Die Chilischote – exotischer Scharfmacher

Praxistipps für die feurige Chili-Küche

Ob frisch, getrocknet, in Flocken oder vermahlen als Pulver – es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten für die kleinen Scharfmacher. Möchte man mit frischen Chilis kochen, empfiehlt es sich, bei der Verarbeitung Einweghandschuhe zu tragen, insbesondere bei den sehr scharfen Sorten. Die beim Schneiden austretenden Säfte enthalten ebenfalls den Scharfstoff Capsaicin, der bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhäuten wie Mund und Augen extreme Reizungen hervorrufen kann! Falls doch mal was an die Hände kommt, sollte man diese gründlich mit Seife oder Alkohol abwaschen.

Frische Chilis sind je nach gewünschter Sorte manchmal etwas schwierig zu bekommen, daher lohnt es sich für eingefleischte Chili-Fans, eigene Pflanzen auf der Fensterbank, dem Balkon oder im Garten zu ziehen. Die Samen kann man beim Fachhandel oder aber per Online-Versand kaufen. So hat man stets frische Chilis zur Hand! Dünne Chilischoten kann man innerhalb von vier bis sechs Wochen an der Luft trocknen und anschließend in einer luftdichten Dose aufbewahren. Die fleischigeren Sorten werden schnell schimmelig bei der Trocknung, daher diese besser frisch verarbeiten. Die getrockneten Chilis sollte man am besten immer erst kurz vor der Verarbeitung zerkleinern, da sie so das meiste Aroma behalten.

Chilis machen glücklich – meistens!

Beim Essen von Chiligerichten sind die körperlichen Reaktionen unter Umständen heftiger als erwartet. Das Spektrum reicht dabei von Schweißausbrüchen über Niesen, Husten und tränende Augen bis hin zu starkem Schluckauf! Der Körper reagiert mit Abwehr auf die Einnahme von solch scharfen Lebensmitteln. Aber nicht bei jedem ist trotz gleichen Chiligenusses dieselbe Reaktion zu erwarten. Die Verträglichkeit von scharfem Essen hat viel mit Gewöhnung zu tun, da es sich bei der Reaktion auf das Capsaicin nicht um Geschmack im eigentlichen Sinn handelt. Vielmehr ist die Wahrnehmung von Schärfe ein Schmerzreiz, der den Körper vor zu viel Chiligenuss warnt. Die Schmerzgrenze ist dabei individuell verschieden und kann sich mit häufigem Verzehr von scharfem Essen deutlich nach oben verlagern. Sofern man mit der Schärfe unter der eigenen Schmerzgrenze bleibt, verschafft uns der Genuss von Chilis eine bessere Durchblutung und intensiviert so das gesamte Geschmackserlebnis, ohne dass die Wahrnehmung anderer Aromen darunter leidet. Gleichzeitig werden körpereigene Glückshormone, sogenannte Endorphine, freigesetzt, um den Schmerz zu lindern. Chili – in richtiger Dosierung – macht also glücklich! Wer doch mal zu viel des Guten erwischt hat, kann das Brennen im Mund mit kalter Milch und anderen Milchprodukten bekämpfen, denn Capsaicin ist fettlöslich. Auch ein gut gekautes Stück Brot kann helfen. Wasser trinken nutzt dagegen leider nichts.

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