Lebensmittellagerung - Speisekammer oder Kühlschrank?

Lebensmittellagerung: Was gehört wohin?

Wussten Sie, dass Tomaten, Erdbeeren und Südfrüchte im Kühlschrank ihr Aroma verlieren? Und das Kernobst am saftigsten bleibt, wenn es im Kühlschrank aufbewahrt wird? Früher wurden Kartoffeln in den Keller gebracht und Äpfel ebenfalls. Wo sollen sie aber heute hin? Welche Lebensmittel kommen in die Speisekammer und welche in den Kühlschrank – hier geben wir Tipps, damit Ihre Lebensmittel länger frisch und lecker bleiben.

Kühlschrank: Wo gehört welches Lebensmittel hin?

Jedes Lebensmittel wird am besten bei einer bestimmten Temperatur gelagert, um lange frisch und lecker zu bleiben. Um unsere Lebensmitteln optimal lagern zu können, gibt es Kühlschränke, Speisekammern und Eisschränke. Doch welches Lebensmittel fühlt sich wo am wohlsten?

Lagerung im Kühlschrank

Für jedes Lebensmittel gibt es einen perfekten Platz im Kühlschrank. Denn im Kühlschrank herrschen je nach Fach unterschiedliche Temperaturen. Lebensmittel benötigen meist eine bestimmte Temperatur, um so lange wie möglich frisch und aromatisch zu bleiben.

Die Ordnung im Kühlschrank hilft, einen schnelleren Überblick über die Vorräte zu bekommen. Wenn der Joghurt immer am selben Platz steht, muss nicht erst der ganze Kühlschrank danach abgesucht werden. Wenn Sie unsicher sind, wo welches Lebensmittel hingehört, dann finden Sie hier alle Informationen, die Ihnen helfen Ihre Lebensmittel im Kühlschrank richtig zu lagern.

Kühlschranktür

Die Tür eines Kühlschrankes ist, neben dem obersten Fach, mit 9 Grad Celsius einer der wärmsten Standorte, deshalb sind hier Lebensmittel gut aufgehoben, die eine gemäßigte Kühlung benötigen. Dazu gehören Butter und Eier, in den meisten Kühlschränken befinden sich dafür spezielle Boxen sowie ein Eierbehälter. Auch Tuben (Senf, Meerrettich, Tomatenmark) sowie Saucen und Dressings finden in den oberen Boxen Platz. Im unteren Absteller ist genügend Raum für Milch und Getränke, also hohe Flaschen und Kartons, die stehend nicht in die anderen Kühlschrankfächer passen.

Oberes Fach

Hier finden sich in den meisten Haushalten langlebige Lebensmittel, wie Marmelade, Eingelegtes im Glas (Gurken, Oliven) sowie größere Flaschen Ketchup, Mayonnaise oder Senfgläser. Diese Nahrungsmittel begnügen sich mit einer Lagertemperatur von acht bis neun Grad Celsius und sind deshalb im wärmeren Teil des Kühlschranks optimal aufgehoben, ähnlich wie in der Kühlschranktür.

Mittleres Fach

Dieses Fach eignet sich, aufgrund der übersichtlichen Höhe als auch aufgrund der Temperatur von ca. fünf Grad Celsius, am besten für Milchprodukte aller Art. Schmand, Joghurt, Quark, Puddingprodukte oder angefangene Lebensmittel, z.B. geöffnete Dosen, Becher oder Dips, die schnell aufgebraucht werden sollten. Aufschnitt wie Käse und Wurst finden hier ebenfalls ihren Platz möglichst in dafür vorgesehenen Boxen. So bleibt das Fach auch übersichtlich geordnet.

Unteres Fach

Bei vielen älteren oder kleinen Modellen ist dies das letzte Fach, bei größeren Kühlschränken ist es das vorletzte mit einer Glasplatte über dem Gemüsefach. Temperaturen von ungefähr drei Grad Celsius lassen zu, hier Lebensmittel zu lagern, die leicht und schnell verderben. Hier sollten Fleisch und Fisch verstaut werden. Möglichst separiert von anderen Lebensmitteln, die möglicherweise roh verzehrt werden sollen. Für diejenigen, die einen größeren oder moderneren Kühlschrank besitzen, eignet sich dieser Platz auch hervorragend, um (gut verpackte) Reste vom Mittag- oder Abendessen zu verstauen.

Gemüsefach

Wie der Name schnell vermuten lässt, handelt sich dabei um spezielle Fächer für Gemüse oder auch Obst. Obwohl das Gemüsefach in vielen Kühlschränken das letzte Fach ist und somit am kältesten sein müsste, beläuft sich die Temperatur, ähnlich wie im oberen Fach und in der Kühlschranktür, auf 8-10 Grad Celsius. Damit sich gerade empfindliches Obst und Gemüse, wie Gurken, Zucchini, Paprika oder Avocado wohlfühlen, hält eine Glasplatte die herabfallende Kälte zurück.

Longfresh oder Biofresh-Fächer

Gerade moderne Geräte haben meist zwei dieser Fächer, die sich „Longfresh- oder Biofresh-Fächer" nennen. Diese „Frische"-Fächer haben eine besonders niedrige Temperatur. Mit knapp über Null Grad Celsius herrscht hier die kühlste Lagertemperatur, wodurch frische Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Fisch, meist dreimal so lange genießbar und knackig bleiben. Ebenfalls regulierbar ist die Luftfeuchtigkeit. Diese lässt sich dabei manuell einstellen, extra hoch für Obst und Gemüse, für Fleisch und Wurst ein Mittelwert.

Gefriergeräte sind in der Küche unverzichtbar: Der Gefrierschrank

Tiefkühlfach

Viele Kühlschränke haben auch ein Gefrierfach, in welchem Lebensmittel eingefroren werden können. Größere Kühlschränke sind meist Kombinationsgeräte aus Kühl- und Gefrierteil und haben mehrere Tiefkühlfächer. Im Gefrierschrank lagert man Tiefkühlkost und Eiswürfel bei einer Temperatur von -18 bis -20 Grad Celsius. Selbstverständlich können Sie auch frische Lebensmittel einfrieren. Welche Lebensmittel wie und wie lange eingefroren werden, verrät Ihnen unser Artikel „Richtig Einfrieren".

Neben dem kleinen Leitfaden, wo man was im Kühlschrank am besten lagert, haben wir noch ein paar allgemeine Tipps zur Lebensmittellagerung sowie rund um den Kühlschrank für Sie aufgelistet:

Tipps zur Lebensmittellagerung
Prüfen, welche Lebensmittel abgelaufen sind oder das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreichen
Nahrungsmittel, die nicht mehr lange haltbar sind für Gerichte der nächsten Tage einplanen und evtl. fehlende Zutaten dazukaufen
Frisch gekauften Lebensmittel so schnell wie möglich in den Kühlschrank bringen –besonders an heißen Sommertagen
Tiefkühlware in einer Kühltasche transportieren
Lebensmittel, die zuerst gegessen werden müssen, z.B. Joghurt nach vorne in den Kühlschrank stellen, damit sie nicht vergessen werden
Warme Speisen/Essensreste erst auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank kommen
Offene Lebensmittel geben häufig Gerüche ab, (Milchprodukte nehmen diese gerne an) Offene Lebensmittel daher immer sorgfältig verpacken
Nahrungsmittel im Kühlschrank nicht zu dicht nebeneinander gelagert lagern, da sonst die kalte Luft nicht zirkulieren kann und somit die Kühlung beeinträchtigt wird.
Tiefgefrorenes im Kühlschrank langsam auftauen zu lassen, sparten Energie und der langsame Tauvorgang ist besser für das Gefriergut
Kühlschrank regelmäßig mit einem herkömmlichen Haushaltsreiniger reinigen, damit sich Bakterien nicht so schnell vermehren können

Lagerung in der Speisekammer

In der Speisekammer, auch Vorratskammer genannt, ist es dunkel und kühl. Allerdings nicht zu kühl, sodass es sich anbietet, hier Lebensmittel zu lagern, die kälteempfindlich sind und deshalb nicht in den Kühlschrank sollten. Auch für Lebensmittel, die nicht allzu schnell verderben oder gut konserviert sind, reicht die Speisekammer aus.

Tipp
Achten Sie gleich beim Einkauf im Supermarkt darauf, wie die Lebensmittel dort angeboten werden. Liegen diese im Kühlfach, sollten sie unbedingt auch zuhause gekühlt werden. Wenn sie nicht gekühlt werden, dann können sie in die Speisekammer.

Steinobst und Südfrüchte lagern

Doch auch jede Fausregel hat ihre Ausnahme: Steinobst wie Äpfel, Birnen, Kirschen und Nektarinen bleibt länger saftig und knackig, wenn es im Gemüsefach im Kühlschrank gelagert wird. Man kann diese Früchte natürlich auch in der Speisekammer aufbewahren, jedoch reifen sie dann nach und verlieren an Saftigkeit.

Bei Südfrüchten ist es genau umgekehrt, diese sollten auf keinen Fall in den Kühlschrank. Sie sind viel zu empfindlich und vertragen die Kälte nicht. Schnell verlieren sie an Aroma und sind nicht mehr so geschmackvoll. Auch Erdbeeren sollten nicht kalt gelagert werden, genauso wie frische Beeren.

Kartoffeln, Zwiebeln und Rüben lagern

Kartoffeln und Zwiebeln können gut in der Speisekammer gelagert werden. Das wichtigste ist, dass sie an einem dunklen Ort liegen, damit das Auskeimen verhindert wird. Denn um zu wachsen brauchen Pflanzen Licht. Kühl und dunkel halten sich Zwiebeln und Kartoffeln gut 2 Wochen. Kartoffeln können natürlich auch noch gegessen werden, wenn sie kleine Triebe haben. Allerdings sollten die Kartoffeln dann gut geschält werden, da sich in den Trieben Solanin ansammelt. Solanin ist giftig und wird von der Kartoffel auch nach der Ernte weiter gebildet, so auch beim Lagern. Kocht man die frisch geschälten Kartoffeln, ist der Gehalt gering und unbedenklich. Rüben hat man früher in feuchtem Sand eingebuddelt. Das ist etwas unpraktisch heutzutage. Hier kommt es darauf an, wie schnell das Wurzelgemüse verzehrt wird. Sie können gut im Kühlschrank gelagert werden oder in der Speisekammer.

Tomaten lagern

Tomaten sollten auf keinen Fall in den Kühlschrank, sondern in der Speisekammer gelagert werden, denn ihr Aroma ist so empfindlich wie auch das von Südfruchten, sodass Tomaten im Kühlschrank ihren Geschmack verlieren.

Was gehört noch in die Speisekammer?

Nudeln, Reis und Instantprodukte gehören in die Speisekammer. Auch Geschlossene Einmachgläser, Konserven, Getreide und Mehl lassen sich hervorragend in der Speisekammer lagern, sowie auch Tee und Kaffee. Allerdings sollten Getreide, Mehl, Tee und Gewürze nicht in Vergessenheit geraten und eventuell von Zeit zu Zeit entsorgt werden. Denn in diesen Lebensmitteln fühlen sich Lebensmittelmotten sehr wohl. Hat man die kleinen Tierchen erst einmal in der Speisekammer, bekommt man sie nicht so leicht wieder weg.

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