Pilze sammeln: Maronen, Steinpilze und Co

Pilze sammeln: Darauf müssen Sie achten

Wo suchen

Pile sammeln

Fast jeder Pilz hat seine Lieblingsstandorte, kennt man diese, so kann man das Suchfeld schon enorm einschränken. Als besonders beliebt gelten unter Kennern Wälder mit Birken, hier findet man Birkenpilze und Rotkappen, bemooste Areale beheimaten gerne Pfifferlinge und Steinpilze und in der Nähe von Lärchen finden sich häufig Röhrlinge. In Nadelwäldern sucht es sich übrigens leichter als in Laubwäldern, da letztere durch das herabfallende Laub Pilze gut verstecken.

Vorsicht

Sie sollten wirklich nur Pilze sammeln, die Sie gut kennen. Die Verwechslungsgefahr ist oft groß und es gibt keine absolut zuverlässigen Merkmale, die generell alle Giftpilze von allen Speisepilzen unterscheiden. Wenn Sie sich bei einzelnen Exemplaren unsicher sind, lassen Sie sie lieber stehen. Ein Pilz-Bestimmungs-Buch sollte beim Sammeln immer dabei sein.

Verzehren Sie gesammelte Pilze niemals roh, auch viele der genießbaren Speisepilze können ohne einen ausreichenden Garprozess zu Verdauungsbeschwerden führen. Sollten Sie nach einem Pilzessen doch einmal schwerwiegende Probleme bekommen, wählen Sie den Giftnotruf unter Tel.: 0551-19240 (eine Liste der Giftinformationszentren für Deutschland, Österreich und die Schweiz finden Sie hier).

Abschneiden oder Herausdrehen

Sie können Pilze vorsichtig aus dem Boden herausdrehen oder sie kurz oberhalb des Bodens abschneiden. Das Herausdrehen kann den Vorteil haben, dass Sie so mehr Pilz ernten. Denn bei Pilzen wie Steinpilzen etwa, ist auch der Stiel eine Köstlichkeit und ist meist auch im Boden noch beträchtlich ausgeprägt. Nach dem Herausdrehen sollten Sie das Loch allerdings kurz wieder zudrücken, also verschließen, damit das unterirdische Netzwerk keinen Schaden nimmt.

Transport der Pilze

Entfernen Sie grobe Erd- und Wald-Reste von den Pilzen und schneiden Sie eventuelle angefaulte oder angefressene Stellen ab. Transportieren Sie die gesammelten Pilze am besten in einem Korb, denn sie sollten unbedingt "atmen" können. In Plastiktüten sollten Sie Pilze deshalb auf keinen Fall transportieren. Notfalls tut es auch eine Stofftasche - allerdings sind Pilze sehr empfindlich und Druckstellen sollten so gut es geht vermieden werden.

Pilze vorbereiten und zubereiten

Zuhause sollten Sie die Pilze gründlich reinigen - allerdings nicht waschen. Entfernen Sie Dreck und Nadeln am besten mit einer Pilzbürste, dem Messer oder Küchenpapier. Die Pilze sollten idealerweise direkt nach dem Sammeln zubereitet werden. Möchten Sie sie erst am nächsten Tag kochen, bewahren Sie sie an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort locker verteilt auf Zeitungspapier auf. Nicht alle Pilze können Sie roh länger haltbar machen. Edelpilze wie Steinpilze etwa können Sie in Scheiben schneiden und trocknen oder einfrieren. Andere Pilz-Sorten wie Stockschwämmchen sollten Sie garen und dann erst einfrieren.

Die Garzeit der Pilze richtet sich nach der Sorte. Steinpilze etwa sind sehr bekömmlich, diese schmecken auch kurz und scharf angebraten hervorragend. Andere Pilze dagegen müssen mindestens 20-30 Minuten durchgegart werden, da sie sonst schwer bekömmlich sind. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihr Pilzgericht also lieber länger schmoren lassen. Das erneuerte Aufwärmen von Pilzen ist übrigens entgegen eines sich hartnäckig haltenden Irrglaubens kein Problem. Zwar sollten Sie etwaige Reste Ihres Pilz-Essens zügig herunterkühlen und im Kühlschrank aufbewahren, doch ist das Aufwärmen am Tag später vollkommen unproblematisch.