Der Name „Hessen“ geht auf den germanischen Stamm der Chatten zurück, die im Gebiet zwischen den Oberläufen von Lahn und Werra siedelten. Die Römer trennten das Gebiet des heutigen Hessen durch den obergermanischen Limes. Die Reste sind noch heute an vielen Stellen zu sehen
Im Zuge der Christianisierung der Chatten im 6. Jh. geriet das Gebiet unter fränkischen Einfluss, was sich noch heute in so manchem Gericht widerspiegelt. Durch Erbfolge und daraus resultierende Kriege zerfiel Hessen im Mittelalter in kleinere Staaten, im19. Jh. gehörte Kurhessen sogar zu Preußen. Nach dem 2. Weltkrieg entstand das Land Hessen mit Wiesbaden als Hauptstadt.
Bedeutender als Wiesbaden ist allerdings fraglos Frankfurt am Main und das nicht nur kulinarisch gesehen. Hier wurden in der Vergangenheit deutsche Kaiser gekrönt und die Stadt ist heute ein bedeutender Welt- und Börsenhandelsplatz.
Schon lange haben die Touristen „Frankfurter Würstchen“ in der ganzen Welt bekannt gemacht.
Seit wann es die Würstchen gibt ist nicht bekannt, aber Mitte des 16. Jh. wurden sie schon anlässlich der Kaiserkrönung von Maximilian II. erwähnt.
Ein weiteres typisches Frankfurter Gericht ist „Rippchen mit Kraut“, wobei das Rezept nur mit gepökelten Rippchen original ist, nicht mit Kasselerrippchen!
Dafür wird eine Zwiebel in Schmalz angedünstet, das Sauerkraut kommt mit Gewürzen obendrauf, alles mit Wein angießen und schmoren lassen. Die Rippchen werden mit Zwiebel und Gewürzen gekocht und mit rustikalem Brot und dem Kraut aufgetragen.
Und dann gibt es natürlich die bekannte „Frankfurter Grüne Sauce“, die mindestens neun Kräuter enthalten muss - oder sind es nur sieben? So ganz einig sind sich die hessischen Hausfrauen nicht. Gegessen wird sie am liebsten zu Pellkartoffeln jeglicher Art und in Frankfurt gerne zu Ochsenfleisch oder zu Fisch.
Einem Frankfurter, dem Bankier Bethmann, haben wir, so jedenfalls ist es überliefert, auch die Bethmännchen (ein Weihnachtsgebäck aus Marzipan, Rosenwasser, Zucker und Mandeln) zu verdanken.
Das Nationalgetränk Hessens ist der Ebbelwoi = Apfelwein. Eine Spezialität mit dem Äppler aus dem Odenwald haben wir in unserer Rezeptdatenbank: Ebbelwoi-Hinkelsche mit Grünkern-Pfifferling-Risotto .
Natürlich kann man den Apfelwein auch zu vielen anderen Spezialitäten genießen, unbedingt dazu gehört aber die „handgeformte“ Sauermilchkäse-Spezialität „Handkäs‘ mit Musik“ - in dieser Kombination ein Muss, wenn man in Hessen Station macht.
Ursprünglich aus Nordhessen kommt der „Bloatz“ - das ist ein deftiger Speck- , Kartoffel- oder Zwiebelkuchen aus einem Hefeteig, der eher an Brotteig erinnert. Früher galt er als Arme - Leute - Essen, heute erfährt er, wie so viele alte Rezepte, eine Renaissance.
Eine weitere regionale Spezialität ist Kartoffelsalat mit Kraut, vor allem in Mittelhessen zu Hause. Hier liebt man Kohl, Lauch, Zwiebeln, Kartoffeln, frische Wurst - eben alles, was zu einer deftigen Küche gehört.
Aus der Vogelsberger Region kommen Gerichte wie Beulches oder dieses Schweinefleischgulasch.

Henglein
Rama Cremefine

