Stimmt es, dass Bier gesund ist?
Bier enthält in der Tat eine ganze Reihe ernährungsphysiologisch wertvoller Inhaltsstoffe: Die aus der Hefe stammenden Vitamine der B-Gruppe wirken sich u. a. positiv auf die Nerventätigkeit, die Bildung der roten Blutkörperchen sowie auf den Stoffwechsel aus. Die im Bier (vor allem in extraktreichen Bieren wie Malzbier) enthaltenen Kohlenhydrate werden vom Körper mühelos aufgenommen und restlos verdaut.
Das Eiweiß im Bier ist von hoher biologischer Wertigkeit, denn es enthält fast alle Aminosäuren, aus denen unser Körpereiweiß aufgebaut ist. Inhaltsstoffe aus dem Hopfen, ebenso wie der Alkohol, wirken entspannend und stresslösend, beruhigend und schlaffördernd. Bier fördert darüber hinaus die Durchblutung der Nieren, wirkt harntreibend und gewebeentwässernd. Wie alle alkoholischen Getränke vermindert auch Bier, mäßig, aber regelmäßig genossen, das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen. Gegen ein oder zwei Gläser Bier am Tag ist also aus gesundheitlicher Sicht nichts einzuwenden, im Gegenteil. Ein hoher Bierkonsum schadet hingegen der Gesundheit.
Wieso wird Bier auch als "flüssiges Brot" bezeichnet?
Das hat mehrere Gründe. Zum einen wird Bier wie Brot aus Getreide hergestellt. Das erste Bier (oder besser: bierähnliche Getränk) entstand vermutlich eher zufällig, indem ein nasses Stück Brot in Gärung geriet. Zum anderen hat es mit dem Nährwert des Bieres zu tun. Kräftig genug gebraut, stillt Bier nicht nur den Durst, sondern macht auch satt. Das machten sich schon im Mittelalter die Mönche zunutze: Sie überstanden dank ihrer Klosterbrauereien selbst wochenlange Fastenzeiten.
Macht Bier dick?
Eigentlich nicht, denn Bier ist völlig fettfrei und weist auch, verglichen mit anderen Getränken, ausgenommen Mineralwasser und Kaffee bzw. Tee ohne Milch und Zucker, keinen besonders hohen Energiegehalt auf. Ein Viertelliter liefert etwa zwischen 69 kcal (alkoholfreies Bier) und 165 kcal (Doppelbock) Nahrungsenergie (zum Vergleich: Orangensaft ca. 120 kcal, Vollmilch 152 kcal, Weißwein ca. 150- 180 kcal). Diese ist natürlich im täglichen Speiseplan zu berücksichtigen. Allerdings regt Bier Appetit und Verdauung an, was für schlechte Esser von Vorteil ist, andere hingegen dazu verleitet, mehr zu essen als beabsichtigt. Es gibt auch Untersuchungen, die den männlichen "Bierbauch" mit Inhaltsstoffen im Bier in Verbindung bringen, die in ihrer Wirkung weiblichen Sexualhormonen (Östrogenen) ähneln.
Was sind Leicht (Light-)Biere?
Das sind Biere mit einem niedrigeren Alkohol- und Kaloriengehalt. Der Brennwert eines Light-Bieres muss mindestens 30% unter dem eines vergleichbaren "normalen" Bieres derselben Sorte liegen und darf nicht mehr als 20 kcal (84 kJ) je 100 ml betragen.
Hält sich Bier in braunen Flaschen besser als in grünen?
Bier ist lichtempfindlich: unter Lichteinfluss führen chemische Veränderungen an den Inhaltsstoffen zur Verschlechterung von Geruch und Geschmack. Braune wie grüne Flaschen halten nur einen Teil des Lichts zurück. Bier sollte deshalb am besten dunkel gelagert werden.
Welche Bedeutung hat das Brauwasser für die Bierqualität?
Viele Brauereien besitzen eigene Brunnen oder Quellen, aus denen sie ihr Brauwasser entnehmen. Manche mussten jedoch mittlerweile auf Leitungswasser umstellen, da die ursprünglichen Wasservorkommen verschmutzt sind, z. B. durch Reste von Düngemitteln, oder nicht ausreichen.
Wasser ist nicht chemisch rein: Es enthält in gelöster Form eine Reihe von organischen und anorganischen Stoffen. Je nachdem, was für Gesteinsschichten das Wasser durchflossen hat (abhängig vom Ort, an dem es gewonnen wurde), ist deren Gehalt nach Art und Menge unterschiedlich. Sie können durch ihren Geschmack, aber auch durch ihren Einfluss auf verschiedene Vorgänge bei der Bierherstellung das Aroma und die Qualität eines Bieres beeinflussen und seinen regionaltypischen Charakter prägen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die im Wasser gelösten Salze. Diese sind auch für die so genannte Wasserhärte verantwortlich. In manchen Gegenden ist das Wasser "hart" , in anderen hingegen "weich". Man kann sowohl mit hartem als auch mit weichem Wasser gutes, wenn auch im Charakter unterschiedliches, Bier brauen. Außerdem ist man heute technisch in der Lage, jedes Wasser durch Entziehen oder Hinzufügen von Inhaltsstoffen so aufzubereiten, dass es zum Bierbrauen geeignet ist und den gewünschten Braustil ermöglicht.
Gibt es Qualitätsunterschiede zwischen Flaschenbier, Dosenbier und Fassbier?
Grundsätzlich gibt es derartige Unterschiede nicht. Das Verpackungsmaterial beeinflusst den Geschmack in keinem der drei Fälle vorausgesetzt, das Behältnis wurde ordnungsgemäß gereinigt (besonders wichtig bei Mehrwegflaschen und bei Fässern) und es sind keine Reinigungsmittelreste zurückgeblieben. Von manchen Verbrauchern wird bei Dosenbier ein leicht metallischer Geschmack bemängelt. Dieser wird für gewöhnlich jedoch nur festgestellt, wenn unmittelbar aus der Dose getrunken wird oder wenn dem Trinkenden bekannt ist, dass es sich um Dosenbier handelt. Bei Flaschen ist grundsätzlich die Gefahr lichtbedingter Veränderungen des Geschmacks gegeben, was durch Lagerung im Dunkeln vermieden werden kann.
Fassbier ist im Restaurant wahrscheinlich vor allem deshalb beliebt, weil es dort unter Zuhilfenahme von zusätzlicher Kohlensäure (Gasflasche) gezapft wird und dadurch im ersten Moment besonders erfrischend wirkt. Bei Fässern für den Hausgebrauch ist das nicht der Fall. Hier beruht die Beliebtheit auf Partys wohl eher auf dem rustikalen und etwas nostalgischen Eindruck, den so ein Fass vermittelt.
Welcher Wein hat höhere Qualität - ein Eiswein oder eine (Trocken-)Beerenauslese?
Eiswein wird aus reifen, gesunden (nicht ausgelesenen) Trauben gewonnen, die bei Temperaturen unter -7 C gelesen und in gefrorenem Zustand gekeltert wurden. Das Mostgewicht des Leseguts muss mindestens dem für Beerenauslesen festgelegten Wert entsprechen. Während für eine Beeren- oder eine Trockenbeerenauslese Trauben reifen, deren Beeren in günstigen Fällen durch Edelfäule (Botrytis) an Süße zunehmen und im Verein mit wahrnehmbarer Säure unverwechselbare Geschmacksnuancen herausbilden, fehlt den für Eiswein bestimmten Trauben diese Eigenschaft gewöhnlich. Eisweine sind eine modische, Überschätzte und überteuerte Kuriosität nördlich gelegener Weinbaugebiete. Für die Weinbaubetriebe sind sie, trotz der Mühen bei der Lese, von großem Interesse, denn auf starke Fröste im späten Herbst und frühen Winter ist eher Verlass als auf die morgendunstigen und im weiteren Verlauf sonnigen Spätherbsttage, die die begehrte Edelfäule begünstigen.
Was versteht man unter Kochwein?
Es gibt keine speziellen Koch- und Bowlenweine. Hinter diesen Bezeichnungen steckt die irrige Vorstellung, es komme auf den Wein nicht so genau an, wenn man ihn "nur" zur Herstellung einer Soße oder einer Bowle verwendet. Tatsächlich sollte man Saucen mit demselben Wein bereiten, den man auch zum Essen trinken wird, und Bowlen nur mit solchen Weinen ansetzen, die man auch pur genießen würde.
Was ist ein Federweißer?
Federweißer (auch: Rauscher, Sauser, Bremser, Bitzler, Neuer Süßer, Sturm) ist milchig - trüber, gärender Traubenmost, der zu Beginn der Gärung süß und mit dem Zeitablauf immer trockener schmeckt, da der Zucker allmählich zu Alkohol und Kohlendioxid umgesetzt wird. Nach Beendigung der alkoholischen Gärung ist Jungwein entstanden. Jeweils im Herbst kommt Federweißer in Flaschen in den Handel, die wegen der Entwicklung von Kohlendioxid nur lose verschlossen werden können und deshalb aufrecht stehend transportiert und gelagert werden müssen.
Was ist ein Primeur?
Primeur ist die französische Bezeichnung für den rasch hergestellten fruchtigen, leicht gekühlt zu trinkenden und bald zu verbrauchenden Wein eines neuen Jahrgangs. Der Primeur aus dem Beaujolais (bessere Sorten mit dem Zusatz Villages) darf erst ab dem dritten Donnerstag im November verkauft werden. Die ersten südfranzösischen Primeur - Weine erreichen uns schon Mitte Oktober. Für besonders Ungeduldige: die ersten Weine eines Jahrgangs überhaupt stammen von der Südhalbkugel und sind schon im April/Mai eines Jahres im Fachhandel verfügbar.
Was ist von Wein im Weinschlauch oder im Tetra Brik zu halten?
Es ist üblich geworden, Weine einfacher (und zunehmend auch mittlerer) Qualität in Mengen von 5 oder 10 L in Kartonboxen abzufüllen, die inwendig mit einem Weinschlauch (aus einer Kunststoff - Aluminium - Verbundfolie) ausgekleidet sind. Der Wein wird über ein Ventil (Zapfhahn) ohne Luftzutritt entnommen, sodass es möglich wird, Anbruchmengen 1-2 Monate ohne Qualitätseinbuße aufzubewahren. Ein weiterer Vorteil besteht in einem leichteren Gewicht im Vergleich zu einer entsprechenden Menge von Einzelflaschen. Die durch Abfüllung in Weinschläuche zu erzielende Kosteneinsparung kommt z. T. den Weinfreunden zugute: immerhin kostet 1 L Wein im Weinschlauch weniger als ein vergleichbarer Wein in der 0,75 L Flasche. Ob es sich lohnt, Wein im Weinschlauch zu kaufen, hängt letztlich davon ab, ob der im Weinschlauch abgefüllte Wein gefällt. Damit sich der Wein im Schlauch nicht als "Katze im Sack" herausstellt, sollte man eine Verkostung verlangen.
Im Verbundkarton (Brikpackung) werden bisher nur einfache Weine angeboten. Ist die Packung erst einmal geöffnet, muss der Inhalt rasch verbraucht werden.
Wenn Sie Fragen haben dann können Sie diese gern in unseren Foren stellen.
Quelle unserer Informationen: Löbbert/Hanrieder/Berges/Beck, Lebensmittel - Waren, Qualitäten, Trends, 3. Aufl., Europa-Nr. 98654
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