Österliche Speisen und Bräuche


Karsamstag und Osterfeiertage

Karsamstag und Osterfeiertage
Im Gegensatz zu Weihnachten findet das Osterfest nicht immer am selben Datum statt, sondern richtet sich nach dem Mond: Steht im Frühjahr der erste Vollmond am Himmel, so ist der darauf folgende Sonntag der Ostersonntag. Daran orientieren sich auch die Termine für Fastnacht und Pfingsten.


Wie kommt Ostern eigentlich zu seinem Namen? Da gibt es unterschiedliche Erklärungen. Die erste, und wahrscheinlich richtige: Das althochdeutsche Wort für Ostern, "ostarun", bedeutet Morgenröte. Es war Brauch, in der Ostemacht bis zum nächsten Morgen wach zu bleiben. Bei Tagesanbruch nahm man dann an der Auferstehungsfeier in der Kirche teil.

Eine ganz andere Erklärung hatten verschiedene Gelehrte in den vergangenen Jahrhunderten. Und, da sie so schön romantisch ist, hat sie sich bis heute gehalten, obwohl es dafür keinen Nachweis gibt. Der Kirchenlehrer Beda Venerabilis und später auch Jacob Grimm vermuteten, der Name Ostern gehe auf eine germanische Frühlingsgöttin mit dem Namen Ostara zurück. Im Angelsächsischen hieß die Frühlingsgöttin "Eostrea", im Lateinischen "Aurora". Ihr zu Ehren sei jedes Jahr ein Frühlingsfest gefeiert worden, das später dann von Ostern abgelöst worden sei. So schön diese Vorstellung auch sein mag, ein Beweis für die Göttin Ostara fehlt jedoch bis heute.

Karsamstag
Dieser Tag war früher der stillste im ganzen Jahr. Im heutigen Alltag spürt man meist nicht mehr viel von der besonderen Stille dieses Tages.

Man ist mit den Vorbereitungen für die Ostertage beschäftigt und in vielen Familien ist der Ostersamstag ein gemeinsamer "Backtag".

Es werden besonders bunte und schöne Torten gezaubert oder typisches Ostergebäck in verschiedenen Formen und Figuren. Diese Gebäcke heißen "Gebildebrote" und einige haben eine besondere Symbolik. Der Zopf zum Beispiel gilt als Glücksbringer und zusammen gelegt als Osterkranz soll er Glück, Gesundheit und Lebenskraft bringen. Das Osterlamm ist in seiner Symbolik klar - das Opferlamm. Weiter darf der Hase nicht fehlen - Wer soll sonst die Ostereier bringen!

Auch war es Brauch, vor allem die Kinder am Karsamstag zur Beichte zu schicken. Da dies nicht immer ein beliebter Gang war, wurden zur Belohnung danach sogenannte Beichtwaffeln gebacken.

An althergebrachten Bräuchen und Rezepten aus anderen Ländern mangelt es auch nicht. In Russland isst man vielerorts zum Osterfest noch heute Kulitsch mit Passcha: Osterkuchen aus Hefeteig mit Rosinen und Mandeln, gepaart mit dem himmlischen Osterdessert aus Quark und süßer Sahne.

Holland ist berühmt für sein Paaschbrod, und in der Schweiz gibt es Osterfladen.

Ostersonntag
Und dann ist er endlich da, der ersehnte Ostertag! Irgendwie verbindet wohl jeder damit laue Frühlingsluft, Sonne, den Spaziergang in der erwachenden Natur - man fühlt sich einfach voller Leben und Kraft.
Goethes "Osterspaziergang" fällt einem ein. Besser als mit diesen Versen kann man dieses Frühlingserwachen nicht beschreiben:
"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter mit seiner Schwäche
zog sich in raue Berge zurück.................
Jeder sonnt sich heute so gern,
sie feiern die Auferstehung der Herrn,
denn sie sind selber auferstanden."

Natürlich steht morgens die Ostereiersuche an erster Stelle! Wenn dann (fast!) alles wiedergefunden wurde, gibt es ein österliches Frühstück, welches sich auch gerne zu einem Brunch ausweiten lässt. Hier passt eine bunte Gemüseterrine oder auch ein Möhrenkuchen dazu. Besonders empfehlenswert ist auch eine Frühlingswähe. Sie ist innen schön grün und schmeckt sehr leicht!

Zum Osterfest gehören besondere Speisen. Das sind der Hase und das Lamm, das Zicklein, aber auch Geflügel.

Da kann es auch schon mal ein etwas aufwändigeres Mahl sein, wenn sich die Familie zum Festessen trifft. Unser Vorschlag: Lammrücken mit Kiwi - Minze - Püree, Gefüllter Lammbraten mit Gemüse oder Zicklein mit Bärlauch, passend zur Bärlauchsaison.

Aber auch Hasenkeulen in Sherry - Sauce oder Gerollter Putenbraten könnten in die engere Wahl kommen. Vorspeisen, Suppen und Desserts finden Sie in reicher Auswahl in unserer Rezeptdatenbank und in unseren Foren. Darunter Schokoladen-Charlotte oder Festliche Apfeltörtchen, bei denen es sich wirklich lohnt, sie zu probieren.


zurück weiterlesen

Artikel vom 12.03.2002
nach oben | Artikel drucken


Themen im Osterspecial

Basics: Das Ei

 

Osterwissen: Bräuche und Speisen

 

Oster-Menü 2012

 

Reste: Ostereier verwerten