Functional Food: Probiotisch, angereichert mit Vitamin C, reich an Omega-3-Fettsäuren. Schnell greift man im Supermarkt zu, um das schlechte Gewissen zu beruhigen - dabei sind positive
Auswirkungen auf die Gesundheit fraglich. Im Gegenteil: Kann es
sogar sein, dass die industriell aufgepumpten Lebensmittel
gesundheitsschädlich sind und krankmachen können?
Functional Food - funktionelle Nahrung - sind mit zusätzlichen Inhaltsstoffen angereicherte Lebensmittel: Vitamine, Bakterienkulturen, ungesättigte Fettsäuren und Mineralstoffe. Alles, was theoretisch gesundheitsfördernd sein soll - und den Verbraucher zugreifen lässt. Diese angereicherten Lebensmittel geraten zunehmend in die Kritik von Ernährungsexperten und Verbraucherschützern, denn in den wenigsten Fällen gibt es Nachweise für einen gesundheitlichen Nutzen.
Probiotika sind wohl die berühmtesten Vertreter des Functional Food. Sie sollen die Abwehrkräfte steigern, präventiv gegen Darmkrebs wirken und verdauungsfördernd sein. Das Problem ist jedoch, dass es kaum repräsentative Studien gibt, die diese Wirkungen belegen könnten - und selbst wenn: Was für den einen probiotischen Bakterienstamm gilt, gilt noch lange nicht für alle anderen. Zudem gibt es keine Nachweise, dass eventuelle positive Effekte der Probiotika über die Effekte von konventionellen Produkten mit Milchsäurebakterien hinausgehen. Neben Probiotika gehören Präbiotika zu den häufigsten Lebensmittelzusätzen. Hierbei handelt es sich um nichtverdaubare Lebensmittelbestandteile, die die Aktivität bestimmter Bakterien im Dickdarm anregen und damit die Gesundheit verbessern sollen. Präbiotika wirken teilweise wie Ballaststoffe und verbessern somit tatsächlich die Darmfunktion - billiger und gesünder ist es jedoch, direkt natürliche Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Auch sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe, Folsäure und natürlich Vitamine werden zahlreichen Produkten hinzugefügt. Für all diese Zusätze gilt jedoch: Wenn Sie sich gesund und abwechslungsreich ernähren, brauchen sie auch keine Zusatzstoffe. Bei Vitaminen gilt schließlich nicht: je mehr, desto besser. Zurzeit wird in der EU durchgesetzt, dass sogenannte "Health Claims", also gesundheitsbezogene Aussagen auf Lebensmitteln, nur erlaubt sind, sofern sie wissenschaftlich bestätigt wurden. Im Zuge dieser Verordnung wurden bereits einige Versprechungen negativ beurteilt und dürfen nicht mehr auf Produkte gedruckt werden.
Der Ernährungsexperte Hans-Ulrich Grimm geht in seinem Bestseller "Vom Verzehr wird abgeraten - Wie uns die Industrie mit Gesundheitsnahrung krank macht" noch einen Schritt weiter. Er spricht Functional Food nicht nur seinen Nutzen ab, sondern vertritt die Meinung, dass es sogar krankmachen kann. Margarine die angeblich das Herz schützt, schadet diesem und ACE-Saft kann ungesund für den Embryo sein. Angeblich gibt es in Deutschland gar mehr Vitamin- als Verkehrstote. Was genau an diesen Aussagen wahr ist, lässt sich letztlich ebenso schlecht beurteilen wie die Nützlichkeit von Probiotika. Die Lehre, die der Verbraucher daraus ziehen sollte, ist wohl am Ende die altbekannte: Ernähren Sie sich möglichst natürlich, frisch und abwechslungsreich. Und glauben Sie nicht allen Versprechungen der Werbung.
Deutsche Pute
Galbani
Henglein
Milram
Rama Cremefine
Toppits