Fisch und Meeresfrüchte


Welcher Fisch ist eine gute Wahl?

LachsFolgende Fische können noch beruhigt gegessen werden. Die Empfehlungen stützen sich auf Kriterien wie z.B. Herkunft und Bestand einer Fischart, Fang- bzw. Zuchtmethode und die Umsetzung eines griffigen Fischereimanagments. Grundsätzlich zu empfehlen sind Fische und Meeresfrüchte mit MSC und Bio-Siegel, da hier die Umweltverträglichkeit durch unabhängige Zertifizierer bestätigt wurde. Bei Produkten, die nicht mit einem der Gütesiegel gekennzeichnet sind, sollte auf die Herkunft des Fisches geachtet werden.

Alaska Seelachs aus dem Nordost- Pazifik – MSC-Siegel

Der Alaska-Seelachsbestand in der östlichen Beringsee und im Golf von Alaska befindet sich in einem guten Zustand.
Die Art reagiert nur mäßig empfindlich auf Fischereidruck. Zur Fortpflanzung bilden sie Schwärme und sind so einfache Beute für die Fischerei. Durch Umweltveränderungen variiert die Bestandsgröße von Jahr zu Jahr.
Ökologische Auswirkungen: Die MSC-Fischerei im Nordost-Pazifik verursacht so gut wie keinen Beifang. Außerdem werden dort pelagische Schleppnetze eingesetzt, deshalb sind Schädigungen des Lebensraums selten. Im Nordwest-Pazifik werden hingegen neben pelagischen Schleppnetzen auch Grundschleppnetze eingesetzt, die dem Meeresboden schaden, deshalb sollte Seelachs aus dieser Region nur zweite Wahl sein.

Pangasius, Bio-Zucht

Pangasius wird in Teich- und Käfigsystemen am Mekong in Vietnam gezüchtet. Der Energieverbrauch ist mittelhoch bis niedrig, je nachdem, ob beim Wasseraustausch Pumpen eingesetzt werden oder ob Ebbe und Flut genutzt werden. Es muss zugefüttert werden. Das Futter bei konventioneller Zucht kommt aus nicht nachhaltiger Produktion.
Ökologische Auswirkungen: Pangasius wird in hohen Besatzdichten gehalten, was ein hohes Risiko für die Entstehung von Infektionen birgt, die durch unbehandelte Abflüsse aus dem System in die umgebende aquatische Umwelt gelangen können. Dieses Risiko wird bei ökologischen Zuchten durch eine Beschränkung der Besatzdichte minimiert. Die ökologischen Effekte der Pangasiuszuchten auf das Ökosystem des Mekong sind größtenteils unbekannt.

Dorade, Bio-Zucht

Dorade wird im Mittelmeer im großen Maßstab gezüchtet. Die Zucht findet zum großen Teil in Netzkäfigen statt, die im Meer hängen. In kleinerem Maßstab wird die Zucht in wenig intensiven oder extensiven Systemen in Teichen und Lagunen betrieben. Die Tiere in den Meereskäfigen leben in einer mittleren Besatzdichte von zehn bis 15 Kilogramm pro Kubikmeter. Der Gehalt an Fischmehl und -öl im Futter ist hoch: Mehr als ein Kilogramm Wildfisch ist für die Zucht eines Kilogramms Zuchtfisch nötig. Bei ökologischer Zucht kommt das Futter aus nachhaltigen Quellen.
Ökologische Auswirkungen: Unter den Käfigen kommt es durch reduzierten Lichteinfall und erhöhten Nährstoffeintrag zu schlechten Bedingungen für die bodenlebenden Organismen, das Bodenleben wird dadurch verringert. Örtlich kommt es zu einer Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen, was auf lange Sicht negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Potenziell besteht die Gefahr, dass Krankheiten auf Wildfische übertragen werden. Bei ökologischer Zucht wird auf künstliche Zusätze und Hormonzugaben verzichtet.

Karpfen aus Deutschland

Karpfen werden in offenen Systemen gezüchtet. Der Energieverbrauch ist niedrig. Es muss zugefüttert werden. Karpfen sind Friedfische, jagen also keine anderen Fische. Das Futter stammt nicht aus nachhaltigen Quellen.
Ökologische Auswirkungen: Die Auswirkungen auf umgebende Ökosysteme sind gering. Abflüsse fügen der Umwelt keine dauerhaften Schäden zu und für die Zucht müssen keine Wildfischbestände belastet werden.

Zander aus Westeuropa – MSC-Siegel

Zander ist ein in Europa und Westasien heimischer Süßwasserfisch. In Skandinavien und Westeuropa sind die Bestände nicht überfischt. Anders in Osteuropa: Dort wurden einige Fischereien bereits geschlossen, z. B. in Estland und Westrussland. Die Widerstandsfähigkeit der Art gegen Fischereidruck ist ansonsten niedrig. Ökologische Auswirkungen: Die Auswirkungen der Fischerei auf das Ökosystem sind gering. Der Beifang ist nicht sehr hoch.

Hering aus nördlicher und zentraler Ostsee, Nordatlantik und mit MSC-Siegel

Der Heringsbestand in der Nordsee ist kleiner als das wissenschaftlich festgelegte Vorsorgeniveau für einen gesunden Bestand. Das bedeutet, dass das Risiko einer reduzierten Fortpflanzungsfähigkeit besteht, der Bestand also die Entnahme durch die Fischerei möglicherweise nicht ausgleichen kann. Es gibt die Gefahr der Überfischung.
In der westlichen Ostsee befindet sich der Bestand am Beginn der Überfischung, in der zentralen und nördlichen Ostsee ist der Bestand bis zur Grenze seiner Belastbarkeit befischt. Dabei ist die Art im Allgemeinen nicht sehr anfällig für Überfischung auf Grund ihres Lebenszyklus. Heringe wachsen sehr schnell, werden im dritten Jahr geschlechtsreif und können ein maximales Alter von acht Jahren erreichen.
Ökologische Auswirkungen: In der Heringsfischerei ist der Beifang gering. Lediglich in der Stellnetzfischerei in der westlichen Ostsee kann Beifang von Schweinswalen oder Seevögeln auftreten. Da bei den Fangmethoden kein Bodenkontakt besteht, werden Lebensräume nicht geschädigt.

Welche Fische ebenfalls eine gute Wahl sind sowie weiterführende Infos erfahren Sie auf den Seiten des WWF.


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Artikel vom 16.08.2009
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