Rote Bete, oder auch Rote Rübe oder Rahne, zählt zu den klassischen Wintergemüsesorten, auch wenn man sie schon im Sommer ernten kann. Jung eingebracht ist die tiefrote höchstens mandarinengroße Knolle, die eng mit der Zuckerrübe verwandt ist, noch besonders zart und fein im Geschmack. Viele kennen das Rübengewächs nur als sauer eingelegte Scheibenform aus der Konserve, das knollige Gemüse findet man auf Märkten oder auch in der Supermarkttheke jedoch mit Stängeln und Blättern, meist als Bund angeboten. Diese jungen Rüben sollte man mit Laub lagern, denn so halten sie sich am besten frisch. Zudem kann man die Blätter, solange sie noch knackig sind, wunderbar als Salat oder auch als Blattgemüse verwenden; sie erinnern geschmacklich an Mangold, mit dem die Rote Bete ebenfalls verwandt ist!
Werden die Rüben erst kurz vor dem Frost geerntet, sind sie schon deutlich größer und lassen sich in ausgereiftem Zustand, ähnlich wie Kartoffeln, einige Monate lagern. Doch nur in festem Zustand und mit unbeschädigter Schale überstehen sie den Winter ohne besondere Qualitätsverluste.
Natürlich können Sie dieses tolle Gemüse auch einfrieren. Dafür die Knollen putzen (Vorsicht: Schale nicht verletzten, sonst verliert sich die schöne rote Farbe!), je nach Größe ca. 20 - 25 Minuten in Salzwasser garen, schälen, in Stifte, Würfel oder Scheiben schneiden und frosten. So hält sie sich bis zu einem Jahr und kann aufgetaut wunderbar als Salat, Gemüsebeilage oder Suppeneinlage verwendet werden.
Wer die Rote Rübe dieses Jahr glattweg übersehen hat: Eine geschmacklich bessere Alternative als die sauer eingelegte Bete ist die schon vorgekochte, geschälte und vakuumierte Version. Vor allem denen, die keine optimalen Lagerbedingungen vorweisen können, kommt diese Option entgegen, denn schlecht oder falsch gelagerte Rüben können giftige Nitrite bilden.
Auf jeden Fall sollte Rote Bete einmal roh probiert werden, denn dann entfaltet sie ihr leichtsüßes erdiges Aroma am allerbesten. Als kräftiger Rohkostsalat oder feines Carpaccio zubereitet ist sie zudem eine echte Vitaminbombe. Selbstverständlich kann man das Gemüse, zu Saft verarbeitet, auch trinken.
Wer den erdigen Geschmack nicht so gerne im Vordergrund schmecken möchte, rote Bete verträgt sich mit vielerlei Gewürzen, z.B. Kreuzkümmel, Fenchel oder auch Anis, wer es schärfer mag nimmt Chili oder Meerrettich.
Aber ebenso fruchtige Noten wie Orange oder Johannisbeere harmonieren toll zu dem optischen Knaller auf dem Teller. Ein Schuss Rotwein unterstreicht Farbe und Geschmack, auch Balsamicoessig passt wunderbar.
Die intensive Farbe ist dem hohen Gehalt an Betanin zu verdanken und hat eine außerordentliche Färbekraft, früher wie heute wird die tiefrote Knolle daher immer wieder gerne zum Färben von Lebensmitteln, z.B. Nudeln oder Eiern, eingesetzt. Damit die Hände nicht mitgefärbt werden, sollte man bei der Verarbeitung der Rübe am besten Einweghandschuhe tragen.
Wer Rote Bete bisher nicht mochte, ihr aber in ihrem natürlichen Zustand noch einmal eine Chance geben möchte, auf der nächsten Seite haben wir einige Klassiker und auch ein paar kreative Rezepte mit frischer Bete für Sie herausgesucht!

Henglein
Rama Cremefine

