Kleine kulturhistorische Betrachtung bekannter Gerichte


Teltower Rübchen & Kuttelflecke

Teltower Rübchen
Teltower Rübchen waren fast vergessen, und viele Köche kennen ihre Vorzüge und Zubereitung nicht mehr. Heute erleben sie eine Renaissance nicht nur in den häuslichen Küchen sondern auch in guten Restaurants.
Sie sind eine würzige Zuchtform der weißen Rübe und wurden ursprünglich in der Mark Brandenburg, besonders im Raum Teltow, angebaut; daher auch ihr Name.
Goethe weilte in seinem Leben nur ein einziges Mal in Berlin, schätzte fortan Teltower Rübchen und ließ sie sich regelmäßig mit der Postkutsche nach Weimar schicken.
Die kleinen Rüben gehören zu vielen Regionalgerichten Berlins und der Mark, und sie fanden schnell Eingang in die internationale Küche.
„Lasst uns doch vielseitig sein! Märkische Rüben schmecken gut, am besten gemischt mit Kastanien, und diese beiden edlen Früchte wachsen weit auseinander.“ sagte Goethe dazu.

Kuttelflecke
Eine Delikatesse in Sachsen, eine Nationalsuppe in Polen, beliebt in Süddeutschland und Österreich. Das Gericht hat seinen Ursprung in Notzeiten, in denen der sonst nicht so bevorzugte Rinderpansen, auch Kaldaunen oder Kutteln genannt, für die menschliche Ernährung entdeckt worden ist. Seine Festigkeit verlangte eine Garungszeit von zehn Stunden und mehr. Durch das Zerkleinern in kleine Flecke konnte diese Prozedur abgekürzt werden. Schließlich entwickelte sich daraus die Bezeichnung Kutteflecke. Eines der wichtigsten Gewürze dazu ist Thymian, in Österreich Kuttelkraut genannt; ansonsten gibt es viele regionale Unterschiede.


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Artikel vom 31.01.2006
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