Curry bringt Abwechslung auf den Tisch

Curry: Currypulver, Currypaste oder ganzes Gericht

Curry ist nicht nur in der Küche äußerst vielseitig, auch der Begriff selbst kann unterschiedliche Bedeutungen haben. So versteht man unter Curry allgemein die Bezeichnung für Currypulver, eine Gewürzmischung, die aus vielen verschiedenen Komponenten besteht. Neben dem Currypulver gibt es auch noch die Currypaste. Als dritte Variante kann der Begriff Curry auch ein ganzes Gericht bezeichnen.

Curry

Die Zusammensetzung von Currypulver variiert je nach Rezept. Mehr als zehn unterschiedliche Gewürze werden dabei in der Regel zu Curry verarbeitet. Auch für die Currypaste gibt es verschiedene Zusammensetzungen, die meist sehr scharf - sehr viel schärfer als Currypulver - sind. So gibt es zum Beispiel rote, grüne und gelbe Currypaste. Die Bezeichnung von ganzen Gerichten als Currys meint typisch indische Eintopf-ähnliche Spezialitäten, die auf der Basis einer würzigen, sämigen Sauce und verschiedenen Gemüsesorten beruhen. Currys können zusätzlich mit Fleisch oder Fisch kombiniert werden. Als Beilage zum Curry wird in der Regel Reis oder auch indisches Brot serviert.

Curry kennt Deutschland schon lange

Auch wer sich noch nicht unbedingt an indisches Essen herangetraut hat, dürfte den Geschmack von Curry bestens kennen. Denn auch die Deutschen haben ein beliebtes Gericht mit Curry: die Currywurst! Die schon von Herbert Grönemeyer besungene Leckerei mit Curry ist ein beliebter Snack - am besten direkt vom Büdchen nach einem anstrengenden Einkaufsbummel, in der Mittagspause oder als schnelles Abendessen auf dem Weg nach Hause. Sie zeichnet sich durch die mit Curry verfeinerte Tomatensauce aus. Diese Sauce macht die Bratwurst zur Currywurst.

Über die Erfindung des Snacks mit Curry herrscht teilweise eine urbane Verwirrung. Häufig wird Herta Heuwer als die Erfinderin der Currywurst genannt. Sie soll 1949 in Berlin die erste Currywurst serviert haben. Seit der Geschichte "Die Entdeckung der Currywurst" von Uwe Timm allerdings, hält sich hartnäckig das Gerücht, die erste Currywurst habe es 1947 in Hamburg gegeben. In seiner Novelle zumindest ist es Lena Brückner, der Timm die Erfindung der Currywurst zuschreibt. Da es sich jedoch bei Lena Brückner um eine fiktive Figur handelt, sollte der Leser die Currywurst aus Hamburg wohl nicht allzu ernst nehmen.

Curry Currywurst

Doch bei all den Mythen rund um die Currywurst sollte man nicht vergessen: Curry als Gewürz kann noch viel mehr als das, denn abgesehen vom Geschmack ist Curry auch noch gesund.

Die Zutaten von Currypulver

Currypulver besteht aus einer Vielzahl an Gewürzen. Und auch wenn es viele verschiedene Rezepte für Curry gibt, kann man doch einige Gewürze als Zutaten nennen, die in den meisten Currypulvern enthalten sind. Zu diesen Basics für Currypulver gehören: Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, schwarzer Pfeffer, Bockshornklee, Ingwerpulver, Senfsamen, Zimt, Gewürznelken, Kardamom und Chilipulver. Da dies alles Gewürze sind, die man auch in Deutschland ohne Probleme erhält, kann sich jeder ganz leicht sein eigenes Currypulver herstellen. Hier finden Sie eine Video-Anleitung samt Rezept zur Herstellung von Currypulver.

Curry: Gesundes Currypulver

Die vielen verschiedenen Gewürze, die im Currypulver enthalten sind, haben die unterschiedlichsten gesundheitsfördernden Eigenschaften.

  • Kurkuma wirkt entzündungshemmend und kann sogar nachgewiesenermaßen das Wachstum von Tumoren reduzieren.
  • Koriander wird eine mildernde Wirkung bei Verspannungen sowie eine Erleichterung bei Schlafstörungen nachgesagt.
  • Kreuzkümmel sorgt für ein starkes Immunsystem und ist damit das ideale Gegenmittel für Erkältung und Grippe. Außerdem stärkt das Gewürz Haare und Nägel.
  • Schwarzer Pfeffer gilt schon seit Jahrhunderten als große Hilfe bei Verdauungsbeschwerden. Zudem enthält er wichtige Mineralien wie Kalzium, Eisen, Phosphor, Karotin und Thiamin.
  • Bockshornklee gilt als Heilpflanze und wirkt appetitanregend, lindert Magen- Darmbeschwerden und soll nicht nur den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, sondern auch Bluthochdruck senken.
  • Ingwer gilt als ayurvedisches Allheilmittel und unterstützt vor allem die Verdauung.
  • Senföl ist das in den Senfsamen enthaltene Öl. Und das wirkt nicht nur verdauungsanregend, sondern auch antibakteriell und bekämpft so Keime und Krankheitserreger im Körper.
  • Zimt hat viele Antioxidantien und hilft zudem bei Übelkeit und Durchfall.
  • Gewürznelken gelten schon seit Jahrhunderten als Heilmittel. Sie haben nicht nur eine entzündungshemmende, sondern auch eine desinfizierende Wirkung.
  • Kardamom wird in der chinesischen Medizin schon seit langer Zeit als Mittel gegen Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
  • Chilischoten enthalten Vitamin C, E, B1, B2 und B6 sowie Betacarotin und außerdem Kalium, Magnesium und Eisen.

Natürlich ist Currypulver kein Allheilmittel und kann seine positive gesundheitliche Wirkung lediglich in geringem Maße entfalten. Trotzdem sollte man sich über den angenehmen Nebeneffekt von Curry durchaus bewusst sein, denn so lässt sich der Hauptbeweggrund für das Kochen mit Curry noch mehr genießen: Der einzigartige und doch so vielseitige Geschmack, der vor allem in den typisch indischen Currys so vielfältig mit den verschiedensten Zutaten kombiniert werden kann.

Das Curry: Ein typisch indisches Gericht

Curry indisch

Ein indisches Curry verfügt nicht über eine feste Zutatenliste. Bestandteil des Currys kann alles sein das schmeckt und gerade zur Verfügung steht. So sind vegetarische Currys genauso verbreitet wie Currys mit Lamm, Rind- oder Schweinefleisch, Geflügel oder Fisch. Gerade für indische Currys sind obligatorisch lediglich Zutaten wie Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch und natürlich Curry. Dieser kann entweder in Form von Currypulver oder Currypaste als Gewürz dienen. Welches Currypulver oder welche Currypaste man dabei verwendet, hängt vom eigenen Geschmack ab. Vor allem sollte man dabei auf den Schärfe-Grad des Currys achten, denn der kann stark variieren. Wer es gerne scharf mag, sollte deshalb zum Madras-Currypulver greifen, denn hier ist mehr des scharfen Chilipulvers enthalten als in „gewöhnlichem" Currypulver. Vor allem die Currypasten gibt es in verschiedenen Kombinationen. So zeichnet sich Grüne Currypaste zum Beispiel durch relativ milden grünen Chili, Knoblauch und Koriander aus, während die Rote Currypaste wegen des vielen roten Chilis erheblich schärfer ist.

Curry und die typischen Gewürze

Zusätzlich zum Curry sind Kreuzkümmel, Fenchel, Nelken sowie Koriander- und Minzblätter gängige Gewürze für ein typisch indisches Curry. Vor allem frische, gehackte Korianderblätter werden häufig vor dem Servieren über das Curry gestreut.

Im Curry: Verschiedene Gemüsesorten

Besonders beliebte Gemüsesorten für ein klassisches Curry sind zum Beispiel Auberginen, Blumenkohl, Zucchini oder Paprika. Sie können ganz nach Geschmack kombiniert werden und sorgen für den nötigen Biss im Curry. Wichtig ist deshalb, dass das Gemüse im Curry nicht zu lange erhitzt wird, denn es soll nicht weich werden, sondern knackig und frisch bleiben. Aus diesem Grund muss man sich bei der Kombination verschiedener Gemüsesorten im Curry der verschiedenen Garzeiten bewusst sein. So sollte man etwa Blumenkohl entsprechend früher zum Garen in das Curry geben als zum Beispiel Zucchini.

Ein Curry braucht viel Sauce

Als Grundlage für die Sauce im Curry dient in der Regel Brühe oder Fond. Dabei kann man je nach Geschmack und Zutaten Gemüsebrühe oder auch Fleischbrühe sowie unterschiedliche Fonds für das Curry verwenden. Eine beliebte Saucen-Zutat indischer Currys ist außerdem Kokosmilch, die ganz nach eigenem Gusto dosiert zur Flüssigkeit hinzugefügt wird. Auch Joghurt ist eine gern gesehene  Bereicherung für jedes Curry. Er wird entweder kurz vor dem Servieren unter die Sauce gerührt oder auch einfach pur zum Curry dazu serviert.

Curry mit süßen Kombinationen

Curry mit Mango

In der indischen Küche werden die verschiedenen Geschmacksrichtungen gerne kombiniert. Was die deutsche Küche zum Beispiel von Wildgerichten kennt, ist bei einem Curry eine gängige Komposition: süß zu herzhaft. Und so lassen sich in einem Curry wunderbar die verschiedensten Früchte unterbringen - und das sorgt für echte Abwechslung auf dem Teller.

Beliebte süße Zutaten sind zum Beispiel Apfel, Mango, Pfirsich, Ananas oder Banane. Dabei sind den Variationsmöglichkeiten beim Curry keine Grenzen gesetzt. So ist eine Apfel-Curry-Suppe genauso wenig ungewöhnlich wie ein Chicken-Mango-Curry. Vor allem saftige Früchte sorgen dann bei den Currys für das besondere Etwas.

Getränke zum Curry

Auch die Getränke zum Curry oder generell in der indischen Küche unterscheiden sich von dem was man typischerweise auf deutschen Tischen findet. Zwar wird in Indien zum Essen in der Regel Wasser oder Tee serviert, doch das hauptsächlich zwischen den Speisen übliche „Lassi" lässt sich auch zum Curry hervorragend trinken. Lassi ist die Bezeichnung für ein indisches Joghurtgetränk, das entweder ohne oder mit unterschiedlichem Fruchtgeschmack serviert wird. Vor allem zu scharfen Currys passt das dickflüssige Getränk hervorragend, da es die Schärfe vom Curry abmildert und wunderbar ergänzt. Dabei kann man je nach Curry das Lassi geschmacklich abstimmen. Ob Naturjoghurt-Lassi pur oder verfeinert zu Mango-Lassi oder auch Gurken-Lassi - das erfrischende Getränk lässt zusätzlich zum Curry noch mehr indische Stimmung aufkommen.

Indisch zu kochen ist kein Zauberwerk - vor allem nicht die Zubereitung von Curry. Wer sich bisher davon abschrecken ließ, dass in den indischen Currys eine Vielzahl an Gewürzen und Zutaten zu finden sind, die man vielleicht nicht typischerweise immer im Haus hat, der sollte den Schritt trotzdem einmal wagen und sich einige Basics für ein Curry anschaffen. Denn einmal auf den Geschmack gekommen, greift man gerne immer mal wieder zu einem indischen Rezept, denn vor allem die Currys sind abwechslungsreich, leicht zuzubereiten und einfach lecker!

Nicht nur Curry: Indische Koch- und Essgewohnheiten

In der indischen Küche wird anders gekocht als in der deutschen. Nicht nur die indischen Gewürze, auch die Art der Zubereitung unterscheidet sich von der typisch deutschen Kochweise. Innerhalb Indiens gibt es regional viele Unterschiede, was Rezepte und Zubereitungsarten angeht. So ist im Norden die Zubereitung im Tandur besonders populär, bei der Fleisch, Geflügel und Fisch erst mariniert und dann im Tandur-Ofen gebacken werden. Dieser Lehm-Ofen ist halb in die Erde eingegraben und wird von innen befeuert. Zu den typischen Küchengeräten gehört weiterhin zum Beispiel die Karahi, eine wokähnliche Pfanne mit zwei Griffen. Die Gewürzmischungen, zum Beispiel auch das Curry, werden traditionell selbst zusammengestellt. Dazu werden die verschiedenen frischen Gewürze oder Gewürzsamen zusammen im Mörser zu einem Pulver oder einer Paste zerstößelt.

Serviert wird das Essen in Indien in der Regel nicht auf einzelnen Tellern. Je nach Anzahl der Esser werden verschieden viele Hauptspeisen zubereitet, die in mehreren Schüsseln gemeinsam auf einem Thali, einem großen Metall-Tablett serviert werden, in dessen Mitte der Reis oder das Brot angerichtet sind. So kann sich jeder auf seinem Teller die einzelnen Bestandteile zusammenmischen. Gegessen wird mit der Hand - und zwar nur mit der rechten, da die linke als unrein gilt. Da vor allem Currys in der Regel eher flüssig sind, müssen sie gut mit dem Reis vermischt oder mit dem Brot schaufelähnlich aufgenommen werden, damit sie überhaupt mit den Fingern gegessen werden können.

Indisches Curry kochen auch ohne Tandur & Co.

Curry Karahi

Wer Anfänger auf dem Gebiet der indischen Küche und Currys ist, der wird kaum über Tandur oder Karahi verfügen. Doch auch ohne diese Kochutensilien lassen sich indische Currys leicht nachkochen. Wer zum Beispiel gerne ein typisches Tandur-Gericht zubereiten möchte, kann statt des Lehm-Ofens auch auf einen geschlossenen Holzkohlegrill zurückgreifen. Und für Currys muss es keine Karahi sein - auch ein normaler Wok oder eine große Pfanne eignen sich sehr gut für die Zubereitung der typisch indischen Gerichte.

Wem es zu viel Arbeit ist, sich sein Curry selbst zusammen zu mischen, der kann auf ein großes Angebot an fertigen Currypulvern, Currypasten oder anderen Gewürzmischungen zurückgreifen. Eine weitere typisch indische Gewürzmischung ist zum Beispiel „Garam Masala". Sie enthält ebenfalls eine Mischung aus vielen unterschiedlichen Gewürzen, die teilweise auch im „normalen" Currypulver vorkommen. Allerdings ist Garam Masala in der Regel deutlich schärfer und würziger als herkömmliches Currypulver, so dass es meist nur sparsam am Ende des Kochvorgangs zum Würzen verwendet wird.

Auch für „ungewöhnliche" Zutaten gibt es Ausweichmöglichkeiten. So kommen in einigen Rezepten für ein typisches Curry auch Tamarinden vor, das sind eine Art indische Datteln. Hier kann man auf Tamarindenpaste ausweichen, die es in der gut sortierten Feinkostabteilung des Supermarktes oder im Asia-Shop gibt. Auch Kokosmilch für das Curry findet man in Dosen mittlerweile in fast jedem Supermarkt. Als Speisefett wird in der indischen Küche häufig „Ghee" verwendet. Ghee wird von vielen indischen Familien traditionell selbst hergestellt. Hierfür wird Butter erhitzt und dabei der entstehende Schaum abgeschöpft. Die erhitzte Masse wird ausgekühlt und als Speisefett verwendet. Da es sich also bei Ghee um nichts anderes als Butterreinfett handelt, eignet sich hier Butterschmalz hervorragend als Ersatz.

Auf der nächsten Seite finden Sie Rezepte für indische Currys und andere Gerichte, die sich wunderbar mit Curry verfeinern lassen.

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