Übersäuerung

Basenbildende, neutrale und saure Lebensmittel

Die Ernährung ist die Basis für ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis im Körper. Darüber hinaus dient sie als Therapie, um bereits vorhandene Störungen im Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.

Bei einer latenten oder chronischen Azidose des Körpers sollte die Ernährung konsequent umgestellt werden. Durch die Zufuhr vermehrter Basen-Anteile in der Nahrung können die überschüssigen Säuren im Bindegewebe aus dem Körper gelöst und ausgeschieden werden. Die säurebildenden Nahrungsmittel, wie Fleisch, Wurst, Fisch, Eier und Süßigkeiten, sowie Kaffee und Alkohol sind stark einzuschränken; die basenbildenden Nahrungsmittel, wie Gemüse, Kartoffel und Obst, sollten dagegen besonders reichlich verzehrt werden. Funktionieren die Verdauungsleistung und/oder die Darmfunktion nicht richtig, kann die beste basische Ernährung das Gegenteil bewirken. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten (wie Zucker oder zuviel Rohkost) fördern Gärungsvorgänge im Darm und erzeugen trotz einer basenreichen Ernährungsweise ein Übermaß an Säuren. Durch hastiges Essen und eine ungenügende Kauleistung wird die Verdauung der Nahrung nur unzureichend durchgeführt. Magensäfte und die Verdauungsenzyme sind in ihrer Funktion eingeschränkt.

Unverdaute Nahrung führt zu Sodbrennen und Übersäuerung im Magen sowie zu Gärungsgasen im Darm. Sie belastet so das Säure-Basen-Gleichgewicht.

Um Ihnen einen besseren Überblick über die für Sie richtigen Lebensmittel zu geben, haben wir diese in drei Oberkategorien eingeteilt. 1. basenbildend (sehr empfehlenswert), 2. neutral (empfehlenswert) und 3. sauer (weniger empfehlenswert). Idealerweise sollten etwa 80% einer Mahlzeit basisch bzw. neutral und nur 20% sauer sein. Die Nahrungsmittel der Gruppen sollten dabei entsprechend kombiniert werden.

Basenspendende Nahrungsmittel - sehr empfehlenswert

  • Kartoffeln (besonders Pellkartoffeln)
  • Kartoffelpress-Saft (frisch)
  • Milch (roh)
  • Vorzugsmilch
  • Sahne
  • Blattgemüse (z. B. Salate, Spinat)
  • Wurzelgemüse (z. B. Karotten)
  • Gemüsefrüchte (Tomate, Gurke, Kürbis usw.)
  • Gemüsesuppen (Basensuppen)
  • Sprossen
  • Zwiebel
  • Knoblauch
  • Sojabohnen
  • Kastanien
  • Obst (auch Dörrobst)
  • Mandeln (Mandelmilch)
  • Wildkräuter: Löwenzahn, Brennnessel u.a.
  • Gewürzkräuter: Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano u.a.
  • Eigelb
  • Mineralwasser ohne Kohlensäure

Neutrale Nahrungsmittel - empfehlenswert

  • Hirse
  • Naturreis
  • Leitungswasser
  • naturbelassene Fette und Öle
  • Butter
  • frische Walnüsse
Kombinationen der ersten und dritten Gruppe

Säurespendend und säureerzeugende Nahrungsmittel - weniger empfehlenswert

Säurespender

  • Fleisch
  • Geflügel
  • Wild
  • Wurst
  • Speck
  • Innereien (Leber, Nieren, Hirn)
  • Fleischbrühe
  • Fisch
  • Käse
  • Quark
  • Ei (Eiweiß ist säureüberschüssig, Eigelb allein ist basisch)
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen, Erdnüsse, usw. (Ausnahme: Sojabohnen)
  • Spargel
  • Rosenkohl
  • unreif geerntetes Obst
  • Erdnüsse
  • Essig
  • Senf
  • stark kohlensäurehaltige Getränke
  • Sekt
  • verschiedene Industriegetränke
  • Vollwertgetreide (am wenigsten Hafer, Dinkel, Hirse)

Säureerzeuger

  • Fabrikzucker
  • Süßigkeiten
  • Konfekt
  • Schokolade
  • süße Torten
  • Speiseeis
  • Weißmehlprodukte
  • Teigwaren
  • Nudeln
  • Makkaroni
  • Zwieback
  • Kuchen
  • geschälte und polierte Getreide
  • polierter Reis
  • weiße bis graue Brote
  • gehärtete, raffinierte Fette und Öle
  • gehärtete Margarinen
  • Bohnenkaffee
  • Limonadengetränke (Cola usw.)
  • Alkohol
  • Bier (am wenigsten)

Diese Übersicht dient als Orientierung bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten; der Gehalt an basischen Mineralien variiert je nach Anbaumethode, Reifungsgrad und Zubereitungsart der Nahrungsmittel.
Wichtig ist auch, wie, wie viel und wann etwas gegessen wird. Ein Verdauungssystem, das ständig überlastet wird, fördert die vermehrte Entstehung von Säuren.

Tipps:
  • Eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von 2-3 Litern ist Pflicht, da die ausreichende Trinkmenge die Säureausscheidung über die Nieren erhöht. Geeignet sind calcium- und magnesiumreiche Mineralwässer ohne Kohlensäure, Basenbrühen, schwarzer Johannisbeersaft, Apfel- und Zitrussäfte sowie Frucht- und Kräutertees.
  • Mahlzeiten über in kleinere Portionen den Tag verteilt werden. Auf langsames und gründliches kauen achten. Die Abendmahlzeit sollte nicht zu üppig ausfallen.
  • Salate, frisches Obst und Obstsäfte nicht zu spät am Abend essen, dies fördert die Säurebildung.
  • Durch körperliche Bewegung kann die Säureausscheidung unterstützt werden.

Auch Kalt-Warm-Reize, wie Wechselduschen, warme Bäder und Sauna, sind zu empfehlen, sowie viel frische Luft, ausreichender Schlaf und die Verringerung von körperlichem und seelischem Stress.
Wir danken dem Online-Portal medivere.de und zu-sauer.de für die freundliche Unterstützung zur Erstellung dieses Artikels und als Quelle der interessanten und hilfreichen Informationen zum Thema. Sollten Sie weitere Fragen zum Thema haben, helfen Ihnen die Experten von Medivere gerne weiter!

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