Wer das erste Mal nach Indien reist, wird überrascht sein, wie allgegenwärtig die indische Küche ist: An jeder Ecke gibt es mehrere Straßenhändler, ein Restaurant muss man nie lange suchen und sogar im Zug werden einem in regelmäßigen Abständen Snacks angeboten. In Mumbai begegnen einem Dabbawalas - Lieferjungen, die das Mittagessen für Millionen Angestellte in deren Zuhause abholen und am Arbeitsplatz abliefern. Es duftet auch überall nach Essen und Gewürzen - indische Straßen sind häufig offene Marktplätze, an denen das geschäftige Treiben bis spät in die Nacht dauert. Ab und zu kommt einem eine Kuh entgegen - denn diese ist in Indien heilig und bleibt daher von der niemals endenden Suche nach Nahrung verschont.

Große Unterschiede gibt es in Indien zwischen den Speisen, die Touristen angeboten werden und denjenigen, die man in einheimischen Restaurants findet. Dasselbe gilt für Gerichte, die hierzulande als indisch verkauft werden - nicht alles, was eine Currygewürzmischung enthält, ist automatisch ein indisches Rezept. Oft handelt es sich um westliche Varianten, die natürlich trotzdem lecker sein können. Das bekannteste Beispiel ist wohl Tikka Masala: Das Currygericht aus marinierten Hähnchenfleischstücken in würziger Tomatensoße wurde von einem indischen Koch erfunden - allerdings in Großbritannien. Dort gilt es inzwischen als Nationalgericht und seine Popularität ist so groß, dass man Tikka Masala seit einigen Jahren auch in Indien kaufen kann - als Spezialität aus England.
Doch auch für die traditionelle indische Küche ist es schwierig, eine einheitliche Beschreibung zu finden. Zu groß sind die Unterschiede zwischen den regionalen Kochgewohnheiten: An den Hängen des Himalaya wird anders gegessen als im tropischen Kerala und die Bewohner der Wüstenstädte Rajhastans pflegen andere Gewohnheiten als die Großstädter Mumbais. Gemeinsam ist allen regionalen Varianten der indischen Küche eine Vielfalt an Gewürzen: Pfeffer, Kurkuma, Kardamom, Kumin, Ingwer, Koriander, Bockshornklee und natürlich Chili. Curry ist kein Gewürz, sondern eine Gewürzmischung, die es in zahllosen Varianten und regionalen Abwandlungen gibt. Als Beigabe werden häufig Chutneys gereicht: eine häufig süß-saure oder scharf-würzige Sauce.
Fleisch spielt keine große Rolle in der indischen Küche. Hindus essen kein Rind, Muslime kein Schwein und Buddhisten sind meist ganz vegetarisch. Zudem stellt Fleisch ein Luxusgut dar, das die meisten Inder sich nur selten leisten können. In den wärmeren Staaten mit Küste sind Fischgerichte üblich. Grundnahrungsmittel in Indien sind Reis, Hülsenfrüchte und Weizen. Letzterer wird in diverse Arten Brot oder Fladen verarbeitet: Chapati, Naan, Puri oder Fladenbrot. Beilagen und Zutaten unterscheiden sich von Region zu Region: Im Süden wird häufig mit Kokosmilch gekocht, im Norden mit Joghurt, im Westen mit Hirse und im Osten mit Reis.
Indische Rezepte gibt es in unglaublicher Vielfalt und die indische Küche ist es durchaus wert, sich eingehender mit ihr zu beschäftigen. Anregungen hierzu finden Sie auf der nächsten Seite!
Deutsche Pute
Galbani
Henglein
Rama Cremefine
Salakis
Toppits