Wildkräuter sind eigentlich alles, was man sich als Verbraucher wünschen kann: Sie sind regional, saisonal, 100% Bio und dabei auch noch umsonst. Nicht selten kann man sein "Unkraut" kulinarisch vernichten: Brennnessel und Giersch zum Beispiel sind köstliche Vitaminbomben - und das Jäten macht viel mehr Spaß, wenn man sich anschließend ein Süppchen kochen kann!

Andere essbare Wildkräuter sind als Delikatessen bekannter: Bärlauch hat seinen Weg längst in die Gourmetküche gefunden und auch Waldmeister, Sauerampfer und Löwenzahn finden begeisterte Abnehmer. Aus Gänseblümchen haben wir schon als Kinder Kränze geflochten - und wussten nicht, dass die kleinen weißen Blumen noch viel mehr können, als nur dekorativ zu sein. Es gibt noch zahlreiche andere Kräuter, die weniger bekannt, aber nicht weniger schmackhaft und gesund sind: Knoblauchsrauke, Wiesenbärenklau und weißer Gänsefuß.
Vermutlich hat der Mensch schon immer Wildkräuter genutzt und genossen - ob als Heilkraut oder als Speise: In früheren Zeiten waren Kamille & Co. Gold wert. Im Zeitalter der Industrialisierung und der ständig verfügbaren Nahrung, ist das Wissen um die Gaben aus Feld und Flur ein wenig in Vergessenheit geraten - doch das Interesse an Wildkräutern und essbaren Blüten steigt. Warum kaufen, was man auch kostenlos beim Kräuterspaziergang findet?
Natürlich ist es nicht ganz so einfach und ein wenig
Vorwissen sollte schon vorhanden sein. Es gibt inzwischen zahlreiche sehr gute
Bücher, aus denen man alles über Wildkräuter lernen kann - und das sollte man
auch. Ein wenig Pflanzenkunde bleibt einem nicht erspart und wer sich einmal am
giftigen Aronstab die Zunge verbrannt hat, weil er ihn für den sehr ähnlichen
Sauerampfer gehalten hat, wird spätestens danach zum Kräuterführer greifen. Nehmen Sie ihn einfach zu Ihren
ersten Wildkräuterausflügen mit - Sie werden mithilfe der Bilder recht schnell
ein Gefühl für die Wildpflanzen bekommen. Ein guter Einstieg ist es auch, an
einer geführten Wildkräuterwanderung teilzunehmen: So lernen Sie direkt gute
Sammelplätze in Ihrer Region kennen. Natürlich sollten Sie möglichst nicht in
der Nähe von stark befahrenen Straßen, landwirtschaftlichen Nutzflächen oder
Städten sammeln, sondern dort, wo die Pflanzen natürlich und
unbelastet vorkommen. Wild wachsende Pflanzen stehen in Deutschland unter Naturschutz,
allerdings darf man für den Eigenbedarf alles pflücken, was nicht auf der Roten
Liste steht. Vergessen Sie bei Ihren Streifzügen durch Wald und Wiese nicht,
auch auf wild lebende Tiere Rücksicht zu nehmen.
Mit zunehmender Erfahrung werden Sie immer mehr Spaß an der Sache bekommen - zu Beginn sollten Sie einfach auf festes Schuhwerk achten und mit Korb und Schere losziehen. Besonders Kinder haben Spaß an so einem Wildkräuterspaziergang und dem anschließenden Zubereiten der selbst gesammelten Pflanzen. Sie sollten ihre Funde möglichst schnell verbrauchen, denn je frischer und knackiger, desto gesünder und leckerer sind die essbaren Wildkräuter. Was Sie nicht verbrauchen können, sollten sie möglichst schnell haltbar machen: Trocknen Sie ihre Kräuter bei niedriger Hitze im Ofen, frieren Sie sie ein, machen Sie Schnäpse oder Öle daraus.
Einige Anregungen finden Sie auf der nächsten Seite!
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