Nahrungsmittelunverträglichkeit: Gluten, Histamin & Co

Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Lebensmittelallergie?

Die vier häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind in Deutschland die gegen Gluten (Getreideeiweiß), Histamin (Naturstoff), Laktose (Milchzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Gerade im Volksmund wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oft mit einer Lebensmittelallergie gleichgesetzt.

Dies ist jedoch nicht korrekt: Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Allergene mit Abwehr, indem es Antikörper bildet. Bereits die kleinste Menge des als „Feindstoff" erkannten Allergens reicht aus, um Symptome hervorzurufen. Ein Allergiker muss also das entsprechende Lebensmittel möglichst komplett meiden. Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit dagegen, hat der Körper lediglich Probleme bei der Verdauung bestimmter Nahrungsmittel. Grund hierfür ist in der Regel ein Mangel an bestimmten Enzymen. Da die jeweiligen Enzyme jedoch in der Regel nicht komplett fehlen, ist es den meisten Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit durchaus möglich, das entsprechende Lebensmittel zu sich zu nehmen - allerdings sollte die Zufuhr begrenzt werden, möchte man beschwerdefrei leben.

Zu den Symptomen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zählen meistens Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Hautausschläge, Durchfall, Husten, Verstopfung, Konzentrationsschwächen und Müdigkeit. Viele Menschen leiden an Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ohne es überhaupt zu wissen. Mehr als 30 Prozent der Deutschen glauben, an einer solchen Unverträglichkeit zu leiden, sind diesem Verdacht aber noch nie ernsthaft nachgegangen.

Sich selbst auf Nahrungsmittelunverträglichkeit und Allergien testen

Wer wissen möchte, ob er an einer Lebensmittelallergie oder Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) , Fructoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit), Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder Histaminintoleranz leidet, der sollte auf keinen Fall zu den teilweise in der Vergangenheit viel beworbenen IgG-Antikörpertests greifen. Diese Bluttests sind nach Einschätzung von Experten vollkommen sinnlos und führen die Betroffenen sogar in die Irre, was gefährliche Folgen haben kann. Die Schnelltests beobachten eine Reaktion des Körpers auf fremde Proteine. Diese Reaktionen sollen angeblich das Anzeichen für eine vorhandene Allergie oder Unverträglichkeit sein. Dies stimmt jedoch nicht, ganz im Gegenteil: Eine solche Reaktion ist ganz natürlich - die Produktion von igG-Antikörpern vollkommen normal. Wer aufgrund eines solchen Tests damit beginnt, bestimmte Nahrungsmittel mithilfe von Schonkost oder einer einseitigen Diät zu meiden, der reduziert nicht nur seine Lebensqualität, sondern verzichtet unter Umständen auf lebenswichtige Nährstoffe, was zu einer Mangelernährung führen kann. Anlaufstelle sollte bei Verdacht auf eine Lebensmittelallergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit immer der Facharzt sein. Denn dieser kann eine zuverlässige Diagnose durch Labortests abgeben und geeignete Ernährungsempfehlungen geben.

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