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Hallo,
das ist ein "heikles" Thema und berede es nun schon seit Montag mit meinen Kollegen und meinem Betriebsrat, aber vielleicht habt Ihr eine ganz praktische und evtl. Laien Juristische Meinung dazu. Ich arbeite in einem großen Konzern (der in Deutschland mehrere Starndorte hat) und habe für Standort B einen Arbeitsvertrag. Ich arbeite nun 10 Jahre an diesem Standort (zuerst Ausbildung, 1 Jahresvertrag, Verlängerung, 2 Kündigungswellen..) und bin im 8. Jahr hier hin umgezogen da mir die täglichen 4 Stunden Pendelei auf die Nerven gingen (mein Privatleben sehr darunter gelitten hat) und zu diesem Zeitpunkt ein Tarifvertrag 3 Jahre Ausschluß von Betriebsbedingten Kündigungen versprach. Ich wohne nun seit 1,5 Jahren am Standort B, und habe mir hier ein echtes Leben aufgebaut (Freunde, Hausarzt, VHS Kurse, Sportverein, Stammtisch, guter Friseur, Nachbarschaft die mich mag..).Wenn Not am Mann ist fahre ich auch schon Mal für 1 Monat zum Standort C (600km weit weg) und lebe dann die Woche über aus dem Koffer. Das bekomme ich alles noch irgendwie hin, aber es herrscht in diesem Monat echtes Chaos (Kein Haushalt - die Haustiere (Futterautomat und Nachbarin guckt 1 x am Tag rein) gucken mich mit dem Arsch nicht mehr an - der Flurputzplan wird geschoben - Mülleimer rausschieben muss ich dann einen anderen Monat übernehmen - Blumen gehen kaputt - VHS Kurs und Sport fällt aus - am Wochenende nur Wäschewaschen, Bügeln und Kofferpacken). Nun steht ein längerer Einsatz (unbestimmte Zeit bis immer, aber so das sich der Standort laut Arbeitsvertrag nicht ändert) an einem Standort D an, der täglich 4 Stunden pendeln oder Hotel bedeuten würde. Laut Tarifvertrag sind diese 4 Stunden pendeln generell keine Arbeitszeit! Sie wären aber Arbeitszeit wenn ich z.B. nur 4 Stunden "Arbeiten" + 4 Stunden "Reisen" = 8 Stunden arbeiten würde. Ich bin durch das "alte" Pendeln in "ich nenne es Mal" Stressbedingte Körperliche Gebrechen gelaufen, und so habe ich z.B. jeden Freitag einen 8:00 Uhr Dauer-Arzt Termin der auch noch mindestens 6 Monate anhalten wird. Ich will ersthaft nicht 12:00 Stunden am Tag pendeln, aber auch ein Hotel kommt für mich nicht in Frage da ich dann überhaupt kein Stückchen "zu Hause" mehr habe. Lieber Stress und das Eigene Bett, als am fremden Standort Frust zu schieben. Meine eigentliche Frage ist: Kann das ein Arbeitgeber einfach verlangen das ich am Tag 12 Stunden unterwechs bin? Müsste er nicht z.B. auf 6 Stunden Arbeiten + 4 Stunden Reisen "ausweichen"? (Oder 4 Stunden + 4 Stunden?) Der Arbeitgeber hat doch in irgendeiner Art eine "Soziale Verpflichtung" oder? Oder gilt das nur dann wenn ich "Kinder, Haus und Mann" habe? Weil unter den Bedingungen kann man nie "Kinder, Haus und Mann" dazubekommen... ?? Danke fürs Lesen Gruß Sonnentau77 |
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die Frage pauschal zu beantworten ist fast nicht möglich, da das wichtigste ist, was in deinem Arbeitsvertrag, Tarifvertrag steht und was der Betriebsrat dazu sagt. Das ganze drumherum ist ärgerlich, aber solange man nicht weiß was für eine Funktion du da hast, als was du angestellt bist, was in deinem Vertrag steht ists nur schwer zu beantworten.
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Hallo Sonnentau,
ich kann Deinen Frust gut verstehen (bin selbst jahrelang gependelt). Von der rechtlichen Seite habe ich keine Ahnung, vermute aber, dass der Arbeitgeber da zu gar nichts verpflichtet ist. Für mich hört sich das so an, als wärst Du ziemlich unglücklich mit Deiner beruflichen Situation. Vielleicht hilft ein Jobwechsel. Auch wenn man dann z.B. nur die Hälfte verdienen sollte, kann man ohne nerviges Pendeln mehr Freude am Leben haben. LG mitternacht |
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> Ich bin ein kleiner Angestellter - in der Hierrarchie kommt nur noch der "Azubi" unter mir ;o) Ich würde dort ein Technischer Mitarbeiter werden ohne Weisungsbefugniss.
> Im Tarifvertrag "steht nichts brauchbares" drin und das ist das Problem. Was drin steht ist, das Reisezeit keine Arbeitszeit ist, das aber Reisezeit wenn sie die Arbeit "auf 8 Stunden" auffüllt als Arbeitszeit angesehen wird, das Reisezeit über die 8 Stunden Arbeit hinaus zu 50% mit Freizeit vergütet werden (und ich 6 Monate später abfeiern darf). Und das ich eine Ruhezeit von 11 (oder 12) Stunden zwischen Arbeit und Arbeit haben muss, was aber hier egal ist da Reisezeit keine Arbeit ist. Darüber hinaus steht das mich mein Arbeitgeber nach Abwägung der Privaten und Dienstlichen Gründe mich auf längerfristige Dienstreisen schicken darf. > Der Betriebsrat sagt wenn ich Haus, Kind und Mann hätte dürfte ich mich auf die Sozialehärte beziehen. So nicht. Ob ich 4,6, oder 8 Stundem am Tag arbeiten "muss" kann man mit dem Projekt aushandeln, man hat allerdings keinen Anspruch darauf. Wenn das Projekt 8 Stunden Plus sagt, habe ich 8 Stunden Plus zu machen.... > Meine Arbeitskollegen (die auch zum Standort D sollten) mit Familie haben sich inzwischen auf die Sozialenverpflichtungen bezogen und wurden vom Projekt abgezogen. |
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Dein Vertrag regelt die Reisezeit. Sofern Du keine Dienstanweisung hast, mit dem Auto zu fahren, oder eine Dienstanweisung, unterwegs zu arbeiten, ist Deine Reisezeit Freizeit.
Meine 5ct. Wenn umziehen nicht in Frage kommt würde ich einen alternativen Job suchen. Wenn der gefunden ist, Du aber bei Deinem AG gerne arbeitest, kannst Du damit nochmal in Verhandlung gehen ("Hier bleiben oder Kündigung"), müsstest dann halt aber auch wechseln, wenn sich der AG nicht auf diese Erpressung einlässt und Dich lieber ziehen lässt. Je höher Du in der Nahrungskette stehst, je unverzichtbarer Du bist, desto eher wird man Dir hier entgegen kommen, desto eher hätte man das aber auch nicht über Deinen Kopf hinweg entschieden. ESCH |
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Hallo,
Umziehen fällt deshalb für mich als Option aus, da sich mein Arbeitgeber schon Übermorgen überlegen kann das er mich doch am Standort A,B, C, D, (halt das ganze Deutsche + Arabische Alphabet zusammen) haben möchte. Ich würde also ein 2tes bis xtes Mal wegen der Firma umziehen. Das mit dem "anderen" Job habe ich mir auch bereits überlegt, Ich habe allerdings gesehen das man bei 8 Stunden Schlaf + 12 Stunden Arbeit (+Pendeln) kaum noch Zeit hat sein Leben zu Organisieren. Ich habe dadaurch knappe 6 Monate gebraucht um eine schöne Wohnung zu finden und noch Mal 2 um wirklich umzuziehen. Und ungefähr genauso Stressig stelle ich mir das mit der Bewerbung für einen anderen Job auch vor.... Die werden kaum um 22:00 Uhr zum Vorstellungsgespräch einladen (wo ich mich munter Verkaufen sollte) und während der Arbeit einen anderen Job Suchen... Nunja... da ist die Abmahnung nahe... In dieser Firma ist man entweder Familienmensch dann wird man "in Ruhe gelassen" oder Karriere geil und auf "Dienstreise"... Ich habe keine Familie aber Karrieremensch (=keine Freizeit) bin ich auch nicht... Gibt es nicht mehr "nur Arbeiten"? |
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Vielleicht wäre es auch eine Option, sich mal innerhalb der Firma nach einem Job in einer anderen Abteilung umzuschauen? Gerade in einer größeren Firma ist so etwas doch oft sehr einfach möglich.
LG Sylvia |
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Hallo Sylvia,
das ist mir gerade zum Verhängnis geworden -> "Der Neue Job" ist am Standort D :o) Aber du hast Recht.... ich sollte mal wieder die 2000 internen Stellenanzeigen durchwühlen... vielleicht gibt es diesmal was im Umkreis von 100km (gab es letze Woche noch nicht). Gruß |
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Hmpf. Solange du es nicht versuchst wird es bei Vermutungen bleiben.
Ich seh das nicht ganz so krass wie Du - "keine Freizeit" und "Jobsuche = Abmahnung". Ja, man hat als Pendler deutlich weniger Freizeit und muss sich besser organisieren, Freizeit auf 0, dafür benötigt es schon noch einen anderen Auslastungsgrad abzüglich Freizeitausgleich. Die hätten außerdem schnell ein Problem mit dem Betriebsrat, wenn sie Dich grundlos abmahnen. Musst halt im Gegenzug auch "sauber" spielen. Um Dir eine Sorge zu nehmen: Die Bewerbungen, das kann ich Dir versichern, die kann man parallel stemmen, auch ohne krank feiern und vorgeschobene Arzttermine oder solche Spielchen. (Das wären dann Abmahnungsgründe). Finde ich sogar leichter, als Wohnung und Umzug, ehrlich gesagt. Unterlagen macht man abends und am Wochenende. Terminvereinbarung erfolgt per Mail oder man geht kurz raus und telefoniert draußen. Gespräche 8 Uhr frühs und 1/2 Tag frei nehmen, oder abends bevor die Chefs heimgehen und eben nach dem Mittag gehen. Einiges, erste Gespräche z.B., läuft inzwischen auch bei vielen Firmen per Telefon. Das kann man sogar in der Mittagspause stemmen. Versuchs. ESCH |
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Hallo,
was mir nicht ganz klar wird, ist ob du am neuen Standort eine fixe Wochenarbeitszeit hast oder nicht. Denn Du schreibst, Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, am neuen Standort z.B. nur an drei Tagen die Woche zu sein und zu arbeiten, dann dort auch im Hotel zu wohnen und eben auch mal 10 Stunden an diesen Tagen zu arbeiten und die anderen beiden Tage von deinem Heimatstandort? So bist du immer noch vier Tage die Woche zu Hause, kannst dein Sozial Leben weiter pflegen und hängst dich sicherlich motivierter rein. Grüße von Mona |
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