Kleine kulturhistorische Betrachtung bekannter Gerichte


Berliner Pfannkuchen & Savarin

Berliner Pfannkuchen
Im Jahre 1756, während des Siebenjährigen Krieges, wurde ein junger Berliner zur Artillerie eingezogen, aber für wehruntauglich befunden. Er musste jedoch als Bäcker im Regiment bleiben. Dort erfreute er seine Kameraden mit einem Gebäck, dem er die Form von kleinen Kanonenkugeln gegeben hatte. Und so sind die Berliner Pfannkuchen bis heute geblieben: rund und locker, mit Zuckerkruste und Marmeladenfüllung.
Doch der Ursprung dieses Gebäcks liegt weiter zurück. Der Römer Marcus Portius Cato beschrieb die Herstellung eines ähnlichen Gebäcks schon vor Beginn unserer Zeitrechnung.
Ihre eigentliche Geburtsstunde haben die Pfannkuchen jedoch im 17.Jahrhundert in Wien als Faschingskrapfen. Der Zuckerbäckerin Cäcilie Krapf verdanken sie ihren dortigen Namen. Der Hofkoch der Gräfin Batthyany verlieh den Krapfen durch eine Marmeladenfüllung noch den richtigen Pfiff.

Savarin
Savarin sind nach dem Pariser Juristen, Schriftsteller und Gastrosophen Jean Anthelme Brillat-Savarin (1755 bis 1826) benannte Hefekuchen, die sowohl als Dessert als auch zum Kaffee serviert werden. Sie werden in kleinen Portionsringen oder in einer großen Ringform gebacken und mit Zuckerlösung und Rum getränkt, mit Früchten oder Kompott gefüllt und oft mit Schlagsahne garniert. Rezeptur:

  • 300 g Weizenmehl
  • 25 g Hefe
  • 50 ml Milch
  • 20 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 180 g Butter

    Zum Tränken:
  • 150 ml Wasser
  • 125 g Zucker
  • 10 cl Rum

    Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken. Hefe einbröckeln, mit Milch, Zucker und etwas Mehl zum Vorteig verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort
    15 Minuten gehen lassen. Nun Eier, Salz und die weiche Butter in die Schüssel geben. Alles zu einem geschmeidigen Teig kneten, bis er Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst. 30 Minuten gehen lassen.
    Savarinformen von 10 cm Durchmesser mit Butter einfetten und den Teig einfüllen. 30 Minuten backen. Savarins aus dem Ofen, dann aus den Formen nehmen und etwas abkühlen lassen. In der Zwischenzeit Wasser und Zucker in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mit Rum mischen. Savarins an der Oberseite mehrmals einstechen; nach und
    nach mit der Zuckerlösung beträufeln. Savarins bis zum Füllen und Servieren kühl stellen.
    "Wer Freunde einlädt
    und sich keine Mühe gibt,
    was er seinen Gästen vorsetzt, ist nicht wert,
    Freunde zu haben."

    -Jean Anthelme Brillat-Savarin


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    Artikel vom 31.01.2006
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