Pu-Erh Tee Fladen aus China?
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![]() Mitglied seit 06.09.2010 |
ich habe neulich einen Artikel über Pu-Erh Tee gelesen, über seine Herkunft, Herstellung und Reifung wohlgemerkt, nicht über den Fatburner-Quatsch. Fand ich sehr faszinierend, würde gerne mal probieren wie er mir schmeckt, und ob die Veränderungen der Aromen mit der Lagerzeit tatsächlich so bemerkenswert sind. Musste aber feststellen, dass Pu-Erh in DE kaum eine Rolle zu spielen scheint. Klar, jeder größere Teeshop hat eine Handvoll Sorten, aber verglichen mit dem Angebot bei anderen Teekategorien scheint mir das sehr wenig. Mein Wissensstand soweit: In China ist es mit Pu-Erh angeblich wie bei uns mit Wein: er wird nach Herstellern, Lagen und Jahrgängen unterschieden, manche Lagen haben nur eine sehr geringe Produktion, und die Qualität soll sich von Jahr zu Jahr stark unterscheiden können. Traditioneller Pu-Erh ("Raw" oder "Sheng") wird quasi als grüner Tee in Fladen oder Briketts gepresst und einige Jahre gelagert. In dieser Zeit soll eine trockene Fermentation stattfinden, die bei guten Tees zu einer enormen Veränderung und Verbesserung des Geschmacks führen soll. Es gibt über 30 Jahre alte Tees. Andererseits gibt es auch beschleunigt gereiften Pu-Erh ("Ripened" oder "Shou"), für den die Teeblätter vor der Pressung einige Monate bei erhöhter Feuchtigkeit reifen. Es heißt zwar in vielen Artikeln "je älter, desto besser", aber es ist in Wirklichkeit wohl wie bei unserem Wein: nur gute und geeignete Ausgangsqualitäten gewinnen mit längerer Reife. Es würde mich reizen, einige Teefladen direkt aus China zu bestellen. Wäre nicht teurer als aus DE. E**y.com macht's möglich,... Am liebsten wären mir junge, aber gute Qualitäten, die jetzt noch recht preiswert zu haben sind, aber sich in vier bis acht Jahren zu etwas Bemerkenswertem entwickeln können. Andererseits auch ein oder zwei Pu-Erh, die sofort genossen werden können. Bin ja kein besonderer Teekenner, ich will halt nicht mit einem der Pu-Erh Tees beginnen, mit denen einige Verwandten bzw. Bekannten ihre ersten Pu-Erh Erfahrungen machten und die den Ruf dieser Teekategorie ruinierten. Hat jemand von Euch Erfahrungen damit? Viele Grüße, Robert |
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![]() Mitglied seit 06.09.2010 |
Oder gibt es ein anderes spezielleres Webforum, wo das Thema eher diskutiert wird?
Gibt es ein größeres, herstellerunabhängiges Teeforum? |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Pu-Erh, ein Thema über das man in China endlos diskutieren kann. In traditonellen, antiken Teehäusern ist die Zeremonie zu diesem Tee, der dort ein Vermögen kosten kann, ein unvergessliches Erlebnis. Zu Pipa- Erhu- oder Guzhengklängen wird der Tee von in klassischen Qipao-gewandeten Damen serviert. Schon bei einfachsten Qualitäten ist man schnell über 50.-€ pro Kanne los. In einem klassischen Teehaus in Shanghai in Puji sieht die Teekarte wie die Weinkarte im Lucas Carton aus, mit entsprechenden Preisen. Für einen 60-jährigen Pu-Erh muß man dort umgerechnet gut 600.-€ hinblättern, für die Tasse wohlgemerkt.
Frau Grenache sagt deshalb immer, Pu-Erh makes the people poor. Es stimmt, das dieser meist in runder Form gepresste Tee mit dem Alter eine gewaltige Geschmacksvielfalt entwickeln kann, vergleichbar mit der Flaschenlagerung von Spitzenweinen. Hier gilt das genauso, lange Namen, von Herkunft, Lage, Lesedatum und einiges mehr, was in China für den Konsumenten wichtig ist. Spitzenlagen und Lese vor dem 5.April machen ihn teuer, wenn er dann auch noch aus Spitzenjahren kommt und über 50 Jahre alt ist, dann ist er kaum noch bezahlbar. E**y.com macht's möglich,... Das was du da kaufen könntest, ist ganz sicher mindere Qualität, über die ein chinesischer Teekenner nur lächeln würde. Die einzige Möglichkeit, Qualität zu erwerben, ist nach China zu fahren, Pu-Erh ständig zu probieren und sich von Kennern dieses Tees beraten zu lassen. Da gibt es ältere Herren, die die chinesischen Traditionen hochhalten und einen gerne unterstützen. Ansonsten kann man nur für viel Geld auf die Schn..ze fallen. Gruß, Grenache |
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