Dieses 1946 gegründete Bundesland ist ein Land der Burgen und Schlösser mit einer wechselvollen Geschichte, die weit in die Vergangenheit reicht.
Die Römer bauten unter Julius Caesar bei Koblenz in unfassbar kurzer Zeit eine Rheinbrücke. In Mainz erfand Johann Gutenberg im 15. Jh. den Buchdruck, was zu einer wahren Revolution bei der Verbreitung von Wissen in der damaligen Welt führte. Martin Luther sprach 1521 in Worms seine berühmten zwei Sätze “Hier stehe ich, Gott helfe mir. Ich kann nicht anders“ und wurde für seine Standhaftigkeit geächtet.
Ludwig der XIV. ist für die Verwüstung weiter Teile des heutigen Rheinland-Pfalz im ausgehenden 17. Jh. im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs verantwortlich und später besetzten Franzosen nach der Französischen Revolution weite Gebiete auf der linken Rheinseite. Der Wunsch nach Freiheit und Demokratie, der der Französischen Revolution zu Grunde lag, trug auch in Deutschland Früchte und so wurde das “Hambacher Fest” im Mai 1832 zur “Wiege der Demokratie”. Als Zeichen dafür wurde erstmals die schwarz-rot-goldene Fahne getragen.
Die vielfältige Geschichte des Landes spiegelt sich auch in den kulinarischen Traditionen wieder.
Da Rheinland-Pfalz ein Weinanbaugebiet ist, werden die Gerichte sehr oft mit Wein aromatisiert. Der Weinanbau bestimmt auch seit uralten Zeiten das Leben der Bevölkerung. In den Winzerfamilien finden wir auch heute noch eine deftige, bodenständige Küche vor - wer kennt nicht den „Pfälzer Saumagen“, Leibgericht unseres Altbundeskanzlers Helmut Kohl.
Aber natürlich hat gerade die traditionelle Pfälzer Küche, die übrigens zurzeit eine Renaissance erlebt, noch mehr zu bieten, u.a. eine Reihe von Wurstspezialitäten wie Leberwurst, Blutwurst oder Bratwurst . Und wie wichtig den Pfälzern ihre Wurst ist, sagt folgender Satz aus: „Vor dem Dorscht und nach dem Dorscht, immer schmeckt die Pfälzer Worscht“.
Eine besondere Spezialität der Pfälzer sind die Dampfnudeln, entweder süß mit Weinschaumcreme oder deftig zur Kartoffelsuppe. Kartoffeln sind in ganz Rheinland-Pfalz beliebt, was die Hoorige Knepp (pfälzische Kartoffelklöße) in der Pfalz sind, sind der Döppekooche und der Rivkuche im Rheinland.
Weiterhin ganz oben auf der Liste der beliebtesten Speisen stehen im Norden von Rheinland-Pfalz deftige Gemüseeintöpfe, z.B. die Schnippelbohnensuppe, die Gerichte „Dicke Bohnen mit Speck“, „Himmel und Äad“, Miesmuscheln rheinische Art und nicht zu vergessen der Rheinische Sauerbraten, der auf fast jeder Speisekarte zu finden ist. Ursprünglicher und “echter” ist dieser eigentlich aus Pferdefleisch, allerdings wird er so, zum Glück für Pferdefreunde, heute kaum noch serviert.
In der Südpfalz ist die Küche weniger deftig. Hier spielt die Zwiebel eine wichtige Rolle, es gibt Weinbergschnecken, Esskastanien und Flammkuchen. Die Weinbergschnecken wurden übrigens lange Zeit als Ungeziefer vernichtet und erst durch den Einfluss der französischen Küche in den Speiseplan aufgenommen.
Da die Pfalz Deutschlands größtes Weinbaugebiet ist, verwundert es sicher nicht, dass das Getränk zu all den Köstlichkeiten ist.
Auch im Ahr- und Moseltal wächst der Wein und ist bevorzugtes Tischgetränk, die Trierer hingegen lieben ihren “Viez“, in anderen Regionen auch „Äppelwoi“ genannt. Das ist ein herber, starker Apfelwein, der hervorragend den Durst löscht. Besonders gut schmeckt er zu Fischen aus der Mosel, die gebacken in den Gartenwirtschaften zu Apfelviez angeboten werden.

Henglein
Rama Cremefine

