Casanova - Salat
Der italienische Abenteurer und Schriftsteller Giovanni Giacomo
Casanova (1725 bis 1798), der sich selbst zum Chevalier de Seingalt
ernannt hatte, geistert durch die Weltliteratur als galanter Liebhaber,
aber auch als ausgesprochener Feinschmecker, was die kulinarischen
Genüsse betrifft. Im Schloss von Duchcov (Dux), einer nordböhmischen
Stadt, schrieb er seine weltberühmten Memoiren. Bei der Vorbereitung
auf ein galantes Treffen mit der Nonne M.M. schuf er den später nach
ihm benannten Casanova - Salat. Ob dieser Salat die Liebeskräfte
stärkt, ist allerdings nicht verbürgt.
Übrigens beherbergt Schloss Duchcov das einzige Casanova-Museum der Welt.
Hier die Zubereitung des Salates für 2 Personen:
- 6 Eier
- 150 g Sellerie
- 50 g Pilze, mariniert
- 100 g Mayonnaise
- 30 g Senf
- Zucker, Salz, Kresse
Sollte der Salat nicht den gewünschten Erfolg haben, dann vielleicht die Casanova - Schnitten.
Crêpes Suzette
Der Küchenchef des Pariser Restaurants "Marivaux", gleich neben dem
bekannten Theater Comedie Francaise gelegen, schuf 1889 dieses Gebäck
für die Hauptdarstellerin namens Suzette. Sie trat in einem Lustspiel
auf, in dem Pfannkuchenessen eine wesentliche Rolle spielte. Damit das
allabendliche Pflichtessen nicht zur Qual, sondern mehr zum Vergnügen
wurde, bereitete der Koch besonders kleine, dünne, pikant gefüllte
Pfannkuchen zu. Sie erhielten den Namen Crêpes Suzette
und wurden auch an die Gäste verkauft. Schnell verbreitete sich die
neue Süßspeise und erfuhr im Luxusrestaurant "Maxim's" ihre Vollendung,
indem Sie zu Ehren der Begleiterin des Prinzen von Wales, dem späteren
englischen König Edward VII., zum ersten Mal flambiert wurden.
Welsh Rarebit
Das ist der klassische Käsenachtisch in Wales/England, der von Männern
sehr geschätzt wird, besonders nach der Kaninchenjagd. Dieses kleine,
aber kräftige Mahl wurde im Freien zubereitet und warm zum Verzehr
gereicht.
Häufig findet man in der Fachliteratur die Schreibweise Welsh Rabbit.
Ganz offensichtlich hängt dieser Fehler mit der Kaninchenjagd zusammen.
Rabbit bedeutet Kaninchen; Rarebit hingegen Leckerbissen.
Zubereitet werden kann am offenen Feuer. Geriebener Käse wird zusammen
mit Butter und Bier geschmolzen. Die Bissen bräunt man mit dem
Handsalamander, oder sie werden in einem eisernen Tiegel überbacken.
Man würfelt den Käse, wenn Welsh Rarebits im Kamin oder im Backofen
gegart werden. Und natürlich lassen sich auch in einem modernen Grill
leckere Käsebissen herstellen. Dazu können ganze Scheiben Käse
verwendet werden, sie schmelzen, da die Hitze im Grill groß genug ist.
Für 10 Scheiben braucht man:
- 600 g Chester
- 120 g Butter
- 4 Eigelb
- 150 ml helles Vollbier
- Salz, Pfeffer, Senf, Cayennepfeffer, Paprika
Der Mokka
Histörchen, Anekdoten, ja, sogar Sagen ranken sich um dieses
außerordentlich beliebte und belebende Getränk. Beispielsweise erzählt
man sich in Äthiopien, dass die Ziegen merkwürdig erregt waren, nachdem
sie bestimmte Sträucher abgeweidet hatten. Die Hirten gingen der Sache
nach und probierten. Erst als sie die Fruchtschale entfernten und den
Samen kauten, kamen sie hinter das Geheimnis.
Die Wiege des Kaffees stand in der Provinz Kaffa. Über die Grenzen
hinaus bekannt gemacht haben ihn jedoch türkische Krieger während ihrer
Feldzüge durch mehrere Länder. Es verwundert daher kaum, dass bereits
schon vor 400 Jahren zahlreiche arabische Kaffeestuben eröffnet waren.
Mit dem Kaffeehandel setzte sich auch bald der Anbau außerhalb
Äthiopiens durch. So im Jemen, wo sich infolge ausgezeichneter
klimatischer Bedingungen eine besondere Kaffeesorte, der Perlkaffee,
ernten ließ. Und da der größte Umschlaghafen Mucha hieß, ahnt man
sofort, warum sich das Getränk Mokka nennt.
Gleich, ob Mokka oder Kaffee, man muss 2 Zubereitungsarten
unterscheiden: die arabische und die türkische. Gemeinsam ist beiden,
dass die grünen Kaffeebohnen schokoladenbraun geröstet und sofort im
Mörser oder einer Mokkamühle aus Messing zu Pulver zerstoßen bzw.
gemahlen werden. Unverzüglich wird dann das Getränk bereitet und nur
aus kleinsten Gefäßen getrunken. Dazu gehört unbedingt ein kleines Glas
mit frischem Wasser.
Marc Twain übrigens schildert seinen Eindruck von deutschem Kaffee so:
„Man nehme ein Fass voll. Wasser und bringe es zum Kochen, reibe
ein Stück Zichorie an einer Kaffeebohne und befördere ersteres in das
Wasser.
Man setze das Kochen und Verdampfen fort, bis die Stärke des Geschmacks
und Aromas von Kaffee und Zichorie auf das richtige Maß verringert
sind, dann stelle man es zum Abkühlen ab.
Nun schirre man die Überreste einer Kuh vom Pflug ab, stecke sie in
eine Presse, und wenn man einen Teelöffel voll jenes blassblauen Saftes
gewonnen hat, den ein deutscher Aberglaube als Milch betrachtet,
mildere man die schädliche Wirkung durch einen Eimer voll kalten
Wassers und läute zum Frühstück.
Man mische das Getränk in einer kalten Tasse, nehme es mit Mäßigung zu
sich und lege einen feuchten Lappen um den Kopf, um sich vor
Überregtheit zu schützen.“

Henglein
Rama Cremefine

