Folgende Fische gehören nicht auf den Teller, die Zucht oder die Fangmethoden greifen stark in die Natur ein!
Dornhai/Schillerlocke
Dornhai wird auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdete Art geführt. Die Bestände im Nordatlantik sind stark überfischt und zeigen einen langfristigen Rückgang. Momentan ist der Bestand im Nordostatlantik vermutlich auf zehn Prozent seiner früheren Biomasse geschrumpft. Dornhai ist aufgrund seiner langen Lebensdauer, sehr später Geschlechtsreife und geringer Fortpflanzungsraten extrem anfällig für Überfischung.
Ökologische Auswirkungen: Gezielte Fischerei auf Dornhai gibt es im Atlantik nicht mehr, jedoch wird Dornhai in Fischereien auf bodenlebende Arten oft mitgefangen. Aufgrund seiner Bestandssituation ist jeglicher Fang von Dornhai im Nordatlantik schädlich.
Seezunge aus dem Nordost-Atlantik
Die Bestände der Seezunge in der Nordsee, der irischen See und im westlichen Kanal sind überfischt. Im östlichen Kanal und in der keltischen See sind die Bestände in gutem Zustand. Die Seezunge ist anfällig für Überfischung, da sie langsam wächst, sich erst im Alter von drei bis fünf Jahren fortpflanzt und eine Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren hat. Es werden immer weniger große Seezungen gefangen. Das Wattenmeer ist der wichtigste Laichplatz der Nordsee-Seezunge.
Ökologische Auswirkungen: Seezungen werden vor allem mit Baumkurren gefangen. Beifänge und Rückwürfe von anderen Fischarten und bodenlebenden Arten sind sehr hoch. Das liegt unter anderem daran, dass verschiedene Arten zusammen gefangen werden, die Fangregulierungen aber auf Seezunge abgestimmt sind. Seezunge ist kleiner und schmaler als andere Plattfischarten. Deshalb ist eine kleinere Maschenweite von 80 Millimetern erlaubt. Die vorgeschriebene Anlandegröße für Scholle ist 27 Zentimeter. Mit 80 Millimetern Netzmaschenweite werden jedoch zu viele kleine Schollen und Jungtiere anderer Fischarten beigefangen. Für ein Kilogramm Seezunge werden im Durchschnitt bis zu sechs Kilogramm andere Meereslebewesen zurückgeworfen.
Die Fangmethode ist zerstörerisch. Schwere Geräte pflügen den Boden auf, um die Plattfische aufzuscheuchen. Viele Bodenlebewesen werden dadurch verletzt oder getötet.
Rotbarsch aus dem Nordostatlantik
Die Mehrzahl der Bestände ist überfischt oder ihr Zustand ist unbekannt. Vor allem in den letzten zehn Jahren wurde Rotbarsch zu intensiv befischt. Die Art ist sehr anfällig für Überfischung, da sie langsam wächst, erst nach dem zehnten Lebensjahr geschlechtsreif wird und bis zu 60 Jahre alt werden kann. Ein zusätzliches Problem ist die geringe Reproduktionsrate. Rotbarschweibchen bringen lebende Jungtiere zur Welt.
Ökologische Auswirkungen: Sebastes marinus wird größtenteils in gemischter Fischerei gefangen. Rückwürfe von jungem Rotbarsch sind hoch. Die Fischerei in Tiefseehabitaten auf Sebastes mentella verursacht Schäden durch den Beifang von gefährdeten oder seltenen Tiefseearten. Bei der Bodenschleppnetzfischerei werden die empfindlichen Tiefseelebensräumen zerstört. Pelagische, also frei schwimmende Schleppnetze verursachen keine Beschädigungen der Lebensräume.
Thunfisch, weltweit – Wild
Roter Tunfisch (auch Blauflossentunfisch, Thunnus thynnus) ist nach der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN stark gefährdet und in einigen Regionen sogar vom Aussterben bedroht. Das Fleisch vom Roten Tunfisch hat eine sehr hohe Qualität und erzielt Höchstpreise. Besonders beliebt ist es als Frischware für Sushi.
Gelbflossentunfisch (Thunnus albacares) wird in Deutschland vor allem frisch oder gefroren angeboten, teilweise findet er sich auch in Dosen. Die Bestände werden überfischt. Auch Gelbflossentunfisch findet sich häufig in Gruppen um „FADs“ zusammen, was von den Fischern ausgenutzt wird, um viele Tunfische auf einmal zu fangen.
Großaugentun (Thunnus obesus) und Weißer Tun (Thunnus alalunga) sind ebenfalls gefährdete Arten nach der Roten Liste. Der Bestand vom Weißen Tunfisch im Südatlantik ist vom Aussterben bedroht. Die Bestände beider Arten sind weltweit überfischt.
Bonito oder Skipjack (Katsuwonis pelamis) ist der Tunfisch, den man vor allem in Dosen findet. Soweit es Informationen gibt, sind die Bestände nicht überfischt, über die Bestandssituation im Atlantik und im Indischen Ozean ist wenig bekannt.
Ökologische Auswirkungen: Die Fischerei mit Ringwadennetzen ist wenig selektiv, hierbei werden viele zu kleine Tunfische und andere Fischarten und Haie mitgefangen. Besonders beim Fischen mit FADs kommt es hier zu sehr viel Beifang. Bei der Langleinenfischerei werden eher größere Exemplare gefangen, allerdings kommt es verstärkt zum Beifang von Haien sowie Seevögeln, Meeressäugern und Schildkröten, die an den Haken ertrinken.
Seeteufel aus Nordost und Südost-Atlantik
Der Bestand von Seeteufel im Südost-Atlantik ist überfischt und im Nordost-Atlantik gibt es nicht genügend Informationen, um eine gesicherte Bestandsbewertung vorzunehmen.
Ökologische Auswirkungen: Seeteufel wird in gemischten Fischereien gefangen, bei denen junge Seeteufel, Kabeljau, Rochen und andere Fischarten sowie Meeressäuger und Seevögel beigefangen werden. Außerdem tritt Beifang von auf. Bei der Fischerei mit Grundschleppnetzen treten Schädigungen des Meeresbodens auf.
Tropische Garnelen (wild und Zucht)
Tropische Shrimps aus Zucht sind keine gute Wahl, sie werden in extensiven, semi-intensiven und intensiven Zuchten produziert (je nach der Anzahl Tiere pro Becken). Der Verbrauch an Frischwasser bei der tropischen Shrimpzucht ist sehr hoch, wodurch es zu einem Frischwassermangel in der Region kommen kann. Bei dem Aufbau der Farmen werden oft Küstenökosysteme wie z. B. Mangrovenwälder abgeholzt, die wichtige Funktionen für die Ökosysteme und lokale soziale Strukturen übernehmen (Kinderstube für viele Fischarten, Küstenschutz, Klimaschutz, Rohstoffversorgung etc.). Krankheiten verbreiten sich in den dicht besetzen Becken sehr schnell, weshalb häufig Antibiotika oder andere Zusätze hinzugegeben werden.
Ökologische Auswirkungen: Die Abflüsse aus den Farmen gelangen in die Umgebung und verseuchen diese mit Überresten aus Nährstoffzugaben und Chemikalien. Krankheiten aus den Farmen werden auf wilde Bestände übertragen und können dort erheblichen Schaden anrichten.
Tropischen Shrimps aus Wildfang sind nicht überfischt, aber ebenfalls keine gute Wahl, da sie an der Belastungsgrenze angekommen sind. Dazu kommt, bei der Trawlfischerei auf tropische Garnelen entsteht enorm viel Beifang. Das betrifft besonders den Beifang von Jungfischen, anderen Fischarten und Meeresschildkröten. Beim Fischen auf Garnelen wird zudem der Boden aufgewühlt. Das kann auf Korallen, Muscheln und andere sesshafte Organismen in der Umgebung tödlich wirken.
Auch die Fischerei auf Nordseegarnelen/krabben produziert viel Beifang. Einerseits besteht dieser aus unerwünschtem Krabbenbeifang von zu kleinen Krabben, von denen aber immerhin viele nach dem Rückwurf überleben. Beigefangene Jungfische wie junge Schollen, Seezungen oder andere kommerziell wichtige Speisefischarten und viele andere beigefangene Arten haben dagegen nur geringe Überlebenschancen. Je nach Fanggebiet und Saison können bis zu 90 Prozent des Fangs aus Beifang bestehen, aus diesem Grund sollten Nordseegarnelen immer nur zweite Wahl sein.
Bei der Eismeergarnelenfischerei ist der Beifang deutlich geringer als in anderen Garnelenfischereien. In der MSC-Fischerei auf Eismeergarnelen liegt er bei ca. zwei Prozent.
Welche weiteren Fische lieber vom Speiseplan verschwinden sollten sowie weiterführende Infos erfahren Sie auf den Seiten des WWF.

Henglein
Rama Cremefine

