil die Folgen Bauchschmerzen seien. Dafür gibt es keinerlei Bestätigung. Zwar kursieren zahlreiche Theorien - unter anderen, dass die Hefepilze auf der Kirschschale, die mit Wasser im Darm den Zucker vergären, zu Gasbildung und Bauchschmerzen führen. Allerdings ist das unwahrscheinlich, da die Magensäure dafür sorgt, dass Mikroorganismen abgetötet werden. Es ist also durchaus erlaubt auf Kirschen Wasser zu trinken.

Die Kirschen des Nachbarn pflücken - ist das erlaubt?

Leider ist es nicht erlaubt, Kirschen vom Baum des Nachbarn zu pflücken. Ragt der Kirschbaum ins eigene Grundstück hinein,  dürfen lediglich die Früchte aufgesammelt werden, die auf das eigene Grundstück fallen. Allerdings darf auch nicht nachgeholfen werden, indem der Baum geschüttelt wird oder ähnliches. Fragen Sie also lieber bei Ihrem Nachbarn nach. Wenn der Baum viele Kirschen trägt, freut sich der Nachbar vielleicht sogar über tatkräftige Hilfe beim Pflücken. Man sollte bei einer Zusage, dass man die Kirschen pflücken darf allerdings nicht davon ausgehen, dass dies im nächsten Jahr auch gilt.

Kirschen - Sorten: Acerola, Maraska und Piemont

Obwohl es über 400 Arten Kirschen gibt, bekommen manche ganz besondere Aufmerksamkeit. Die Acerolakirsche ist erst seit Kurzem in Deutschland beliebt. Die Acerolakirsche kommt ursprünglich aus Südamerika und ist deshalb hier nie frisch, sondern in Form von Säften, Smoothies oder getrockneten Früchten zu bekommen. Beliebt ist sie, da sie so viel Vitamin C enthält. Da Vitamin C ein Antioxidans ist, das gegen Radikale wirkt, wird Acerolakirschsaft gern mit gesundheitsfördernden Eigenschaften beworben. Eine weitere bekannte Kirsche ist die Maraska-Kirsche. Vor allem bekannt, da aus ihr der italienische Maraschino gemacht wird, welches ein süß mandelig schmeckender Kirschlikör ist. Dieser Likör eignet sich zur Verfeinerung von Obstsalaten und Desserts. Es gibt allerdings auch Kirschen, die gibt es gar nicht. So die Piemont-Kirsche. Sie ist eine Erfindung eines Schokoladenherstellers. Da wird die Piemont-Kirsche als besonderer Qualität gepriesen, pflücken kann man sie allerdings nicht.

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