Kräuter: Kochen mit Kräutern

Kräuter in der Küche: Tipps und Tricks

Würzen Sie Speisen nur mit Pfeffer und Salz? Dann sollten Sie unbedingt mal ein paar Kräuter ausprobieren. Denn Küchenkräuter geben Gerichten einfach und schnell den richtigen Pepp. Der Braten mit Kräuterkruste, das Tabuleh mit frischer Minze oder einfach Tomaten mit Mozzarella und Basilikum schmecken durch das Kräuteraroma gleich nochmal so gut. Wir haben für Sie Tipps rund um das Kochen mit Kräutern.

Kräuter

Kräuter: Getrocknet oder frisch - was ist besser?

Getrocknete Kräuter lassen sich sehr lange lagern, ohne zu verderben und haben damit einen klaren Vorteil. Man sollte allerdings beachten, dass mit der Zeit auch die ätherischen Öle und damit das Aroma der Kräuter verloren gehen. Deshalb sollten getrocknete Kräuter immer luftdicht gelagert werden. Frische Kräuter bieten mehr Aroma, müssen allerdings, einmal geerntet, sofort verwendet werden. Frische Kräuter zieht man am besten selbst auf der Fensterbank oder im eigenen Kräutergarten. So sind immer frische Kräuter griffbereit, die einfach bei Bedarf geerntet werden können. Eine Alternative sind tiefgefrorene Kräuter. Da die feinen Kräuterblättchen sehr empfindlich sind, eignen diese sich optisch eher nicht für frische Salate, da sie frisch aufgetaut etwas matschig wirken. Deshalb verwendet man diese besser zum Kochen oder für Kräuterbutter und Quark.

Kräuter selbst trocknen

Wenn Sie Kräuter sammeln oder ernten und nicht sofort verwenden, können Sie diese wunderbar trocknen. Hängen Sie das Kräuterbündel kopfüber an einem trockenen und gut durchlüfteten Raum auf. Man kann die Kräuter bei niedriger Temperatur auch im Ofen trocknen. Achten Sie darauf, dass die Kräuter in der Mitte des Bündels ebenfalls schnell trocknen, sonst können sie schimmeln. Beschriften Sie die Kräuterbündel, da nach dem trocknen eventuell nicht mehr klar zu erkennen ist, um was es sich handelt. Sind die Würzkräuter trocken, lassen diese sich in einem gut verschließbaren Glas aufbewahren.

Kräuter: Pesto

Der Klassiker aus Italien genauer aus Genua, daher auch der Name Pesto genovese, besteht aus frischem Basilikum, Pinienkernen, italienischem Hartkäse, Knoblauch, Pfeffer und Olivenöl. Am besten schmeckt die frische Kräutersauce ganz frisch zubereitet. Ja nach Geschmack können Kräuter variiert werden. Sehr beliebt ist Bärlauchpesto. Ein kräftigeres und schöneres Grün erhält man, wenn man Pinienkerne und Käse weglässt oder erst auf die Nudeln streut. Weiter kann man das Pesto mit einer Chilischote schön scharf machen. Die frischen roten Chilistückchen machen auch was her fürs Auge.

Kräuter: Pesto

Kräuter: Öl selbstgemacht

Würziges Kräuteröl muss man nicht kaufen, man kann es ganz einfach selbst machen. Einfach das Öl und die gewünschten Würzkräuter in eine Flasche geben und 4-6 Wochen reifen lassen. Dabei kann man die ganze Kräutervielfalt nutzen und ein individuelles Kräuteröl ganz nach Geschmack kreieren. Dafür eignen sich frische, wie auch getrocknete Kräuter. Frische Küchenkräuter sehen allerdings schöner in einer dekorativen Glasflasche aus. Außerdem enthalten frische Kräuter mehr Aroma als getrocknete, da diese ätherische Öle beim Trocknen verlieren.

Kräuter: Gelees und Tees

Für Kräutergelee und Sirup sind frische Kräuter geeignet. Es werden meist die Blätter und Blüten verwendet. Für Kräutertee eignen sich sowohl getrocknete als auch frische Kräuter. Auch hier gilt wieder getrocknete Kräuter lassen sich besser lagern, jedoch sind beispielsweise frische Minzeblätter im Teeglas einfach dekorativer.

Kräuter: Salz

Salz ist einer der ältesten Konservierungsstoffe und eignet sich natürlich auch hervorragend, um frische Küchenkräuter haltbar zu machen. Auch hier sind dem Geschmack keine Grenzen gesetzt und man kombiniert Kräuter, wie man mag. Die Kräuter werden klein gehackt und mit dem Salz vermischt, so ist das Kräutersalz ungefähr ein Jahr haltbar.

Kräuter: Schnaps

Schnaps kann aus allen Wurzeln, Rinden, Knospen, Blättern und Blüten hergestellt werden. Bei Kräutern dauert es nur einige Tage, den Geschmack zu extrahieren, aus Wurzeln und Zweigen dauert es hingegen einige Wochen. Wenn der Schnaps durchgezogen ist, kann man die Würzkräuter mit Hilfe eines Kaffeefilters einfach herausfiltern.

Kräuter: Was passt wozu?

Wer seine Speisen mit frischen, grünen Kräutern würzt, braucht weniger Salz und beugt Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Wegen ihres hohen Mineralstoff- und Vitamingehaltes leisten Kräuter außerdem einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung. Damit die wertvollen Inhaltstoffe erhalten bleiben, sollten die meisten Kräuter frisch verwendet werden, also möglichst nicht erhitzen. Waschen Sie die Küchenkräuter unzerkleinert und nur wenn es nötig ist.

Kräuter: Bärlauch

  • Basilikum: Passt zu fast allen Gerichten aus der Mittelmeerküche. Sein einmaliges Aroma kommt frisch am besten zur Geltung. Basilikum wirkt appetitfördernd und hat eine entschlackende Wirkung. Frisch gekaute Blätter sorgen für reinen Atem.
  • Bärlauch: Schmeckt wie Knoblauch, man riecht jedoch nicht danach. Er ist eisenhaltig, wirkt blutbildend, blutdrucksenkend und herzstärkend.
  • Beifuss: Das ideale Kraut für fette und deftige Speisen. Es regt den Gallenfluss an und unterstützt damit optimal die Fettverdauung.
  • Bohnenkraut: Schmeckt leicht pfeffrig und wird im ganzen mitgekocht. Es gibt Hülsenfrüchten oder Schmorgerichten den typischen Geschmack. Bohnenkraut stärkt den Magen, fördert die Verdauung und wirkt belebend.
  • Borretsch: Erinnert geschmacklich an Gurken. Er gilt als herzstärkend, harn- und schweißtreibend und soll die Lebensgeister wecken. Borretschblätter möglichst jung ernten, ihre rauen Härchen sind dann nicht so ausgeprägt.
  • Brennnesseln: Werden nicht roh, sondern kurz überbrüht verwendet und schmecken ähnlich wie Spinat. Sie wirken stark entwässernd und werden darum sehr geschätzt. Brennnesseln sind reich an Vitaminen und Mineralsalzen und unterstützen die Blutbildung.
  • Brunnenkresse: Schmeckt ein wenig wie Rettich und passt zu Milchprodukten, Eiern oder Huhn. Sie enthält viel Vitamin C und stärkt die Abwehrkräfte.
  • Dill: Ihm wird eine nervenberuhigende Wirkung nachgesagt, Er regt den Appetit an und lindert Verdauungsstörungen. Dill ist ideal für Gurkengerichte und frischen Fisch.
  • Estragon: Hat einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die für seinen herb - bitteren, Geschmack verantwortlich sind. Er regt den Appetit und die Magensekretion an und gibt z. B. Kräuterbutter den besonderen Pfiff.
  • Kerbel: Regt den Stoffwechsel an, reinigt das Blut und entschlackt. Er ist gut für feine Suppen, Eier- und Geflügelgerichte geeignet. Erst kurz vor dem Servieren zufügen.
  • Koriander: Ist ein typisches Kraut für die asiatische Küche und schmeckt etwas nach Anis. Er passt zu Gerichten aus dem Wok, fördert den Appetit und lindert Völlegefühl.
  • Liebstöckel: Wird hauptsächlich für Suppen und Eintöpfe verwendet. Es wirkt harntreibend und ist deshalb hilfreich bei Nieren- und Blasenleiden, Gicht und Rheuma.
  • Lorbeer: Würzt saure Speisen wie Sauerbraten und Sülzen. Die getrockneten Blätter müssen mitgegart und sparsam dosiert werden. Sie wirken appetitanregend und verdauungsfördernd.
  • Majoran: Darf in keiner Leberwurst fehlen, passt aber auch zu Frikadellen oder Bratkartoffeln. Besonders auf die Magenschleimhäute wirkt das Kraut beruhigend und entspannend.
  • Minze: Passt zu Süßspeisen, aber auch zu Fleisch und Fisch mit Joghurtsoße. Die ätherischen Öle der Minze regen den Gallenfluss an und beruhigen Magen und Darm.
  • Oregano: Schmeckt herb, leicht pfeffrig und wird viel in der italienischen und griechischen Küche verwendet. Er fordert den Appetit und beruhigt die Nerven.
  • Petersilie: Passt zu fast allen Gerichten. Sie ist reich an Provitamin A, Vitamin C, Bi und B2 sowie Kalzium. Petersilie regt die Nierentätigkeit an, wirkt blutreinigend und ist fördert die Verdauung.
  • Rauke/Rucola: Schmeckt pfeffrig - würzig und säuerlich frisch. Ihre Bitterstoffe regen den Appetit und die Verdauung an. Rauke eignet sich für Salate, aber auch kurz gedünstet für Risotto, Nudeln oder Fischragout.
  • Rosmarin: Soll Kopfschmerzen lindern, bei Nervosität beruhigen und die Magen-, Darm- und Gallentätigkeit positiv beeinflussen. Als Badezusatz regt Rosmarinöl den Kreislauf an.
  • Salbei: Besitzt ein sehr würziges, leicht bitteres Aroma und sollte darum nur sparsam verwendet werden. Er wird wegen seiner entzündungshemmenden und verdauungsfördernden Wirkung geschätzt.
  • Schnittlauch: Stärkt mit seinem hohen Vitamin-C- Gehalt die Abwehrkräfte. Er passt zu fast allen herzhaften Gerichten und zu Salaten.
  • Thymian: Hat einen würzig - süßlichen Geschmack und entfaltet erst beim Kochen sein herrliches Aroma. Er wirkt beruhigend sowie krampf- und schleimlösend.
  • Waldmeister: Wurde durch die Maibowle berühmt. Er hat eine beruhigende Wirkung und hilft bei Schlafstörungen, sollte jedoch nur sparsam dosiert werden, da das in ihm enthaltene Kumarin bei Überdosierung Kopfschmerzen verursachen kann.
  • Zitronenmelisse: Schmeckt zu allen Gerichten, die man auch mit Zitronensaft würzen würde. Ihr werden virushemmende und bakterizide Eigenschaften bescheinigt. Melissentee ist nervenstärkend und hilft bei Kopf- und Zahn- schmerzen. Aromatische Zitronenmelisse dient auch als Grundstoff für den berühmten Melissengeist.

Kräuter: Heilkräuter im Essen

Kräuter: Heilkräuter

Wie Sie sehen, habe viele Küchenkräuter auch heilsame oder gesundheitsfördernde Wirkungen. Dabei gelten als Heilpflanzen solche, die für medizinische Zwecke verwendet werden können. Diese Definition von Heilpflanzen grenzt sich von der von Arnzneimitteln oder Arzneistoffen ab, die aus Heilpflannzen oder aus den medizinisch wirksammen Substanzen der Heilpflanzen gewonnen werden.

Viele der früher als sehr wichtig geltenen Heilkräuter, sind heute zu Würzkräutern geworden. Die früheren Heilkräuter aromatisieren so unsere Speisen, meist ohne dass der Koch überhaupt weis, welche Kräfte in den Kräutern eigentlich schlummern.

Heilpflanzen bzw Heilkräuter können dabei ganz unterschiedliche Teile der jeweiligen Pflanzen sein. Als Heilkräuter werden daher oft auch nur Blätter, Blüten, Früchte, Wurzeln oder Samen von verschiedenen Pflanzen bezeichnet. Hier sind einige Beispiele für Heilpflanzen bzw Heilkräuter:

Heilkräuter / Heilpflanzen zugeschriebene Wirkungen
Holunderblüten entündungshemmend, schmerzhemmend, fiebersenkend
Kümmel krampflösend, verdauungsfördernd, hilft bei Mundgeruch
Ingwer antioxidativ, entzündungshemmend, antiemitisch
Leinsamen

verdauungsfördernd, schmerzlindernd, antioxidativ

Bitte verwenden Sie Heilkräuter bzw Heilpflanzen nicht als Ersatz für Arzneien, ohne Absprache mit einem Arzt. Heilkräuter bzw Heilpflanzen könne unterstützend bei der Bekämpfung bestimmter Beschwerden wirken, allerdings sollte eine Behandlung mit Heilkräutern oder Heilpflanzen immer von einem Experten begleitet werden.

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