Lebkuchen: Klassiker der Weihnachtsbäckerei

Lebkuchen - leckeres Gebäck mit Tradition

Knupser, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen…? Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Hänsel und Gretel, die genüsslich am Lebkuchenhaus knabbern. Doch nicht nur das Geschwisterpaar aus Grimms Märchen, sondern auch wir lassen uns jedes Jahr erneut zur Advents- und Weihnachtszeit von herrlich duftenden Lebkuchen verführen.

Lebkuchen

Der würzig-süße Kuchen aus Honig, Mehl und orientalischen Gewürzen ist ein beliebter Weihnachtsklassiker und ein sehr traditionelles Gebäck. Ob Nürnberger Lebkuchen oder Aachener Printen, ob verzierte Lebkuchenherzen oder Knusperhäuschen, die Auswahl an regional unterschiedlichen Varianten ist groß und die Rezepte zahlreich. Viele dieser köstlichen Lebkuchen finden Sie zu dieser Jahreszeit auf Weihnachtsmärkten sowie in den Regalen der Supermärkte.

Lebkuchen als Honigkuchen oder Pfefferkuchen

Ganz charakteristisch für Lebkuchen ist sein herrlicher Duft nach orientalischen Gewürzen, die ein weihnachtliches Aroma versprühen. Die Gewürzmischung wird meist von Zimt dominiert, aber auch Nelken, Muskat, Kardamom, Anis, Piment, Koriander und Ingwer werden gerne beigemischt. Dabei besitzt jeder Lebkuchenbäcker seine persönliche Gewürzrezeptur und hält diese streng geheim. Die zahlreichen, exotischen Gewürze für Lebkuchen wurden früher auch als "Pfeffer" bezeichnet - daher stammt auch der Name "Pfefferkuchen". Fertige Gewürzmischungen für Lebkuchen kann man in der Vorweihnachtszeit in jedem Supermarkt kaufen. Man kann Lebkuchengewürz aber auch ganz einfach selbst herstellen, indem man die verschiedenen Gewürze fein mahlt und in der gewünschten Dosierung vermischt.

Auch der Begriff Honigkuchen ist vielen geläufig. Dieser geht auf den weiteren Bestandteil von Lebkuchen Honig zurück, der heute jedoch immer häufiger durch Zucker ersetzt wird. Daneben besteht der Teig meist aus Mehl sowie aus den traditionellen Triebmitteln Hirschhornsalz oder Pottasche, die dem Gebäck eine leicht bittere Note geben. Ebenso oft gibt es heute Rezepte für Lebkuchen mit Backpulver. Der Lebkuchen kann schließlich durch Nüsse, Mandeln, Zitronat, Orangeat und Schokolade wunderbar verfeinert werden.

Ob rund oder eckig, weich oder hart – die Spezialitäten zeichnen sich durch ihre große Variantenvielfalt aus, wozu vor allem auch die vielen regionaltypischen Sorten beitragen. Grundsätzlich unterscheidet man bei Lebkuchen Oblatenlebkuchen und Braune Lebkuchen. Oblatenlebkuchen werden, wie der Name bereits verrät, auf Oblaten gebacken, die den Lebkuchen nach dem Backen schön weich machen. Erfunden wurden diese wohl von den Mönchen, die dadurch das Anbacken des Teiges umgehen wollten. Ein bekannter Vertreter ist der weltbekannte Nürnberger Lebkuchen oder auch Elisenlebkuchen, der durch seinen überaus hohen Nuss- und Mandelanteil besonders edel und fein daherkommt.

Ohne Oblaten werden hingegen die Braunen Lebkuchen, wie z.B. die knusprigen Aachener Printen zubereitet, die aus einem recht zähen und schweren Teig geformt oder ausgeschnitten werden. Für eine optimale Aromenentfaltung wird der Teig traditionell für mehrere Monate gelagert. Das Ruhen des Teiges über Nacht ist jedoch auch ausreichend. Frisch gebacken sind die Braunen Lebkuchen noch sehr hart. Erst durch eine mehrtägige Lagerung an der Luft werden sie wunderbar weich.

Tipp: Am besten lagern Sie die zuvor abgekühlten Lebkuchen ca. 1 Woche in einer halb verschlossenen Dose, die Sie anschließend gut verschließen. Damit die Lebkuchen auch künftig weich bleiben, legen Sie ein Apfel- oder Brotstück mit hinein, das jedoch regelmäßig ausgetauscht werden sollte. Zur Verfeinerung des Aromas der Lebkuchen können Sie zusätzlich unbehandelte Zitronen- oder Orangenschalen mit zum Gebäck legen. Lebkuchen sollte immer gesondert verpackt und gelagert werden, denn das intensive Aroma der Lebkuchen überträgt sich schnell auf andere Sorten Gebäck.

Ihren selbstgebackenen Lebkuchen können Sie schließlich durch zauberhafte Verzierungen den letzten Schliff geben – sei es durch Schokoladenglasur, Zuckerguss, Streusel, Mandeln oder Nüsse, oder aber durch eine Marmeladen- bzw. Geleefüllung. Oder Sie backen Lebkuchenherzen für Ihre Liebsten.

Aus dem Weihnachtsklassiker lassen sich jedoch noch viele weitere Leckereien über den Plätzchentellerrand hinaus zaubern. Drei dekorative Ideen möchten wir Ihnen etwas genauer vorstellen: 

Lebkuchen als leuchtender Baumschmuck

LebkuchenWer mit ein wenig Mehraufwand die Lebkuchen nicht nur aussticht, sondern auch noch mit zerstoßenen Bonbons füllt, erhält im Handumdrehen wunderschöne Baumanhänger. Vor die Weihnachtsbaumbeleuchtung drapiert, strahlen die bunten Fensterchen in warmem Glanz und geben eine preiswerte wie köstliche Dekoration ab. Naschen ist hier unbedingt erlaubt!

Für die leuchtenden Baumanhänger stellt man erst einen gewöhnlichen Lebkuchenteig nach Rezept her und rollt diesen 4 mm dick auf einer bemehlten Fläche aus. Dann mit möglichst großen Förmchen beliebige Figuren, wie zum Beispiel Tannenbäume, Sterne oder Herzen, ausstechen. Aus der Mitte der jeweiligen Plätzchen ebenfalls ein etwas kleineres Plätzchen ausstechen. Mit einem Trinkhalm das Loch für den Aufhänger durchstoßen. Dann bei 150 Grad Celsius Heißluft für 10 Minuten vorbacken. Das "Fenster" mit zerstoßenen Fruchtbonbons auffüllen und nochmals fünf Minuten backen. Nun ist das Bonbongranulat zu einem glatten, durchsichtigen Fenster verschmolzen. Nachdem die Baumanhänger abgekühlt sind, stellt man aus zwei steif geschlagenen Eiweißen und 300 g gesiebtem Puderzucker einen dicken Guss her. Den kann man nach Wunsch auch noch mit Lebensmittelfarbe einfärben. Den Guss mit einem Pinsel großflächig auftragen oder in eine Tülle gefüllt vorsichtig aufspritzen. Auch andere Dekorationen können nun ganz nach Belieben verarbeitet werden z. B. Zuckerperlen, Kokosflocken, blanchierte Mandeln, kandierte Früchte etc. Auch kleine Lebkuchenherzen sehen hübsch aus!

Rezepte für Baumschmuck aus Lebkuchen

  • Lebkuchenteig
  • ca. 300 g ungefüllte Fruchtbonbons
  • zwei Eiweiße
  • 300 g Puderzucker für den Zuckerguss
  • beliebige Zutaten zum Verzieren

Tipps

  • Mit Hustenbonbons lassen sich noch weitere Farbvarianten wie Grün oder Blau erzielen.
  • Bonbons mit einem Mörser oder in einer Tüte mit dem Wellholz zerkleinern. Aber aufgepasst: nicht pulverisieren, sonst zieht das Pulver Feuchtigkeit und verklumpt.
  • Plätzchenfenster immer gut mit Bonbongranulat auffüllen, damit keine Lücken entstehen.
  • Nicht zu heiß backen, die Farbe in den Bonbons könnte darunter leiden.
  • Aufbewahrt werden die Anhänger am besten in einer luftdichten Dose mit Wachspapier zwischen den einzelnen Lagen.
  • Beim Schmücken des Weihnachtsbaums darauf achten, dass die Plätzchen nicht zu nah an Glühbirnen oder Kerzen hängen, da die abgestrahlte Wärme die Bonbonmasse aufweichen kann.

Lebkuchen als Tischkarten & Geschenkanhänger

Aus überschüssigem Teig können Sie dann gleich noch für jeden Gast zum Fest eine süße Tischkarte aus Gebäck zaubern. Dabei ist das Motiv jedem selbst überlassen. Mit dickem Zuckerguss beschriftet, weisen die braunen Plätzchen jedem Gast den rechten Platz. Außerdem können die Kekse mit ein wenig Zuckerdekor perfekt auf die Tischdekoration abgestimmt werden.

Tipp: Personalisierte Lebkuchen eignen sich auch hervorragend als duftende Geschenkanhänger! Dafür nur vor dem Backen mit einem Trinkhalm ein Loch für das Band stechen.

Das Lebkuchenhaus: knusper, knusper Knäuschen

bunt verzierters LebkuchenhausDa leuchten nicht nur Kinderaugen! Bei den süßen Häuschen sind der Fantasie ebenfalls keine Grenzen gesetzt. Vor dem Backen einfach aus fester Pappe die relevanten Teile ausschneiden: eine Bodenplatte, zwei kurze und zwei lange Hauswände mit Aussparungen für Tür und Fenster, zwei Dachplatten, zwei Giebelseiten und vier kleine Vierecke, zwei davon mit einer schrägen Kante, die zusammen einen Schornstein ergeben. Den Teig für die Lebkuchen wie gewohnt ausrollen und nach den vorgefertigten Mustern ausschneiden. Nach dem Backen die Bauteile gut auskühlen lassen und das Gebäck mit festem Zuckerguss zusammenkleben. Nach dem Trocknen kann ein jeder Architekt sein Bauwerk nach Herzenslust mit Süßigkeiten verzieren, wie Gummibärchen, Schokolinsen, bunten Zuckerperlen, Mandeln etc.

Der Lebkuchen tritt nicht nur als weihnachtliches Gebäck auf, aus ihm sowie aus seinem Gewürz lassen sich zahlreiche weitere Schlemmereien zaubern. Auf der nächsten Seite finden Sie unsere schönsten Rezepte rund um honigsüße Lebkuchen!

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