Weihnachtsessen: Typische Gerichte und passende Getränke

Weihnachtsessen: lecker essen an Heiligabend

Was ist Ihr liebstes Weihnachtsessen: Gänsebraten, Rehrücken, Würstchen mit Kartoffelsalat - oder Raclette? Die Geschmäcker sind verschieden, aber jedes dieser traditionellen Gerichte zu Weihnachten ist etwas Besonderes. Wir stellen die typischen Weihnachtsessen vor und welche Getränke dazu am besten passen. Und für alle, die etwas außergewöhnliches lieben, haben wir feine Rezepte die ebenfalls ein vorzügliches Weihnachtsessen abgeben.

Weihnachtsessen

Das Highlight eines jeden Weihnachtsmenüs ist der Weihnachtsbraten als Hauptgang. Egal ob Rinderbraten, Schweinebraten, Krustenbraten oder die klassische Weihnachtsgans - mit den richtigen Rezepten und ein paar wertvollen Tipps wird der Weihnachtsbraten perfekt. Sie suchen für die übrigen Festtage andere traditionelle Weihnachtsrezepte? Kein Problem: Hier finden Sie eine Übersicht mit Rezepten. Auch das richtige Weihnachtsdessert darf im Menü nicht fehlen, genau so wenig wie der passende Aperetif zum Fest. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest und einen perfekten Weihnachtsbraten.

Klassisches Weihnachtsessen: Gänsebraten und Entenbraten

Einige besondere Herausforderungen birgt der traditionelle Weihnachtsbraten schlechthin: der Gänsebraten. Jeder, der schon einmal eine Gans im Ofen hatte, weiß, dass das Federvieh nicht so leicht zu händeln ist, wie man als gänz(s)lich Unerfahrener vielleicht meint. Ähnlich, wie bei allen anderen Fleischsorten, steht und fällt das Gänseessen mit der Fleischqualität, gerne sind Gänse entweder zu trocken oder zu fettig. Geben Sie zu Weihnachten lieber einen Euro mehr aus und kaufen oder bestellen Sie eine Gans aus Freilandhaltung im Voraus. Zu bevorzugen sind kleinere Exemplare um die drei Kilo, diese Vögel reichen für ca. vier Personen. Haben Sie mehr Gäste, ist an einer 5-6 Kilo-Gans zwar alles etwas größer, aber es bleibt dabei - sie wird nur zwei Keulen, zwei Flügel und eine Brust haben… und Sie haben unter Umständen ein weiteres Problem. Wie bekommt man das große Federvieh in den Ofen? Besser ist es, eine kleinere Qualitätsgans sowie noch ein paar einzelne Keulen zu kaufen, so gibt es keinen Streit um die beliebten Schlegel.

Das Füllen der Weihnachtsgans ist Pflicht, denn Äpfel, Dörrobst und Maronen ergeben nicht nur eine leckere Beilage, sondern sorgen auch dafür, dass die Gans nicht so schnell austrocknet. Denken Sie daran, die Gans vor dem Füllen von innen gut zu würzen und verschließen die Öffnung nach dem Befüllen, entweder mit Küchengarn oder kleinen Zahnstochern. Auch das An- bzw. Zusammenbinden von Flügeln und Keulen ist wichtig, denn gerade die abstehenden Flügelchen verbrennen bei hohen Temperaturen gerne.

Und nun die große Frage, die immer wieder für Diskussionen sorgt: Bei welcher Temperatur gart man eine Gans denn nun am besten und vor allen Dingen, wie lange? Auch beim Gänsebraten tendieren die meisten inzwischen dazu, diesen bei geringer Hitze und dafür längere Zeit im Ofen zu lassen, da die Gans so gleichmäßiger gart und nicht zu trocken wird. Allerdings ist eine Gans nicht für das Niedertemperaturgaren bei 80 Grad geeignet, denn eine gewisse Hitze ist notwendig, um die Salmonellengefahr zu bannen. Wir empfehlen eine mittlere Temperatur von 150-160 Grad Celsius, eine drei-Kilo-Gans benötigt so ca. fünf Stunden, um gar zu sein.

Übrigens müssen Sie die Gans vorher nicht zwingend anbraten. Drehen Sie die Temperatur am Ende noch einmal für eine halbe Stunde Oberhitze hoch, pinseln die Gans mit etwas Honig ein und lassen sie braun und kross werden. Da auch beim Gänsebraten nie sehr viel Bratensaft entsteht, bzw. dieser meist einfach nur fettig ist, empfehlen wir Ihnen, entweder aus zugekauften Geflügelteilen einen Fond zu ziehen oder diesen schon im Vorfeld herzustellen. Servieren Sie dazu traditionell Rotkohl (auch sehr gut vorzubereiten) und Knödel. Wie Sie Ihre fertige Gans im Anschluss richtig tranchieren, können Sie in unserem Artikel "Tranchieren von Geflügel" nachlesen.

Der Gänsebraten ist einer der absoluten Weihnachtsfavoriten, auch wenn er in vielen Gegenden schon zu Sankt Martin auf den Tisch kommt; klassische Beilagen sind Kartoffelknödel und Rotkohl. Das Geheimnis des besonderen Rotkohlaromas in unserer Gegend ist der gute Stich Gänseschmalz, Johannisbeergelee und eine Aachener Printe.

Und ein Gänsebraten verlangt nach einem richtig guten, kräftigen Wein. So passt ein Merlot zur Gans, wenn sie mit den klassischen Beilagen und Komponenten daherkommt wie Rot- oder Rosenkohl, Kartoffelknödeln und Füllungen mit Majoran, Beifuss und Maronen, ebenfalls ein Bordeaux von der rechten Seite ein St. Emilion oder Pomerol, ein sanft-würziger Syrah von der Rhône, aber auch ein Brunello de Montalcino oder ein sanft-feuriger Tempranillo z.B. aus Rioja oder Ribero del Duero also ein feuriger Spanier kann sehr gut passen. Wichtig ist, dass der Wein auf die Hauptaromen des Gerichtes abgestimmt wird.

Eine ganz besondere Köstlichkeit unter den Geflügelbraten ist ein Entenbraten, der seine besonderen Aromen durch die Trockenfrüchte und den Apfelnoten aus dem Calvados bezieht. Hier kann man zu einem Pinotage greifen, dem Klassiker aus Südafrika, der exotisch- weiche Aromen von Gewürzen und Fruchtkompott aufweist. Überhaupt wird Ente gerne mit fruchtigen Komponenten serviert, etwa Orangen- oder Kirschsauce. Dann passt ein australischer Shiraz , oder vielleicht, wenn jemand nicht so gerne Rotwein mag, auch zu einem Elsässer Gewürztraminer.

Feines Weihnachtsessen: Schmorbraten

Ein Schmorbraten ist ein feines Weihnachtsessen, da hat man die leckere Sauce gleich im Bräter mit dabei. Hierbei wird das Fleischstück kurz scharf angebraten und mit Flüssigkeit, zum Beispiel Brühe oder Wein, abgelöscht. Gerne wird auch etwas Gemüse, Zwiebeln und Speck hinzugegeben und bei gleichmäßiger, niedriger Hitze und geschlossenem Deckel (am besten eignet sich bei großen Fleischstücken ein Bräter) langsam gegart.

Durch das sanfte Schmoren über mehrere Stunden sollte nun ein weiches Stück Fleisch die Belohnung für die Mühe sein, doch nicht immer geht diese Rechnung auf, denn man muss für dieses Weihnachtsessen verschiedene Faktoren beachten: Das perfekte Fleischstück für einen Schmorbraten spielt selbstverständlich eine wichtige Rolle, ebenso wie die Gartemperatur und die Garzeit. Fleischstücke, die sich für einen Schmorbraten eignen, sollten langfaserig und etwas durchwachsen sein, damit der Braten saftig bleibt. Am besten eignen sich gut abgehangene Stücke aus der Schulter (beim Rind das "Bürgermeisterstück") oder der Keule. Qualität sollte eigentlich immer eine wichtige Rolle spielen, deshalb ist für den Weihnachtsbraten der Weg zum Metzger des Vertrauens der beste Tipp.

Ebenso wichtig ist, dass der Braten ungewürzt (Salz entzieht Feuchtigkeit, Pfeffer verbrennt) nur kurz von allen Seiten angebraten wird. Das sanfte Garen (nicht kochen!) in der Flüssigkeit bei geschlossenem Deckel sorgt dafür, dass der Dampf im Inneren des Topfes oder Bräters das Fleisch gleichmäßig schmort und "mürbe" macht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass die Temperatur gering bleibt, stellt den Bräter (immer noch geschlossen) in den Ofen und lässt das Ganze bei 120-150 Grad Celsius mindestens 2 ½ bis drei Stunden (bei einem ca. 1 ½ Kilo Braten) schmoren. Zwischendurch darf das Fleisch in der Flüssigkeit gewendet werden. Vor dem Servieren nicht vergessen, Fleisch und Sauce zu würzen (Pfefferkörner und Kräuter dürfen selbstverständlich schon in der Flüssigkeit mit garen) und abzuschmecken, dann steht dem perfekten Genuss nichts mehr im Wege!

Niedrigtemperaturgaren: An Weihnachten Zeit nehmen

Wer Freund eines feineren, in der Mitte rosa gebliebenen, Bratens ist, dem sei für ein perfektes Ergebnis das Niedrigtemperaturgaren empfohlen. Besonders kurzfaserige und magere Fleischstücke sehr guter Qualität, wie Roastbeef, Kalbsnuss oder Filet, neigen bei zu hoher Hitze im Ofen zu Trockenheit, der richtige Garpunkt ist ohne ein Bratenthermometer nur schwierig abzuschätzen. Deshalb ist die Niedergarmethode schon fast eine Gelinggarantie für ein einmalig zartes Ergebnis dieser feinen Bratenvarianten.

Dafür wird das ausgewählte Fleischstück ungewürzt von allen Seiten in einer Pfanne scharf angebraten und anschließend offen (sprich nicht in einer Form, Pfanne o.ä.) auf den Grillrost im Ofen gelegt. Eine Auffangschale darunter sorgt dafür, dass der Bratensaft (wobei bei dieser Methode nur wenig Saft aus dem Fleisch austritt) nicht in den Ofen tropft. Bei 80 Grad Celsius Ober/Unterhitze gart der Braten nun, je nach Größe und vor allen Dingen Dicke, einige Stunden (1 kg ca. drei Stunden) sanft vor sich hin. Mit einem Bratenthermometer sollte auch hierbei immer die Kerntemperatur des Fleisches gemessen werden (wirklich im Kern, also der dicksten Stelle prüfen!). Diese sollte, je nach Fleischstück und persönlicher Vorliebe von rosarot bis zartrosé, bei 55 bis 65 Grad Celsius liegen, siehe Tabelle in unserem Artikel "Niedergaren".

Und was fehlt nun noch? Genau, die Bratensauce! Während der langen Garzeit hat man entweder die Möglichkeit, die Röststoffe vom Anbraten in der Pfanne mit Wein oder Brühe, je nach Rezept, zu lösen und eine Sauce zuzubereiten. Wer an den Festtagen jedoch stressfreier leben möchte, der hat seinen Bratenfond bereits schon Tage oder Wochen vorher vorbereitet. Wie einfach das funktioniert, lesen Sie in unserem Artikel "Selbst hergestellter Bratenfond".

Weihnachtsessen aus den USA: Truthahnbraten

Das klassische Weihnachtsessen in den USA unterscheidet sich kaum vom traditionellen Thanksgiving Dinner, d.h., wenn eine große Esserschar um den Tisch sitzt, dann gibt es meistens einen Truthahn, wobei einen manchmal das Gefühl beschleicht, dass es unter amerikanischen Hausfrauen einen Wettbewerb gibt, wer den allergrößten Truthahn in einen normal großen Backofen bugsieren kann. Ein perfekt gebratener Truthahn ist gar keine so einfache Sache, weil es sehr unterschiedliche Fleischdicken an einem Tier gibt und man gut aufpassen muss, dass nicht die eine Stelle des Tieres schon austrocknet und z.B. die fleischige Brust noch gar nicht durch ist. Hier lernt man die Vorteile eines Bratenthermometers kennen. Als Beilagen gibt es oft Kürbis- und Süßkartoffelfladen.

Und hier sind die besten Begleiter in der Tat die etwas alkoholreicheren, sehr aromatischen roten Zinfandels aus Napa Valley, vielleicht auch die amerikanischen "Bordeaux Blends", also die klassische Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot.

Typisch deutsches Weihnachtsessen: Kartoffelsalat

Kartoffelsalat mit Wiener, Bratwürstchen, Schnitzel oder Frikadelle ist wahrscheinlich das beliebteste Essen am Heiligabend überhaupt. Es ist einfach, gut vorzubereiten und immer lecker, denn schließlich hat jeder sein Lieblings-Kartoffelsalatrezept, was in der Familie schon über Jahre Tradition hat und von allen gerne gegessen wird. In der Norddeutschen Küche hat hingegen meist der Heringssalat die Nase vorn, er gehört mancherorts aber ebenso zu den klassischen Silvestergerichten. Der Salat aus Fischfilets, Rote Bete, Gewürzgurken, Zwiebeln, Äpfeln und Eiern wird mit frischem Brot, knusprigem Toast oder auch mit Pellkartoffeln, sind diese nicht schon im Salat selbst enthalten, serviert.

Beim Getränk ist ist die erste Idee – ein Bier! Vor allem die Bockwurst und der Kartoffelsalat und ein sorgfältig gezapftes kühles Pils, das ist eine Kombination, die sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen kann. Im Süddeutschen gibt es eine der Weißwurst verwandte Spezialität, die „Wollwürste“, gebraten oder in Wasser erhitzt und in Bayern gibt es noch etwas ganz herrliches dazu, den "Weihnachtsbock", ein sehr süßesleicht bitteres Starkbier, welches zu einem solchen Weihnachtessen und vor allem zum Lebkuchen, den es dann zum Nachtisch gibt, ganz hervorragend schmeckt.

Und Wein passt hier nicht? Natürlich – es gibt nur wenige Gerichte, zu denen wirklich kein Wein passt. Hier kann man einen frischen Grünen Veltliner nehmen, der mit seiner frischen und knackigen Pfeffernote einen Kartoffelsalat (dem man vielleicht ein wenig Feldsalat oder Rucola beigegeben hat) bestens begleitet. Auch ein Riesling, ruhig eher trocken, aus der Pfalz oder aus dem Rheingau passt hier.

Rehbraten & anderes Wild

Der klassische Rehrücken Baden Baden mit gedünsteten Birnenhälften und Johannisbeerkompott wird von Spätzle und ggf. noch zart gedünstetem Rosenkohl begleitet. Dazu passt natürlich immer ein badischer Wein, ein Spätburgunder, etwas edler ist ein Burgunder oder vielleicht sogar ein amerikanischer Pinot noir.

Eine Rehkeule ist auch ein beliebter Weihnachtsbraten. Zu dem Wildfleisch passen hervorragend frische Pilze (Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge), die auch gerne die Grundlage der Soße ausmachen dürfen. Ansonsten ist eine beliebte Variante die Rehkeule in Rotweinsauce. Als Beilage eignen sich Knödel und Rotkohl, aber natürlich je nach Geschmack auch Kroketten, Rosenkohl o.ä. Als Wein passt hier ein kräftiger Spätburgunder, der am besten auch schon in der Soße sein sollte.

Auch der Wildschweinbraten ist ein klassisch festliches Wintergericht und deshalb ideal auch für Weihnachten geeignet. Wer der Wildschweinbraten klassisch mit Thymian und Rosmarin in Rotweinsoße machen möchte, ist hier auch mit einem kräftigen Rotwein, wie etwa einem Spätburgunder gut beraten. Wer es lieber fruchtiger mag, sollte den Wildschweinbraten mit Kirschen probieren. Auch hierzu passt ein kräftiger Rotwein, wie etwa ein Rioja.

Auch andere Wild-Arten sind im Herbst und Winter beliebt - an Weihnachten zum Beispiel auch besonders ein zünftiges Hirschgulasch. Gut passen hier ein Syrah oder ein Merlot.

Kleinigkeiten zu Weihnachten

Aufgrund der Vorfreude auf den Festtagsbraten gibt es bei einigen am Heiligabend häufig etwas Schnelles oder einfach Zuzubereitendes aus der Kalten Küche. Meist sind die Häppchen jedoch mit edlen Zutaten belegt, sehr beliebt sind Räucherlachs und Kaviar, Forellenpasten, Terrinen und Pasteten oder Krabbensalat. Dazu wird mit einem guten Schlückchen angestoßen und die Weihnachtsfeiertage so eingeläutet. Suppe. Beliebt sind Rindfleisch- oder Gulaschsuppen, die nach der Messe am Heiligabend für den einen oder anderen Pflicht ist, oder eine Soljanka, die in einigen östlichen Gebieten Deutschlands nicht fehlen darf und die keineswegs immer eine reine Restesuppe ist!

Ein weiteres beliebtes Heiligabend-Gericht ist das Ragout fin, welches mit Käse überbacken genauso lecker schmeckt, wie im Blätterteigmantel als Königinpastete. Dazu ein frisch geröstetes Toastbrot und ein schöner Weißwein, so genießt der eine oder andere Heiligabend!

Immer beliebter: Fondue & Raclette zu Weihnachten

Sehr beliebt ist am 24. Dezember in vielen Familien das Zubereiten am Tisch, sprich in Form eines Fondue oder Raclette Essens. Beim Fondue unterscheidet man zwischen Fleisch- und Käsefondue. Während fleischige Zutaten mit Hilfe von Spießen in heißem Fett oder Brühe garen, werden beim Schweizer Klassiker Brot oder Kartoffeln in flüssigen Käse getunkt. Wer seine Zutaten lieber gebraten mag oder in einem Pfännchen, wie einen Mini-Auflauf mit Käse zusammenstellt, lädt zum Raclette-Essen ein, welches in den letzten Jahren vor allem als Essen am Heiligabend immer mehr Fans gewonnen hat. Beide Formen der Zubereitung am Tisch haben für die Beteiligten gleich mehrere Vorteile: Jeder kann seine Lieblingszutaten nach Geschmack selbst wählen und zusammenstellen und Beilagen dürfen zudem von den Gästen nach Belieben mitgebracht werden - so hat der Gastgeber nicht allzu viel vorzubereiten. Das Essen kann sich zwar aufgrund der Gardauer den ganzen Abend hinziehen, dies lässt jedoch genügend Raum für gemeinsame gesellige Stunden und Gespräche. Für Dessertfreunde gehört am Heiligen Abend häufig ein Schokoladenfondue zum guten Ton.

Zum perfekten Fondue gehören auch die perfekten Soßen. Hier ein paar Beispiele für selbst gemachte Soßen, die Sie zum Fondue servieren können. Die Grundsoße kann dabei immer gleich angemischt und dann unterschiedlich kombiniert werden:

Klassisches Fleischfondue (Grundsoße, 5 Portionen)

  •    2-3 Päckchen Joghurt (fett, an Weihnachten ist nicht der Augenblick, über Kalorien nachzudenken)
  •    1 Päckchen Sahne
  •    1 Päckchen saure Sahne oder Schmand
  •    2 EL Senf, mittelscharf
  •    Salz
  •    Pfeffer (was anderes als Pfeffer aus der Mühle kenne ich gar nicht)
  •    1 paar Spritzer Worcestersauce
  •    Saft einer Zitrone

Alles gut miteinander verrühren und in 5 Portionen teilen und die Soßen unterschiedlich abschmecken:

Grüne Soße: In die Grundsoße werden frische, fein gewiegte Kräuter gegeben (Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel, Bohnenkraut mindestens, ansonsten ist der Phantasie keine Grenze gesetzt), dazu wird noch einmal mit Zitrone kräftig nachgewürzt. Die Soße muss wirklich grün sein. Bohnenkraut ist ein Muss, wenn es kein frisches gibt, wird getrocknetes genommen, ansonsten müssen die Kräuter frisch sein.

Rote Soße: Tomatenmark, ein wenig ganz fein gehackte Chilischote, 2-3 EL Tomatenkoncassee in die Grundsoße einrühren, mit Rosenpaprika und einer Prise Zucker nachwürzen.

Currysoße: Das Fruchtfleisch einer halben Babyananas und 3-4 EL Currypulver in die Grundsoße rühren, mit etwas Kurkuma und Safran würzen.

Meerrettichsoße: Einen säuerlichen Apfel reiben, den Abrieb mit Zitronensaft mischen, damit er nicht zu dunkel wird; eine Meerrettichwurzel reiben, beides zu gleichen Teilen in die Grundsoße geben und mit ein wenig Muskat aromatisieren.

Champignonsoße: Eine Handvoll Champignons schälen und fein blättrig schneiden, ein hart gekochtes Ei ganz fein hacken, alles mit der Grundsoße mischen und mit Muskat und rosa Pfeffer sowie einem Schuss Whisky abschmecken.

Zum Fondue passt zum Beispiel Châteauneuf du Pâpe oder ein Riesling, etwa von der Mosel. So kann man je nach Fleisch-Kombination zu Weiß- oder Rotwein greifen, z. B. zur Kombination Putenfleisch mit Meerrettichsoße eher einen Schluck Riesling, zum Rind mit der Champignonsoße den Roten.

Beim sogenannten "Chinesischen Fondue", das auch "Fondue Chinoise" oder "Feuertopf" genannt wird, wird das Fleisch nicht wie beim "normalen" Fleischfondue in siedendem Öl gegart, sondern in Brühe. Es gibt Abwandlungen z. B. mit Fischstücken, die in Fischbrühe gar gezogen werden, meistens gibt es Fleischstücke, die in Fleisch- oder Gemüsebrühe gar gezogen werden. Diese Variante ist fettärmer und bekömmlicher; die Soßen für das klassische Fleischfondue passen auch hierzu, sehr schön sind auch Abwandlungen mit ein wenig exotischeren Gewürzen und Aromen wie Zitronengras, Ingwer oder Kokosmilch.

Beim Fondue fällt die Weinauswahl ein wenig leichter, weil die Aromen insgesamt harmonischer und leichter sind. Ein kräftiger Chardonnay aus dem Burgund, aus Südtirol oder auch aus Südafrika passt hier bestens oder auch ein im Holzfass ausgebauter Weißburgunder aus dem Badischen. Wer es ganz edel will, wagt eine Kombination aus Edelfischen und Krustentieren zum Fondue Chinois und gibt dazu rosa Champagner oder, wenn es nicht ganz so aufwändig oder edel sein soll, einen Chablis.

Beim ganz klassischen Raclette wird ein großer Käselaib über ein offenes Feuer gegeben, der schmelzende Käse wird abgehobelt und zu Pellkartoffeln und Brot genossen. Bei der bekannteren Version werden in kleinen Pfännchen verschiedene Zutaten gemischt und mit speziellem Raclettkäse bedeckt. Der Käse wird unter dem Raclette Grill geschmolzen und zerfließt so über der Pfännchen-Mischung.

Raclette ist genauso gesellig wie ein Fondue, denn auch hier sitzen alle um den Raclette Grill herum und haben viel Zeit, sich zu unterhalten und gemeinsam die besten Raclette Ideen und Kombinationen zu finden. Wer noch auf der Suche nach Raclette Ideen ist, der sollte seiner Fantasie keine Grenzen setzen. Übliche Raclette Zutaten sind neben den Pellkartoffeln zum Beispiel Champignons, Paprika, Tomaten, Gurke, Zucchini, Mais, Ananas, Thunfisch, Schinken, Salami, Zwiebeln und Knoblauch. Auf dem heißen Stein über den Raclette-Pfännchen kann man zudem Zutaten wie Speck, Garnelen, Fleisch-Stücke oder Fisch braten.

Wer es gerne exotischer mag, der sollte neben Ananas auch Pfirsiche als fruchtig süße Beigabe, etwa zu Hühnerbrust, aufnehmen. Zusammen mit einem Currydip und anderen orientalischen Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander und Ingwer bekommt Ihr Pfännchen so eine ganz besondere Note. Für Freunde der medierranen Küche empfehlen sich neben getrockneten Tomaten auch Schafskäse, Karpern und Gewürze wie Thymian, Basilikum oder Oregano.

Zum aromatischen Raclettekäse passt ein Fendant, auch Chasselas oder im Badischen Gutedel genannt; ein süffiger, angenehmer Wein mit leichter, manchmal recht knackiger Säure. Ein Riesling passt ebenfalls - wer es gerne würzig mag, sollte mal einen Trollinger zum Raclette versuchen.

Karpfen blau und Fasan

Ein nicht zu vergessender Klassiker zum Fest ist der Karpfen blau. Karpfen blau, das ist in Wasser mit Zitrone oder Essig und kräftigen Gewürzen wie Wacholder und Piment gar gezogener Karpfen, ein Weihnachtklassiker, begleitet von Petersilienkartoffeln. Anders als der Karpfen blau, wird der Weihnachtskarpfen nicht gekocht, sondern je nach Region paniert ausgebacken oder gebraten. Beide Gerichte werden gerne mit Salzkartoffeln, zerlassener Butter, Meerrettich und einem grünen Salat serviert.

Dazu passt ein (deutscher) Riesling, es kann auch eine trockene Spätlese sein, oder ein Silvaner aus Franken. Es passt auch ein Riesling aus dem Elsass, der Karpfen ist ein sehr aromatischer Fisch mit festem Fleisch, da kann ruhig ein etwas kräftigerer Wein neben stehen.

Eine interessante Abwandlung des Karpfens ist, ihn mit Tomatenkoncassee, filetierten und gewürfelten Orangen sowie mediterranen Kräutern (Rosmarin, Oregano, Thymian) zu füllen und dann in Pergament zu garen, ein wenig fleur de sel und rosa Pfeffer in der Füllung kann auch nicht schaden. Dazu passt ein feiner Chardonnay oder auch ein Viognier, gerne auch im Barrique ausgebaut.

Der Fasan wird im Rohr gegart und damit er nicht austrocknet, wird die Brust mit fettem Speck belegt. Das Champagnerkraut ist Sauerkraut, in dem ein guter Schuss Champagner verkocht wird und in das vor dem Servieren entkernte Weintraubenhälften gegeben werden. Dazu gibt es selbst gemachtes Kartoffelpüree. Für die Sauce wird der Bratensatz des Fasans (man rechne ein halbes Tier pro Person) mit Champagner losgekocht und mit kalter Butter aufmontiert; abgeschmeckt wird die Sauce eher klassisch: Pfeffer, Salz, Muskat, Majoran – fertig.

Die einfachste und edelste Getränkewahl zu diesem Gericht ist natürlich ein Champagner, schaut man sich bei den französischen Erzeugern in der Champagne um, dann findet man mit ein wenig Glück und einem guten Weinhändler ganz anständige Tropfen, die auch nicht mehr kosten als eine ordentliche Flasche Wein.

Aber prickelnde Getränke zum Essen sind nicht jedermanns Sache. Ein Chardonnay oder auch ein Grauburgunder sind hier ebenfalls gute Begleiter oder auch eine südafrikanische Semillon-Sauvignon blanc Cuvée, vielleicht Barrique ausgebaut mit einer sanft vanilligen Holznote.

Weitere Weihnachts-Klassiker

Selbstverständlich gibt es noch unzählige weitere Gerichte, die in den Familien zur Heiligabend-Tradition gehören oder sich als solche im Laufe der Zeit entwickelt haben. Sie sind der Traditionen überdrüssig und haben in diesem Jahr einmal Lust, als Weihnachtsessen etwas komplett Neues auszuprobieren? Dann haben wir für Sie auf der nächsten Seite einige Vorschläge für leckere Gerichte, die Sie vielleicht bisher noch nie an Heiligabend gegessen haben, die aber überwiegend ebenso schnell, einfach und gut vorzubereiten sowie trotzdem pfiffig sind! Wir wünschen Ihnen schöne Weihnachten und entspannte Feiertage!