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bin 35, möchte Kochlehre machen, habe Fragen...

Vom 03.03.2004 02:23 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hallo zusammen,


vor einigen Tagen habe ich diese wunderbare Seite im Netz gefunden und bin schlicht begeistert!
Ich habe mittlerweile schon einige Nächte hier verbracht, vieles glesen und auch schon einiges gelernt…

Da ich unten noch einige Fragen habe, welche wohl am besten von Profis beantwortet werden können, Poste ich diesen Beitrag hier. Ich hoffe kein ff zu bekommen… *zwinker* (hallo Matti)
Ich möchte das aber auf keinen Fall missverstanden wissen: Ratschläge, Anregungen usw. sind von allen die sich die Mühe machen dieses doch eher länger ausgefallene Posting zu lesen herzlich willkommen - Profi oder nicht -!

„Kurz“ zu mir:
Ich bin 35 Jahre alt, männlich und schon mein ganzes Leben begeisterter Hobbykoch. Mein Geld habe bislang als Selbstständiger in den Bereichen DJ, Musikproduktion und verschiedene Dienstleistungen im Eventbereich verdient.

Seit einigen Monaten gehe ich mit dem Gedanken schwanger, eine Ausbildung als Koch zu machen. Ich hatte diese Idee schon einmal direkt nach meiner Schulzeit gehabt, aber ALLE haben mir damals wegen den (allseits bekannten) negativen Seiten des Berufs dringend abgeraten und ich habe darauf gehört.
Die Dinge entwickelten sich schnell, ich zog mit 17 von Zuhause aus und wurde bald Cocktailmixer (die Liebe zu einer phantastischen Frau führte mich dort hin) kurz darauf habe ich dann auch mit dem DJen angefangen. Beide Tätigkeiten begleiteten mich dann viele Jahre, das DJen und die Musik tun es noch immer, das Mixen wenn überhaupt, nur noch privat).
Seit zwei Jahren arbeite ich darüber hinaus noch im Eventbereich, was sehr unterschiedliche Tätigkeiten sein können. Von Showcrew für die Toten Hosen über Bühnenbau, Messebau bis hin zur Mitarbeit in der Event Technik Crew im Europapark in Rust ist da alles dabei.

Obwohl es im grossen und ganzen recht gut läuft merke ich, wie ich langsam unzufrieden werde. Das DJen möchte (und kann) ich nicht ewig machen und die Musikbranche allgemein liegt ja bekanntlich am Boden, was sich auch bei meinen Musikproduktionen deutlich bemerkbar gemacht hat. (schlicht viel viel weniger verkaufte Einheiten pro VÖ)

Im Laufe des letzten halben Jahres entwickelte sich bei mir – zuerst unbemerkt und ganz von alleine – immer stärker die Idee, doch noch einmal eine Ausbildung anzugehen. Was das dann für eine währe, musste ich mich eigentlich nicht wirklich fragen.
Anfangs habe ich diesen Anflug der Vernunft als kurze bzw. später dann als mittelfristige Spinnerei meinerseits abgetan, aber die Idee hat sich festgesetzt und lässt mich seither nicht mehr los.
Kochen allgemein tue ich schon immer sehr ambitioniert und gerne - ich denke auch recht gut. (es sei denn ich werde von meiner Familie und meinen etlichen Freunden stets angelogen ) Aber seit diese Idee mich quasi besetzt hat, ist mein Inputbedürfnis so immens, dass ich kaum mit dem besorgen von Literatur und der Lektüre dieser kaum nachkomme.
Auch stellt sich mir mittlerweile das Problem, dass ich zwar mit meiner langjährigen Freundin und deren 2 Kinder (13 & 17) durchaus (zumeist) sehr dankbare Abnehmer für meine „Kochkünste“ habe, ich aber oft darüber hinaus eine unstillbare Lust verspüre mich mit dem Kochen, den Zutaten und allem was da eben noch so dazu gehört zu beschäftigen. Dies führt dann dazu, dass wir mittlerweile 2 verschiedene Sorten Demi Glace im Tiefkühlschrank haben, ich natürlich alle Fond selbst koche, auch die Chilipasten für die Exkursionen in die Thailändische Küche bereite ich meist selbst zu usw.
Gerne suche ich mir Gerichte aus, welche eher langwierig sind, Vorbereitungen brauchen oder nur schon vom Einkauf her nicht ganz einfach sind (immer wieder schöne Gelegenheit die Spezialgeschäfte wie z. B. das Feinkostgeschäft, den favorisierten Asiaten oder den Gemüsetürken in der Markthalle zu besuchen) Das alles, nur um die Zeit auszudehnen, in der ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach gehen kann…
Ohne häufig streng nach Rezepten zu kochen, sammle ich schon lange Kochbücher oder welche die mit dem Essen zu tun haben (Siebeck, Bocuse, Bourdain, Mayle…) langsam wird’s zur Obsession. (Hatte gestern in Stuttgart zu tun (Chinesischen Nationalzirkus), habe in der Mittagspause nebenher ein nettes Schnäppchen gemacht – natürlich ein Kochbuch…)

Nach Internet - Research, Gesprächen mit einem guten Freund der selbst Koch ist und reichlich Lektüre habe ich mich jetzt entschieden: Ja – ich will es angehen und habe erste konkrete Schritte in die Richtung Kochlehre getan. Da ich die Lehrzeit nicht selbst finanzieren kann, habe ich das Arbeitsamt besucht. Fehlanzeige, da ich in den letzten drei Jahren nicht mind 12 Monate irgendwo angestellt war- keine Unterstützung,. (Die 8 Jahre die ich bis 94 angestellt war zählen da leider nicht mehr…) Einzig positiv war die Info, dass sich aufgrund meines Alters und meiner früheren langjährigen Tätigkeit in der Gastronomie die Lehrzeit auf 2 Jahre verkürzen würde und ich sofort im 2. Jahr einsteigen würde.

Nun gut, um nicht noch weiter auszuholen, ich glaube es sind jetzt genug Infos fürs erste.

Hier möchte ich jetzt noch ein paar Fragen stellen und euch alle auffordern mir so gut ihr könnt und wollt weiterzuhelfen:

- Da ich es – wenn ich diese Ausbildung denn dann wirklich mache bzw. machen kann (das oben erwähnte Finanzierungsproblem) - als Koch möglichst weit kommen möchte (genug Begeisterung, Disziplin u. Wahnsinn – ich glaube denn braucht man in diesem Beruf durchaus auch – sollte ich eigentlich haben) die erste Frage: wie sieht der ideale Ausbildungsbetrieb aus, ist es besser in einem kleinen aber guten Restaurant zu lernen (z.B. 35 Plätze, 1 Michelin Stern) oder ist eine grosse gehobene Hotelgastronomie mit Restaurant, Event- , Tagungs- und Confertainmentangebot und/oder Catering usw. idealer?
- Wie sind meine Chancen überhaupt einzuschätzen, in meinem Alter überhaupt einen wirklich guten bis sehr guten Ausbildungsbetrieb zu finden. (Lehrstellen gibt es ja laut www reichlich…)
- Zählt man, wenn man nicht mehr unter 20 ist, unter den Bewerbern automatisch zur 2. Wahl, auch wenn man eventuell mehr Begeisterung, Enthusiasmus und Vorkenntnisse mitbringt als manch jüngerer?
- Wie werden „ältere“ Lehrlinge allgemein in diesem Berufsstand aufgenommen, wenn man da überhaupt so pauschal was dazu sagen kann und nicht oft sehr unterschiedlich… hat jemand Erfahrungen damit gemacht, egal von welcher Seite - als älterer „betroffener“ oder als jüngerer Kollege oder Mitazubi…?
- Hat jemand eine Ahnung ob ich die Lehre auch in der Schweiz machen könnte und was da zu beachten ist, ich habe da eventuell eine Connection…
- Werden in der Schweiz auch schon die Lehrlinge besser bezahlt als in Deutschland?
- Hat jemand Kenntnis darüber, welche Möglichkeiten der staatlichen Förderung es denn noch abzuchecken gäbe, macht es z.B. Sinn beim Sozialamt vorzusprechen, wenn ja – wo? Gibt es noch andere Adressen oder Ämter? Gibt es Stipendien (oder etwas in der Art) - Ich habe da herzlich wenig Ahnung, da ich da bisslang nichts mit zu tun hatte und mein Leben stets selbst unterhalten habe.
- Ist es für Potenzielle Betriebe eher positiv oder eher negativ wenn sich die Lehrzeit auf 2 Jahre verkürzt? Macht es Sinn, direkt mit den Bewerbungen auch (wenn gewünscht) eine reguläre Lehrzeit von 3 Jahren anzubieten?

Naja, ihr seht Fragen über Fragen – und bestimmt kommen mir noch viel mehr… Ich hoffe, der/die ein oder andere fühlt sich berufen mir mit Inforationen weiterzuhelfen und freue mich auf reichlich Antworten…

Tia, Abhi






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Vom 03.03.2004 03:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Chilischote Suppenkoch


Mitglied seit 19.12.2003
3.369 Beiträge (ø1,09/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Abhi Lächeln!

Habe mit Interesse Deinen Beitrag/Deine Anfrage gelesen. Bin zwar auf dem Gebiet absolut unbedarft, aber möchte Dir dennoch zu Deinem Ziel gratulieren. Ich habe selbst erst im zarten Alter von 37 mein Studium begonnen und bin im Sommer (hoffentlich) fertig. Dann gibt es noch ein Praktikantinnenjahr ... na dann...! Habe schon noch einen anderen erlernten Beruf, der mir aber gar nicht \"schmeckt\" Lächeln.

Ich hoffe, dass Dir hier von kompetenterer Stelle weiter geholfen werden kann.

LG
Chilischote




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Vom 03.03.2004 07:23 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

beuscherl Chefkoch-Moderator Hendlgriller


Mitglied seit 17.01.2002
2.401 Beiträge (ø0,63/Tag)
@abhi

zum einen, gestatte mir mal die frage.... wie sehen deine weiteren berufswünsche nach der lehre aus?
selbstständig?... kleines Restaurant?

zum ersten finde ich deine idee echt klasse, wer mit 35 nochmal von vorne anfängt, alle achtung. aber du solltest bedenken, das du wahrscheinlich unterfordert bist. die kochlehre besteht ja auch zu einem großen teil aus schulischen
theoretischen anforderungen, das fängt beim dreisatz an und hört bei politik auf.
wie ich herauslese aus deinen zeilen, bist du eigentlich schon recht fit, was das kochen anbetrifft. ob dir dann eine kochlehre, und die damit verbundenen finanziellen einbusen viel bringt, mag ich nicht einzuschätzen.
hast du schon mal über ein praktikum nachgedacht? außerdem, je nach deinen zielen,
es gibt genug beispiele in der gastronomie für erfolgreiche seiteneinsteiger, die auch
ohne kochlehre in der *bundesliga* mittlerweile mitkochen, z.B. Christian Rach vom Tafelhaus...., die es auch ohne klassische kochausbildung geschafft haben.

gehaltsmäßig sieht es in unserem gewerbe so aus, das ein ausgelernter koch in der regel zwischen 1500 und 2500€ im monat brutto verdient...bis man es zu besseren
gehältern (4000 -5000€) mal geschafft hat, brauch man im angestelltenverhältniss
jahrelange erfahrung, meister und ausbildungsschein, und diese stellen sind dünn gesäht.

also viel für dich abzuwägen und zu überlegen.

ein kleines restaurant kann hingegen hier in deutschland jeder aufmachen, der eine konzession und eine *hackfleischbelehrung* bei der ihk mitgemacht hat.

lg beuscherl


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Vom 03.03.2004 10:18 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kochmausmk Hendlgriller


Mitglied seit 08.02.2004
3.405 Beiträge (ø1,12/Tag)
@abhi
ich stimme beuscherl zu. Den Stand eines Kochlehrlings nach der Lehre hast Du sicherlich schon erreicht und es stellt sich die Frage, was willst Du mit einer Kochlehre denn eigentlich machen?

Ich hatte mit 35 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt, ohne Kochlehre (mit kaufm. Ausbildung). Als Besitzerin eines Wein- und Delikatessengeschäftes mit Partyservice und Mittagstisch habe ich wertvolle Erfahrungen gemacht. Plötzlich waren da die großen Kochtöpfe, die großen Mengen und es wurde mir klar, wie schwer es ist, dann den Qualitätsstandard von zu Hause zu halten! Von Streß und Zeiteinsatz ganz zu schweigen. Ich habe das Geschäft (völlig ausgelutscht) mit Profit verkaufen können und ziehe es jetzt vor, bei einer Familie privat zu kochen, was mir Spaß macht. Hier in der Schweiz gibt es einen Markt für Privatköche. Wer sich informieren will, soll mal das Wort \"hauspersonal\" im google eingeben.
Manchmal wünsche ich mir, mal eine Zeit lang über die Schulter eines Sternekochs schauen zu können.
Hier fängt die Koch-Kunst an, aber sicherlich nicht mit dem Abschluß einer Kochlehre.



Grüße vom Vierwaldstättersee

Kochmaus
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Vom 03.03.2004 22:12 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)

Hallo,

Erst mal herzlichsten Dank für die extrem raschen Antworten!!!

@ beuscherl & kochmaus

WARUM AUSBILDUNG:
Ich bin schon in einige Bereiche quer eingestiegen, das auch durchaus erfolgreich: wurde rasch Cocktailbarchef in einer Bar mit gutem Standart und sehr ausführlicher Cocktailkarte / die ganze DJ Kiste – war Resident in vielen Clubs, habe auf etlichen grossen Partys gespielt / dann bin ich in die Musikproduktion im Bereich Hous-Musik quergestiegen (2 mal Deutsche Dance Charts erreicht) / schreibe regelmässig Plattenbesprechungen in einem monatlich erscheinenden Magazin (bin eigentlich ein wenig legasthenisch veranlagt, aber dank PC…  )/ und steige seit ca. 2 Jahren quer im Eventbereich ein – habe da auch reichlich Jobs, leider oft schlecht bezahlt und wenig befriedigend )
Und jetzt auch beim kochen wieder Quereinsteigen? Meine Freundin rät mir auch dazu. Ihre Eltern sind enbenfalls keine gelernten Köche und betreiben ein italienisches Restaurant. Leider nur mit mässig gehobener Küche) Irgendwie dachte ich, es wäre vielleicht keine schlechte Idee, einmal etwas so richtig zu lernen. Von Anfang an, inklusive aller Basics usw.
Natürlich würde ich eine Kochlehre nur dann machen wollen, wenn ich einen sehr guten Betrieb finde, bei dem ich eben wirklich guten Köchen über die Schultern kucken kann. Dort eben zu lernen, wie man einen hohen Standart hält – auch bei Stress, auch bei unerwartet grossen Mengen oder anderen schwierigen Situationen.

Mit grossem Interesse habe ich im aktuellen Feinschmecker den schönen Bericht der beiden Deutschen „Hobbyköchen“ in Südfrankreich gelesen… und habe sehr grossen Respekt vor deren Leistung! Aber ich habe mich beim lesen gefragt, ob einige der Schwierigkeiten doch wohl eher nicht aufgetaucht wären, wäre einer der beiden ein „gelernter Koch“ gewesen?
Kurz gesagt erhoffe ich mir von einer Kochlehre a. wertvolles Basiswissen (auch wenn ich viel, oft und mutig Koche und viel lese, gibt es reichlich Gebiete in denen ich noch wenig oder keine Erfahrungen gesammelt habe. So habe ich z.B. bislang noch nie Terrinen hergestellt, auch die Foie Gras habe ich noch nicht in der Pfanne gehabt und auch das Bries wartet noch ) b. durch Routine mehr Sicherheit zu erlangen c. theoretisches Wissen zu sammeln und d. Tipps ,Tricks und Kniffe von Profis zu lernen.

Ich habe schon einige Erfahrungsberichte von Kochlehrlingen gelesen und ich bin mir nicht sicher ob meine Erwartungen an eine Ausbildung dann doch komplett illusorisch sind! Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass man beim ausbildenden Betrieb auch richtig Pech haben kann. Drum beschäftige ich mich ja auch schon im Vorfeld sehr intensiv mit dem ganzen und versuche möglichst viele Aspekte gründlich zu durchleuchten. Ich bin übrigens unsagbar dankbar für diese Seite – es wäre einiges schneller gegangen, wenn ich mal früher drübergestolpert wäre…

Ich will lernen. Dafür lasse ich mich auch schinden – solange ich dafür im Gegenzug das entsprechende Wissen bekomme und Erfahrungen sammeln darf (nicht nur kalte Küche) – kein Ding...

Ich habe Puff Daddys Geschichte in diesem Forum entdeckt – klares „no go“! (ich glaube auch ihr habt seine Beiträge kommentiert…) Da würde ich sofort aussteigen oder einen anderen Betrieb suchen. Ganz davon abgesehen, dass ich vermutlich einen ganz andere Einstellung zu dem ganzen Thema habe… man betrachte nur seine Einkaufsliste die er zu seiner Abschlussprüfung eingereicht hat – sorry, aber nach drei Jahren Kochlehre und Wochen der Vorbereitungszeit? Das Koch ich mit 3 Tagen Vorbereitung blind!
Mein guter Freund - der eben auch Koch ist - ist kein Superhirn ala` Steven Hawkins - hat aber seine schulische Kochausbildung theoretisch wie auch praktisch mit einer fast glatten 1 bestanden – das Zeugnis vom Betrieb ist ebenfalls erstklassig - das traue ich mir eigentlich auch zu.

Ich dachte mir, wenn ich einen wirklich guten Betrieb finde - mit fähigen Köchen und einem guten Küchenchef, die Schulkiste mit sehr gut bis gut abschliesse, einen grossen Wissensdurst habe ich ja eh - dann könnte eine klassische Ausbildung vielleicht Sinn machen und mir gute Möglichkeiten eröffnen???
So viel dazu – sorry wenn ich ein wenig gebraucht habe um auf den Punkt zu kommen!!!

WO WILL ICH HIN:
ICH WILL KOCHEN. Ob das jetzt dann ein gutes Restaurant ist, was Eigenes oder irgendwo mit Eigenbeteiligung, im Cateringbereich oder als exklusiver Privatkoch (klasse Idee!) - das ist mir im Moment noch nicht erstrangig wichtig – da fühle ich mich eigentlich recht flexibel. Kochen will ich, gerne kreativ… nicht aber in einer Mensa oder einer sonstwie gearteten Schnitzelküche mit hohem Convenience – Anteil, auf keinen Fall!

Natürlich ist die Vision von einem eigenen kl. Minirestaurant der gehobenen Klasse (m)ein Traum, aber ich bin wirklich lange genug in der Gastro unterwegs um die Risiken zu kennen.
Zu wenig Eigenkapital, miese Kredite, schlechte Brauereiverträgen, selbst dann immer noch zuwenig Reserven um schwierige Zeiten durchzustehen – ich habe schon einige scheitern sehen, ich habe schon die ein oder andere Million abrauchen gesehen - wahrlich…
So was nur und ausschliesslich dann in Frage, wenn es auf ein sowohl menschlich (Partner), fachlich (auch quer, egal - aber qualifiziert) und finanziell gesundes Fundament gebaut wird.

ZUR ANREGUNG MIT DEM PRAKTIKUM.
Eine Praktikumszeit wollte ich eh bei eventuellen Bewerbungen anbieten. Gibt es so was auch längerfristig (was weiss ich, ein paar Monate) mit Bezahlung – ihr wisst, die Brötchen …

Das ich mich in der Ausbildung unterfordert fühlen würde, das befürchte ich übrigens auch so ein wenig… aber muss das unbedingt so sein?

So weit, ich muss los - allerbeste Grüsse, Abhi




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Vom 03.03.2004 23:01 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Cookiejens Chefkoch


Mitglied seit 03.12.2003
8.047 Beiträge (ø2,6/Tag)
Hallo Abhi!

Ich stehe der Sache nicht nur positiv gegenüber. Ich erkläre dir gerne mal warum:

Ein Mann in deinem Alter will und muss Geld verdienen. Da kommt er mit dem Lehrlingsgehalt nicht aus!

Wenn ich meinem Lehrling sage, er soll 3 10 Litereimer voll Kartoffeln tournieren, dann erwarte ich, dass er da macht. Ich bin der Boss, er der Azubi.

Wenn ich eine Soße koche, die ich schon seit Jahren koche und in dem Laden so als Standard angesehen wird, dann will ich nicht, dass ein Azubi daher kommt und nur, weil er schon ein reichliches Bisschen Erfahrung hat, mir erzählt: Das kann man aber auch so machen! Klar kann man das auch so machen! Hier machen wir das aber so wie ich es koche!
Soll heißen:
Lehrjahre sind keine Herrenjahre!!

Wenn du in der Lage bist, dich vollkommen in der Hierarchie unter zu ordnen, dann mache es!

Suche in deiner Nähe einige gute Restaurants auf und frage SIE, ob sie dich nehmen würden. Hier im CK bin ich mir nicht so sicher, ob dich jemand einfach so einstellen könnte.

Generell gilt: Was man erreichen will, das schafft man auch!!

Denke immer daran, wofür wir Deutschen bekannt sind:
Ohne Papiere geht nix!
Ohne Abschluss ebenfalls nix!
Kann ich nicht ändern, ist einfach so.
Hat sowohl gute Seiten, als auch schlechte.

Gruß Let´s cook baby!Jens

Die nächste Grillsaison kommt bestimmt!
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Vom 04.03.2004 19:00 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

cantina1 Smutje


Mitglied seit 08.01.2004
378 Beiträge (ø0,12/Tag)
hallo abhi,

eine bekannte von mir war journalistin und war ebenfalls wie du leidenschaftliche hobbyköchin. Sie hat ihren beruf an den nagel gehängt und wollte auch eine Kochlehre beginnen. Der Koch, bei dem sie sich bewerben wollte, meinte, sie wäre für eine Lehre doch schon etwas zu alt und auch schon zu erfahren. Er hat ihr dann angeboten, dass sie \"einfach so\" in der Küche bei ihm mitarbeiten könne... hat sie auch gemacht und sich bis zur Dessertköchin hochgeköchelt... heute kocht sie im Schloß Mondsee (Österreich) - immer noch als Dessertköchin. Aber das macht ihr großen Spaß. Das ist aber nur ein Beispiel von wahrscheinlich zigtausenden.... nicht für alle läuft es so am schnürchen... ich persönlich kann dir nur sagen, vielleicht versuchst du ja auch erstmal in einer Küche \"so\" unterzukommen, vielleicht auch teilzeit, wochenende, abends... dann bekommst du einen besseren Einblick. Zu verklärt sollte man das Kochen in Restaurantküchen jedenfalls nicht sehen... obwohl eine portion idealismus sicher dazugehört.

Ich bewundere jedenfalls deinen Wunsch, jetzt nochmal ganz von vorne anfangen zu wollen.

lg
cantina Lächeln
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Vom 04.03.2004 20:04 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

koos Smutje


Mitglied seit 16.10.2003
201 Beiträge (ø0,06/Tag)
@ Abhi

Das Kochfach ist wohl eines der wenigen Gebiete, bei dem Erfahrung, Können und Kreativität mehr zählen als der Gesellenbrief.
Katharina Hessler hat es als erste Frau in Deutschland zur Sterneköchin geschaftt, ohne je eine Ausbildung in diesem Fach gemacht zu haben.

Gruß
Koos
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Vom 05.03.2004 00:40 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
@ jens und alle anderen


- Ein Mann in deinem Alter will und muss Geld verdienen. Da kommt er mit dem Lehrlingsgehalt nicht aus!

Das ist richtig. Drum bin ich ja am schauen, wie ich diese Hürde nehmen kann. Ich werde wohl noch mal das Sozialamt abklappern und ich habe etwas von einem Amt für Ausbildungsförderung gehört… Vielleicht wird mich meine Familie unterstützen, seit meinem Realschulabschluss bin ich schliesslich autark, habe meinen Lieben bislang noch nie auf der Tasche gelegen. Leider ist da keiner reich, aber wenn es gar nicht anders geht, werde ich mal ganz nett anfragen. (Meine Eltern würden sich eh ziemlich freuen, wenn ich doch noch einmal „was richtiges“ werde. Auch wenn ihnen die Berufswahl vermutlich nicht so ganz schmecken wird, haben sie mir doch schon einst davon abgeraten…. )
Sollte sich aber keine Lösung für dieses Problem finden lassen, sieht es eh nicht so optimistisch mit der Verwirklichung in Sachen klassischer Ausbildung aus.

- Wenn ich meinem Lehrling sage, er soll 3 10 Litereimer voll Kartoffeln tournieren, dann erwarte ich, dass er das macht. Ich bin der Boss, er der Azubi.

Sicher gibt es angenehmeres als das, aber das ist wohl das Los des Azubis… akzeptiert, ich brauche keine Extrawurst nur weil ich nicht mehr 17 bin.

- Wenn ich eine Soße koche, die ich schon seit Jahren koche und in dem Laden so als Standard angesehen wird, dann will ich nicht, dass ein Azubi daher kommt und nur, weil er schon ein reichliches Bisschen Erfahrung hat, mir erzählt: Das kann man aber auch so machen! Klar kann man das auch so machen! Hier machen wir das aber so wie ich es koche!
Soll heißen:
Lehrjahre sind keine Herrenjahre!!

Erstens wäre ich ja da um zu lernen und nicht umgekehrt, zweitens hoffe ich - wenn ich es denn wirklich wahr machen sollte - in einem Team und dem dazugehörenden Küchenchef lernen zu dürfen, wo ich froh darüber bin mitzubekommen, wie besagte Sosse hergestellt wird und was denn den guten Standart dieser Küche ausmacht.
Klar, das ein Koch alles andere braucht als einen besserwisserischen Azubi, der daher kommt und ihm in die Suppe pfuschen will „nur, weil er schon ein reichliches Bisschen Erfahrung hat“ – oder gar nur meint dieses zu haben.
Ein Küchenchef der seine Position auszufüllen vermag ist vermutlich zumeist auch ein Stück weit ein Diktator. Diktator wie diktieren, er bestimmt wo es lang geht, was wie gemacht wird usw. Er ist das Gesetz. Er steht aber schliesslich halt auch mit seinem Namen für den Ruf, den Standart, den Stil und die Qualität seiner Küche gerade.
Ich gehe nicht davon aus, dass meine Kreativität das ist, was in erster Linie während der Ausbildung gefragt sein wird. Die muss ich aber auch nicht erst lernen, ich glaube die hat man - oder halt nicht.

- Wenn du in der Lage bist, dich vollkommen in der Hierarchie unter zu ordnen, dann mache es!

Ich weiss nicht, ob es mir immer leicht fallen würde (OK, ganz ehrlich: ich weiss schon, dass es mir nicht immer leicht fallen würde) - die Nötigkeit dessen ist mir aber sehr wohl gänzlich bewusst.

- Hier im CK bin ich mir nicht so sicher, ob dich jemand einfach so einstellen könnte.

Davon bin ich auch zu keinem Zeitpunkt ausgegangen, mir geht es hier in erster Linie um Infos und Anregungen, Bedenken und Tipps von Leuten, die wissen um was es da geht - aber jetzt wo du davon sprichst… !!! (ein Scherz!)
Nein wirklich, da habe ich nie dran gedacht.

- Generell gilt: Was man erreichen will, das schafft man auch!!

Das sehe ich auch so.

- Denke immer daran, wofür wir Deutschen bekannt sind:
Ohne Papiere geht nix!
Ohne Abschluss ebenfalls nix!
Kann ich nicht ändern, ist einfach so.
Hat sowohl gute Seiten, als auch schlechte.

Koos sieht das ganz anders, auch mir ist das zu absolut formuliert…

- Die nächste Grillsaison kommt bestimmt!

Auf die warte ich auch schon sehnsüchtig! 


vorläufiges Fazit:

Auch wenn ich gerade schon etwas entmutigt bin*, möchte ich mich bei euch allen wirklich ganz herzlich und ehrlich für die bisherigen Ratschläge und Anregungen bedanken. Auch möchte ich euch dazu Auffordern, mir weiterhin ganz unverblümtes Feedback zu geben. Positiv wie negativ, gerne auch sehr kritisch. Hinterfragt mich und meine Vorstellungen, stellt mich auf die Probe. Ich habe keine Lust wegen zu viel Blauäugigkeit und mangelnder Vorarbeit in der Kochlehre zu landen, nur um festzustellen, dass es doch nichts ist.
Was sich für mich aber schon jetzt recht deutlich herauskristallisiert ist, dass es gut sein wird einen Gang runter zu schalten und erst einmal ein Praktikum in einem guten Betrieb zu machen oder zu schauen, was sich sonnst noch für Möglichkeiten bieten im Küchenalltag mitzuarbeiten. Ich könnte ja auch einfach mal ne Zeit als Küchenhilfe anheuern….

how ever, genug erst mal...

mit den besten Grüssen, Abhi


*das ist nicht schlimm, wenn’s der Findung dient ist es O.K. – also bitte kein unnötiges Mitleid!
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Vom 08.03.2004 01:38 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Tobse82Koch Kartoffelschäler


Mitglied seit 02.12.2003
52 Beiträge (ø0,02/Tag)
Hi Abhi,

zuerst erzähl ich Dir mal ne kleine Abschreckungsgeschichte von meinem heutigen Arbeitstag! Vorweg: ich arbeite in einem Hotel in das zwei Restaurants integriert sind (Gourmet-Restaurant 1 Stern und 17 Punkte, Normales Restaurant 15 Punkte).

Arbeitsbeginn: 8.00 Uhr
Gestern Abend haben sie uns die Haare vom Kopf gegessen und vieles von unserem Mise en Place fehlt. Wir haben 3 1/2 Stunden Zeit um Mise en Place und Personalessen hinzubekommen bevor der Service beginnt. Wir? Falsch gedacht. Für das Ausser Haus, bzw. besser gesagt die 400 Canapes, das Grünkernrisotto und die geschmorten Schweinebäckchen, zusätzlich noch den Frühstücksservice sind alle abgezogen, der Küchenchef hat frei. Wer bleibt übrig? Ich...

Also niemanden anmerken lassen dass ich müde bin und Gas geben. Engagement! Es ist 11Uhr und der Erste stößt zu mir. Dazwischen ständige Erklärungen, Unterweisungen und auch Tadel für Auszubildende die es mit der Ordnung mal wieder nicht so ernst nehmen...

11.30 Pause
12.00 Servicebeginn...
12.00 - 14.00 sage und schreibe 3 Personen a la carte. 3 Vorspeisen 3 Hauptgänge, 3 Desserts. *gähn* endlich heim und schlafen.
13.50 \"Bon neu\" und \"Brot für 10 Personen\" hallt es vom Pass. Zu diesem Zeitpunkt klingt das wie ein Alptraum in den Ohren eines Koches! Aber Engagement!

Während dem Vorbereiten des 10er Tisches kommt ein neuer Bon mit 4 Personen in die Küche. Wir sind zu zweit, der Rest ist schon seit 13.45 Uhr in der Mittagspause. Ich normal auch...
15.30 Uhr Die letzten Essen sind raus und ich nutze das leere Bonbrett um mich unbemerkt aus dem Staub zu machen um den Durchdienst nicht an seiner Arbeit zu hindern *zwinker*

17.30 Uhr Abendservice
Nach einer kleinen Mütze schlaf mache ich mich erneut an die Arbeit. Unsere Mise en Place Liste ist immer noch nicht abgearbeitet und das a la carte Geschäft läuft an. Der Pferdemarkt ist aus...
Nach einer Stunde kommen wir gerade ins Schwimmen als ein Kollege dringend nach Hause muss da mit seiner Freundin was nicht stimmt. 1 1/2 Stunden später ist er wieder da und die ersten 20 Essen über den pass gelaufen. Zu zweit haben wir gekocht. Mein Azubi im 1.Lehrjahr der mich ständig kontrollieren will BOOOIINNNGG.... und ich. Der Tag zuvor hängt uns in den Knochen aber wir haben nun endlich Zeit für unser mise en Place.
22.30 Uhr Feierabend ?!
Nö...nach einer Veranstaltung treffen kurz mal 25 Leute ein um noch lecker zu essen. Da kommt Freude auf... Alle helfen zusammen, die geputzte Küche ist ruckzuck wieder dreckig, die leere Spülküche füllt sich wieder mit Schwarzgeschirr und Porzellan.
23.30 Uhr Feierabend!!!

13 Stunden Arbeit netto. Bezahlt werden 8,5 Stunden *zwinker* Ein ganz normaler Arbeitstag...
Aber das Gefühl, mit einer unterbesetzten Mannschaft die Gäste zufrieden zu stellen, entschädigt dir jede Überstunde. Du bist stolz auf dich und deine Kollegen. Mit einem Gefühl des Sieges im Kopf fährst du nach Hause, analysierst im kopf den Tag, duschst, und schläfst mit Gedanken an den nächsten Tag ein.

Dieser Beruf kann dich fesseln, kann süchtig machen! Du kannst jede Stresssituation lieben und zum Aufblühen deiner selbst nutzen, du kannst aber auch jeden Morgen an dem du deinen müden Körper zur Arbeit schleppst verfluchen! Dieser Job ist Knochenhart! Und es ist nicht die Arbeitszeit! Daran gewöhnt man sich. Es ist dieser innere Druck, dieser Stress. Er kann dich fertig machen.

Ich würde dir zu allererst empfehlen ein längeres Praktikum zu machen. Vielleicht mal ne Woche oder zwei. Da siehst du die Abläufe, erlebst solche Tage wie ich sie dir oben beschrieben habe. Du erlebst den Küchenstress hautnah. Du siehst wo du deine Kreativität einbringen kannst. Behalte das aber lieber für dich und merk es dir für zu Hause. Denn wie Jens schon gesagt hat mag es ein Postenchef nicht wenn ein Neuer an seinem Stil herumkramt...

Von der Wahl des Betriebes würde ich dir einen Bodenständigen Betrieb (am Besten ein Hotel da du dort mehr Facetten lernst -> Tagungen, banketts, Hochzeiten, a la carte, Ausser Haus Veranstaltungen usw.) empfehlen ohne große Ausflüge in fremde Küchen und moderne bzw. ausgefallene Zubereitungen. Wichtig ist dass deine Basics auf eine klassische Ader aufbauen. Denn die kennt man in jeder Küche. Und jede Küche baut auf diese Basis auf. Sei es das 3 Sterne Restaurant oder das Tagungshotel. Klassische Elemente findest du in Nahezu jeder Küche (ausser bei Marquardt oder so). Ich selbst habe die Erfahrung gemacht in einem absoluten Basic-Hotel zu lernen, hab dort auch wirklich alle wichtigen Grundzubereitungen so gelernt wie sie üblich sind und in der Schule beigebracht werden. Die Ableitungen davon kann ich somit viel schneller erschliessen als folgender Azubi:

Er strebt schnell nach Oben und lernt in einem ausgezeichneten Restaurant. Das erste Lehrjahr verbringt er damit, die Funktionen der Spülmaschine auswendig zu lernen, mit dem Sparschäler per du zu werden und den Boden der Kühlhäuser abzulecken. Im zweiten Lehrjahr darf er aus der Gemüsevorbereitung auf den Gardemanger. Kräuter hacken und Tomatenecken schneiden. Vielleicht sogar mal ne Vorspeise anrichten. Im Dritten hat er es endlich geschafft. Er ist am Herd! Allerdings spürt er die Strahlungshitze nur im Rücken da er auf der Arbeitsfläche Vorbereitungen für seinen Postenchef trifft. Dies mag sicherlich nicht überall so sein. Aber Tatsache ist, dass du es in einem solchen Restaurant viel schwerer hast an den Herd zu kommen als in einem normalen Hotel wo der Küchenchef garkeine andere Wahl hat. Dort kannst du dich Beweisen! In einem Sternerestaurant sind viel Einzelkämpfer unterwegs die nicht nach dir sondern nach sich schauen. Sie sind verantwortlich für die Qualität des Essens. Und der Leistungsdruck ist dort um ein Vielfaches Höher. Deshalb wirst du dort auch nie mal alleine einen Posten kochen. Das lernst du dann erst als Commis de Cuisine...

Im Prinzip ist es wie überall: am Besten für dich ist von ganz unten nach ganz oben. Schau dich in deiner Gegend um und bitte ruhig mal den Küchenchef um ein kurzes gespräch über seinen Kochstil (klassisch, modern usw...). Schau dir die Speisekarte an und mach dir ein Bild davon. So wie du schreibst kannst du es ja in etwa einschätzen.

Es ist als Deutscher natürlich möglich eine Ausbildung in der Schweiz zu machen. Der Verband der Köche (www.vkd.com) steht dir sicherlich zu einer Auskunft bereit, ansonsten das Arbeitsamt. Vom Verdienst her kann ich dir ein Beispiel nennen. Ein Commis de Cuisine (1.Gesellenjahr) verdient in Deutschland laut Tarif 1590,-€ brutto. In der Schweiz umgerechnet 1900,-€ netto. Das ist ein Argument für eine Saison in der Schweiz...Oder eine Ausbildung.

Vom Alter her sehe ich kein Problem. In meiner Klasse war der Durchschnitt bei 28, der Älteste ein Schwarzafrikaner mit 48 jahren auf dem Buckel...Ich war 19 und fast das Küken der Klasse...
Ein Problem wäre für mich allerdings der Altersunterschied zu den Azubis im 3. Ich könnte glaub ich nicht so sehr auf sie hören, obwohl auch hier oft der Ton die Musik macht. Aber von Musik muss ich Dir ja nichts erzählen *zwinker*

Also entweder entscheidest du dich nach deinem Praktikum für den schönsten, kreativsten und abwechslungsreichsten Beruf der Welt oder du nutzt die gewonnenen erkenntnisse für deine Famile. Aber egal was du tust, du kannst ab da voller Stolz von dir sagen: \"ICH HABE IN EINER KÜCHE GEARBEITET!!!\"

Viele Grüße und hoffentlich entscheidest du dich \"richtig\"

Tobse
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Vom 08.03.2004 01:38 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Tobse82Koch Kartoffelschäler


Mitglied seit 02.12.2003
52 Beiträge (ø0,02/Tag)
Hi Abhi,

zuerst erzähl ich Dir mal ne kleine Abschreckungsgeschichte von meinem heutigen Arbeitstag! Vorweg: ich arbeite in einem Hotel in das zwei Restaurants integriert sind (Gourmet-Restaurant 1 Stern und 17 Punkte, Normales Restaurant 15 Punkte).

Arbeitsbeginn: 8.00 Uhr
Gestern Abend haben sie uns die Haare vom Kopf gegessen und vieles von unserem Mise en Place fehlt. Wir haben 3 1/2 Stunden Zeit um Mise en Place und Personalessen hinzubekommen bevor der Service beginnt. Wir? Falsch gedacht. Für das Ausser Haus, bzw. besser gesagt die 400 Canapes, das Grünkernrisotto und die geschmorten Schweinebäckchen, zusätzlich noch den Frühstücksservice sind alle abgezogen, der Küchenchef hat frei. Wer bleibt übrig? Ich...

Also niemanden anmerken lassen dass ich müde bin und Gas geben. Engagement! Es ist 11Uhr und der Erste stößt zu mir. Dazwischen ständige Erklärungen, Unterweisungen und auch Tadel für Auszubildende die es mit der Ordnung mal wieder nicht so ernst nehmen...

11.30 Pause
12.00 Servicebeginn...
12.00 - 14.00 sage und schreibe 3 Personen a la carte. 3 Vorspeisen 3 Hauptgänge, 3 Desserts. *gähn* endlich heim und schlafen.
13.50 \"Bon neu\" und \"Brot für 10 Personen\" hallt es vom Pass. Zu diesem Zeitpunkt klingt das wie ein Alptraum in den Ohren eines Koches! Aber Engagement!

Während dem Vorbereiten des 10er Tisches kommt ein neuer Bon mit 4 Personen in die Küche. Wir sind zu zweit, der Rest ist schon seit 13.45 Uhr in der Mittagspause. Ich normal auch...
15.30 Uhr Die letzten Essen sind raus und ich nutze das leere Bonbrett um mich unbemerkt aus dem Staub zu machen um den Durchdienst nicht an seiner Arbeit zu hindern *zwinker*

17.30 Uhr Abendservice
Nach einer kleinen Mütze schlaf mache ich mich erneut an die Arbeit. Unsere Mise en Place Liste ist immer noch nicht abgearbeitet und das a la carte Geschäft läuft an. Der Pferdemarkt ist aus...
Nach einer Stunde kommen wir gerade ins Schwimmen als ein Kollege dringend nach Hause muss da mit seiner Freundin was nicht stimmt. 1 1/2 Stunden später ist er wieder da und die ersten 20 Essen über den pass gelaufen. Zu zweit haben wir gekocht. Mein Azubi im 1.Lehrjahr der mich ständig kontrollieren will BOOOIINNNGG.... und ich. Der Tag zuvor hängt uns in den Knochen aber wir haben nun endlich Zeit für unser mise en Place.
22.30 Uhr Feierabend ?!
Nö...nach einer Veranstaltung treffen kurz mal 25 Leute ein um noch lecker zu essen. Da kommt Freude auf... Alle helfen zusammen, die geputzte Küche ist ruckzuck wieder dreckig, die leere Spülküche füllt sich wieder mit Schwarzgeschirr und Porzellan.
23.30 Uhr Feierabend!!!

13 Stunden Arbeit netto. Bezahlt werden 8,5 Stunden *zwinker* Ein ganz normaler Arbeitstag...
Aber das Gefühl, mit einer unterbesetzten Mannschaft die Gäste zufrieden zu stellen, entschädigt dir jede Überstunde. Du bist stolz auf dich und deine Kollegen. Mit einem Gefühl des Sieges im Kopf fährst du nach Hause, analysierst im kopf den Tag, duschst, und schläfst mit Gedanken an den nächsten Tag ein.

Dieser Beruf kann dich fesseln, kann süchtig machen! Du kannst jede Stresssituation lieben und zum Aufblühen deiner selbst nutzen, du kannst aber auch jeden Morgen an dem du deinen müden Körper zur Arbeit schleppst verfluchen! Dieser Job ist Knochenhart! Und es ist nicht die Arbeitszeit! Daran gewöhnt man sich. Es ist dieser innere Druck, dieser Stress. Er kann dich fertig machen.

Ich würde dir zu allererst empfehlen ein längeres Praktikum zu machen. Vielleicht mal ne Woche oder zwei. Da siehst du die Abläufe, erlebst solche Tage wie ich sie dir oben beschrieben habe. Du erlebst den Küchenstress hautnah. Du siehst wo du deine Kreativität einbringen kannst. Behalte das aber lieber für dich und merk es dir für zu Hause. Denn wie Jens schon gesagt hat mag es ein Postenchef nicht wenn ein Neuer an seinem Stil herumkramt...

Von der Wahl des Betriebes würde ich dir einen Bodenständigen Betrieb (am Besten ein Hotel da du dort mehr Facetten lernst -> Tagungen, banketts, Hochzeiten, a la carte, Ausser Haus Veranstaltungen usw.) empfehlen ohne große Ausflüge in fremde Küchen und moderne bzw. ausgefallene Zubereitungen. Wichtig ist dass deine Basics auf eine klassische Ader aufbauen. Denn die kennt man in jeder Küche. Und jede Küche baut auf diese Basis auf. Sei es das 3 Sterne Restaurant oder das Tagungshotel. Klassische Elemente findest du in Nahezu jeder Küche (ausser bei Marquardt oder so). Ich selbst habe die Erfahrung gemacht in einem absoluten Basic-Hotel zu lernen, hab dort auch wirklich alle wichtigen Grundzubereitungen so gelernt wie sie üblich sind und in der Schule beigebracht werden. Die Ableitungen davon kann ich somit viel schneller erschliessen als folgender Azubi:

Er strebt schnell nach Oben und lernt in einem ausgezeichneten Restaurant. Das erste Lehrjahr verbringt er damit, die Funktionen der Spülmaschine auswendig zu lernen, mit dem Sparschäler per du zu werden und den Boden der Kühlhäuser abzulecken. Im zweiten Lehrjahr darf er aus der Gemüsevorbereitung auf den Gardemanger. Kräuter hacken und Tomatenecken schneiden. Vielleicht sogar mal ne Vorspeise anrichten. Im Dritten hat er es endlich geschafft. Er ist am Herd! Allerdings spürt er die Strahlungshitze nur im Rücken da er auf der Arbeitsfläche Vorbereitungen für seinen Postenchef trifft. Dies mag sicherlich nicht überall so sein. Aber Tatsache ist, dass du es in einem solchen Restaurant viel schwerer hast an den Herd zu kommen als in einem normalen Hotel wo der Küchenchef garkeine andere Wahl hat. Dort kannst du dich Beweisen! In einem Sternerestaurant sind viel Einzelkämpfer unterwegs die nicht nach dir sondern nach sich schauen. Sie sind verantwortlich für die Qualität des Essens. Und der Leistungsdruck ist dort um ein Vielfaches Höher. Deshalb wirst du dort auch nie mal alleine einen Posten kochen. Das lernst du dann erst als Commis de Cuisine...

Im Prinzip ist es wie überall: am Besten für dich ist von ganz unten nach ganz oben. Schau dich in deiner Gegend um und bitte ruhig mal den Küchenchef um ein kurzes gespräch über seinen Kochstil (klassisch, modern usw...). Schau dir die Speisekarte an und mach dir ein Bild davon. So wie du schreibst kannst du es ja in etwa einschätzen.

Es ist als Deutscher natürlich möglich eine Ausbildung in der Schweiz zu machen. Der Verband der Köche (www.vkd.com) steht dir sicherlich zu einer Auskunft bereit, ansonsten das Arbeitsamt. Vom Verdienst her kann ich dir ein Beispiel nennen. Ein Commis de Cuisine (1.Gesellenjahr) verdient in Deutschland laut Tarif 1590,-€ brutto. In der Schweiz umgerechnet 1900,-€ netto. Das ist ein Argument für eine Saison in der Schweiz...Oder eine Ausbildung.

Vom Alter her sehe ich kein Problem. In meiner Klasse war der Durchschnitt bei 28, der Älteste ein Schwarzafrikaner mit 48 jahren auf dem Buckel...Ich war 19 und fast das Küken der Klasse...
Ein Problem wäre für mich allerdings der Altersunterschied zu den Azubis im 3. Ich könnte glaub ich nicht so sehr auf sie hören, obwohl auch hier oft der Ton die Musik macht. Aber von Musik muss ich Dir ja nichts erzählen *zwinker*

Also entweder entscheidest du dich nach deinem Praktikum für den schönsten, kreativsten und abwechslungsreichsten Beruf der Welt oder du nutzt die gewonnenen erkenntnisse für deine Famile. Aber egal was du tust, du kannst ab da voller Stolz von dir sagen: \"ICH HABE IN EINER KÜCHE GEARBEITET!!!\"

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Tobse82Koch Kartoffelschäler


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zuerst erzähl ich Dir mal ne kleine Abschreckungsgeschichte von meinem heutigen Arbeitstag! Vorweg: ich arbeite in einem Hotel in das zwei Restaurants integriert sind (Gourmet-Restaurant 1 Stern und 17 Punkte, Normales Restaurant 15 Punkte).

Arbeitsbeginn: 8.00 Uhr
Gestern Abend haben sie uns die Haare vom Kopf gegessen und vieles von unserem Mise en Place fehlt. Wir haben 3 1/2 Stunden Zeit um Mise en Place und Personalessen hinzubekommen bevor der Service beginnt. Wir? Falsch gedacht. Für das Ausser Haus, bzw. besser gesagt die 400 Canapes, das Grünkernrisotto und die geschmorten Schweinebäckchen, zusätzlich noch den Frühstücksservice sind alle abgezogen, der Küchenchef hat frei. Wer bleibt übrig? Ich...

Also niemanden anmerken lassen dass ich müde bin und Gas geben. Engagement! Es ist 11Uhr und der Erste stößt zu mir. Dazwischen ständige Erklärungen, Unterweisungen und auch Tadel für Auszubildende die es mit der Ordnung mal wieder nicht so ernst nehmen...

11.30 Pause
12.00 Servicebeginn...
12.00 - 14.00 sage und schreibe 3 Personen a la carte. 3 Vorspeisen 3 Hauptgänge, 3 Desserts. *gähn* endlich heim und schlafen.
13.50 \"Bon neu\" und \"Brot für 10 Personen\" hallt es vom Pass. Zu diesem Zeitpunkt klingt das wie ein Alptraum in den Ohren eines Koches! Aber Engagement!

Während dem Vorbereiten des 10er Tisches kommt ein neuer Bon mit 4 Personen in die Küche. Wir sind zu zweit, der Rest ist schon seit 13.45 Uhr in der Mittagspause. Ich normal auch...
15.30 Uhr Die letzten Essen sind raus und ich nutze das leere Bonbrett um mich unbemerkt aus dem Staub zu machen um den Durchdienst nicht an seiner Arbeit zu hindern *zwinker*

17.30 Uhr Abendservice
Nach einer kleinen Mütze schlaf mache ich mich erneut an die Arbeit. Unsere Mise en Place Liste ist immer noch nicht abgearbeitet und das a la carte Geschäft läuft an. Der Pferdemarkt ist aus...
Nach einer Stunde kommen wir gerade ins Schwimmen als ein Kollege dringend nach Hause muss da mit seiner Freundin was nicht stimmt. 1 1/2 Stunden später ist er wieder da und die ersten 20 Essen über den pass gelaufen. Zu zweit haben wir gekocht. Mein Azubi im 1.Lehrjahr der mich ständig kontrollieren will BOOOIINNNGG.... und ich. Der Tag zuvor hängt uns in den Knochen aber wir haben nun endlich Zeit für unser mise en Place.
22.30 Uhr Feierabend ?!
Nö...nach einer Veranstaltung treffen kurz mal 25 Leute ein um noch lecker zu essen. Da kommt Freude auf... Alle helfen zusammen, die geputzte Küche ist ruckzuck wieder dreckig, die leere Spülküche füllt sich wieder mit Schwarzgeschirr und Porzellan.
23.30 Uhr Feierabend!!!

13 Stunden Arbeit netto. Bezahlt werden 8,5 Stunden *zwinker* Ein ganz normaler Arbeitstag...
Aber das Gefühl, mit einer unterbesetzten Mannschaft die Gäste zufrieden zu stellen, entschädigt dir jede Überstunde. Du bist stolz auf dich und deine Kollegen. Mit einem Gefühl des Sieges im Kopf fährst du nach Hause, analysierst im kopf den Tag, duschst, und schläfst mit Gedanken an den nächsten Tag ein.

Dieser Beruf kann dich fesseln, kann süchtig machen! Du kannst jede Stresssituation lieben und zum Aufblühen deiner selbst nutzen, du kannst aber auch jeden Morgen an dem du deinen müden Körper zur Arbeit schleppst verfluchen! Dieser Job ist Knochenhart! Und es ist nicht die Arbeitszeit! Daran gewöhnt man sich. Es ist dieser innere Druck, dieser Stress. Er kann dich fertig machen.

Ich würde dir zu allererst empfehlen ein längeres Praktikum zu machen. Vielleicht mal ne Woche oder zwei. Da siehst du die Abläufe, erlebst solche Tage wie ich sie dir oben beschrieben habe. Du erlebst den Küchenstress hautnah. Du siehst wo du deine Kreativität einbringen kannst. Behalte das aber lieber für dich und merk es dir für zu Hause. Denn wie Jens schon gesagt hat mag es ein Postenchef nicht wenn ein Neuer an seinem Stil herumkramt...

Von der Wahl des Betriebes würde ich dir einen Bodenständigen Betrieb (am Besten ein Hotel da du dort mehr Facetten lernst -> Tagungen, banketts, Hochzeiten, a la carte, Ausser Haus Veranstaltungen usw.) empfehlen ohne große Ausflüge in fremde Küchen und moderne bzw. ausgefallene Zubereitungen. Wichtig ist dass deine Basics auf eine klassische Ader aufbauen. Denn die kennt man in jeder Küche. Und jede Küche baut auf diese Basis auf. Sei es das 3 Sterne Restaurant oder das Tagungshotel. Klassische Elemente findest du in Nahezu jeder Küche (ausser bei Marquardt oder so). Ich selbst habe die Erfahrung gemacht in einem absoluten Basic-Hotel zu lernen, hab dort auch wirklich alle wichtigen Grundzubereitungen so gelernt wie sie üblich sind und in der Schule beigebracht werden. Die Ableitungen davon kann ich somit viel schneller erschliessen als folgender Azubi:

Er strebt schnell nach Oben und lernt in einem ausgezeichneten Restaurant. Das erste Lehrjahr verbringt er damit, die Funktionen der Spülmaschine auswendig zu lernen, mit dem Sparschäler per du zu werden und den Boden der Kühlhäuser abzulecken. Im zweiten Lehrjahr darf er aus der Gemüsevorbereitung auf den Gardemanger. Kräuter hacken und Tomatenecken schneiden. Vielleicht sogar mal ne Vorspeise anrichten. Im Dritten hat er es endlich geschafft. Er ist am Herd! Allerdings spürt er die Strahlungshitze nur im Rücken da er auf der Arbeitsfläche Vorbereitungen für seinen Postenchef trifft. Dies mag sicherlich nicht überall so sein. Aber Tatsache ist, dass du es in einem solchen Restaurant viel schwerer hast an den Herd zu kommen als in einem normalen Hotel wo der Küchenchef garkeine andere Wahl hat. Dort kannst du dich Beweisen! In einem Sternerestaurant sind viel Einzelkämpfer unterwegs die nicht nach dir sondern nach sich schauen. Sie sind verantwortlich für die Qualität des Essens. Und der Leistungsdruck ist dort um ein Vielfaches Höher. Deshalb wirst du dort auch nie mal alleine einen Posten kochen. Das lernst du dann erst als Commis de Cuisine...

Im Prinzip ist es wie überall: am Besten für dich ist von ganz unten nach ganz oben. Schau dich in deiner Gegend um und bitte ruhig mal den Küchenchef um ein kurzes gespräch über seinen Kochstil (klassisch, modern usw...). Schau dir die Speisekarte an und mach dir ein Bild davon. So wie du schreibst kannst du es ja in etwa einschätzen.

Es ist als Deutscher natürlich möglich eine Ausbildung in der Schweiz zu machen. Der Verband der Köche (www.vkd.com) steht dir sicherlich zu einer Auskunft bereit, ansonsten das Arbeitsamt. Vom Verdienst her kann ich dir ein Beispiel nennen. Ein Commis de Cuisine (1.Gesellenjahr) verdient in Deutschland laut Tarif 1590,-€ brutto. In der Schweiz umgerechnet 1900,-€ netto. Das ist ein Argument für eine Saison in der Schweiz...Oder eine Ausbildung.

Vom Alter her sehe ich kein Problem. In meiner Klasse war der Durchschnitt bei 28, der Älteste ein Schwarzafrikaner mit 48 jahren auf dem Buckel...Ich war 19 und fast das Küken der Klasse...
Ein Problem wäre für mich allerdings der Altersunterschied zu den Azubis im 3. Ich könnte glaub ich nicht so sehr auf sie hören, obwohl auch hier oft der Ton die Musik macht. Aber von Musik muss ich Dir ja nichts erzählen *zwinker*

Also entweder entscheidest du dich nach deinem Praktikum für den schönsten, kreativsten und abwechslungsreichsten Beruf der Welt oder du nutzt die gewonnenen erkenntnisse für deine Famile. Aber egal was du tust, du kannst ab da voller Stolz von dir sagen: \"ICH HABE IN EINER KÜCHE GEARBEITET!!!\"

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Tobse82Koch Kartoffelschäler


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zuerst erzähl ich Dir mal ne kleine Abschreckungsgeschichte von meinem heutigen Arbeitstag! Vorweg: ich arbeite in einem Hotel in das zwei Restaurants integriert sind (Gourmet-Restaurant 1 Stern und 17 Punkte, Normales Restaurant 15 Punkte).

Arbeitsbeginn: 8.00 Uhr
Gestern Abend haben sie uns die Haare vom Kopf gegessen und vieles von unserem Mise en Place fehlt. Wir haben 3 1/2 Stunden Zeit um Mise en Place und Personalessen hinzubekommen bevor der Service beginnt. Wir? Falsch gedacht. Für das Ausser Haus, bzw. besser gesagt die 400 Canapes, das Grünkernrisotto und die geschmorten Schweinebäckchen, zusätzlich noch den Frühstücksservice sind alle abgezogen, der Küchenchef hat frei. Wer bleibt übrig? Ich...

Also niemanden anmerken lassen dass ich müde bin und Gas geben. Engagement! Es ist 11Uhr und der Erste stößt zu mir. Dazwischen ständige Erklärungen, Unterweisungen und auch Tadel für Auszubildende die es mit der Ordnung mal wieder nicht so ernst nehmen...

11.30 Pause
12.00 Servicebeginn...
12.00 - 14.00 sage und schreibe 3 Personen a la carte. 3 Vorspeisen 3 Hauptgänge, 3 Desserts. *gähn* endlich heim und schlafen.
13.50 \"Bon neu\" und \"Brot für 10 Personen\" hallt es vom Pass. Zu diesem Zeitpunkt klingt das wie ein Alptraum in den Ohren eines Koches! Aber Engagement!

Während dem Vorbereiten des 10er Tisches kommt ein neuer Bon mit 4 Personen in die Küche. Wir sind zu zweit, der Rest ist schon seit 13.45 Uhr in der Mittagspause. Ich normal auch...
15.30 Uhr Die letzten Essen sind raus und ich nutze das leere Bonbrett um mich unbemerkt aus dem Staub zu machen um den Durchdienst nicht an seiner Arbeit zu hindern *zwinker*

17.30 Uhr Abendservice
Nach einer kleinen Mütze schlaf mache ich mich erneut an die Arbeit. Unsere Mise en Place Liste ist immer noch nicht abgearbeitet und das a la carte Geschäft läuft an. Der Pferdemarkt ist aus...
Nach einer Stunde kommen wir gerade ins Schwimmen als ein Kollege dringend nach Hause muss da mit seiner Freundin was nicht stimmt. 1 1/2 Stunden später ist er wieder da und die ersten 20 Essen über den pass gelaufen. Zu zweit haben wir gekocht. Mein Azubi im 1.Lehrjahr der mich ständig kontrollieren will BOOOIINNNGG.... und ich. Der Tag zuvor hängt uns in den Knochen aber wir haben nun endlich Zeit für unser mise en Place.
22.30 Uhr Feierabend ?!
Nö...nach einer Veranstaltung treffen kurz mal 25 Leute ein um noch lecker zu essen. Da kommt Freude auf... Alle helfen zusammen, die geputzte Küche ist ruckzuck wieder dreckig, die leere Spülküche füllt sich wieder mit Schwarzgeschirr und Porzellan.
23.30 Uhr Feierabend!!!

13 Stunden Arbeit netto. Bezahlt werden 8,5 Stunden *zwinker* Ein ganz normaler Arbeitstag...
Aber das Gefühl, mit einer unterbesetzten Mannschaft die Gäste zufrieden zu stellen, entschädigt dir jede Überstunde. Du bist stolz auf dich und deine Kollegen. Mit einem Gefühl des Sieges im Kopf fährst du nach Hause, analysierst im kopf den Tag, duschst, und schläfst mit Gedanken an den nächsten Tag ein.

Dieser Beruf kann dich fesseln, kann süchtig machen! Du kannst jede Stresssituation lieben und zum Aufblühen deiner selbst nutzen, du kannst aber auch jeden Morgen an dem du deinen müden Körper zur Arbeit schleppst verfluchen! Dieser Job ist Knochenhart! Und es ist nicht die Arbeitszeit! Daran gewöhnt man sich. Es ist dieser innere Druck, dieser Stress. Er kann dich fertig machen.

Ich würde dir zu allererst empfehlen ein längeres Praktikum zu machen. Vielleicht mal ne Woche oder zwei. Da siehst du die Abläufe, erlebst solche Tage wie ich sie dir oben beschrieben habe. Du erlebst den Küchenstress hautnah. Du siehst wo du deine Kreativität einbringen kannst. Behalte das aber lieber für dich und merk es dir für zu Hause. Denn wie Jens schon gesagt hat mag es ein Postenchef nicht wenn ein Neuer an seinem Stil herumkramt...

Von der Wahl des Betriebes würde ich dir einen Bodenständigen Betrieb (am Besten ein Hotel da du dort mehr Facetten lernst -> Tagungen, banketts, Hochzeiten, a la carte, Ausser Haus Veranstaltungen usw.) empfehlen ohne große Ausflüge in fremde Küchen und moderne bzw. ausgefallene Zubereitungen. Wichtig ist dass deine Basics auf eine klassische Ader aufbauen. Denn die kennt man in jeder Küche. Und jede Küche baut auf diese Basis auf. Sei es das 3 Sterne Restaurant oder das Tagungshotel. Klassische Elemente findest du in Nahezu jeder Küche (ausser bei Marquardt oder so). Ich selbst habe die Erfahrung gemacht in einem absoluten Basic-Hotel zu lernen, hab dort auch wirklich alle wichtigen Grundzubereitungen so gelernt wie sie üblich sind und in der Schule beigebracht werden. Die Ableitungen davon kann ich somit viel schneller erschliessen als folgender Azubi:

Er strebt schnell nach Oben und lernt in einem ausgezeichneten Restaurant. Das erste Lehrjahr verbringt er damit, die Funktionen der Spülmaschine auswendig zu lernen, mit dem Sparschäler per du zu werden und den Boden der Kühlhäuser abzulecken. Im zweiten Lehrjahr darf er aus der Gemüsevorbereitung auf den Gardemanger. Kräuter hacken und Tomatenecken schneiden. Vielleicht sogar mal ne Vorspeise anrichten. Im Dritten hat er es endlich geschafft. Er ist am Herd! Allerdings spürt er die Strahlungshitze nur im Rücken da er auf der Arbeitsfläche Vorbereitungen für seinen Postenchef trifft. Dies mag sicherlich nicht überall so sein. Aber Tatsache ist, dass du es in einem solchen Restaurant viel schwerer hast an den Herd zu kommen als in einem normalen Hotel wo der Küchenchef garkeine andere Wahl hat. Dort kannst du dich Beweisen! In einem Sternerestaurant sind viel Einzelkämpfer unterwegs die nicht nach dir sondern nach sich schauen. Sie sind verantwortlich für die Qualität des Essens. Und der Leistungsdruck ist dort um ein Vielfaches Höher. Deshalb wirst du dort auch nie mal alleine einen Posten kochen. Das lernst du dann erst als Commis de Cuisine...

Im Prinzip ist es wie überall: am Besten für dich ist von ganz unten nach ganz oben. Schau dich in deiner Gegend um und bitte ruhig mal den Küchenchef um ein kurzes gespräch über seinen Kochstil (klassisch, modern usw...). Schau dir die Speisekarte an und mach dir ein Bild davon. So wie du schreibst kannst du es ja in etwa einschätzen.

Es ist als Deutscher natürlich möglich eine Ausbildung in der Schweiz zu machen. Der Verband der Köche (www.vkd.com) steht dir sicherlich zu einer Auskunft bereit, ansonsten das Arbeitsamt. Vom Verdienst her kann ich dir ein Beispiel nennen. Ein Commis de Cuisine (1.Gesellenjahr) verdient in Deutschland laut Tarif 1590,-€ brutto. In der Schweiz umgerechnet 1900,-€ netto. Das ist ein Argument für eine Saison in der Schweiz...Oder eine Ausbildung.

Vom Alter her sehe ich kein Problem. In meiner Klasse war der Durchschnitt bei 28, der Älteste ein Schwarzafrikaner mit 48 jahren auf dem Buckel...Ich war 19 und fast das Küken der Klasse...
Ein Problem wäre für mich allerdings der Altersunterschied zu den Azubis im 3. Ich könnte glaub ich nicht so sehr auf sie hören, obwohl auch hier oft der Ton die Musik macht. Aber von Musik muss ich Dir ja nichts erzählen *zwinker*

Also entweder entscheidest du dich nach deinem Praktikum für den schönsten, kreativsten und abwechslungsreichsten Beruf der Welt oder du nutzt die gewonnenen erkenntnisse für deine Famile. Aber egal was du tust, du kannst ab da voller Stolz von dir sagen: \"ICH HABE IN EINER KÜCHE GEARBEITET!!!\"

Viele Grüße und hoffentlich entscheidest du dich \"richtig\"

Tobse
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Vom 09.03.2004 15:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
@ tobse

vielen Dank für dein ausführliches Statement!

irgendwie weiss ich ja schon auch, dass es ein wenig bekloppt zu sein scheint, freiwillig Koch werden zu wollen. Dass die Arbeitszeit und besonders ihre Dauer extrem ist und das dadurch natürlich der Stundenlohn schon weit nach unten gedrückt wird, auch das war mir klar. Jedoch nicht in seinem ganzen Ausmass!!

Ich realisiere auch, dass der Idealismus schon sehr ausgeprägt sein muss, wenn man mit diesem Beruf glücklich werden möchte.
Idealismus habe ich, genau wie enorm viel Enthusiasmus (beides schon lange). Ob ich genug davon habe, dass weiss ich nicht.
Der Preis dafür, professionell Köchen zu dürfen ist schon ganz schön hoch, nicht nur in der Lehre...

- Explizit möchte ich mich auch noch einmal für deine Statements zum idealen Ausbildungsbetrieb und der Schweiz - Thematik bedanken!

Zur Wahl des geschicktesten Ausbildungsbetriebes ist deine Empfehlung übrigens deckungsgleich mit der von meinem guten Freund, der ebenfalls Koch ist. (der heisst übrigens witzigerweise auch Tobi)

Die tariflichen Lohnangaben die du gemacht hast - beziehen die sich auf ein Quartal?

lg, Abhi

PS auch ich kenne die Probleme mit dem Posten, daher sende ich dir dies auch zusätzlich ebenfalls als KM...
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Vom 11.03.2004 09:59 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

stuttgartpaul Kaltmamsell


Mitglied seit 27.02.2004
4.063 Beiträge (ø1,35/Tag)
Lass es einfach bleiben. Eine Kochlehre mit 35 ist wie Survivaltraining!
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Vom 13.03.2004 03:57 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

assaiuno Tellerwäscher


Mitglied seit 15.11.2003
14 Beiträge (ø0/Tag)
Hallo Abhi, mach auf jeden Fall ein Praktikum von einem Monat !! Wenn Du es dann noch machen willst,wirst Du es auch schaffen.

Ist doch ganz einfach oder??
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Vom 13.03.2004 16:40 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

www.solitaer.us Tellerwäscher


Mitglied seit 07.10.2003
5 Beiträge (ø0/Tag)
hallo abhi,

ich bin ebenfalls 35 und seit 1985 in der gastronomie.
meiner meinung nach hattest du mit tobi den kompetentesten berater. ich würde mir an deiner stelle seine ratschläge zu herzen nehmen!

ich für meinen teil denke das es nichts gibt wofür es zu spät sein könnte es zu beginnen

--> man muss eben wie bereits erwähnt dahinter stehen.

meine frau und ich eröffnen gerade ein restaurant/bar und obgleich uns viele in unserem umfeld davor warnen (schlechte zeit/soviel invest/und überhaupt gastronomie...)
wie auch immer edison hatte es doch dann auch einmal geschafft -niemand hatte daran geglaubt- elektrisches licht zu erfinden!
wir werden bestimmt kein neues licht erfinden...lach

dir wünsche ich viel erfolg und die richtige entscheidung. bilde dir deine eigene meinung am besten durch das besagte praktikum.

gastronomie ist eine herzenssache-du wirst sie lieben oder hassen...nichts dazwischen

gruss aus wiesbaden

FIPS

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Vom 28.03.2004 09:49 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

BlauerPlanet Küchenjunge


Mitglied seit 14.03.2003
1.648 Beiträge (ø0,49/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Tobse lol, Du sprichst mir vom der Seele.

Ja Ja der Kochberuf ist schon was schönes

In meinem nächsten Leben werde ich Millionär.

Euer
BlauerPlanet
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Vom 21.11.2004 21:30 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hallo Freunde,

nach längerer Pause möchte ich mich hier in diesem Thread wieder einmal zu Wort melden und allen die es interessiert den weiteren Fortgang meiner Geschichte erzählen…

nach den vielen wertvollen Wortmeldungen eurerseits war ich erst einmal schon etwas verunsichert und habe den Gedanke an eine klassische Ausbildung eher etwas in den Hintergrund geschoben – ich wollte alles erst einmal etwas sinken lassen, abwarten und mich diesbezüglich etwas entspannen.

vor ca. 8 Wochen habe ich mich dann als Küchenhilfe beworben und bin auch direkt angenommen worden. Das Spülen habe ich jetzt schon ziemlich gut drauf *g*…

just ein paar Tage später wurde ich von der Firma von der ich die meisten Aufträge bez. Dienstleistungen im Event u. Veranstaltungsbereich bekomme gefragt, ob ich nicht die Abteilung für Künstler- & Crewcatering übernehmen möchte, da der, der bislang zuständig war keine Zeit mehr dafür habe. Natürlich wollte ich das sehr gerne und habe zugesagt.
In der Zwischenzeit habe ich bereits für Willi Astor, The Missfits, Helge Schneider, George Moustaki und Herrn Stumpfes Zieh & Zupfkapelle gecatert und gekocht.
Die einzelnen Jobs umfassen Planung, wenn nötig Rücksprache mit der Tourleitung, Einkauf, Verwirklichung von Büffets sowie das Kochen von einer bis zwei warmen Malzeiten für die Künstler, die jeweils dazugehörenden Musiker und die Crew.
Da es stets unterschiedliche Anforderungen und auch ganz unterschiedlichen Lokations sind, ist das alles sehr sehr spannend und auch äusserst lehrreich.
Die Kritiken der Verköstigten waren bisher alle soo positiv, dass ich mir ein Gästebuch gekauft habe und nun schon 4 tolle Einträge bekommen habe...

auch in dem Restaurant in dem ich als Küchenschabe angeheuert habe, klappt es gut und ich bekomme immer mehr Arbeiten zugeteilt die etwas anspruchsvoller sind. Mit dem Koch und der Aushilfsköchin verstehe ich mich klasse, wenn sie mir helfen können tun sie das beide sehr gerne… (die Aushilfsköchin habe ich schon in mein Catering – Team integriert, nächsten Dienstag bei H – Blockx ist sie mit dabei… - lustige Welt - im Restaurant ist sie mein Chef, bei den Cateringgeschichten ist es andersherum…)

ich bin sehr glücklich mit alledem und äusserst gespannt, wo mich das alles noch so hinführen wird…

an dieser Stelle noch einmal ein fettes Dankeschön an alle, die mir mit Beiträgen und Feedbacks sehr weitergeholfen haben!


beste Grüsse, Let´s cook baby! abhi

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Vom 22.11.2004 15:20 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

UlrikeM  Sternekoch


Mitglied seit 08.03.2004
8.508 Beiträge (ø2,83/Tag)
Hallo abhi,

den Fred hatte ich überhaupt nicht mitbekommen. Erst heute hab ich ihn mit Interesse gelesen. Hut ab, mein Lieber, für deinen Mut, und dass jetzt alles so positiv angelaufen ist, klasse!
Da kannst du ja im Nebenjob, deine alte Arbeit mit der neuen verbinden und auch da deine Erfahrung mit einfließen lassen.
Ich wünsch dir, dass es sich für dich ähnlich gut weiter entwickelt, alles Gute.
Aber du könntest schon auch mal wieder ein schönes Rezept posten Lachen..ich dachte schon, du wärst dem CK abhanden gekommen. Na!

Lieben Gruß Ulrike
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Vom 22.11.2004 16:15 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

henriette26 Hendlgriller


Mitglied seit 11.12.2003
3.793 Beiträge (ø1,23/Tag)

lieber abhi, glueckwunsch, ich freue mich immer, wenn jemand so richtig begeistert von seiner arbeit erzaehlt. habe noch einen buchtipp fuer dich: von der roten gourmet fraktion: kochen fuer rockstars. \"das buch, erschienen im kiwi verlag, habe ich vor ein paar tagen mit grossem vergnuegen gelesen, vor allem im flugzeug, in dem auch noch eine - mir allerdings unbekannte- rockband mit flog. das buch ist wirklich amuesant, zeigt den wahnsinn des koch- berufes mal von einer anderen seite und selbst wenn man kein ultimativer punk-fan ist, ist es durchaus lesenswert. stehen auch einige rezepte drin und auch sonstige tipps. eindruecke auch auf: www.rotegourmetfraktion.de. und damit es keine misverstaendnisse gibt: ich bekomme keine provision, will euch nur den spass nicht vorenthalten.\" ist ein guenstiges taschenbuch, ich verleih es aber auch gerne und es sei dir als besondere fachlektuere anheim gelegt, aber wahrscheinlich hast du es laengst gelesen. beste gruesse und weiterhin viel erfolg h.
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Vom 23.11.2004 17:50 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Pewe  Sternekoch


Mitglied seit 09.07.2003
6.194 Beiträge (ø1,91/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo abhi,

ich habe diesen Thread auch mit Interesse verfolgt und finde es klasse nach so langer Zeit wieder zu lesen was nun aus deinen Plänen geworden ist.
Hut ab, finde ich echt gut. Ich wünsche dir weiterhin viel erfolg

LG

Pewe
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Vom 07.08.2005 23:27 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

stecs Suppenkoch


Mitglied seit 31.03.2003
1.498 Beiträge (ø0,45/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo abhi,
es ist etwas Zeit ins Land gegangen, wie sieht es mit einem Zwischenbericht aus? Bist Du immernoch ein Kochlehrling-Fanatiker??? BOOOIINNNGG....

LG stecs
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Vom 15.08.2005 14:15 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hallo zusammen,

hier, wie gewünscht, wieder einmal ein kleiner Zwischenbericht:


Zum Zeitpunkt meines letzten Postings in diesem Thread war ich gerade bei 4 Gästebucheinträge, ich habe gerade nachgezählt, jetzt sind es 45. Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
Einzelne Jobs waren es ca. 57. Die Differenz rührt daher, dass ich einige Acts mehrfach betreut habe und dann natürlich nicht jedes Mal wieder mit meinem Gästebuch angewackelt komme.

Bislang hatte ich das Glück ausschliesslich äusserst positives Feedback bekommen zu haben.
Vor kurzem habe ich bei einem Teil des Stimmenfestivals 05 gecatert, dort habe ich einer Regionalen Zeitung ein recht ausführliches Interview gegeben. Die Journalistin hat zwar ziemlichen Müll geschrieben, alles in allem ist der Bericht aber sehr positiv.
Bemerkenswert fand ich, wie \"dramageil\" sie war. Ständig wollte sie was über Entgleisungen und unzufriedene Künstlern hören, womit ich ihr (zum Glück) ja nun so gar nicht dienen konnte – und auch nicht wollte. Ich werde mich hüten, öffentlich allzu viel aus dem Nähkästchen zu plaudern - ist das Catering doch oft ein recht intimer Ort, das mobiles Wohnzimmer der Künstler und ihrer Crew - und diese Intimsphäre gilt es auf jeden Fall zu respektieren.

Nach wie vor mache ich diesen Job mit grosser Begeisterung und bin sehr glücklich darüber, dass es mir gelungen ist, meinen Wunsch „Koch“ zu werden so zügig umgesetzt zu haben.
Ein grosser Teil meiner Arbeit findet zwar nicht am Herd statt - es ist halt auch sehr viel theoretische Arbeit die da geleistet werden muss (Menu - Planung, Einkaufsplanung, Personalplanung, zum Teil Zollbürokratie, Lagerhaltung, Kalkulationen, Angebote erstellen, Abrechnungen machen usw. usw., aber auch das finde ich spannend. Das meiste davon muss ich mir autodidaktisch erarbeiten, was zum Teil recht mühsam ist, dafür sitzt das gelernte dann aber irgendwann auch richtig gut. Aber zum Glück gibt es ja z.B. den CK, hier habe ich schon wirklich viel sehr nützliche Hilfe erfahren! An dieser Stelle auch noch einmal ein ganz grosses Dankeschön an alle, die mir so freizügig ihr Wissen geschenkt haben, ich weiss das sehr zu schätzen.

Was mich überrascht hat, ist dass die ganze Sache um einiges anstrengender ist, als ich das im Vorfeld dachte - und ich bin nicht davon ausgegangen, dass es ein Zuckerschlecken sei.
Oft fahre ich Schichten um die 18 Stunden - wenn Aufträge eng beieinander liegen auch mehreren Tagen am Stück. Aber ich will jetzt gar nicht jammern, wirklich nicht! Wenn ich etwas gerne mache bin ich äusserst Leistungsbereit, was bei Dingen die ich weniger gerne mache leider nicht so der Fall ist... (da habe ich auch auf jeden Fall noch Optimierungsbedarf)
Was mich aber jedes Mal für alle Strapazen belohnt, ist die Anerkennung, das Lob und die Begeisterung welche mir meiner Gäste bislang ausnahmslos ALLE geschenkt haben. So wie es aussieht habe ich ein wirklich gutes Händchen für den Job. Let´s rock! 11.11.11:11 ... OH TANNE... Let´s cook baby!

Und um mal ein wenig zu Posen - Namedroping aus meinem Gästebuch: Helge Schneider, H - Blockx, Al Jarreau, Sportsfreunde Stiller, Beatsteaks, Hans Klarin & die Wiener Domknaben, Dieter Thomas Kuhn, Klaus Hoffmann, Rammstein, Marshall & Alexander, Mathias Richling, Rat Pack, Max Raabe, 2raumwohnung, Nigel Kennedy, Konstantin Wecker, Lord Of The Dance, Ibrahim Ferrer (eines seiner letzten Konzerte...), die Söhne Mannheims... diese und noch einige mehr haben sich in meiner Obhut sehr gut betreut gefühlt.

Wie ihr also seht, es läuft alles ziemlich prima.

Da ich hier und da immer Mal gefragt werde, was es bei mir denn als so gibt, hier zwei Beispielmenus.

Menu für die 2Raumwohnung im
Kraftwerk
(17.04.05 in Rottweil)

• Serrano Schinken auf Melone

• Legierte Griess - Fenchelcremesuppe

• Hühnerunterkeulen mediterran a la panna mit Richard & Estragon
• Piccata a la Milanes vom Sellerie
• Mediterranes Wok Gemüse
• Marinierte Okras
• Fruchtige Tomatensauce

• Bandnudeln
• Basmatireis
• Frischer Parmesan

• Caprese
• Bauernsalat
• Marinierte Zucchini

• Kokos – Vanille Pudding mit frischen Früchten und Kokoskrokant



Menu / Dinner / Stimmen 05 / UrbanVillage / Basel

• Indische Linsensuppe

• Thai - Hühnercurry gelb
• Karrikische Fischpfanne
• vegetarisches Curry - indian Style

• Reis
• Bandnudeln

• Kichererbsensalat Tandoorie
• Gemischter Salat / Süss Sauer
• Blattsalat mit Yoghurtdressing

• Ananas Minze Salat


Soweit der „kurze“ Zwischenbericht… ich könnte ja schreiben und schreiben, aber ich glaube, das reicht euch jetzt erst einmal… Wer noch Fragen hat, kann sich ja melden.

beste Grüsse, Let´s cook baby! abhi



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Vom 23.08.2005 12:10 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

olli_K Kartoffelschäler


Mitglied seit 20.01.2003
31 Beiträge (ø0,01/Tag)
Hallo Abhi,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Wirkungskreis!

Ich wollte Dich noch darauf aufmerksam machen, dass die Berufsschule in D für Dich kein \"Muss\" ist im Falle einer Ausbildung; Du hast Deine Schulpflicht ja schon abgeleistet. Wenn Der Ausbildungsbetrieb also nicht darauf besteht, musst Du nicht zur Berufsschule.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit der sog. \"Externenprüfung\": Du meldest Dich bei der IHK zur Abschlussprüfung als Kochgeselle an. Wenn Du glaubhaft machst, dass Du die einer Lehre entsprechenden Kenntnisse anderswie erworben hast, solltest Du zur Prüfung zugelassen werden und kanst dann deinen Berufsabschluss auch ohne Ausbildung erlangen.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - und Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen....

Dir weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg!

Olli


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Vom 24.08.2005 11:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Frouke Tellerwäscher


Mitglied seit 24.04.2005
7 Beiträge (ø0/Tag)
Hallo Abhi,

ich finde es toll, daß Du den Mut bewiesen hast Deinem Traum einen Weg zu geben. Und um so mehr freut es mich, daß es Dir gelungen ist, Deine bisherige Tätigkeit zu verbinden. Man kann die Begeisterung in Deinen Beiträgen spüren.

Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft und hoffe, noch mehr von Dir zu hören.

Viele Grüsse und immer \"Feuer unterm Herd\"
Frouke

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Vom 27.08.2005 01:24 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Orphyllia Smutje


Mitglied seit 02.07.2005
168 Beiträge (ø0,07/Tag)
also.
ich finde es gut..dass du mich mit dem thema auseinandersetzt, wenn kochen ein absolutes Hobby für dich ist und du es zum beruf machen willst...tu dir den gefallen und mach die ausbildung..du bist zwar schon etwas \" betagter\" was ausbildung angeht, aber dafür hast du erfahrungen im eventbereich-gern gesehen..du schaffst es, wenn du willst...die lehre ist hart-aber interessant und vielseitig.

liebe grüße

PS: wenn du dir nicht sicher bist-mach doch vorher ein praktikum
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Vom 30.08.2005 17:57 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hallo Orphyllia,

nach wie vor denke auch ich, dass es bestimmt sehr sinnvoll sein könnte die Ausbildung zu machen. Aber so wie es im Moment aussieht, wird das wohl eher nichts. Dafür ist die Chance, welche ich mit demCatering gerade habe einfach zu gross... da geht ja richtig was - ich wäre schön blöd, dass jetzt wieder zu knicken...
Die Topunternehmen im Bereich des Rock´n´Roll Caterings welche sich einen Namen gemacht haben kannst du hier in Deutschland an zwei Händen Abzählen... !!!

Ich lasse mich ja so oft es geht auch immer noch als Cateringhilfe buchen - das ist eine ganz gute Sache - da kann ich manchmal wirklich viele lernen (leider nicht immer). Gerade habe ich beim Künstlercatering für Rock am See / Konstanz mitgearbeitet. Dieses wurde von einem der Top Cateringunternehmen in diesem Bereich ausgerichtet. Ich habe mich mit dem Chef (und auch der restlichen Crew) auf Anhieb sehr gut verstanden und habe in den drei Tagen sehr sehr viel lernen & aufnehmen können. Auch wurde mir unmissverständlich bestätigt, ein wirklich gutes Händchen für das ganze zu haben. Zusätzlich wurde mir zu verstehen gegeben, dass man mich gerne einmal als festeres Mitglied in ein Team für eine Tournee oder ähnlich buchen würde (und das nicht als menschliche Spülmaschine... Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen)

Irgendwie muss ich halt einfach \"learning by doing\" praktizieren. Ich wäre blöd, diese Cateringkiste zum jetzigen Zeitpunkt abzuwürgen.
Gerade heute ist eine Angebotsanfrage über 2 Tage Komplett - Catering für eine Jabanische Musikgruppe demnächst in der Schweiz und noch eine weitere Anfrage für ein Koplett - Katering in Basel im kommenden Januar für eine ganze Woche am Stück ins Haus geflattert... und das Fieber hat mich schon erfasst 11.11.11:11

Ich denke, nächstes Jahr ist es so weit, dass wir auch sich überschneidende Aufträge bekommen werden - dass wird dann vom organisatorischen her so richtig spannend...

autodidaktische Grüsse, Let´s cook baby! abhi
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Vom 04.09.2005 04:37 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

sumi1201  Kaltmamsell


Mitglied seit 23.11.2004
235 Beiträge (ø0,09/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Kochfreunde,

ich ziehe meinen Hut was Du alles auf die Beine gestellt hast in der Zeit. Viele gelernten Köche könnten sich dort eine Scheibe abschneiden.

Informier Dich unter welchen Auflagen Du die Gesellenprüfung ablegen kannst. Das ist eine gute alternative zu einer kompletten Lehre und den Rest lernst autodidaktisch und durch Arbeit mit Kollegen.

Also weiter so...




Euer Sumi1201


Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst.
François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 - 1680)

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Vom 04.09.2005 05:28 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Blueshirtxxl Smutje


Mitglied seit 17.10.2004
1.300 Beiträge (ø0,47/Tag)
@ topsi
@ Sumi 1201

Ich habe den kochberuf von der Basis her ...wie Du so schön sagst, erlernt Und zwar 3 Jahre lang, habe die Lehre damals mit 17 Jahren erst begonnen, Die Fertigkeiten die ich damals in der Lehrzeit erlernt habe sind heute noch wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man dieses Fachkönnen und Fachwissen so nebenbei aberntet wie Birnen aus Nachbars Garten. Müssen Köche denn heutzutage nicht mehr wissen was Brunoise, was eina Grand marmite, was mis en place ist? Kann jeder intensiv-Fernseher dann irgendwann sagen so, ich bin jetzt ein Koch? Ist der Gehilfenbrief nur noch Makulatur?
Dies soll beileibe keine Kritik an Abhi sein, nur mal ein Statement für diejenigen Köche, die sich durch eine 3 Jährige Lehre hecheln und dann von Quer-Einsteigern gesagt bekommen wie eine weiße roux gekocht wird.

bis dennne!



Blueshirtxxl
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Vom 08.12.2005 22:05 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Nase24 Kartoffelschäler


Mitglied seit 04.12.2005
74 Beiträge (ø0,03/Tag)
hi leute!

nachdem der fred nun schon länger ruht und ich ihn gerade mit großem interesse verfolgt habe möchte ich auch gerne meinen senf dazu geben. bin selbst koch-azubi im ersten lehrjahr, 21 mit abgeschlossenem abi und abgebrochenem IT-Studium *ggg*

würde dir abhi auch exremst zur externenprüfung raten, wir hatten in meinem ehemaligen ausbildungsbetrieb (dazu später) einen chef de partie saucier der das auch gemacht hat und da hab ich schon gelernte gesehen die im direkten vergleich heulend weglaufen müssten. er hatte bei seinem bruder der ein restaurant hatte 5 oder 6 jahre gearbeitet, sich danach angemeldet und auf anhieb bestanden. nachdem was ich bisher hier über deine fachliche qualifikation gelesen habe kannst du das mit ein wenig zusätzlichem selbststudium was die theorie angeht mit sicherheit auch. besorg dir falls du ihn noch nicht hast auf jeden fall noch \"den jungen koch\", mein ex-postenchef auf den gardemanger benutzt den heute noch.

falls du doch noch mit dem gedanken spielst eine lehre zu machen, was ich wie gesagt in deinem fall (!!) als zeit und geldverschwendung betrachte so sei gewarnt.
jetzt muss ich doch etwas weiter ausholen (wer schon das eine oder andere posting von mir gelesen hat wird nicht überrascht sein Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen):

ich habe persönlich schon als kleiner pimpf gerne gekocht, unserem hausmädchen in thailand die küche streitig gemacht und erinnere mich heute noch an restaurants und speisen die ich mit sieben jahren im beisein meiner eltern besucht habe. da aber nie im zweifel stand dass ich das abitur machen würde hatte ich es als verschwendung betrachtet nicht studieren zu gehen. der versuch eben dieses zu tun ist dann kläglich daran gescheitert dass ich mich einfach nicht motivieren konnte mich ständig mit hochtheoretischen dingen zu beschäftigen, deren nutzen sich mir aber erst in jahren gezeigt hätte. nach einer sicher auch durch die fehlentscheidung nicht zu verweigern und die perspektivlosigkeit bedingten extremst depressiven phase von über einem jahr bekam ich dann von meiner mutter zum geburtstag einen kochkurs geschenkt.

dieser war bei einem hiesigen küchenmeister mit auzgezeichnetem ruf (zurecht), das konzept war so dass er mit einer küchenhilfe kochte und die gäste das ergebnis zu essen bekamen und dabei in die töpfe und pfannen schauen durften während er tipps gab und fragen beantwortete. ich konnte mich kaum satt sehen und löcherte ihn so mit fragen dass er gehörig ins schwitzen kam, das führte so weit dass ich von anderen anwesenden mit anerkennedem blick gefragt wurde, ob ich denn \'vom fach\' sei. mehr aus zufall als tatsächlichem interesse fragte ich den kursleiter nachdem die anderen teilnehmer gegangen wären, ob es denn noch sinn machen würde \'in meinem alter\' Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen noch eine ausbildung anzufangen und ob mich denn überhaupt noch jemand haben wolle. er hatte nur positive worte für mich und ... (ich labere schon für meine verhältnisse extrem viel also ab jetzt zeitraffer) ...

also über einige umwege kam ich dann an einen praktikumsplatz bei seinem sohn (ebenfalls koch, mit ausbilder aber ohne meister) der in der sternegastronomie gelernt, dann über mehrere hochwertige stationen in den wanderjahren schließlich in meinem heimatort ein kleines aber feines restaurant eröffnet hatte. der war auch total begeistert von mir, wie ich von ihm und dem beruf, dort habe ich in alles reinriechen können: catering, service, einkauf, auftragsannahme, spülen *hurra* und konnte nach circa 6-8 Wochen bis auf zwei Ausnahmen jedes gericht auf der Karte völlig selbstständig zubereiten und habe auch eine menge gelernt (... zeitraffer ein ...)

jedenfalls musste er leider aus wirtschaftlichen gründen das restaurant aufgeben. er fand aber sofort einen neuen job in einem 4 sterne superior tagungs- und wellnesshotel am tegernsee, für den dortigen direktor hatte er bereits in salzburg als sous-chef gearbeitet und konnte es sich so leisten, nur unter der bedingung eine lehrstelle für mich zu bekommen dort anzufangen.
(sekunde noch, gleich kommt der casus knackus =))

am anfang war ich von dem haus richtig angetan, die dimensionen in denen in einem hotel mit ca. 110 zimmern mit schwerbpunkt auf tagungen gearbeitet wird waren eben doch andere, als ich sie zuvor gewöhnt war. aber wie so oft: der schein trügte!
über 50% convenience im einsatz, hoffnungslose unterbesetzung in JEDER abteilung --> als abzubi lernst du dort nen kalten mäusekot, arbeitsbedingungen unter aller sau (auch für gastro-verhältnisse!). nur als beispiel:
ich habe mit insgesamt 15 lehrlingen (hofas und köche) dort angefangen, jetzt arbeiten dort noch 2! zugegebenermaßen waren darunter einige die besser im mittleren nichttechnischen dienst angefangen hätten, aber dass sowas nich normal sein kann dürfte jedem klar sein. ein kollege (hofa im tagungsdienst, sprich: nur am laufen) war wegen MASSIVEN knieproblemen für drei oder vier tage krank geschrieben, hätte dann laut dienstplan einen tag arbeiten müssen und danach zwei tage frei gehabt. kommentarlos wurden im die freitage mit der begründung \'er hätte ja gerade frei (krank) gehabt\' ERSATZLOS gestrichen! es sagt keiner was wenn sie einen brauchen und man die freitage aufschiebt, aber das ist 19. Jhdt.!!! Es gäbe da noch zahlreiche Beispiele und bei bedarf gebe ich gerne noch welche, aber ich denke ihr habt alle einen eindruck bekommen, was da los war.

also: wellness- und tagungshotels sind mit absoluter sicherheit nicht immer erste wahl für eine ordentliche ausbildung.
um jetzt hier hitzigen diskussionen vorzubeugen:
der betrieb bei dem ich jetzt anfange (5 sterne superior hotel + hauseigener klinik in bad grießbach, niederbayern) ist auch ein wellness- und tagungshotel. aber alleine der unterschied in der lautstärke wenn du in die küche kommst! die ordnung, die ausdrücke auf den gesichtern der angestellten, das ist eine andere welt, ehrlich. im vergleich war der vorherige betrieb ein mcdonalds oder ne autobahnraststätte mit exorbitanten zimmerpreisen und hochwertigerer verpackung!

in diesem sinne: lieber zwei mal hinschauen.

liebe grüße, roman.

p.s.: wer in der branche arbeitet und bezweckt demnächst am tegernsee anzufangen: es gibt dort erstklassige häuser wo es richtig spaß macht zu arbeiten und man auch weis, wofür man diesen job macht. aber um nicht gefahr zu laufen im selben (entschuldigt die ausdrucksweise) sch**ßladen zu landen, schreibt mir sicherheitshalber ne PN.
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Vom 09.12.2005 00:30 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

vanderalm Küchenjunge


Mitglied seit 22.05.2004
83 Beiträge (ø0,03/Tag)
kleine Anmerkung für Koch-Azubis mit Abitur:
Es gibt das sogenannte FHG Modell zur Ausbildung Koch bzw. Restaurantfachmann im Küchen- und Servicemanagement. Das ist eine normale 3-Jährige Kochausbildung mit dem Unterschied, dass der Berufsschulunterricht rein Fachbezogen ist, anstelle von Religion oder Deutsch kommen Fremdsprachen und Betriebswirtschaftliche Dinge hinzu. Die Ausbildung kann nur in gehobenen Betrieben gemacht werden und der Berufsschulunterricht findet deutschlandweit an der Berufsschule Bad Überkingen statt. Mehr Infos unter www.landesberufsschule.de

Jedoch rate ich jedem Abiturienten, sich die Sache genau zu überlegen. Wie mein Vorredner schon sagte: Zweimal hinsehen! Ich bin auch schon auf die Fresse gefallen mit meinem ersten Betrieb, im neuen ist es besser aber auch hier wird man selten wie ein erwachsener Mensch behandelt. Koch ist eigentlich ein wunderbarer Beruf, den ich auch nach der Lehre nicht aufgeben werde, aber es ist schon sehr traurig, daß viele meinen, man müsse sich in der Gastronomie nicht so benehmen, wie es in der Gesellschaft sonst erwartet wird...
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Vom 09.12.2005 17:55 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hallo zusammen,

irgendwie denke ich schon immer wieder einmal daran, die Ausbildung zu machen. Da sich mir aber - wie oben bereits erwähnt - die ein oder andere Schwierigkeit eher hemmend in den Weg stellt, bin ich gerade nicht aktiv am suchen aber stets wachsam ob sich irgendwo eine gute Gelegenheit bietet.

Die Prüfung als externer oder wie auch immer steht glaube ich gerade nicht wirklich an. Mir geht es bei der ganzen Kiste in erster Linie um das Lernen. Dann auch noch eine abgeschlossene Ausbildung zu haben ist natürlich ein schöner Nebeneffekt...

Gerade bin ich ja eifrig im Catering - Bereich am machen. Das läuft auch recht gut und ich lerne ganz viele unterschiedliche Dinge.
Der Anteil des Kochens könnte zwar grösser sein, aber auch was ich da auf der organisatorischen und kalkulatorischen Seite lerne ist sicherlich sehr wertvoll.
Die Erkenntniss, dass die gehobenere & aufwendigere Küche in erster Linie durch die damit verbundenen deutlich höheren Personalkosten ihren Preis hat und eher weniger durch den höheren Wareneinsatz ist selbst erlebt/gelernt was ganz anderes als wenn man es nur theoretisch erfasst...

well, ich habe da noch so eine kleine dreisste Idee, wo ich mich vieleicht mal bewerben möchte, konkret möchte ich da aber nicht werden, das ist eher so ein kleines Himmelfahrtskomando - aber: wer nicht wagt - der nicht gewinnt!

beste Grüsse, Let´s cook baby! abhi

...es lebe die Vielfalt!

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Vom 09.12.2005 17:56 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
@nase

danke für dein langes Posting!

PS den \"Jungen Koch\" habe ich schon...

beste Grüsse, Let´s cook baby! abhi

...es lebe die Vielfalt!

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Vom 16.12.2005 18:23 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Bobbykoch Tellerwäscher


Mitglied seit 28.12.2002
5 Beiträge (ø0/Tag)
Hallo abhi,

ich war auch so alt wie du, als ich von meinem Beruf als Bankkaufmann die Schnauze voll hatte. Habe schon immer Koch werden wollen. Mein Weg war dann:

Ich habe mir eine Sportgaststätte gesucht, weil dort die mtl. Belastung aus Pacht und sonstigen Nebenkosten überschaubar waren. Und habe angefangen. Nach 3 Jahren wurde mir dieser Laden zu klein, und ich habe im Allgäu einen Brauerei-
Gasthof angepachtet, mit ins. 450 Sitzplätzen, 36 Betten. Ein riesen Laden. Dort habe ich dann wirklich kochen gelernt. Haben in dieser Küche 100 warme Essen a la carte im Durchschnitt gemacht. Gutes Geld auch verdient, aber fast keine Zeit, es wieder auszugeben.

Nach 8 Jahren hatte ich dann genug. Habe heute als Pächter eine Kantine, und , vor 2 Jahren mit bei der IHK zur Gesellenprüfung als Koch angemeldet. Die Prüfung war eigentlich für mich als \"Profi\" leicht, weil man ja 2 Wochen Zeit hat, sich darauf vorzubereiten. Inzwischen habe ich auch meine Mitarbeiterin durch diese Püfung mit Erfolg gebracht.

Fazit: Also wenn du glaubst, du mußt Koch werden, dann tu es.

Gruß aus Bayern, und viel Erfolg
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Vom 17.12.2005 13:34 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Sidewinder77 Tellerwäscher


Mitglied seit 03.11.2005
5 Beiträge (ø0/Tag)
Finde das ganze ein herrliches Thema!Habe es soweit überflogen und möchte dir Abhi sagen.Wenn du die Lehre machen willst,dann mach es.Lass dich nicht von den Erfahrungen anderer leiten sondern mach deine eigenen!Sicher die Kochausbildung ist wohl eine der härtesten die es gibt aber ich möchte sie nicht missen!Leider hab ich nicht genau gelesen was du dann anschliessend machen willst,aber ich habe gesehen das du momentan im Cateringbereich tätig bist und du hast vielleicht festgestellt das man dort,auch nicht schlecht verdienen kann.Und man kann es auch in diesen Firmen zu was bringen auch wenn man keine Ausbildung hat.Letzenendes bleibt es ja dir überlassen ob du die Ausbildung machst oder nicht,aber ich würde sie auf jeden Fall wieder machen!
Weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

Greets
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Vom 18.12.2005 15:05 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

germanchef  Kaltmamsell


Mitglied seit 15.11.2004
626 Beiträge (ø0,23/Tag)
servus miteinander!!!!!!!!!!!


@abhi: fett RESPEKTRESPEKTRESPEKT!!!!!!!!!!!!!!!! und mein ratschlag dazu ist: bleib bei deiner cateringgeschichte! blödsinn jetzt noch ne ausbildung zu machen. die prüfung kannst du ja irgendwann nochmal als egopflege ablegen, aber das mußt du ja nicht. du siehst ja das es auch so klappt. wenn die gäste zufrieden sind ist eh egal ob du gelernter koch oder maler bist, haupsache du gibst essen raus das du selber mit dir(und deinem gewissen) vereinbaren kannst.

und nochwas: ich bin voll neidisch!!!!!! weil du schon für 2raumwohnung gekocht hast - bin nämlich voll der fan von den beiden. näher als 25m meter, bei nem event in thüringen, bin ich leider noch nicht rangekommen..........................


@ganzgroßesblauestshirt: es ist leider so!!!!!! klar ist es sehr schade das keiner mehr weis wie die kleinen würfelchen nun in französich genannt werden. diese leute haben dann aber meistens auch ne ganz andere einstellung zum thema essen un essen kochen und diese \"köche\" können bestimmt auch nicht so gut mit physischem und psyschichem(oder wie man auch immer diese scheiß wörter schreibt - du weist was ich meine) stress umgehen. meiner meinung nach bist du erst dann ein richtiger koch wenn du mindestens einen mega anschiß bekommen hast, wo du kurz davor warst in tränen auszubrechen und wenn du mindestens einmal so fett in der scheiße gestanden bist, das der bondrucker 5 min nicht aufgehört hat zu rattern und du deine mise während dem kochen das 2. mal neu gemacht hast, aber jeder gast war zufrieden!!

najanaja bis die tage und ich wünsche nen fetten weihnachtsstress!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


der Germanchef


Köche regieren die Welt!!!
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Vom 18.12.2005 16:39 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hey Germanchef, hey all,

vielen Dank für eure Postings - es tut immer sehr gut Mut gemacht zu bekommen! (nicht dass ich mutlos wäre, aber trotzdem)

Jo, mit dem Anschiss oder den Situationen die recht ausweglos aussehen, aber dennoch ohne dass der Gast es bemerkt gemeistert werden - da habe ich schon die ein oder andere hinter mich gebracht. Ich habe im Nachhinein dann auch immer das Gefühl, gerade daran wieder einmal ein wenig gewachsen zu sein.

Und genau das sind mit die schönsten Momente: der Herd spinnt, Sachen sind im Stress nicht entsprechend Vorbereitet worden oder irgendetwas hat nicht so hingehauen wie geplant... yo, das bei den sehr sehr engen Zeitplänen der Produktionen - halleluja - blood, sweat ´n tears - und im Endeffekt hat man es aber trotzdem wieder geschafft, alle glücklich zu machen - Endorphine pur.

Aber anstrengend ist so was, jungejunge. Und wenn dann wirklich ernsthaft Amok angesagt war bin ich danach immer im wahrsten Sinne des Wortes geläutert - manchmal fühlt es sich an wie neugeboren.

Aber die Begeisterung, der Ergeiz und die Liebe lassen einen erstaunlich leistungsfähig werden. Ausserdem pusht die (bei mir bislang ausschliesslich) positive Resonanz und die ehrliche Dankbarkeit der Gäste ungemein. Neulich wurde mir nach dem Dinner mal wieder mitgeteilt, dass mein Catering mit grossem Abstand das beste Catering der aktuellen und auch der der letzten (ich hatte die vor einem Jahr schon mal becatert) WELT - Tournee war. Das ist wie Droge...

Um nicht abzuheben halte ich mir dann natürlich stets vor Augen, dass (besonders was das lokale Catering angeht) oft absoluter Müll und lieblos hingeworfenes \"Fressen\" serviert wird. Und das gibt es bei mir NIE. Wenn ein Veranstalter ein Catering unterhalb meines Mindestanspruches haben möchte soll er jemand anderen mit dem Auftrag bedenken. Dafür liebe ich das Kochen zu sehr und das lasse ich mir durch Ignoranz nicht kaputt machen... Ich würde mich ernsthaft hassen, wenn ich Gulaschsuppe aus der Dose oder fertige Salate usw. servieren müsste. Dann kann ich es lieber gleich sein lassen!

Ich weiss, das ist bestimmt für manche ziemlich durchgeknallt oder gar frevlerisch - aber gutes Essen und gutes Kochen hat für mich schon fast etwas religiöses (und ich bin sonst höchstens spirituell aber in keinem Falle religiös) - und genau wie bei den Religionen dort gibt es beim Kochen auch so etwas wie Gotteslästerung und die fängt oft mit M o. K an und hört mit i oder r auf.
Langsam akzeptiere ich - nach langem sträuben - hin und wieder (ausnahmsweise) schon mal TK Gemüse, aber nur wenn das frische Produkt qualitativ indiskutabel ist, ich es aber unbedingt haben will.

Trotz alledem würde ich sehr sehr gerne bei einem wirklichen Topchecker lernen. Es gibt so oft den Moment, wo ich an meine Grenzen stosse - das nervt. Natürlich wachse ich mit jeder Grenzerfahrung, merke aber auch, wie inspirierend es ist wenn ich mal wieder schlichte Cateringhilfe bei anderen guten Caterern bin. Da lerne ich oft sehr viel. Dann ärgert es mich manchmal halt schon, dass ich noch gewaltige Lücken habe.

Hätte ich viel Geld auf der Kante würde ich instantly eine Weltreise durch all die Küchen unseres Planeten machen und versuchen überall so viel wie möglich aufzusaugen, Raffinessen sammeln und mich befruchten lassen... dafür spüle ich auch... wenns sein muss Let´s rock!

Auch hätte ich dann mehr mit genauso duchgeknallten Menschen wie ich selbst es wohl bin zu tun. Leute, mit denen man ausgiebig über Essen, Kochen, bewirten und eben alles was dazu gehört diskutieren kann, sich austauscht und motiviert, Ideen entwickel und an Umsetzungen feilt.
Natürlich gibt es (zum Glück) den CK, aber mit Menschen echt und direkt zu sprechen ist trotz dem was anderes - ausserdem gibt es hier auch nicht sooo viele wirklich wahnsinnige... (siehe Plauderecke, Bjutie und unnötiges wie Aknefragen oder Hund & Katze)

Wenn ich mir deinen bisherigen Berufsweg anschaue, dann werde ich - das gebe ich gerne zu - schlicht neidisch!

Aber so ist halt jeder auf den anderen ein wenig neidisch. 11.11.11:11 Raumwohnung war toll. Ganz nette Leute, sehr herzlich und unkompliziert... Ich mag die von dem abgesehen eh auch musikalisch sehr gerne. Und es ist schön Bands oder Künstler betutteln zu dürfen, die ich selbst auch mag und schätze.
Ich mache zwar in der Leistung keinen Unterschied ob ich den Künstler jetzt nun mag oder nicht, aber es ist trotzdem was anderes, ob man irgendwelchen Volksmusikrotz hat oder halt Nigel Kennedy, Al Jarreau, 2Raumwohnung oder Helge Schneider...

beste Grüsse, Let´s cook baby! abhi

...es lebe die Vielfalt!

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Vom 19.12.2005 15:47 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

germanchef  Kaltmamsell


Mitglied seit 15.11.2004
626 Beiträge (ø0,23/Tag)
jojojo!!!!!!!!!!!!!


hammerharter job!!! ich habe hier irgendwo mal geschrieben \"Das ist der beschissenste Traubjob den es gibt!\" is einfach so. ich kann mir definitiv nix anderes mehr vorstellen. 8 stunden arbeiten gehen würde mich glaube ich nicht ausfüllen. ich brauche mittlerweile diesen stress und die vielen, vielen durchgeknallten sozialen randgruppen die man in einer küche vereinen kann. es geht echt nix über ein komplett sinnfreies gespräch im dicksten geschäft über den iq einer babymöhre oder ob ameisen denn in den genuß eines analen orgasmus(uuups!!)*ups ... *rotwerd* mhmmmh hmmhmhmmmmhhh kommen können. ich würde glaube ich einschlafen wenn ich den ganzen tag im büro sitzen müßte um mir das gelabere von sekretärinnen reinzufahren. und vor allem - was mache ich denn mit so viel freizeit????????!! komm ich bestimmt nicht drauf klar. ich arbeite ja sogar in meinem urlaub noch bei freunden..................


jaja das liebe thema arbeiten!! was geht bei dir zu weihnachten? job oder familie? wir haben zu heiligabend zu und dann ohne frei bis ins neue jahr - juhu!!!! aber dann erstmal 2 wochen urlaub. 2 tage durchschlafen und 10 tage langweilen und dann 2 tage zu meiner mutter ihrem 50. da wird ne torte gebaut - mal schauen ob ich das so hinkriege wie ich mir das vorgestellt habe..........

genug gelabert, muß jetzt erstmal meine bügelorgie starten - kochklamotten selber waschen ist so äääätzend!!!!!!


mfg der chris




Köche regieren die Welt!!!
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Vom 22.12.2005 13:39 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Abhi Suppenkoch


Mitglied seit 26.02.2004
868 Beiträge (ø0,29/Tag)
Hey Chris,

bei mir ist der Dezember dieses Jahr sehr ruhig (viel zu ruhig... mich juckts schon vor lauter Ruhe). Habe am 25. und am 29. was und am 30. die Amuse Geuels für den 50. Geburtstag von \"Stiefvater\"... also alles ganz entspannt.

Im Januar geht es dann aber (zum Glück) wieder ganz gut ab...

Mit durchgeknalltem Volk habe ich es bei den Produktionen eh zu tun. Licht-, Tomtechniker, Trucker, Busfahrer und nicht zuletzt die Produktion und die Künstler...
Da fällt unser Team dann wirklich nicht weiter ins Gewicht... :)

8 h arbeiten... lächerlich - dafür lohnt es sich nicht überhaupt anzutreten... ich habe mal den Schnitt ausgerechnet und bin auf rund 17 h pro Catering gekommen (man ist eigentlich fast immer der erste in der Halle und geht meist als letzter) - und das ohne Fahrt - oder EK - Zeiten...

Zum Thema \"sinnfreie Gespräche\" - nach müde kommt blöd - und wir sind oft ganz schön müde... 11.11.11:11

Dresscodemässig sind bei uns eher selten Kochjacken usw. angesagt. Bei der Art von Catering trägt man eher Crew Shirts von irgendwelchen Produktionen - das ist recht entspannt.
Gerade habe ich mal wieder ein recht nettes Shirt von One Night Of Queen bekommen, so ganz dezent mit gesticktem Logo...

beste Grüsse, Let´s cook baby! abhi

PS ein Problem mit Freizeit habe ich nicht. Ich habe gerne Zeit für mich und Langeweile kenne ich so gut wie gar nicht...

...es lebe die Vielfalt!
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Vom 22.02.2007 01:05 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Terrentino Tellerwäscher


Mitglied seit 28.01.2006
9 Beiträge (ø0/Tag)
Hallo, bin 24 gelernter Elektriker un habe auch vor eine kochausbildung zumachen, kleine info bin seit 4 jahren hobbymetzger habs auch schon auf 11 Wurstsorten geschafft die von einigen befreundeten metzgern als sehr gut befunden wurden, zudem bin ich seit meiner kindheit am herd und drum rumso dass ich mittlerweile gruppen bis zu 60Pers. bekochen konnte ( bin in sehr vielen vereinen wo es möglich ist ) und dies auch immer mit zufriedenen gesichtern und gaumen.
Finde das \"projekt\" Ausbildung mit 35 zwar wirklich mutig aber durchaus eine gute möglichkeit sich selbst zu verwirklichen deshalb will ich dies auch tun das einzige problem ist wirklich das Geld. also wenn jemand was weiß wo man förderungen bekommen kann würde ich mich sehr freuen wenn er mir dies mitteilt.


gruß terrentino

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Vom 22.02.2007 20:16 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,06/Tag)
Inzwischen ist Abhi sogar schon 38!

best
susa

____________________________________________

I am not bound to please thee with my answers. .
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Vom 01.03.2007 21:21 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Jonas1989 Tellerwäscher


Mitglied seit 01.03.2007
29 Beiträge (ø0,02/Tag)
Hallo
Da ich selber gerade eine Ausbildung zum Koch mache denke ich das ich aus Erfahrung sprechen....
Also was ich auch sagen muss ist das die Schule wirklich sehr einfach ist und man wirklich schnell unterfordert ist...und man schnell anfängt zu schludert.....Die Sache mit der Hirachie ist immer so eine Frage es kommt natürlich auf den Chef an mein Chef z.B lässt mir alle freiheiten und ist wirklich sehr offen für neues und ist immer der Meinung das ruhig was schief gehen kann deswegen lerne ich ja...das dies natürlich wohl eher eine Ausnahme ist, ist natürlich klar.....
Ich kann nur sagen wenn es wirklich dein Wunsch ist dann dein Traum dann wirst du das schon schaffen was man sich natürlich klar machen muss sind die Arbeitzeiten wenn die andern frei haben bist du bei der Arbeit...
Mir wurde gesagt das es wohl keinen Beruf gibt auf den die Bezeichnung Beruf besser trifft wenn man über diesen Begriff weiter nachdenkt und man ihn als Berufung sieht denn das sollte man um es in diesem Beruf zu etwas zu bringen......Das hört sich jetzt alles ein bisschen komisch da ich ja noch in der Ausbildung bin aber ich denke so kann man das sagen.....
Lg und viel Erfolg...
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Vom 15.08.2008 03:42 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Eulkretscham Tellerwäscher


Mitglied seit 15.08.2008
1 Beiträge (ø0/Tag)
Hallo Cookiejens,

ich bin nur aus Schlafmangel hier gelandet und möchte dir sagen das Du sehr direkt und ehrlich Antwortest. Lächeln
Ich selbst bin 30 und möchte mich verändern. Meine Kochlehre habe ich 2,5 Jahre gemacht und hatte einen Knie Op die mich ein halbes Jahr an Krücken gefesselt hatte. Ich war danach der Meinung Jajaja, was auch immer! ich brauche kein weiters Jahr um meine Ausbildung fortzusetzen und habe meine Ausbildung abgebrochen. Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen und ich habe in einigen Restaurants gearbeitet nicht nur als Hilfskoch oder Beikoch sondern auch als Alleinkoch in einem kleinen Restaurant. Ich war und bin mit diesem Beruf als Koch verwachsen und liebe in auch. Mein Knie ist kaputt ich bin bis jetzt schon 5 mal Operiert worden und das Künstliche Knie steht an. Wie in Gottes Namen kann man so ein Leben führen, immer Schmerzen und die Angst im Nacken nicht zu finden was einen wirklich Glücklich macht?
Ich kann nur jedem sagen wie Abhi, wenn Du wirklich diesen Beruf ergreifen möchtest dann mach es, er ist hart, schlecht bezahlt und Du wirst über kurz oder lang an Körperlich gebrechen leiden ABER dieses Glück, die Zufriedenheit und Kreativität bekommst Du nirgendwo. Koch sein ist einem in die Wiege gelegt!
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Vom 15.08.2008 10:43 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,06/Tag)
Inzwischen hat Abhi die Lehre mit Bravour beendet und ich denke wir können wir dann getrost zumachen Na!.




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Beware of bathroom walls that've not been written on.
(Robert A. Zimmerman)
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