Viele kennen sie aus dem Urlaub, doch auch in unseren Genussbreiten haben sich Tapas bereits fest etabliert. Auch wenn es in deutschen Städten bei weitem nicht so viele Tapas-Bars gibt wie in Barcelona oder Sevilla, haben die kleinen iberischen Snacks längst unsere Küchen und Herzen erobert. Traditionell werden sie als Appetithäppchen zu Wein, Bier oder Tinto de verano - einer Mischung aus Rotwein und Zitronenlimonade - gereicht.

"Tapas" heißt wörtlich übersetzt "Deckel". Daher kommt die Vermutung, man habe ursprünglich Brotscheiben oder auch kleine Teller als Deckel auf die Gläser in den Bars gelegt, um die Getränke vor Insekten zu schützen.
Irgendwann gingen die Wirte dazu über, kleine Snacks wie Käsewürfel, Oliven oder Schinkenstücke, auf die "Deckel" zu legen - die Tapas waren geboren! Bestimmt ermunterten die meist würzigen Häppchen die Gäste dazu, ein weiteres Getränk zu bestellen. Heute überbieten sich die Tapas-Bars mit den unterschiedlichsten Kreationen, die oft auch regionale Einfärbungen haben. So serviert man in Küstenregionen gern Garnelen, Muscheln und Fisch, im Landesinneren findet man dagegen häufiger Wurst- und Schinkenspezialitäten auf den Tellerchen. Mit den Tapas eng verwandt sind die Pinchos oder auch Pintxos - eine regionale Spezialität aus Katalonien. Sie sind in der Herstellung oft etwas aufwändiger als die bodenständigen Tapas, werden aber genauso zu Bier und Wein serviert. Der Name Pincho bedeutet Spieß, denn üblicherweise werden die kleinen Köstlichkeiten auf Spieße gesteckt. Selbst üppig belegte Brote erhalten einen Spieß durch die Mitte, so behalten alle Beläge ihren zugedachten Platz. Der Gast sammelt einfach die Spieße seiner verspeisten Pinchos und zahlt entsprechend der Anzahl seine Rechnung.
Tapas, Pinchos und Co

Tapas und Pinchos sind aber nicht nur delikate Snacks für den kleinen Hunger zwischendurch oder leckere Begleiter für das Bier nach Feierabend. Auch als Vorspeise, Zwischengang oder als Tapas-Buffet eignen sie sich hervorragend. Das spanische Fingerfood ist äußerst variabel und von traditionell bis modern
Tapas sind im Grunde als kleine Snacks oder Appetizer gedacht, können aber in Kombination von drei oder vier Varianten auch als vollständige Mahlzeit genossen werden. Dazu isst man am besten frisches Brot wie Baguette, Ciabatta oder Fladenbrot, pro Person ca. 100 Gramm. Unverzichtbar für jede Tapas-Runde sind außerdem Aioli und verschiedene Salsas, die Häppchen Brot den Extra-Würzkick verleihen. Eingelegte Oliven, Peperoni und Paprika können als Beigaben einzelne Tapa-Kreationen unterstreichen oder auch als eigenständige Tapas auf separaten Tellern serviert werden. Von einfach bis luxuriös ist bei den spanischen Kultsnacks alles zu haben! Da Tapas ursprünglich meist im Stehen verzehrt wurden, sollte alles mit Fingern essbar sein. Kleine Spieße oder auch Zahnstocher ersetzen dabei die Gabel und halten delikate Kombinationen wie Datteln im Speckmantel in Form.findet sich darunter alles, was das Gourmetherz höher schlagen lässt - die köstliche Vielfalt der spanischen Küche im Miniaturformat!
Tipp: Mit dem Rezeptvideo "Tapas-Variationen" lädt Carsten Dohrs zum Nachkochen beliebter Tapas der spanischen Küche ein.
Kalte Tapas
Kalte Tapas sind das meist schneller zubereitete Fingerfood. Manches muss nur aufgeschnitten und hübsch drapiert werden, z.B. Käsewürfel vom Manchego, dünne gerollte Scheiben Serrano-Schinken oder Chorizo, die beliebte spanische Wurst. Wer seine Oliven, Peperoni und andere eingelegten Köstlichkeiten nicht selbst herstellt, braucht diese nach dem Einkauf nur noch in Schälchen anzurichten. Etwas aufwändiger wird es, wenn man die Aioli selbst anrührt oder auch frische Salsa zubereitet. Aber in aller Regel sind die kalten Tapas für jeden zu empfehlen, der wenig Zeit für die Zubereitung hat oder schon einige Stunden vor dem Tapas-Genuss alles vorbereiten möchte.
Warme Tapas
Etwas mehr Zeit nehmen die warmen Tapas in Anspruch, da sie entweder
vorgekocht und zum Servieren erneut aufgewärmt, oder aber unmittelbar vor dem
Essen zubereitet werden. Trotzdem kann man für warm gereichte Tapas einige
Vorarbeiten erledigen, damit alles schnell auf den Tisch kommt, wenn der Hunger
sich meldet. So lassen sich Hackbällchen im Voraus kochen, so dass sie lediglich aufgewärmt
werden müssen. Gerade bei Schmorgerichten ist es sogar von Vorteil, diese schon
vorgekocht zu haben, denn so kann sich das Aroma erst richtig entfalten und die
Sauce gut durchziehen. Gebratene Spieße sollten allerdings erst kurz vor dem
Genießen aus der Pfanne oder vom Grill kommen, damit das Fleisch schön saftig
bleibt und das Gemüse noch Biss hat. Es spricht jedoch nichts dagegen, beides
schon fertig auf entsprechende Spieße zu stecken und evtl. noch in eine
Marinade einzulegen. Manche Tapas sind sowohl warm als auch kalt ein Genuss,
wie beispielsweise Früchte im Speckmantel oder auch gegrillte Hähnchenspieße.
Hier kann jeder ganz nach eigenem Gusto entscheiden, wie er sie serviert.
Für ein Tapas-Buffet empfiehlt es sich, eine ausgewogene Mischung aus kalten und warmen Tapas-Varianten anzubieten. Dann steht dem geselligen Gaumenschmaus mit spanischem Flair nichts mehr im Wege!
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