Schokolade

Macht Schokolade süchtig?

Tatsächlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Tannine im Kakao Karies verhindern helfen, vermutlich über eine Reduktion der Plaque-Bildung. Außerdem scheint das Milcheiweiß gegen Karies zu schützen, und auch die Oxalsäure der Schokolade hat durch die Senkung der Säurebildung im Speichel eine ähnliche Wirkung.


Es gibt allerdings einen Punkt, bei dem fast alle zustimmen: nach dem Genuss eines Stückchens Schokolade kann man kaum aufhören. Es gibt Theorien, wonach dieses Verlangen auf physiologisch aktive Substanzen in der Schokolade zurückzuführen ist. Phenylethylamin z.B. soll dem Hormon ähneln, das unser Körper freisetzt, wenn wir verliebt sind. Anadamide binden an dieselben Rezeptoren im Gehirn wie die wirksamen Substanzen im Hanf. Schokolade kann auch die Freisetzung von Endorphinen, den natürlichen Opiaten in unserem Körper, stimulieren. Allerdings scheint keine der Substanzen in solchen Mengen vorhanden zu sein, dass diese Wirkungen spürbar ausgelöst wird.

Unser Verlangen nach dieser "Göttergabe" ist wohl einfach deswegen so groß, weil sie so viele Sinne auf einmal stimuliert und als ein erschwinglicher Luxus gilt. Schokolade, in vernünftigen Mengen verzehrt, liefert nicht nur Nährstoffe und Genuß, sondern kann auch Teil einer gesunden, bekömmlichen Diät sein.

Literatur:
- Chocolate is very good for you. Arts. I. The Lancet, 7th August 1999.
- Stimulating thoughts: caffeine and food. Chan W. British Nutrition Foundation, Nutrition Bulletin 85, Volume 23, 226 - 233.
- Chocolate and Cocoa Health and Nutrition Edited by Ian Knight, Blackwell Science, 1999