Waldmeister: Tipps und Rezepte von Maibowle bis zur Torte

Waldmeister: erlesenes Aroma aus der Natur

Wenn der Mai beginnt, wächst auch wieder frischer Waldmeister! Aus dem aromatischen Kraut lassen sich viele Köstlichkeiten zaubern: Von der klassischen Maibowle über das feine Waldmeistereis bis hin zum Sirup. Aus diesem wiederum lassen sich allerlei Desserts und Getränke verfeinern. Zudem können Sie Waldmeister als Heilpflanze einsetzen, etwa bei Kopfschmerzen! Erfahren Sie hier, wie Sie Waldmeister richtig verwenden und stöbern Sie durch jede Menge Rezepte für frühlingshafte Leckereien. 


Spätestens im Mai ist der Frühling allerorts angekommen. Jetzt hat auch der Waldmeister Hochsaison und man kann das beliebte Kraut oft schon am Wegesrand beim Waldspaziergang sammeln. Die jungen Triebe des Waldmeisters (Galium odoratum) lugen bereits im März aus dem feuchten Waldboden, bis die 15-25 cm großen Pflanzen schließlich im Mai zu blühen beginnen. Dann verbreitet sich in den Laubwäldern an schattigen Plätzen der süßliche Duft des Maikrauts. Die Waldmeister-Pflanze trägt ihre lanzettartigen, mit winzigen Zähnchen versehenen Blätter zu sechst oder acht sternförmig auf einer Ebene gebündelt und bildet kleine weiße Blüten aus.

Waldmeister ernten

Am besten erntet man Waldmeister kurz vor dem Erblühen, weil dann das Aroma besonders intensiv ist. Wer keine Möglichkeit hat, Waldmeister in Wald und Flur zu sammeln, kann Waldmeister auch während der Saison in Gartencentern, Baumärkten oder auf dem Wochenmarkt kaufen. Vorausschauend geplant kann man das duftende Kraut auch im eigenen Garten ziehen. Dazu säht man die Samen des Waldmeisters bereits im Herbst an einem schattigen Standort aus und erntet die Pflanzen im Frühjahr bequem und nach Bedarf ganz frisch vor der eigenen Tür.

Waldmeister frisch zubereiten

Hat man frischen Waldmeister ergattert, lässt man das frisch geerntete Kraut erst einmal einige Stunden welken, um einen noch intensiveren Waldmeister-Geschmack zu erhalten. Wer nicht solange warten kann, legt die Stängel einfach für eine halbe Stunde ins Gefrierfach. Danach nimmt man sich die benötigte Menge ab und aromatisiert Bowle, Likör oder andere Köstlichkeiten mit dem feinen Frühlingskraut. Übrig gebliebener Waldmeister hält sich gut in getrockneter Form oder auch tiefgefroren. Dann kann er jederzeit für Torte, Bowle & Co wieder aufgetaut werden.

Waldmeister bei Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit

Beim Würzen mit Waldmeister sollte man übrigens Vorsicht walten lassen. Denn das beliebte Kraut enthält Cumarin, das ab einer Konzentration von 500 Milligramm zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen führen kann. In der Regel verwendet man auf einen Liter Flüssigkeit ca. 3 Stängel Waldmeister. Das entspricht einem Cumarin Gehalt von bis zu 10 Milligramm und dürfte somit unbedenklich sein. Bei getrocknetem Waldmeister sollte man allerdings geringere Mengen verwenden, da sich das Aroma sowie der Gehalt von Cumarin durch das Trocknen verstärken. Richtig dosiert hat Cumarin jedoch durchaus positive Eigenschaften: Cumarin wirkt auch krampflösend als auch beruhigend. Als Heilpflanze eingesetzt wirkt Waldmeister etwa bei Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen oder Schlaflosigkeit.

Natürlich ist die Maibowle oder Waldmeisterbowle der Klassiker unter den Waldmeister-Getränken! Aber auch Limonade und Cocktails lassen sich hervorragend mit Waldmeister aromatisieren. Wir zeigen Ihnen, welche waldmeisterlichen Getränke sich aus dem köstlichen Maikraut herstellen lassen.

Waldmeisterbowle

Die Maibowle mit Waldmeister wird traditionell zum 1. Mai serviert und hat mit der Zeit zahlreiche Variationen erfahren. So kann man den köstlichen Trunk nur mit Weißwein oder auch in Kombination mit einem eiskalten Sekt genießen und mit Früchten, wie Erdbeeren oder Zitronenscheiben, sowie weiteren Kräutern, wie Zitronenmelisse, aufpeppen - ganz nach eigenem Geschmack. Für die Basis der Waldmeisterbowle benötigt man einen Weißwein, in den man den vorbereiteten Waldmeister für ein bis zwei Stunden taucht. Die Enden der Stängel sollten dabei noch aus der Flüssigkeit herausschauen, da diese Bitterstoffe enthalten können. Bevor man zuletzt die übrigen Zutaten für die Waldmeisterbowle hinzugibt, werden die Maikräuter wieder entfernt. Wer lieber auf Alkohol verzichten möchte, lässt den Waldmeister in Apfelsaft oder hellem Traubensaft statt Weißwein ziehen und gießt diesen anschließend mit Sprudelwasser auf. Auch hier sind den weiteren aromatischen Beigaben keine Grenzen gesetzt: Mit Waldmeister harmonieren Erdbeeren, frische Kräuter, Zitronen- oder Orangenscheiben oder auch essbare Blüten.

Waldmeister zum Aromatisieren verwenden

Mit Waldmeisterlikör oder auch -sirup lassen sich weitere köstliche Getränke mixen, wie z.B. erfrischende Waldmeisterlimonade oder sahnige Cocktails. Allerdings braucht die Herstellung von selbst gemachtem Sirup oder Likör seine Zeit, denn das zarte Maikraut sollte Zeit haben, sein Aroma zu entfalten. Dazu wird für einen Waldmeisterlikör ein neutraler Alkohol wie Wodka oder Korn mit Zucker und einer entsprechenden Menge Waldmeister versehen. Das Gemisch lässt man dann vier bis fünf Wochen reifen und seiht anschließend die Flüssigkeit ab. Den fertigen Likör kann man in einer sauberen Flasche abgefüllt aufbewahren und für Cocktails oder auch zum Verfeinern von Desserts und Saucen verwenden. Wer nicht so lange warten kann und auf die Schnelle einen Waldmeisterlikör herstellen möchte, kann auf fertigen Sirup zurückgreifen und diesen mit Wodka oder anderem neutralen Alkohol mischen.

Zucker mit Waldmeisteraroma herstellen

Die aromatische Alternative zu Zucker: Waldmeistersirup! Die Zubereitung ist ähnlich dem des Likörs, nur dass man statt des Alkohols aus Zucker eine Zuckerlösung herstellt und den Waldmeister anschließend einige Tage darin ziehen lässt. Übrigens darf man sich über die Farbe des selbst gemachten Likörs oder Sirups nicht wundern: kräftig grün sind die industriell hergestellten Varianten nur dank zugefügter Farbstoffe. Mit dem fertigen Sirup kann man erfrischende Waldmeister-Limonade sowie Eistee mischen oder cremigen Desserts sowie feinem Gebäck eine besondere Note verleihen.

Waldmeister: Torten, Kuchen und Desserts

Die Waldmeistertorte wird in der Regel nicht mit frischem Waldmeister zubereitet. Neben Waldmeistersirup kommt hier oft auch Götterspeise-Pulver mit Waldmeister-Geschmack zum Einsatz. Eingerührt in Frischkäse, Quark oder Joghurt und mit Gelatine gebunden entsteht so eine erfrischende Tortenfüllung, die auch als Creme auf einem Krümelboden in einer Springform gebacken oder einem herkömmlichen Tortenboden etwas hermacht. Ein Waldmeisterkuchen wird jedoch meist mit Sirup aromatisiert. Dieser wird dazu in geeigneter Menge einem einfachen Rühr- oder auch Biskuitteig beigemischt und wie gewohnt zum Kuchen gebacken.

Waldmeister als Eis, Parfait und mit Erdbeeren

Nicht minder beliebt ist Waldmeister als selbst gemachtes Eis oder sahniges Parfait. Dazu kann man entweder frischen Waldmeister gehackt in die cremige Masse einarbeiten oder auch auf Sirup bzw. Götterspeisepulver mit Waldmeistergeschmack zurückgreifen, je nachdem was die Vorräte gerade hergeben. Der perfekte Begleiter für alle Süßspeisen mit Waldmeister - ob Torte oder Eis - ist die Erdbeere. Der optische Kontrast von hellem Grün und sattem Rot ist dabei mindestens so verlockend wie die Kombination beider Aromen mit dem süß-säuerlichen Geschmack der Erdbeere und dem würzig-duftigen Aroma des Waldmeisters.

Tipp: Aus getrocknetem Waldmeister und Zucker im Mixer einen Waldmeisterzucker herstellen. Dieser aromatisierte Zucker lässt sich herrlich über frische Erdbeeren streuen, damit dieser etwas Saft zieht - und dann heißt es: genießen!

Wer jetzt richtig Appetit auf waldmeisterliche Speisen bekommen hat, der findet in der folgenden Rezeptstrecke jede Menge Ideen von klassisch bis ausgefallen rund um das köstliche Maikraut Waldmeister!

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