Gusseisenpfanne einbrennen - Fehler gemacht?

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27.07.2010 21:18

schakal102

Mitglied seit 13.04.2010
8 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo an das Chefkoch-Forum
Ich habe mir vor ein paar Wochen eine Gusseisenpfanne von Skeppshult gekauft (ist meine erste). Sie war schon eingebrannt in der Fabrik. Ich habe wie nach Anleitung die Pfanne nur noch mit warmen Wasser ausgespült und dann losgelegt. Allerdings ist mir vor paar Tagen beim Braten von Gulasch mit Zwiebelstücken das ganze an der Pfanne angebackt. Ich habe dann Sahne hinzugegeben und so eine tolle Sauce erhalten.
Seitdem habe ich aber den eindruck, dass die Pfanne nicht mehr eine so gute Antihaftwirkung hat. Ich habe die Pfanne leider mit einem Stahlwolleschwamm reinigen müssen und habe dann nach Forumrecherche versucht, die Pfanne wieder einzubrennen. Irgenwie weiß ich nicht, ob ich es richtig gemacht habe, bzw. ob das Ergebnis so richtig ist.
Da ich kein gelernter Koch bin und nicht die Erfahrung habe, wende ich mich an euch.
Meine bisherige vorgehensweise.
Ich habe zuerst in die gereinigte Pfanne Sonnenblumenöl gegeben und dann diese erhitzt bis zum Rauchpunkt für ca. 5 min - das Öl aber nicht komplett verrauchen/verbrennen lassen. Nach dem Abkühlen war in der Pfanne eine Art klebrige Restölschicht. Also habe ich mir gedacht, das war nicht OK und nochmal versucht diese zu Erhitzen. Es hat wieder ordentlich gequalmt und sich an einigen Stelle eine dunkle Schicht gebildet. Ist das nun schon eine Art Patina oder einfach nur verbrannte Ölreste?
Ich bin mir da nicht so sicher, weil ich folgende Beobachtungen gemacht habe.

1. diese dunkle Schicht blättert teilweise am Rand ein bisschen ab, also man kann nicht 100% sagen, dass es eine feste Verbindung zwischen zu der Eisenpfanne ist
2. wenn ich diese dunkle Schicht ankratze (auch mit Hölzlöffel ein bisschen fester drücke reicht schon) dann kommt unter der dunklen Oberfläche eine braune Schicht zum vorschein, halt so, als ob ich eine Verbrannte Kruste auf der Pfanne habe, die Innen noch nicht komplett verbrannt ist

Kann mir jemand helfen und sagen, ob meine Methode falsch war bzw. was ich da eigentlich gemacht habe (Patina oder verbrannte Ölreste)
Und des weiteren, hat jemand vielleicht einen Tipp, wie ich nun das einbrennen richtig machen kann? (ist billiges Sonnenblumenöl - Kaufland OK?)
Muss ich in der Pfanne nur einen dünne Ölschicht geben und diese vollständig verbrennen oder sehr viel Öl (mehrere mm) in die Pfanne geben und das nur rauchen lassen aber nicht komplett verbrennen lassen?

Irgendwie kann man beide Methoden lesen bzw. finden

Liebe Grüße
27.07.2010 21:34

Ritchie.S

Mitglied seit 18.05.2004
31.765 Beiträge (ø6,93/Tag)

27.07.2010 22:58

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
9.951 Beiträge (ø2,22/Tag)

Hi,

ich geh mal von einer Pfanne aus "nacktem" Gußeisen aus, richtig?

Meine sind von Lodge und die schlagen folgendes vor: Öl dünn in der Pfanne verteilen und dann bei 200 Grad umgedreht in den Backofen und ca. 1 Stunde drin lassen. Danach ist die Pfanne eingebrannt. Am besten ein Backblech nehmen damit überschüssiges Öl den Ofen nicht zusehr einsaut. Danach die Pfanne im Ofen auskühlen lassen.

Raffiniertes Sonnenblumenöl hat einen Rauchpunkt von 210-220 Grad, das sollte ausreichen!

Viel Erfolg!
Gruß
Joe YES MAN
27.07.2010 23:00

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
9.951 Beiträge (ø2,22/Tag)

PS: Alles was abblättert bitte vorher rauskratzen, dadrauf kann man nix braten!
28.07.2010 08:30

hubert50

Mitglied seit 29.11.2006
11.356 Beiträge (ø3,1/Tag)

Joe, da es um eine Skeppshult-Pfanne geht, kommt dann aber ein Thread "Mein Holzgriff ist schwarz". Na!

Und da kann man gucken, was Skeppshult dazu sagt:

http://www.skeppshult.com/de/school/atgarder/


LG Hubert Gusseisenpfanne einbrennen Fehler gemacht 3098441979
28.07.2010 10:03

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
9.951 Beiträge (ø2,22/Tag)

Oh, ich vergaß mhmmmh hmmhmhmmmmhhh

Abschrauben is nicht, vermutlich?

Gruß

Joe YES MAN
28.07.2010 10:14

schakal102

Mitglied seit 13.04.2010
8 Beiträge (ø0/Tag)

vielen Dank erst einmal für die Hinweise. Die Methode mit dem Öl einreiben und kopfüber in den Ofen bei 200 °C werde ich mal so bald ich Zeit finde probieren. Kann man dafür auch Hartfett nehmen (Kokosfett) oder lieber Sönnenblumenöl?
Ich poste auch gleich noch paar Bilder von der Pfanne, wie sie leider aussah. Ich habe diese Kruste erstmal wieder abgemacht, da diese anscheinend keine Antihaftwirkung hatte und auch meines Erachtens nicht das Wahre war.

Kann jemand per Ferndiagnose sagen, um was es sich da gehandelt hat? War das die Patina (ich vermute mal stark nein) oder nur irgendsowas wie verkrustetes Öl?

Und generell zur Patina. Ist das eine feste chemische Verbindung IN der Pfannenoberfläche oder eine Ablagerung AUF der Pfannenoberfläche? Kann diese teilweise abblättern oder nicht und dann handelt es sich um was anderes?
28.07.2010 10:17

schakal102

Mitglied seit 13.04.2010
8 Beiträge (ø0/Tag)

um die Fragen von euch zu beantworten. Wenn ich die Frage richtig verstehe bzgl. "nackte" Gusseisenpfanne, so ist nicht emailliert oder beschichtet oder sonstwas. so wie eine gute gusseisenpfanne halt ist, blankes Gusseisen. Nur war sie laut Herstellerangaben schon in der Fabrik eingebrannt worden.
Und 2. meine Pfanne hat keinen Holzgriff. Das ist keine flache Bratpfanne sondern ein bisschen tiefer (ca. 4 cm) mit Metallgriff. deswegen verträgt sie auch den Ofen mit 200°C :)
28.07.2010 10:36

schakal102

Mitglied seit 13.04.2010
8 Beiträge (ø0/Tag)

Bezüglich des Hinweises der Skeppshult Hinweise:

Zitat: "...

Das Gefäß ist grau geworden
Ursache: Die ursprüngliche Fettschicht ist abgewaschen worden.
Maßnahme: Schmieren Sie das Gefäß (reichlich) mit Speiseöl ein. Stellen Sie das Gefäß bei 175 bis 200 Grad in
den Ofen für 15 bis 30 Minuten oder bis das Öl getrocknet ist. Wenn das Gefäß abgekühlt ist, entfernen Sie das
überschüssige Öl mit Haushaltspapier.

..."

Solche aussagen verwirren mich ja gerade. Da steht einerseits reichlich Öl verwenden und dann solange in Ofen, bis das Öl getrocknet ist (meine Interpretation: bis mehr oder weniger alles verdampft ist und dort keine Ölpfütze mehr ist)

dann aber zum Schluss die Bemerkung : überschüssiges Öl entfernen - HÄÄ? also doch nicht alles verdampfen?

Meine Beobachtung (s. Fotos) ist nach solch einem Vorgang für 20 min auf E-Herd Platte, wenn ich das Öl richtig schon verdampfen lasse, dann bildet sich an manchen Stellen solche komische schwarze Kruste, die fast schon 0,5 mm dick ist aber wenn man sie ankratzt innen braun ist. Am Pfannenrand wo das Öl teilweise nicht komplett verdampft ist, bleibt dann eine klebrige Ölmasse übrig. Diese ist nicht mehr dünnflüssig sondern fast wie Hönig. Die bekommt man mit Papier auch nicht mehr raus. Ich habe vermutet, dass das Öl nicht geeignet ist oder einfach nur ein billiges war. Die Hitze denk ich mal reicht aus, weil es ja auch qualmt. Mehr ginge auch gar nciht mehr, ich hab schon manchmal den Herd auf maximaler Stufe (billiges einfaches E-Herd modell in Mietwohnung)
Also ich seht, ich brauche dringend ein paar Experten-Meinungen

hier noch die Fotos

http://img341.imageshack.us/img341/9726/dsc07431.jpg\>


http://img411.imageshack.us/img411/3301/dsc07435k.jpg\>
28.07.2010 13:20

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
9.951 Beiträge (ø2,22/Tag)

Was ich auf den Fotos sehe ist Siff, der muss raus! Wenn sich die Pfanne klebrig anfühlt ist zuviel von dem Öl drinne, das muss sich richtig trocken und hart anfühlen, dann ist es Patina.

Du kannst sicher auch ein gehärtetes Fett nehmen, wenn der Rauchpunkt stimmt, ich weiss von Lodge, dass die das Gußeisen nach dem Gießen mit Sojaöl einsprühen, aber mit Sonnenblumenöl funktioniert das genau so.

Probiers mal so wie ich geschrieben habe, dass funktioniert.

Gruß
Joe YES MAN
28.07.2010 13:40

TPunkt

Mitglied seit 21.08.2007
9.877 Beiträge (ø2,91/Tag)

Meine Meinung:

Die Borke muss runter. Zur Not mit Stahlspiralschwamm.

Alternativ zu Joes Backofenmethode die Küchenkreppmethode (die aber wahrscheinlich nicht klappt, wenn das Gusseisen sehr rauh ist, weil das Küchenkrepp dann zerfusselt):

Pfanne erhitzen, max. einen Esslöffel Öl rein, mit einem zusammengeknüllten Küchenkrepp, das Männer mit Eisenfingern eben mit diesen und Mädchen mit einer Grillzange festhalten, verreiben. So lange fortwährend Verreiben, bis sich eine dünne, braunschwarze Schicht gebildet hat. Das ist die Patina.

Es soll nur soviel Öl in die Pfanne, dass sich ein dünner Film bildet, keine Pfützen.
28.07.2010 14:56

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
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Guck mal hier: http://www.grillsportverein.de/forum/dutch-oven/zu-doof-zum-einbrennen-131707.html und scroll bis nach unten.

So muss das aussehen
28.07.2010 15:57

schakal102

Mitglied seit 13.04.2010
8 Beiträge (ø0/Tag)

hm, hab ich mirs doch schon gedacht, dass da zu viel Öl war. Okay.
Hab gestern schon mit stahlwolle das gröbste abgemacht, heute versuch ich es nochmal mit sandpapier und dann die Ofen methode. ich probiers mal mit Sonnenblumenöl und versuche es mit nem silikonpinsel einzureiben (ich hoffe mal, dass ein vorteil bei dieser Methode ist, dass wenn man zu viel öl hat es herunterläuft bzw tropft, d.h. die pfanne nimmt sich eben so viel, wie sie brauch :) )
ich werde dann mal berichten
29.07.2010 09:18

schakal102

Mitglied seit 13.04.2010
8 Beiträge (ø0/Tag)

Hi, ich habe gestern abend die Methode durchgeführt, die Joe vorgeschlagen hat. Ergebnis war meines Erachtens ganz gut.
Zur Belohnung habe ich der Pfanne ein schönes Rindersteak geschenkt Lachen
Meine Frau meinte, es sei das beste Fleischerlebnis ihres Lebens gewesen, also muss die Pfanne gut geworden sein.
Als Krönung habe ich dann spät abends den Ofenvorgang nochmals wiederholt für ne gute Stunde mit ganz wenig Öl und über Nacht abkühlen lassen.

Ergebnis:

http://img686.imageshack.us/img686/1608/dsc07441r.jpg\>

http://img3.imageshack.us/img3/1257/dsc07443ub.jpg\>


Eine Frage hab ich noch. Bringt es was, wenn man diesen Vorgang im Ofen am Anfang das ein oder andere mal wiederholt?

P.S. die Pfanne ist jetzt megamäßig wasserabweisend Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
29.07.2010 10:08

Joe_Cool

Mitglied seit 28.08.2004
9.951 Beiträge (ø2,22/Tag)

Hi,

das sieht zunächst mal sehr gut aus. Ich würde jetzt von weiterem Einbrennen absehen, Steaks zu braten ist der allerbeste Weg, die Patina zu pflegen (und der vergnüglichste).

Auch dass die Pfanne sehr stark wasserabweisend ist zeigt, dass du auf einem guten Weg bist, wenn du dich schon traust kannst du anfangen, die Pfanne nach gebrauch nur mit heißem Wasser und eine normalen Spülbürste zu reinigen.

Wenn die Pfanne danach immer noch wasserabweisend ist braucht du sie nur gut zu trocknen, einölen ist dann nicht notwendig.

Sollte es schiefgehen weisst du jetzt, was zu tun ist!

Viel Spass dabei!
Gruß
Joe YES MAN
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