Bärlauch – Tipps und Rezepte vom Pesto bis zur Suppe

Bärlauch in der Küche: Pesto, Suppe und andere Köstlichkeiten

Jedes Jahr im März beginnt die Saison für den Bärlauch, der dank seiner würzigen Blätter zu den beliebtesten Wildkräutern zählt. Dann heißt es wieder: Eifrig Bärlauch sammeln und mit den frischen grünen Blättern köstliche Frühlingsgerichte zaubern. Zu den favorisierten Rezepten mit Bärlauch gehören dabei das würzige Bärlauchpesto sowie die cremig-feine Bärlauchsuppe oder aromatische Bärlauchbutter. Wir verraten, welche Köstlichkeiten man noch aus Bärlauch herstellen kann, wie und wo man den Wilden Knoblauch sammelt sowie 5 praktische Tipps zum Haltbarmachen von Bärlauch.

Bärlauch

Bärlauch wird nicht umsonst auch Wilder Knoblauch bzw. Waldknoblauch genannt. Denn die leuchtend grünen Blätter verbreiten nicht nur an ihrem Standort einen intensiven Knoblauchgeruch, sie schmecken auch sehr ähnlich wie der artverwandte Kulturknoblauch. Allerdings bleibt man, anders als bei Knoblauch, nach dem Genuss von Bärlauch weitestgehend von dem unangenehm anhaltenden Geruch verschont. Ob als frühlingsfrische Würze oder eigenständiges Gericht, hier zeigen wir, was man alles aus Bärlauch machen kann.

Bärlauchpesto und andere würzige Sachen aus Bärlauch

Natürlich kann man Bärlauch frisch gehackt direkt als würzige Beigabe nutzen oder auch auf einem frischen Butterbrot genießen. Auch lassen sich mit dem Wilden Knoblauch Rezepte variieren, die auf Küchenkräuter wie Schnittlauch oder Petersilie zurückgreifen, indem man diese einfach mal durch Bärlauch ersetzt. Mit seinem frischen Knoblaucharoma eignet sich Bärlauch aber auch hervorragend, um Küchenbasics zum Würzen selbst herzustellen. Allen voran das Bärlauchpesto, das den Wilden Knoblauch nicht nur haltbar macht, sondern mit Parmesan, Pinienkernen und Olivenöl zu einer cremigen Würzpaste verschmilzt, die nicht nur frischer Pasta den letzten Kick gibt. Wie man ein Pesto herstellt, verrät unser Video. Genauso gut lassen sich mit dem selbst gemachten Pesto auch Suppen, Saucen und Dressings abschmecken.

Wer den Bärlauch lieber pur genießen möchte, stellt aus den Blättern durch Pürieren mit Öl und einer Prise Salz eine Würzpaste mit reinem Bärlaucharoma her. Außerdem kann man durch Einlegen die Würze des Bärlauchs auch auf Öl oder Essig übertragen und diese dann zum Abschmecken von Saucen verwenden. Nicht ganz so lange haltbar, aber mindestens genauso lecker ist selbst gemachte Bärlauchbutter, die tiefgefroren einige Wochen überdauert, ohne zu sehr an Aroma zu verlieren. Damit kann man den Bärlauch auch prima in die Grillsaison verlängern.

Den Bärlauch auf diese Weise konserviert, hat man das ganze Jahr über die Möglichkeit, mit dem delikaten Aroma des Waldknoblauchs zu würzen. Außerdem eigenen sich diese Küchenbasics auch hervorragend als kleines Geschenk aus der Küche.

Beliebte Bärlauchgerichte: Bärlauchsuppe, -quiche & Co.

Auch ganze Gerichte lassen sich mit dem würzigen Waldknoblauch zubereiten. Allen voran steht die Bärlauchsuppe, eines der schnellsten und köstlichsten Rezepte für Bärlauch. Aber auch als Füllung für eine Quiche oder Hauptzutat diverser Brotaufstriche, Cremes und Dips sind die delikaten grünen Blätter beliebt. So gibt es zahlreiche Rezepte, vom Risotto über Pfannkuchen und frische Pasta bis hin zum Brot, die von dem kräftigen Aroma des Bärlauchs profitieren und durch das Wildkraut zu wahren Frühlingsbotschaftern werden.

Bärlauch (Allium ursinum) gehört zu den bekanntesten und auch beliebtesten Wildkräutern in unseren Breiten. Man kann die Blätter von März bis Juni vorzugsweise in Laubwäldern sammeln, denn dort ist der Boden schattig, schön feucht und humusreich - genauso wie es der Bärlauch liebt. Das hat ihm neben der Bezeichnung Wilder Knoblauch auch den Namen Waldknoblauch eingebracht. Tatsächlich ist der Bärlauch mit dem kultivierten Knoblauch verwandt, genauso wie mit der Zwiebel und dem Schnittlauch. Auch die heilsame Wirkung ist eine ähnliche: Bärlauch wirkt nicht nur darmregulierend, sondern gleichzeitig auch blutbildend, blutdrucksenkend und herzstärkend, weshalb er auch gern zu medizinischen Zwecken als Tee, Tinktur oder Bärlauchgeist aufbereitet wird.

Wilden Bärlauch sammeln - Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen

Bärlauch sammelt man am besten, bevor er die ersten Blüten im April austreibt, denn dann hat er das meiste Aroma. Wer selbst loszieht, um seinen Bedarf an Waldknoblauch zu decken, sollte besonders aufmerksam beim Pflücken der lanzettförmigen Blätter sein: Sie haben große Ähnlichkeit mit den giftigen Blättern von Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen. Sofern die gepflückten Blätter nach Knoblauch riechen, hat man die richtigen erwischt - schließlich riechen Maiglöckchen und Herbstzeitlose nicht nach der würzigen Knolle. Ein sicheres Erkennungsmerkmal von Bärlauch ist außerdem die Blattrippe, da Maiglöckchen und Herbstzeitlose keine Blattrippen aufweisen. Sobald die Pflanzen blühen, ist keine Verwechslung mehr möglich, denn die Blüten von Maiglöckchen, des Bärlauchs und der Herbstzeitlosen sind sehr unterschiedlich in Form und Farbe. Bärlauch hat kleine weiße, doldenartige Blüten, während Maiglöckchen weiße glockenförmige Blüten aufweisen und die Herbstzeitlose lilafarbene und violette Blüten ausbildet. Selbst gesammelter Bärlauch sollte vor der Zubereitung immer sorgfältig gewaschen werden, da Wildkräuter potentielle Träger des Fuchsbandwurms sein können.

Angebauter Bärlauch

Wer keinen Wald oder anderweitigen Bärlauchstandort in der Nähe hat, kann frischen Bärlauch im Bund auf Wochenmärkten oder in gut sortierten Supermärkten kaufen. Bärlauch-Fans können die würzigen Blätter aber auch im eigenen Garten anbauen und dann ganz bequem im Frühling vor der eigenen Türe ernten. Dazu säht man den Bärlauch vor dem Winter an einem schattigen Standort im Garten aus, denn die Samen müssen eine Frostperiode durchleben, damit sie keimen können. Danach pflanzt sich der Wilde Knoblauch meist fleißig selbst fort und bildet wie im Wald teppichartige Bestände, die unter Umständen sogar von Hand eingedämmt werden müssen.

5 Tipps zum Haltbarmachen von Bärlauch

  • Das Trocknen der Blätter ist nicht zu empfehlen, da zu viel Aroma verloren geht.
  • Ganze oder gehackte Blätter in einer Plastikdose oder einem Gefrierbeutel einfrieren.
  • Fein gehackten Bärlauch mit wenig Wasser oder Öl vermischen und portionsweise in einem Eiswürfelbereiter einfrieren. Die entstandenen Würzwürfel dann zur Aufbewahrung in eine Gefrierdose geben.
  • Sehr fein gehackte oder in Öl pürierte Blätter mit Öl bedeckt in ein Schraubglas füllen und im Kühlschrank oder Keller aufbewahren.
  • Weiterverarbeiten zu würzigen Zutaten wie Bärlauchöl, Bärlauchbutter, Bärlauchsalz etc.

Weitere nützliche Tipps sowie kompetente Hilfe zur Verwendung der würzigen Blätter finden Sie außerdem in der Chefkoch-Gruppe „Bärlauch".

Egal ob frisch oder konserviert, aus Bärlauch lassen sich viele tolle Gerichte zaubern, die so richtig Appetit auf Frühling machen! In unseren Rezeptideen findet bestimmt jeder neue Rezepte zum Ausprobieren sowie Anregungen für neue Zubereitungsarten mit dem beliebten Wildkraut.

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