Wintergemüse: Sellerie, Möhre, Schwarzwurzel & Co

Sellerie als Wintergemüse: Mehr als nur Suppengrün

SellerieViele werden sich erinnern: Sellerie, das waren die weiß - gräulichen, ausgelaugten Stücken, die in der Suppe schwammen und manchmal an fettes Fleisch erinnerten. Dass sie der Brühe zusammen mit Möhren und Porree die gewisse Würze gaben, wusste meist nur die Köchin zu schätzen.

Sicher rührt aus derartig unangenehmen Erinnerungen eine gewisse Abneigung gegenüber Sellerie. Wären da nicht die Geschichten über seine geradezu magischen Kräfte als Aphrodisiakum - ob diese Knolle aber wirklich Wunder vollbringen kann und "müde Männer munter", probieren Sie am besten selber aus!

Sellerie ist gesund

Durch seinen Gehalt an ätherischen Ölen (Terpene) jedenfalls, die Bakterien und Pilze im Körper töten, sowie an B-Vitaminen, die die Konzentration fördern und den Kohlenhydratstoffwechsel stimulieren, ist Sellerie sehr gesund. Der Knollen- oder Wurzelsellerie wirkt zudem entwässernd und blutbildend.

Die Knollen werden im Oktober/November geerntet und können kühl in feuchtem Sand lange aufbewahrt werden. Wir bekommen ihn auch natürlich im Supermarkt oder beim Gemüsehändler den ganzen Winter hindurch.

Sellerie - verschiedene Arten des Wintergemüses

Neben der gesunden, Knolle, die hierzulande seit Generationen bekannt ist, hat sich besonders in den letzten Jahren immer mehr der Bleichsellerie oder Stangen- , bzw. Staudensellerie durchgesetzt. Es gibt heute selbstbleichende Sorten aus England, den Niederlanden und den USA. Roh schmeckt er im Salat und gegart als Gemüse. Nach dem ersten Frost schmeckt er übrigens am besten. Der Bleichsellerie ist mit dem Knollensellerie verwandt, bildet aber keine Knollen aus. Gegessen werden die fleischigen Blattstiele, die zu dem Zweck durch anhäufeln gebleicht werden.

Aber auch die altbekannten Knollen müssen nicht schwammig und ausgelaugt schmecken. Es gibt viele Variationsmöglichkeiten. Zunächst den Sellerie unter fließendem Wasser gut abbürsten, dann Kappe und Wurzelende abschneiden, die Knollen schälen und nach Bedarf in Scheiben, Würfel oder Streifen schneiden oder fein raffeln und sofort mit Zitronensaft beträufeln, da Sellerie sich schnell braun verfärbt. Wird er nicht roh verzehrt, dann den vorbereiteten Sellerie knapp mit kochendem Wasser bedecken, Zitronensaft hinzufügen und zehn bis 15 Minuten kochen.

Sellerie - Rezepte und Anregungen

Salat: Selleriewürfel bissfest dünsten, zuletzt Zwiebelwürfel kurz mitdünsten. Mit einer Sauce aus saurer Sahne, Salz, Pfeffer, Zucker und Zitrone anmachen.

Geradezu legendär ist der Waldorfsalat. Benannt nach einer Kreation aus dem New Yorker Waldorf - Astoria Hotel von dem dortigen Oberkellner Oscar Tschirky aus dem Jahr 1893:

  • 250 g Sellerieknollen
  • 3 saure Äpfel
  • Saft einer halben Zitrone
  • 200 g Emmentaler
  • 125 g Walnusskerne
  • 100 g Mayonnaise
  • 4 EL Joghurt
  • 1 EL Ketchup
  • Salz, Pfeffer

    Sellerie und Äpfel in feine Streifen schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Käse ebenfalls in Streifen schneiden. Walnüsse hacken (ein paar zum Garnieren zurücklassen). Die Mayonnaise mit Joghurt, Ketchup, Salz und Pfeffer verrühren und vorsichtig untermischen. Den Salat gut durchziehen lassen.

    Püree: Sellerie geschnitten gar dünsten, pürieren, mit Sahne, Butter, Muskat und Salz verrühren. Anschließend so viel Kartoffelpüreeflocken hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

    Überbacken: Den gekochten Sellerie mit gleicher Menge Champignons mischen und mit Semmelbröseln, geriebenem Käse und Butterflöckchen bestreut überbacken.

    Im Schlafrock: Dicke Selleriescheiben fast gar kochen, abtropfen lassen und im Pfannkuchenteig in schwimmendem Fett ausbacken. Dazu schmeckt Tomatensauce.

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