Slow Food - gut, sauber und fair

Slow Food: Regional, saisonal und gesund

Slow Food heißt, sich Zeit zu nehmen und die Kultur des Essens und Trinkens vom Einkauf bis zur Zubereitung bewusst zu pflegen - denn mit Liebe hergestellte Nahrungsmittel einzukaufen und wertzuschätzen ist nicht nur gut für unsere Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. Zu Slow Food gehört es auch, Produkte zu fördern, die nicht nur lecker und gut gemacht sind, sondern auch aus verantwortlicher und fairer Landwirtschaft stammen: Artgerechte Tierhaltung, Wasserschutz, sparsamer Umgang mit künstlichen Düngemitteln, Verzicht auf Gentechnik, fairer Lohn und sichere Arbeitsbedingungen gehören genauso zu Slow Food, wie regionale Traditionen und Produkte.

Slow Food

Slow Food - bewusster Einkauf für mehr Genuss

Mal ehrlich: Eigentlich wissen wir, dass ein frischer Apfel von einer heimischen Wiese besser schmeckt als ein ewig importierter und gekühlter - aber Letzterer liegt nun mal im Sechserpack beim Discounter und unsere Bequemlichkeit lässt uns zugreifen. Gegen diese Art von Bequemlichkeit bei Auswahl und Zubereitung unseres Essens wendet sich Slow Food - statt möglichst schnell und einfach unseren Hunger zu befriedigen, sollten wir uns ab und zu die Zeit nehmen, regionale, saisonale, gesunde Produkte bewusst einzukaufen und zuzubereiten. Bewusster Einkauf ist aber nicht nur gut fürs Befinden, sondern hilft auch, die regionale Landwirtschaft zu fördern, heimische Arten zu erhalten und den lokalen Bäcker oder Metzger zu unterstützen - so kann man über den eigenen Einkauf auch ein Zeichen setzen.

Slow Food - gut, sauber und fair

Slow Food ist laut eigener Definition "eine weltweite Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen Konsumenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten." Zudem "fördert Slow Food eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei, eine artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt." Dabei ist Slow Food eine Non-Profit-Organisation.

Die Philosophie von Slow Food lässt sich auch ganz einfach zusammenfassen als "Gut, sauber und fair" - Nahrungsmittel sollen schmecken und gesundheitlich unbedenklich sein, sie sollen ohne Schaden an Mensch, Umwelt und Tier hergestellt werden und Lebensmittelerzeuger sollen fair entlohnt werden.

Interview mit Hendrik Haase - auch bekannt als wurstsack
 

Was bewegt jemanden, bei Slow Food mitzumachen? Wie kann man noch mehr Leute dazu bringen, sich intensiver mit den Verhältnissen in der Lebensmittelindustrie auseinanderzusetzen? Und warum sollte ein Mixer sich nach dem Brot richten und nicht das Brot nach dem Mixer?


Antworten finden Sie auf der nächsten Seite in unserem Interview mit Hendrik Haase, der nicht nur Mitglied bei Slow Food ist, sondern auch Food-Aktivist und Mitorganisator von Mitmachevents wie der Schnippeldisco, bei der Tausende schnippelnd und tanzend gegen Lebensmittelverschwendung kämpfen.

Zum Interview >>

Von der Slow Food Youth bis zur Arche des Geschmacks

Neben privaten Unterstützern von Slow Food haben sich auch zahlreiche Restaurants dem Slow Food verschrieben und pflegen die Kochkultur ihrer Region: Bäckereien backen Brot ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker und Winzer bauen alte Sorten an, statt den neuesten Trends hinterherzupflanzen. Es gibt Slow Food Messen in zahlreichen Städten, zum Beispiel den Markt des guten Geschmacks in Stuttgart, und andere Aktionen der Bewegung für Slow Food: Zum Beispiel das Youth Food Movement, bei dem junge Leute das Interesse am bewussten Genuss und Slow Food entdecken.

Gelebtes Slow Food: Schnippeldisco & Co.

Die Slow Food Youth ist die Jugendbewegung von Slow Food und organisiert unter anderem Aktionen, die auf unnötige Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen sollen. Ein Beispiel ist die Schnippeldisco, für die Gemüse bei Bauern eingesammelt und gemeinsam gekocht wird - das besondere dabei ist, dass das Gemüse eigentlich schon der Mülltonne geweiht war: Krumme Gurken und zweibeinige Möhren, deren einziges Vergehen es ist, dass sie nicht den Normgrößen entsprechen. Ein weiteres unterstützenswertes Projekt der von Carlo Petrini gegründeten Slow Food Bewegung ist die Arche des Geschmacks, deren Ziel es ist, Biodiversität und regional wertvolle und einzigartige Lebensmittel zu erhalten. Die regionalen Slow Food Gruppen nennen sich Convivien - suchen Sie sich doch das Slow Food Convivium in Ihrer Nähe und informieren Sie sich über die nächsten Veranstaltungen!

Slow Food - machen Sie mit!

Lernen auch Sie wieder, dass langsam und bewusst auch richtig sein kann und Slow Food einfach gut tut! Schließen Sie sich doch dem Slow Food Convivium in Ihrer Nähe an, informieren Sie sich über die Arche des Geschmacks und vor allem: Nehmen Sie sich mal wieder Zeit zum Einkaufen und Kochen! Auf der nächsten Seite finden sie Rezepte die Zeit brauchen - aber dafür auch umso besser schmecken.

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