Silvester- und Neujahrsbräuche


Silvesterbräuche

Knaller, Feuerwerk, Kirchenglocken und Sektkorken - Lärm und Musik sind aus den meisten Kulturen nicht wegzudenken, alleine in Deutschland werden jedes Jahr Knaller, Böller, Schwärmer und vor allem Raketen für mehr als 60 Millionen Euro in die Luft gejagt.
Ein noch junger Brauch ist, das alte Jahr laufend zu verabschieden. An den immer beliebter werdenden Silvesterläufen beteiligen sich Tausende von Menschen.
Der weltweit älteste und bedeutendste Silvesterlauf findet alljährlich in São Paulo in Brasilien statt.

Zum Jahreswechsel haben Glücksbringer Hochkonjunktur, eine ganze Reihe beeinflussen die Feiern zum Jahreswechsel bis heute. Dabei dreht sich alles um die Verabschiedung des alten Jahres und die Begrüßung des neuen.
Weit verbreitet ist das "Bleigießen" kurz nach Mitternacht. In einem eigens dafür vorgesehenen Löffel wird ein Stück Blei über einer Kerzenflamme erhitzt, geschmolzen und dann rasch in ein Gefäß mit kaltem Wasser geworfen. Aus dem Schatten der daraus entstandenen Figuren, glaubt man die Zukunft deuten zu können.

Ebenso beliebt sind die "Glückspfennige", die gemäß der alten Volksweisheit "wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert", ihre Glück bringende Bedeutung bis heute aufrechterhalten konnten. Der Glückspfennig, in Zeiten des Euros eigentlich Glückscent, ist ein Symbol für Reichtum. Indem man ihn symbolisch verschenkt, wünscht man dem Empfänger, dass diesem niemals das Geld ausgehen möge.

Des Hufeisens Aufgabe dagegen ist es, als Talisman Haus und Hof zu schützen und Fremden den Eingang zu verwehren. In früheren Zeiten wurde es auch an Schiffsmasten genagelt - selbst Admiral Nelson sorgte dafür, dass die "Victory" nicht ohne diesen Glücksbringer in See stach.

Schornsteinfeger oder Kaminkehrer gelten als Glücksbringer, weil sie immer als erste am Neujahrsmorgen durch die Straßen gingen und zum neuen Jahr gratulierten.

Glück kommt auch aus dem Blumentopf. Die Rede ist natürlich vom vierblättrigen Klee, dem "Glücksklee", welcher dem Volksglauben nach ein Füllhorn an guten Auswirkungen haben soll. Das geheimnisumwitterte Kleeblatt stammt eigentlich aus Mexiko und beflügelt geheime Wünsche und Hoffnungen zum Jahreswechsel.

Weit verbreitet sind auch Glücksschweine, meist aus Marzipan. Schon für die alten Germanen war der Eber heilig. Das Schwein galt als Symbol der Fruchtbarkeit und damit als Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Wer also damals viele Schweine besaß, war mit Sicherheit privilegiert und gut situiert. So bedeutet heute noch "Schwein haben", dass einer viel Glück hat.

Der Marienkäfer gilt als Himmelsbote der Mutter Gottes, er beschützt die Kinder und heilt die Kranken, wenn er ihnen zufliegt. Also niemals abschütteln oder gar töten - das bringt Unglück.

Ganz auf Nummer sicher geht man, wenn man die Glücksbringer addiert.
Der Handel hat sich längst auf die Vermarktung, des auch noch in heutiger Zeit weit verbreiteten Aberglaubens, spezialisiert.
Selbst im Supermarkt lassen sich Glücksschweine aus Marzipan, Marienkäfer aus Schokolade, oder kleine Töpfchen mit Glücksklee, dekoriert mit einem Schornsteinfeger oder einem Glückspfennig, kaufen.


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Artikel vom 28.12.2008
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