Richtig Einfrieren

Tiefgefrieren von Lebensmitteln - Allgemeine Tipps zum Einfrieren

Lebensmittel wie Fleisch, Obst und Gemüse sind schnell verderblich, auch wenn sie fachgerecht im Kühlschrank gelagert werden. Mit jedem Tag, den die Nahrungsmittel erleben, verlieren sie an Qualität – Bakterien vermehren sich ungehindert. Damit das, was nicht frisch verwertet werden kann, so viele Nährstoffe und Vitamine wie möglich behält, sollte man es frühzeitig, am besten sofort nach dem Einkauf, haltbar machen und einfrieren. Während man sich bei gekaufter Tiefkühlware an die Hinweise der Packungsangabe halten kann, ist mes beim Einfrieren zu Hause oft nicht so leicht da den Überblick zu behalten. Wir helfen Euch mit Tipps und Tricks rund ums Thema Einfrieren weiter und sagen Euch, welche grundlegenden Regeln zu beachten sind!

Einfrieren von Lebensmitteln – frisch muss es sein

Beim Einfrieren bzw. Tiefgefrieren werden Speisen langfristig, fast bis zu einem Jahr, konserviert. Doch wie lange hält sich die selbst eingefrorene Kost, was kann man alles tiefkühlen und worauf sollte man beim Frosten bzw. bei den Auftauzeiten achten? Friert man Lebensmittel und vorgekochte Speisen selbst ein, ist Frische die oberste Vorrausetzung. Je länger das Nahrungsmittel auf den Kälteschlaf wartet, umso größer ist der Qualitätsverlust. Am besten überlegt man sich bereits direkt nach dem Einkauf, welche Speisen haltbar gemacht werden sollen.

Einfrieren von Lebensmitteln – richtige Vorbereitung, Verpackung und Kennzeichnung

Sobald das Produkt für den Frostvorgang vorbereitet ist (geputzt, getrocknet, in Stücke geschnitten, ggf. blanchiert, bereits Gekochtes abgekühlt), wird es in kleinen Portionen in ein gefriergeeignetes Gefäß oder eine spezielle Gefriertüte gegeben, welche luft- und feuchtigkeitsundurchlässig ist. Um das zu frostende Lebensmittel vor Vitaminverlust und Gefrierbrand (siehe unten) zu schützen, sollte man versuchen, so wenig Luft wie möglich in der Verpackung zu lassen – am besten lässt man sich Fleisch schon beim Kauf vakuumieren. Allerdings darf ein Gefäß auch nicht zu voll gefüllt werden, da es sonst in gefrorenem Zustand (durch Ausdehnung von sehr wasserhaltigen Speisen) platzen oder sich zumindest der Deckel abheben könnte.

Wie bei gekaufter Tiefkühlkost ist auch bem Einfrieren zu Hause eine Kennzeichnung wichtig, um den Überblick zu behalten. Dies gilt sowohl für das Datum, an dem Sie das Gericht oder das Lebensmittel eingefroren haben, für die ungefähre Mindesthaltbarkeit, als auch für den Inhalt. Passende Klebeetiketten gibt es in jedem Schreibwarenladen zu kaufen.

Haltbarkeit des Gefriergutes

Nun gilt es, das Gefriergut möglichst schnell runterzukühlen, damit der natürliche Alterungsprozess des Lebensmittels gestoppt wird. Manche Tiefkühlgeräte verfügen über eine so genannte „Schockfrost“ – Funktion, wenn das Gewicht des Gefrierguts 1000g nicht überschreitet, kommt man aber auch ohne aus. Werden allerdings zu viele Lebensmittel auf einmal ins Gefrierfach gegeben, verlangsamt sich der Kühlprozess und die Speisen leiden unter Haltbarkeits- bzw. Qualitätsverlust. Wichtig ist, das frische Gefriergut nicht auf bereits gefrorene Tüten und Behälter, sondern flach in die Gefrierbox zu legen, so kann ein gleichmäßiger Gefriervorgang stattfinden.

Obst kann gut eingefroren werden, wenn man es zur weiteren Verarbeitung aufbewahren möchte. Allerdings eignen sich keine ganzen Obstsorten: Rhabarber, Aprikosen & Co sollten gewaschen, geputzt und in kleineren Stücken geschnitten eingefroren werden. Sehr wasserhaltige Sorten schmecken jedoch nach dem Auftauen nicht mehr ganz so frisch und knackig, bzw. werden matschig. Hier bietet es sich an, vor dem Einfrieren direkt ein Fruchtpüree herzustellen, dies ist geschmacklich die beste Alternative. Gerade bei wasserhaltigen Obstsorten bieten sich aber auch andere Konservierungsmethoden an, z.B. Einkochen. Insgesamt hält sich Obst je nach Sorte 9 bis 12 Monate im Gefrierfach.

Kartoffeln, Reis und Nudeln schmecken am besten frisch gekocht. Selbstverständlich kann man Reste auch über Nacht im Kühlschrank lagern. Eingefroren und wieder aufgetaut schmecken insbesondere Kartoffeln jedoch nicht mehr gut. Durch die Stärke in den meisten Beilagen verändert sich Konsistenz und Geschmack. Die Kartoffeln werden regelrecht matschig, da ihre Zellstruktur durch den sehr hohen Wasseranteil beim Einfrieren zerstört wird. Bereits frittierte Kartoffeln hingegen (Pommes, Kroketten, Reibekuchen) vertragen den Kälteschlaf hingegen unbeschadet. Nudeln sind nach dem Auftauen meist auch etwas weicher, Reis verändert sich je nach Stärkegehalt geschmacklich ebenfalls sehr stark.

Fleisch und Fisch lassen sich hervorragend einfrieren, wenn man auch hierbei ein paar Dinge beachtet: Fleisch immer so schnell wie möglich aus der Verpackung nehmen, gut trocken tupfen und so luftdicht wie möglich einfrieren, am besten in Gefriertüten. Noch besser ist es aber, Fleisch und Fisch mit einem Vakuumierer zu vakuumieren. Sie sind praktische Küchenhelfer und helfen dabei, Eure Speisen wie Profiköche luftdicht zu verschließen. Achtung: Aufgetautes rohes Fleisch nicht wieder einfrieren! Ist das Fleischstück noch leicht gefroren, lässt es sich super schneiden, braten sollte man es aber erst, wenn es Zimmertemperatur hat, sonst tritt zuviel Wasser aus und die Fleischstücke werden gekocht und nicht gebraten. Fisch hingegen nimmt man aus, lässt ihn nach dem Säubern anfrieren und bevor man ihn endgültig einfriert, taucht man ihn in Salzwasser. So erhält er eine schützende Eisschicht. Wie lange Euer Fleisch im Gefrierfach haltbar ist, erfragt Ihr am besten bei Eurem Fleischhändler oder Metzger.

Brot, Brötchen, Baguette und einige Kuchen (z.B. Rührkuchen) lassen sich ohne Probleme einfrieren. Auch hier sollte man darauf achten, diese gut und luftdicht im Gefrierbeutel zu verpacken, entweder am Stück oder Brot auch in Scheiben. Je frischer die Backwaren beim Einfrierdatum waren, desto besser schmecken sie nach dem Kälteschlaf. Brot, Brötchen und Baguette kann man ganz einfach direkt in gefrorenem Zustand in den Backofen geben, für Glanz und Knusprigkeit mit Wasser oder Milch bestreichen und aufknuspern lassen. Backwaren sind etwa 1 bus 3 Monate haltbar.

Milchprodukte wie Butter oder Hartkäse kann man optimal einfrieren. Weichkäse, Milch, Eier (jedoch Eigelb und Eiweiß getrennt) oder Joghurt eigenen sich dagegen nicht zum Einfrieren. Die übrigen Milchprodukte solltet Ihr nach 2 bis 6 Moanten aufbrauchen.

Selbstgekochtes einzufrieren ist grundsätzlich möglich, doch zum Beispiel bei Aufläufen oder sahnehaltigen Produkten ist dies nicht empfehlenswert. Beim Einfrieren solltet Ihr darauf achten, die Speisen schnell auf Zimmertemperatur abzukühlen und zügig in kleinen Portionen in einem sauberen Gefäß einzeln und luftdicht zu verschließen und einzufrieren, da sich Bakterien sonst schnell vermehren. Aufgewärmte und wieder abgekühlte Speisen halten sich etwa 1 bis 3 Monate in Eurem Gefrierfach.

Nach dem Einfrieren ist vor dem Auftauen

Damit das Gefriergut seinen vitaminerhaltenden Kälteschlaf gut übersteht, sollte es langsam und schonend aufgetaut werden. Viele Lebensmittel, die gefroren direkt in den heißen Topf gegeben werden, verlieren an Knackigkeit und Konsistenz. Nur einige Gemüsesorten, wie Spinat, überleben diese Vorgehensweise unbeschadet, zarte Obstsorten, wie Himbeeren, werden durch zu schnelles Erhitzen eher matschig. Fleisch, Fisch und besonders empfindliche Lebensmittel sollten am besten am Abend vorher aus dem Gefrierfach genommen und über Nacht im Kühlschrank aufgetaut werden, da Bakterien nach dem Kälteschlaf wieder aktiv werden und sich besonders schnell bei warmen Temperaturen vermehren. Deshalb sollten auch bereits eingefrorene rohe Lebensmittel, die einmal komplett aufgetaut wurden, nicht ein zweites Mal gefrostet werden – die Anzahl der Bakterien und Keime ist so erhöht, dass das Produkt weitere Lagerzeiten qualitativ nicht übersteht. Wurde das eingefrorene Lebensmittel nach dem ersten Auftauen gegart, kann es noch einmal eingefroren werden, allerdings sollte dies schnell passieren.

Was ist Gefrierbrand?

Gefrierbrand entsteht, wenn das Gefriergut mit zuviel Sauerstoff eingefroren wird oder Teile des Lebensmittels durch eine undichte Verpackung mit der kalten Frischluft in Berührung kommen. Die in Mitleidenschaft gezogenen Stellen trocknen aus und erhalten eine weißlich-graue Farbe. Dies passiert, da die Temperatur im Gefrierschrank leicht schwankt, es kommt immer wieder zu Wasserverdunstungen an der Lebensmitteloberfläche.
Gefrierbrand ist weder ungesund noch schädlich, es mindert jedoch erheblich den Geschmack des Gefriergutes an diesen Stellen. Die Stellen sind also insofern nicht wirklich genießbar und sollten großzügig entfernt werden. Ist das Lebensmittel großflächig betroffen, ist von dem Genuss aus geschmacklicher Sicht komplett abzuraten.
Verhindern kann man Gefrierbrand mit einer luftdicht verschlossenen Verpackung, am besten funktioniert jedoch eine eng anliegende Verpackung, am besten vakuumiert.

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