Folgende Fische sollten sie eher meiden, da die Fangmethoden die Natur belasten und die Zucht kritisch zu sehen ist.
Wolfsbarsch aus dem Mittelmeer
Wolfsbarsch ist einer der wichtigsten Aquakulturarten im Mittelmeerraum. Er wird größtenteils in offenen Käfigen im Meer gezüchtet. Diese Systeme benötigen wenig Energie. Die Besatzdichte ist relativ hoch, aber es ist nicht bekannt, welche Auswirkungen das auf die Tiere hat. Um ein Kilogramm Wolfsbarsch zu produzieren, werden über ein Kilogramm Wildfisch benötigt. Bei ökologischer Zucht stammt das Futter aus nachhaltigen Quellen, auch die Besatzdichte ist geringer als bei konventioneller Zucht.
Ökologische Auswirkungen: Weitere Ökosystemeffekte der Wolfsbarschzucht sind weitgehend unbekannt, Einflüsse sind lediglich lokal untersucht worden. Den größten Effekt hat eine erhöhte Nährstoffkonzentration in der Umgebung der Käfige. Die Zucht benötigt keine Wildfische zum Besatz, da Nachzuchten möglich sind. Krankheiten in den Zuchtanlagen können sich schnell verbreiten. Potenzielle Ausbrüche von Zuchtfischen aus den Anlagen können zur Schwächung des Wildbestandes führen. Bei ökologischer Zucht wird auf künstliche Zusätze und Hormonzusatz verzichtet.
Scholle aus der Nordsee
In der Nordsee hat sich der Schollenbestand seit kurzem wieder etwas erholt. Für die Ostsee liegen zu wenige Informationen für eine Bestandsbewertung vor. Die Art ist aufgrund ihres langsamen Wachstums und der maximalen Lebenserwartung von 50 Jahren für Überfischung anfällig.
Ökologische Auswirkungen der Fischerei: Schollen werden in der südlichen Nordsee vorwiegend mit Baumkurren gefangen. Diese Fangmethode ist zerstörerisch. Schwere Ketten pflügen den Boden um, um die Plattfische aufzuscheuchen. Viele Bodenlebewesen werden dadurch verletzt, getötet und mitgefangen. Das hat Einfluss auf die Artenzusammensetzung des Meeresbodens und führt zu einem Verlust von Produktivität und Vielfalt. Auch sehr viele zu kleine Schollen werden zurückgeworfen.
In der Ostsee wird Scholle mit Scherbrettnetzen und Stellnetzen als Beifang in der Dorsch- oder Flunderfischerei gefangen. In den Stellnetzen tritt Beifang von marinen Säugern und Seevögeln auf.
Sardelle aus dem Nordost-Atlantik
Sardellen pflanzen sich rasch fort und sind gegen Fischereidruck recht widerstandsfähig. Ihre Fortpflanzung ist stark abhängig von den Umweltbedingungen, so dass ein Fischereimanagement schnell auf Veränderungen reagieren muss. Der einzige Bestand im Nordost-Atlantik, zu dem genügend Informationen für eine Einschätzung vorliegen (Bay of Biscay), ist überfischt.
Ökologische Auswirkungen: Die Fischerei auf Sardelle ist selektiv und hat kaum Auswirkungen auf das Ökosystem.
Kabeljau/Dorsch aus Island und dem Pazifik
Die Art Gadus morhua wird in der Nordsee Kabeljau, in der Ostsee Dorsch genannt. In der Bewertung werden Bestände im Nordost-Atlantik, der Nordsee, der Barentssee, um Island und vor Norwegen sowie in der Ostsee getrennt betrachtet.
Die Bestände der Ostsee und Nordsee sowie vor der norwegischen Küste sind überfischt. Die isländischen Bestände werden bis an ihre Belastbarkeitsgrenze befischt. Nur in der Barentssee ist der Bestand in gutem Zustand.
Kabeljaue bilden Schwärme, zum Beispiel zum Laichen, was sie anfällig für Überfischung macht. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass aufgrund von Klimaveränderungen die Sterblichkeit der Kabeljaularven steigt. Die Bestände von Gadus macrocephalus, des Pazifischen Kabeljaus, werden bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit befischt.
Ökologische Auswirkungen der Fischerei: Bei der Stellnetzfischerei werden Schweinswale und Seevögel mitgefangen. Bei der Fischerei mit den hauptsächlich eingesetzten Grundschleppnetzen landen oft zu kleine, nicht laichreife Jungfische oder nicht vermarktbare Fische als Beifang in den Netzen. Grundschleppnetze werden über den Meeresboden gezogen und schädigen so die Bodenlebensräume. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass der starke Rückgang des Beutegreifers Kabeljau bereits die Nahrungsbeziehungen in den Ökosystemen verändert hat.
Flunder aus der Ostsee
Die Flunder wird hauptsächlich mit Grundschleppnetzen gefischt und tritt als Beifang in der Dorschfischerei oder in gemischten Fischereien auf. Der Bestand ist wahrscheinlich nicht überfischt.
Ökologische Auswirkungen: Probleme in den Fischereien, bei denen Flunder gefangen wird, gibt es durch den Beifang von Schweinswalen und Seevögeln in Stellnetzen. Außerdem kann der Beifang junger Fische, z. B. von Kabeljau, sehr hoch sein. Grundschleppnetze schädigen zudem den Meeresboden.
Welche Fische noch eher zweite Wahl sein sollten sowie weiterführende Infos erfahren Sie auf den Seiten des WWF.

Henglein
Rama Cremefine

