Sächsische Küche

Sächsische Spezialitäten

Dresdner Stollen Eines hatten die Regionen im Sachsenland früher einmal gemeinsam: Trotz einer ausgeprägten Land- und Fischwirtschaft, trotz Wildreichtum in den ausgedehnten Wäldern, trotz Obstgärten und trotz eines nicht unerheblichen Fernhandels war über lange Zeit Schmalhans Küchenmeister und das nicht nur beim gemeinen Volk, oft gab es auch in den Adelshäusern nur eine bescheidene und eher karge Kost.

Schuld an der Armut der Sachsen waren Kriege, die immer wieder das Land und seine Bewohner in Mitleidenschaft zogen. Kaum ein Menschenalter verging ohne Plünderung, ohne Brandschatzung und ohne Verwüstung der Felder und Gärten. Allen voran verlangte der Dreißigjährige Krieg (1614-1648) den Menschen Einfallsreichtum und Sparsamkeit ab, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Kaum hatte sich das Land und eine Bewohner etwas erholt, folgten von 1740-1756 die drei Schlesischen Kriege, die Völkerschlachten 1812-1813 und im 20. Jh. die zwei schrecklichen Weltkriege.

Besonders hart traf es immer wieder das Erzgebirge. Hier versuchen sich die Menschen, nachdem der für alle ergiebige Bergbau zurückgegangen war, mit mühevoller Heimarbeit und Landwirtschaft über Wasser zu halten. Sie drechselten und schnitzten Nussknacker, Engel, Bergmänner und ähnliches. Die Hauptspeise war in dieser Zeit die Kartoffel. In kargen Zeiten wurde sie mit wenig Salz und Leinöl oder Hering gegessen. Die Lieblingsspeise aus der Kartoffel ist auch heute noch der Buttermilchgetzen .
Milch- und Mehlsuppen und vor allem die Kartoffelsuppe sind weitere traditionelle Gerichte des Erzgebirges, wobei Suppen aller Art im ganzen Sachsenland sehr beliebt sind.
In den Wäldern des Erzgebirges wachsen viele Pilze, die ihre Verwendung in der heimischen Küche finden, oft im Zusammenhang mit Wild.

Ein besonderer Brauch zur Weihnachtszeit ist am Heiligabend das “Neunerlei” auf den Tisch zu bringen. Dazu gehören neun regionale Gerichte, die variabel ausgesucht werden sein können, deren Bedeutung aber genau fest gelegt ist, z.B. Bratwurst (Herzlichkeit und Kraft), Linsen (genügend Kleingeld), Kompott/Nachtisch (Lebensfreude).

Das Vogtland war gegenüber dem Erzgebirge besser gestellt. Hier gab es viel fruchtbaren Ackerboden und somit eine einträgliche Landwirtschaft. Beim Vogtland fallen uns natürlich zuerst die Klöße, die schön locker sein müssen und in der Mitte goldgelb gebratene Semmelwürfel enthalten.
Die Vogtländer übrigens bestehen darauf, die Ersten gewesen zu sein, die in Deutschland die Kartoffel angebaut haben und das kam so: Ein Zimmermann aus Würschnitz hatte 1680 von einer seiner Reisen aus Amsterdam eine Knolle mitgebracht, die er Erdapfel nannte und einpflanzte - damit begann der Siegeszug der Kartoffel im Vogtland, das sagt jedenfalls die Legende. Die Vogtländer nahmen begeistert die Kartoffel an, war sie doch eine Abwechslung zu Hirsebrei und Grütze.
Ein typisches Gericht der Region ist eine Eintopf, “Schwammespalken” genannt. Schwamme sind die Pilze und Spalken die Kartoffelstücke. Daraus wird mit Gemüse ein leckerer süß-saurer Eintopf gekocht.

Zu Sachsen gehört auch die Oberlausitz. Hier wird vor allem alte österliche Tradition mit sagenhaft künstlerisch verzierten Eiern gepflegt. Die hier lebenden Sorben sind darin wahre Meister.
Beeinflusst wurde die Oberlausitzer Küche stark von der böhmischen und schlesischen Küche. Ein traditionelles Rezept ist Deichelmauke oder Teichelmauke, also Kartoffelpüree (Mauke) mit Rinderbrühe in der Mitte (wie ein Teich), ebenso wie die “Schälkließl” zu hochdeutsch Schälklöße.

Sachsens Landschaft wurde nachhaltig geprägt durch die Elbe. Entlang der sächsischen Weinstraße, also zwischen Meißen und Dresden, wird an den Elbhängen Wein angebaut. Oft hört man die Meinung, der Wein hier wäre zu sauer - der Kenner weiß es besser.
Eine Meißner Spezialität ist die Quarktorte ohne Boden , sie soll der Lieblingskuchen August des Starken gewesen sein.
Und damit sind wir beim Thema: Die Sachsen und der Kuchen - eine innige Liebe! Eierschecke, Hefeaschkuchen, Bienenstich und natürlich die Quarkkeulchen sind nur einige der sächsischen süßen Spezialitäten.
Ganz speziell mit Dresden verbinden wir natürlich den “Dresdener Stollen®”, ohne den kein vollkommenes Weihnachtsfest denkbar wäre.

Ebenfalls kommt ein Kaffeekränzchen in Sachsen nicht ohne eine gute Tasse Kaffee aus. Übrigens: Eine sächsische Hausfrau war es, die das Kaffeefilterpapier erfand. Die Dresdner Hausfrau Melitta Bentz verwendete 1908 Löschpapier als Filter für ihren Kaffee. Welchen Erfolg diese Idee hatte, wissen wir alle.
In Leipzig schossen damals, als die Sachsen auf den Kaffeegeschmack gekommen waren, die Kaffeehäuser wie Pilze aus dem Boden. 1694 soll August der Starke in einer Leipziger Schänke seinen ersten Kaffee genossen haben. Ob er damals schon Leipziger Lerchen dazu gegessen hat, ist nicht überliefert, aber vielleicht gab es zum Mittagessen Leipziger Allerlei.

In Sachsen wird aber nicht nur Kaffee und Elbwein getrunken, sondern seit 1436 auch Bier, das Wernesgrüner. Die Brauerei gehört damit zu den ältesten der Welt. 1872 wurde in Radeberg eine weitere Qualitätsbrauerei gegründet, die das Radeberger Pilsener herstellt.

Dresdner Stollen® ist eine eingetragene Kollektivmarke des Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V.