untypisches Studentenmesser

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18.01.2013 12:57

Scooba

Mitglied seit 18.01.2013
8 Beiträge (ø0,01/Tag)

Hallo Chefkoch Community,
seit meinen jüngsten Jahren liebe ich das Kochen. Ich denke, das kommt vor allem daher, dass auch mein Vater sehr gerne und viel kocht. Im Laufe der Zeit wurde in mir der Wunsch nach einem "richtig guten", scharfen Messer immer größer. Nun werde ich bald ausziehen und es wird Zeit, mir mein eigenes "Küchenset" zusammen zu stellen. Als Student sitzt das Geld nicht sooo locker, als dass gleich alles "luxus" sein kann, doch das lang gewünschte Kochmesser möchte ich mir nun gönnen.

Ich habe mich hier schon durch einige "Kochmesser" Themen gelesen, doch wirklich weiter gebracht hat es mich nicht. Es wurden immer weitere Alternativen aufgezeigt und aufgrund mangeldem Fachverständnisses wusste ich nichtmehr, ob das denn noch das richtige für mich ist. Daher bitte ich euch, habt Erbahmen für diesen weiteren Messer Thread na dann...

Also, was suche ich eigentlich? Mein Auszug wird ein markanter Punkt im meinem Leben sein und ich möchte ein Messer haben, dass mich immer daran erinnert. Es soll etwas besonderes sein, was mein Leben lang hält. Daher bin ich auch durchaus bereit, viel Geld dafür auszugeben. Als Richtline würde ich mal sagen, bis ungefähr 300€.

In der Küche soll es eine Allzweckwaffe sein. Gemüse, Fleisch etc. Ich denke dabei an das typische "Kochmesser" ~ 20 cm lang. Scharf sollte es sein, so scharf wie möglich. Dennoch sollte es leicht in der Pflege sein und möglichst rostfrei. Ich habe bisher Messer nur mit einem Wetzstab geschärft, an die Steine traue ich mich irgendwie nicht wirklich heran. Also sollte es entweder lange scharf bleiben, sodass ich es wenn nötig mal zu einem professionellen Messerschleifer geben kann und dann länger wieder meine "Ruhe hab", oder aber für mich Lainen einfach zu schärfen sein. Dieser japanische V-Schliff würde für mich wohl ein Problem darstellen, wenn ich es selbst schärfen müsste. Zudem sollte es auch keine Probleme mit Fruchtsäuren geben - habe gelesen, dass das wohl teilweise wohl problematisch sein kann.

Als besonderes Stück in meinem Leben, sollte es auch optisch was her machen. Mir persönlich gefällt diese Damast Optik sehr gut. Im moment gefällt mir der "europäische" Stil der Messer besser, doch je mehr japanische ich sehe, desto attraktiver werden auch diese für mich. Bin da erstmal allem offen ;)

Nun brauche ich eure Hilfe, denn ich denke, dass hier einige mehr Ahnung haben als ich ;) Ich habe auch mal ein paar Messer rausgesucht, die so etwa dem entsprechen, was ich mir vorstelle. Das bedeutet nicht, dass ich genau diese Messer in Betracht ziehe - es ist nur eine grobe Richtung, damit ihr seht, was ich meine.

Ich weiß nicht, ob ich hier Links zu Online Shops einfügen darf, daher lieber mal nur die Namen der Messer:
- Kochmesser 20 cm - KAI Damastmesser PREMIER Tim Mälzer
- Kochmesser 20 cm - Kasumi Damast Messer MASTERPIECE
- Kochmesser 20 cm - Kasumi Damast Messer Superior
- Kochmesser 21 cm - Güde Messer - ML-Ebenholz

Ich habe nicht vor, das Messer einfach so online zu kaufen, natürlich möchte ich es vorher mal in die Hand nehmen. Ich möchte nur vorher mal ein paar Empfehlungen hören, damit ich grob weiß, nach was ich suche. Wenn wir schon bei dem Thema sind, kennt jemand von euch einen Messer Laden im Raum Frankfurt? Meine Suche brachte mich bisher nicht sehr weit..

Ich danke euch schonmal für eure Hilfe.

Gruß,
Scooba
18.01.2013 13:15

Soulskier

Mitglied seit 22.11.2009
1.463 Beiträge (ø0,57/Tag)

Um die Verwirrung noch zu vergrössern, schau dir doch auch mal die Messer von Dick an und von Nesmuk. Nesmuk wäre gerade mein Favorit, allerdings beginnen die erst bei 350,-. Sind aber recht eigensinnig was Optik anbelangt und seit ich die ausprobiert habe im November stehen sie ganz oben auf meiner Wunschliste. Blöd nur, dass Messer so lange halten.
Gute Erfahrungen habe ich mit meinen Messern aus der Chroma Type 301 Serie im Porsche Design gemacht. Diese begleiten mich nun schon über 10 Jahre. Aktuelle Favoriten, die ich schon verwende sind jedoch meine Aritsugu Messer aus Japan. Die bekommt man hier auch hin und wieder oder im Internet.
18.01.2013 14:22

TPunkt

Mitglied seit 21.08.2007
9.895 Beiträge (ø2,91/Tag)

Dass die Damastoptik bei diesen Messern wirklich nur optische, keine funktionalen Gründe hat, weißt Du ja sicherlich, wenn Du hier schon viel gestöbert hast. Dieser VG-10 Stahl, der für die eigentliche Schneide verwendet wird, ist in Japan wohl eine Art Standard und sicher nicht verkehrt. Wenn Dir die besondere Optik den Preis wert ist, hau die Kohle raus.
Aber auch diese Messer werden irgendwann stumpf und müssen geschärft werden. Das ist schwieriger, wenn der Stahl sehr hart ist. Ich würde an Deiner Stelle entweder noch das Geld für einen elektrischen Messerschleifer von Kai mit einplanen (die Eva hier ist damit ganz zufrieden) oder erstmal einen Schleifstein kaufen und mit den alten Messern üben. Womöglich willst Du dann gar keine neuen Messer mehr, wenn Du erstmal gelernt hast, dass Du auch die "einfachen Dinger" rasiermesserscharf bekommen kannst.

P.S. Die Porsche-Design-Messer liegen mir persönlich gar nicht. Ich finde den Griff zu unbequem und vor allem zu rutschig. Andere sehen das aber anders. Drum lohnt es sich, ein Messer in die Hand zu nehmen.
18.01.2013 14:27

unnütz

Mitglied seit 28.10.2004
1.961 Beiträge (ø0,44/Tag)

Eva ist mit allen zufrieden was teuer ist. Das ist also kein Kaufargument HAR HAR HAR

Kauf das Güde, damit unterstützt du die deutsche Wirtschaft!
18.01.2013 14:34

lela2810

Mitglied seit 02.10.2007
565 Beiträge (ø0,17/Tag)

Und pass immer gut drauf auf...

klick

Na!
18.01.2013 15:21

Trolliver

Mitglied seit 11.10.2012
1.214 Beiträge (ø0,8/Tag)

Hallo Scooba,

bei 300 Kröten für ein Messer steige ich aus. Messer sind sonst mein Lieblingsthema, aber da kann ich nicht mitreden. Na!

Ich werde übrigens auch immer an mein erstes Messer denken, und wenn du hier schon viel gelesen hast, bist du vielleicht schon über mein Kochmesser gestolpert: Flohmarktkauf, 10 Mark, sauscharf, 30cm Klinge, immer noch mein Liebling.

Zu Dingen, die uns lang begleiten, entwickeln wir immer eine besondere Beziehung. Der Preis ist dabei irgendwann völlig irrelevant, auch, wie das Teil irgendwann mal aussieht. Die Erlebnisse damit sind entscheidend. Bei mir war schon der Kauf ein Erlebnis: alter, grummeliger Türke (Russen gab's damals noch nicht auf den Flohmärkten) mit einem Korb voller Messer. Als ich fragte, ob die auch scharf seien, nahm er eins in die Hand und schnitt damit ein lose hingehaltenes Papier durch. Guckte. Das hat mich beeindruckt. "15 Mark", sagte er. "10", antwortete ich. Er schauet noch mißmutiger, machte eine Scheiß-egal-Handbewegung und sammelte meinen 10er ein.

Oliver
18.01.2013 15:26

sonnenschweif

Mitglied seit 12.10.2004
5.407 Beiträge (ø1,22/Tag)

Hallo,

ich bin mit den Cermax-Messern sehr zufrieden.

Viele Grüße

_______________________________________________________________________________
Lass dich nicht treiben von jedem Wind, und folge nicht jedem Weg wie die doppelzüngigen Sünder, sondern bleibe fest bei dem, was du erkannt hast, und rede nicht bald so, bald anders. Sei schnell bereit zum Hören und lass dir Zeit, freundlich zu antworten. Verstehst du etwas von der Sache, so erkläre es deinem Nächsten, wenn nicht, so halt deinen Mund! Sir 5,11-14
18.01.2013 20:03

klioban

Mitglied seit 27.11.2009
241 Beiträge (ø0,09/Tag)

Hallo Scooba,

wenn Du auf Damasttapete verzichten kannst, dann schau Dir doch mal die Messer vom deutschen Messermacher Jürgen Schanz an. Ein "Lucidus IV Gyuto 21cm" mit einem Griff aus poliertem Makassar-Ebenholz könnte Dir vielleicht gefallen. Das dürfte alle Deine Anforderungen erfüllen und liegt in Deinem Budget.

Grüße, klioban
18.01.2013 21:17

schelli1

Mitglied seit 11.04.2009
13 Beiträge (ø0/Tag)

Deine Einschätzung bzgl. des Stellenwertes eines guten Messers in der Küche teile ich.
Allerdings habe ich den Anspruch, meine Messer selber gut zu schärfen. Auf Stein.
Deshalb: 150€ für einen Schleifkurs zb. bei dick.biz (leider ist mein Lehrer nicht mehr dort, er war excellent), Rest für's Messer.
Ich arbeite mit asymmetrisch geschliffenen Global-Messern (meist G17) und bin sehr zufrieden.
Ein 80er, ein 1000er und ein 6000er Stein vervollständigen die Combo.

^Link vom Admin entfernt^
18.01.2013 22:27

peter-k

Mitglied seit 01.11.2005
10.275 Beiträge (ø2,53/Tag)

Hallo Scooba,

Schelli hat erwähnt, dass er selbst meistens mit einem 27er Kochmesser hantiert. Ich persönlich nehme normalerweise ein 24er mit dünner Klinge, das auch als Brotmesser dient. Beim Zerteilen von Weißkohl diese Woche war ich sehr froh darüber, dass das Messer durch die dünne Klinge leicht durch den Kohl ging und durch die Länge noch "Reserven" hatte. Die japanischen Messer sind meistens so leicht, dass man (naja, nicht jeder) nach kurzer Eingewöhnung mit etwas größeren Klingen gut klar kommt.

Gruß
Peter
19.01.2013 02:12

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
9.952 Beiträge (ø2,22/Tag)

Mein schärfstest Messer ist ein Global G5, geschliffen mit einem King 1000 und poliert mit der Rückseite des King mit 6000.

Gruß
Joe YES MAN
19.01.2013 11:59

Scooba

Mitglied seit 18.01.2013
8 Beiträge (ø0,01/Tag)

Ich danke euch für eure Antworten!

@Soulskier:
Werd ich machen. Die Nesmuk sind mir auch schon aufgefallen, werde versuchen mal so eins in die Finger zu bekommen. Die Porsche Design Messer gefallen mir optisch allerdings nicht so gut.

@TPunkt:
Ja habe ich schon mehrmals gelesen, dennoch finde ich die Optik einfach wesentlich besser. Es sieht einfach "besonders" aus Na!
Das mit dem Stahl ist interessant. Aber muss das Messer dann nicht auch seltener geschliffen werden, wenn der Stahl härter ist?

@lela2810:
Oh ich glaube ich würde platzen :P Es gibt ein paar Dinge, die ich wie Heiligtümer behandel, das Messer wird definitiv dazu gehören. Werde versuchen, immer ein Auge darauf zu haben und schnell zurück ins Zimmer zu bringen, sobald es nichtmehr gebraucht wird. Allerdings hoffe ich ja auch, dass ich nicht an solche Mitbewohner gerate...^^

@Trolliver:
Kann die Beziehung zu deinem Messer vollkommen nachvollziehen. Allein schon, dass du eine solche Geschichte parat hast. Allerdings ist das wie ein Ehering - entweder ich habe einen Ring mit Geschichte, oder es muss der teuerste und schönste sein hechel... (Glaube ich, von der Heirat bin ich noch etwas entfernt Na! )

@klioban:
Hab mich mal etwas über dieses Messer schlau gemacht. In der Tat ist es wohl genau soetwas, wonach ich suche! Danke! Hoffe ich kann das Messer irgendwo mal finden und in die Hand nehmen.

@schelli1, peter-k, Joe_Cool:
Schelli, da sprichst du ein sensibles Thema an na dann... Ich fände es natürlich klasse, wenn ich in der Lage wäre, meine Messer selbst perfekt zu schärfen, doch im Moment traue ich mich da noch nicht ran. Werde deinen Tipp bzgl. des Schleifkurses mal im Hinterkopf behalten, leider sind die Kurse bei dick.biz alle recht weit von mir entfernt. Wenn ich ein Messer habe, dass mein Leben lang hält, werde ich es aber sicher irgendwann selbst schärfen wollen. Vorerst werde ich versuchen jemanden zu finden, der in der Lage ist mir mein Messer perfekt zu schleifen.
Die Global Messer sehen in der Tat etwas lang aus, aber wie Peter sagte, kann der Schein trügen. Von den Beschreibungen her hört es sich schonmal interesssant an.

Da waren jetzt einige interessante Empfehlungen dabei. Werde versuchen alle mal in die Finger zu bekommen (möglichst nicht wortwörtlich Lächeln ). Habe ein Geschäft ("Küchenmeister") in Darmstadt gefunden, welches laut Website wohl einige der hier genannten Messer haben soll. Werde da kommende Woche mal vorbei schauen. Außerdem bieten sie auch einen Schleifservice an. Gibt es eigentlich irgendeine Möglichkeit zu überprüfen, wie "qualifiziert" ein Messerschleifer ist? Denn wenn ich ein teures Messer zu einem Messerschleifer bringe, könnte der im schlimmsten Fall ja vermutlich auch einiges versauen.
Das ist vermutlich auch der Grund, warum ihr euch nur selbst vertraut. Versprochen, ich werde das mit dem Schleifkurs bei Gelegenheit mal in Angriff nehmen Na!

Von den Damast Messern scheint ihr ja alle nicht so sonderlich viel zu halten. Liegt das nur daran, dass man mehr Geld nur für Optik ausgibt? Oder gibt es da auch qualitative Unterschiede? Wie oben schonmal erwähnt, finde ich die Damast Messer optisch ansprechender als die aus einem Stück gefertigten Messer. Damast sieht irgendwie nicht so langweilig, "gewönlich" aus.. na dann...

Nochmals vielen Dank.
Gruß,
Scooba
19.01.2013 12:10

peter-k

Mitglied seit 01.11.2005
10.275 Beiträge (ø2,53/Tag)

Hallo Scooba,

ich persönlich habe mich an den Damaststreifen ziemlich schnell sattgesehen. Aber wenn ich mir im Kaufhaus so ein Tim Mälzer-Messer ansehe, kann ich mir schon vorstellen, dass es für viele attraktiv ist. Trotzdem, wenn einem ein Messer nicht gut in der Hand liegt, ist das wie mit Schuhen, die zwar toll aussehen, aber drücken. Deshalb gibt es ja auch nicht das *eine* Messer.

Gruß
Peter
19.01.2013 12:31

parzifal

Mitglied seit 15.02.2008
226 Beiträge (ø0,07/Tag)

Hallo Scooba,

wenn du im Raum Darmstadt wohnst, empfiehlt sich ein Ausflug in
den Odenwald zu "Messer-Vetter", ruf mal die Web-Seite auf.
Was schleifen und Messer angeht sehr zu empfehlen.

Gruß
parzifal
19.01.2013 12:54

Dröppelminna

Mitglied seit 03.09.2007
4.273 Beiträge (ø1,26/Tag)

Und falls Du im Raum Nrw lebst - in Solingen gibt es durchaus einige Hersteller, deren Dozenten fürs Schärfen wissen wovon sie reden.
ZB Böker. Um nur einen zu nennen.
Für den Grundkurs legst Du auch nur die Hälfte der 150 Steine des anderen Kurses hin.


Viele Grüße
Dröppelminna


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