Kulinarische Reise um die Welt


Pierogi – der polnische Klassiker

Wer in Polen keine Pierogi isst, der guckt sich in Paris auch nicht den Eifelturm an…

Nun aber mal zum eigentlichen Grund des Interesses: Die polnische Küche ist in meinen Augen ziemlich deftig und relativ schnörkellos, dafür aber nicht minder einfallsreich. Sie ist einfach handfester möchte ich sagen, schmeckt dann aber immer wie diese typischen Gerichte, die man bei Oma gerne gegessen hat: Einfach nur gut.
Es gibt viele Mehlspeisen, aber auch Suppen werden hier im Allgemeinen auch als Mahlzeit angesehen und nicht nur als Vorspeise. Darüber hinaus finde ich es auch auffällig, dass hier noch so unheimlich viel selbst gemacht wird. Die ganzen Muttis legen ihr Gemüse selbst ein, machen saure Gurken und auch das Einkochen hat hier noch eine weiter verbreitete Tradition, als bei uns in Deutschland. Das geht so weit, dass viele Kochzeitschriften hier, neben den eigentlichen Rezepten, auch noch Tipps zur Haltbar-Machung liefern. Und für wen das noch nicht genug Selbstgemachtes ist, der bekommt aus diesen Zeitschriften auch direkt die Anweisungen, wie man in seinem Garten Gurken, Tomaten Melonen und sonstiges Obst/Gemüse ziehen kann. Ich empfinde die Küche hier deshalb als ursprünglicher, und auch noch nicht durch so viele andere Einflüsse „versaut“, wie in Deutschland, wo jeder Linseneintopf plötzlich mit Balsamico-Creme garniert wird. Nicht, dass das nicht schmeckt, aber ich bin ein Fan davon, die Küche auch so zu kultivieren, wie sie ursprünglich gedacht ist. Und genau das findet man in Polen. Deshalb ist einer der polnischen Klassiker auch die Pierogi. Ich glaube hier weiß jeder, wie man diese Teigtaschen herstellt. Auch wenn man sich bei der Füllung kreativ auslässt, ist dieses typisch polnische Gericht immer wieder zu erkennen. Dadurch sind und bleiben Piroggen eine beliebte Mahlzeit, egal ob süß oder deftig, die man in Polen auf keinen Fall verpassen darf.

Rezept: Pierogi

Zutaten für den Teig:
  • 350 g Mehl
  • 1 Glas Wasser
  • 2 EL Öl
  • 1 Prise Salz
Sonstige Zutaten:
  • Füllung
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • 250 g Speckwürfel
  • 5 El Öl
Zubereitung:
  • Die Zutaten für den Teig miteinander vermengen, so dass ein elastischer Teig entsteht. Wenn der Teig also zu trocken ist, noch etwas Wasser hinzufügen, wenn er zu klebrig ist etwas Mehl. Der Teig darf nicht kleben und muss sich gut mit dem Nudelholz ausrollen lassen.
  • Den Teig mit dem Nudelholz auf einer bemehlten Arbeitsfläche nun dünn ausrollen.
  • Mit einem Glas oder Becher o.ä. Kreise aus dem Teig ausstechen.
  • Jeweils etwas Füllung in die Mitte der Kreise setzen und den Teig um die Füllung zu einer mondförmigen Teigtasche schließen. Die Ränder dabei gut andrücken, damit sich die Pierogi beim kochen nicht wieder öffnen.
  • Die Pierogi nie aufeinander legen, da sie sonst aneinander kleben bleiben.
  • Nun einen Topf mit Wasser zum kochen bringen und das Wasser salzen. Die Pierogi in den Topf geben und immer wieder mit einem Löffel umrühren, damit sie in Bewebung bleiben und nicht aneinander kleben. Je nach Füllung brauchen die Pierogi ca. 5-10 Minuten Kochzeit.
  • In der Zwischenzeit in einer Pfanne Speck auslassen, das Öl und die gewürfelte Zwiebel hinzufügen. Etwas von dem Kochwasser der Pierogi hinzugeben.
  • Die Pieroggi aus dem Kochtopf neben und auf einem Teller anrichten.
  • Die Speck/Zwiebel Mischung mit dem Öl über die Pierogi geben und nach Wunsch noch mit etwas Dill oder Petersilie garnieren.

Zutaten für drei klassische Füllungen:

1. Fleischfüllung

  • 250 g Hackfleisch
  • 1 gewürfelte und gedünstete Zwiebel
  • 1 Ei
  • Salz und Pfeffer

Alle Zutaten miteinander vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2. Russische Füllung

  • 250 g Quark
  • 4 mittelgroße gekochte Kartoffeln
  • 1 gewürfelte und gedünstete Zwiebel
  • Salz und Pfeffer

Die Kartoffeln in kleine Würfel schneiden, mit allen übrigen Zutaten vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3. Kohl und Pilz - Füllung

  • 250 g Sauerkraut
  • 150 g Champignons
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • 1 Ei
  • Salz und Pfeffer

Die Champignons putzen und in Würfel schneiden. Zusammen mit den Zwiebelwürfeln in etwas Öl anbraten. Das Sauerkraut etwas klein schneiden und kurz mit braten. Die Masse erkalten lassen. Das Ei verquirlen und mit der Sauerkrautmasse vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.


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Artikel vom 19.08.2010
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