Mit der Zeit änderten sich die Vorstellungen, wie viele Gänge ein Menü haben sollte, so dass vieles, was wir in alten Kochbüchern finden heute nicht mehr gilt.
Wir haben unsere Menüs um Gegensatz zu früher schlanker gemacht – wir essen heute nicht mehr jeden tag Fisch oder Fleisch, sondern begnügen uns auch oft Gemüse. Hier hat sich die Einstellung zum Essen zu Gunsten der gesunden Ernährung entscheidend gewandelt. Die Zwischengerichte gibt es meist auch nur noch bei größeren Anlässen.
Heute reichen wir ebenfalls jedes Gericht einzeln, was früher meist nicht der Fall war – da gab es schon mal „Prager Schinken“ mit einer Pute gemeinsam, wie eine mehr als hundert Jahre alte Menükarte beweist, in einem Gang.
Man sollte sich durch alte Menükarten oder Menüvorschläge in älteren Büchern nicht irremachen lassen, wenn man seine ersten vollständigen Menüs zusammenstellt. Niemand beispielsweise aß bei einem festlichen Mahl an einer Adelstafel alle 24 Gerichte, die zur gleichen Zeit serviert wurden. Im Prinzip verlief so ein Essen nicht anders als heute ein üppiges Büffet, von dem sich ja auch jeder nur das aussucht, was er mag und nicht auf den Gedanken kommen wird, er müsse von allem etwas nehmen.
Halten wir uns also an folgende Faustregeln:
- Ein normales Essen in der Familie hat drei bis vier Gänge: Vorspeise, ein Hauptgericht mit Beilagen, Salat, Dessert.
- Eine einfache Mahlzeit mit Freunden oder ein Sonntagsessen ebenfalls, doch werden die Gerichte dann reicher gestaltet, es kann auch mehrere Beilagen geben und ein Käsegang sollte dann auch nicht fehlen.
- Ein Festmahl in Familie oder mit Freunden besteht aus Vorspeise(n), Suppe, Zwischengericht, Hauptgericht, Salat und (oder) Käse, Dessert.

Henglein
Rama Cremefine

