neues Thema  Thema drucken  Thema als PDF  Als Favorit speichern  Benachrichtigung aktivieren

Trinkgeld - diesmal bekommen

Vom 02.11.2009 09:58 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leewermang Küchenjunge


Mitglied seit 20.04.2009
275 Beiträge (ø0,24/Tag)
Hallo zusammen,

ich würde mich freuen, wenn mir jemand hier aus dem Forum eine Antwort geben könnte. Und zwar:

mein Sohn hat im September eine Ausbildung zum Restaurantfachmann begonnen. Betrieb ist ein "Nobel-Edel-Italiener" mit großen Ambitionen. (Ich wusste vorher gar nicht, dass bei uns am Ort so ein Laden existiert.) Soweit ist alles ok, nette Truppe, die auch oft nach Arbeitsende zusammen noch weg geht, Arbeitsklima ok, Bezahlung auch, eigentlich hat mein Sohn noch keinen Tag bereut,

wenn da nicht die Sache mit dem Trinkgeld wäre; es gibt nämlich keins!

Da der Laden ziemlich hochpreisig ist - dass drei Personen eine Rechnung von 1000.- € machen, ist nicht ungewöhnlich - gehen da am Abend einige Summen über den Tresen. Und solche Rechnungen werden meist mit Karte bezahlt. Wenn Trinkgeld gegeben wird, handhabt der Chef das so, dass davon erstmal die 5% Kartengebühr abgezogen wird, der Rest wandert angeblich in einen ominösen Topf, aus dem u. a. zerbrochene Gläser etc. bezahlt werden. Bei Barzahlung ist das nicht anders, Chef streichts Trinkgeld ein, und der Service sieht nichts. Angeblich soll von dem gesammelten Trinkgeld dann mal zusammen etwas unternommen werden.

Mein Sohn hat schon vorher in der Gastronomie gejobbt und weiß, wie viel Trinkgeld in etwa möglich ist und hatte diesen Posten in seine private Kalkulation fest eingerechnet, um sich dann am Ort eine eigene Wohnung zu nehmen. Im Moment hole ich ihn z. B. jede Nacht ab, da um diese Zeit kein öffentlicher Nahverkehr mehr stattfindet.

Ist diese Praxis bzgl. Trinkgeld eigentlich normal oder hat mein Sohn da ein besonderes Exemplar erwischt?

Danke für Eure Antworten!

LG Marie
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 10:59 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

youtas  Chefkoch


Mitglied seit 21.02.2006
5.760 Beiträge (ø2,52/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo,
also sicher ist, das die Gaeste das Trinkgeld nicht zu dem Zweck geben, das der Chef davon die Kartengebuehr bezahlt. Und fuer die zerbrochenen Glaeser ist es auch nicht gedacht.

LG Youtas
_____________________
denkwürdige Zeiten sind das!
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:10 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

grisou Sternekoch


Mitglied seit 16.12.2003
29.288 Beiträge (ø9,49/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
wenn das Trinkgeld über Karte bezahlt wird ist es für mich schon einsichtig, dass davon vorm Verteilen die Kartengebühr abgezogen wird - die muss Scheffe an die Kreditkartenfirma ja bezahlen...

dass von dem Trinkgeldtopf dann nicht nur dier Kellner, sondern ALLE was haben sollen - wird inzwischen auch vermehrt so gehandhab t, denn: einstreichen tuts der Scheff ja nicht..."Angeblich soll von dem gesammelten Trinkgeld dann mal zusammen etwas unternommen werden."

wie steht denn die übrige Mannschaft dazu ? wenn dort so ein gutes Betriebsklima herrscht wie du schreibst könnte ich mir vorstellen, dass die übrige Mannschaft offensichtlich mit der Regelung gut klar kommt und sich nicht übern Tisch gezogen fühlt - hat Sohn denn mal mit Kollegen drüber gesprochen, was die davon halten ???
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:14 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,06/Tag)
Inzwischen ist es sehr verbreitet, dass alle Trinkgelder in einen Topf geworfen werden und dann verteilt, in USA ist das schon immer so üblich. So bekommen die Leute aus der Küche auch etwas davon ab, immerhin haben sie auch zum Wohlbefinden des Gastes beigetragen. Wieso sollte der, der zufällig als letzter am Tisch ist oder nur die Rechnung bringt, das ganze Trinkgeld einstreichen, auch wenn er ansonsten mit diesem Gast nichts zu tun hatte.

Das mit dem zerbrochenen Zeugs halte ich zwar auch für suboptimal, aber angesichts dessen, dass ja wohl ansonsten alles stimmt, für durchaus verschmerzbar.

Mit Trinkgeld zu kalkulieren ist jedenfalls ziemlich unvorsichtig, gerade in schlechten Zeiten wird da nun als allererstes dran gespart.



________________________________________________________________________

I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered. (George Best)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:18 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

hookahey  Hendlgriller


Mitglied seit 03.03.2004
5.238 Beiträge (ø1,74/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Huhu!

Ich glaube das nennt sich Tronc.



\"\"
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:26 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leewermang Küchenjunge


Mitglied seit 20.04.2009
275 Beiträge (ø0,24/Tag)
Hallo,

ich habe bzw. mein Sohn hat kein Problem damit, dass alles in einen Topf geworfen wird, im Gegenteil, die Küche ist ja am Ergebnis, das der Gast mittels Trinkgeld honoriert, nicht unerheblich beteiligt. Das ist soweit ok. Die anderen sind mit dem Zustand aber auch nicht zufrieden, nur wer sagt was als erster? Von sieben Angestellten gehört einer zur Familie, dem geht es aber dadurch auch nicht besser, vier Azubis und zwei Köche. Es murren alle, vor allem da die Azubis auch durch die Berufsschule Vergleiche anstellen können.

Und 100.-€ zusätzlich zum Lehrlingsgehalt sind ja immerhin auch etwas.

LG Marie
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:29 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ClaudiBe  Smutje


Mitglied seit 07.06.2006
254 Beiträge (ø0,12/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Marie!

Zuerst hab ich Deine Überschrift nicht so recht mit dem Beitrag verbinden können. Denn Dein Sohn bekommt ja offensichtlich kein Trinkgeld.

Aber zur Sache:Ob diese Praxis normal ist, weiß ich leider nicht. Aber ich bin entsetzt und empört über diesen Arbeitgeber!! Wie denkt denn der Rest der "netten Truppe" über diese Praxis? Die können doch zumindest Deinem Sohn mal sagen, wie toll die gemeinsamen Unternehmungen dann so sind . Ist das Arbeitsklima denn wirklich gut, wenn die Leute so über den Tisch gezogen werden?

Du schreibst, die Bezahlung sei in Ordnung. Hat es vielleicht damit zu tun? Oft ist ja der Lohn beim Jobben extra so niedrig, weil er mit Trinkgeldern aufgefüllt werden soll (Das finde ich auch fragwürdig, weil es keine wirkliche Größe ist, mit der man rechnen und sein Leben bestreiten kann). Aber hier besteht ein Ausbildungsvertrag, das ist anders. Dass das Trinkgeld in einen gemeinsamen Topf kommt, finde ich in Ordnung, denn das Küchenpersonal bemüht sich genauso um den Gast wie die Kellner. Also muss geteilt werden.Und das Trinkgeld trägt man oft auf der Kreditkartenrechnung ein, also muss es irgendwie verwaltet werden.

Die Gebühr für die Kreditkarte trägt m.E. der Unternehmer und zerbrochene Gläser, naja. Das sind wohl nicht so viele pro Abend, oder? Bei den von Dir genannten Rechnungsbeträgen sollte da schon immer wieder ein ganz schönes Sümmchen an Trinkgeld rumkommen. Es gibt halt keinen Rechtsanspruch auf Trinkgeld, das ist eher so eine Sache der Großzügigkeit und - hier - des Anstands beim Chef .

Und klar ist auch, dass ein Azubi nicht groß fordern kann. Er wird ja froh sein, in einem Nobelrestaurant ausgebildet zu werden. Dazu fällt mir ein: Schon in den 90er Jahren war es üblich, dass junge Leute ( In diesem Falle voll studierte und diplomierte Industriedesigner) ohne jede Bezahlung in Mailand bei den ganz Großen der Zunft arbeiten "durften". Sie bekamen absolut nichts dafür!! Ihr "Lohn" war, dass sie dort etwas gelernt haben und sagen konnten: "Ich habe da und da gearbeitet". Ich könnte Dir einige Beispiele nennen, wo - wirklich hochqualifizierte - Kräfte ohne Bezahlung arbeiten, weil sie irgendwann auf eine Anstellung hoffen.

Dein Sohn ist ja sicher volljährig, deshalb kannst Du sowieso nicht tätig werden in der Sache. Und so, wie ich die Arbeitswelt in allen Bereichen sehe, hilft es eh nix, zu protestieren. So ungerecht das ist: Man muss scheinbar heute die Klappe halten und froh sein, dass man eine Ausbildung bekommt. Man stößt da schnell an Grenzen.

Mal sehen, was andere dazu schreiben!
Liebe Grüße
ClaudiBe
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

grisou Sternekoch


Mitglied seit 16.12.2003
29.288 Beiträge (ø9,49/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Es murren alle, vor allem da die Azubis auch durch die Berufsschule Vergleiche anstellen können


dh - es murren vor allem die Azubis ??? Na! im Ernst - die Azubis sind in der denkbar ungünsigsten Position, um das zur Sprache zu bringen, wenn dann wäre das für mich eher ein Thema für die bereits länger dort tätige Mannschaft...

ich kann natürlich verstehen, dass gerade die Azubis mit dem Geld gut was anfangen könnten...
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ClaudiBe  Smutje


Mitglied seit 07.06.2006
254 Beiträge (ø0,12/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hui, was brauche ich doch so lang für einen Schrieb! In einer halben Stunde so viele Postings, dass meines eigentlich schon überflüssig war. Lächeln
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:38 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,06/Tag)
ClaudiBe, dafür hast Du die Sache aber am besten zusammengefasst. Na!

Trinkgeld ist nun mal nichts, auf das man ein einklagbares Recht hat, dem Vernehmen nach gibt es durchaus angesehene und bekannte Köche, die die Trinkgelder gleich und ohne weiteren Kommentar oder Unrechtsbewusstsein einstreichen, und zwar mit genau der gleichen Begründung: man solle froh sein, bei ihnen arbeiten zu dürfen, das sei Grundstein für eine spätere Karriere und Ehre und Entlohnung genug.

Andererseits ist es nun gerade im Augenblick in der Gastronomie auch nicht rosig und ich kann mir vorstellen, dass auch der Restaurantbesitzer mit diesen Summen rechnet und - wenigstens in harten Zeiten - auch rechnen muss.






________________________________________________________________________

I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered. (George Best)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:43 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

66Maiden Tellerwäscher


Mitglied seit 14.10.2009
71 Beiträge (ø0,07/Tag)
Moin,

ich habe lange in der Gastronomie gearbeitet und bei einigen Kneipen /REstaurants war es üblich, dass alles Trinkgeld in einen Topf kam. Lag aber auch an der Arbeitsteilung weil z.B. diejenigen, die die Getränke gemacht haben, weniger bekommen als die im Service. Allerdings wurden die Tipps am Ende des Abends unter dem Personal aufgeteilt weil sich die Schichten immer wieder unterschieden und alles andere wäre zu kompliziert geworden. Wenn immer dieselben zusammenarbeiten kann man das auch am Ende der Woche oder des Monats machen.

Auf jeden Fall kenne ich es nur so, dass die Tipps auf dem einen oder anderen Weg an den Service gehen und zwar las Bargeld. Weder werden davon kaputte Gläser bezahlt (das sollte ein Restaurant bei den Preisen mit einkalkulieren) noch wird gemeinsam etwas davon unternommen. Kenne ich so nicht.


Und ich glaube gehört zu haben, dass es auch rechtlich nicht okay ist, aber das müßtest Du mal recherchieren.

So oder so muss Dein Sohn abwägen, was ihm die (gute) Lehrstelle wert ist.

gruss
maiden
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:45 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

lela2810 Kaltmamsell


Mitglied seit 02.10.2007
496 Beiträge (ø0,29/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo!

Klar hat man keinen Ansruch darauf. Aber ich finde, es sollte allen Mitarbeitern klar sein, wofür das Trinkgeld wirklich verwendet wird.

Pfeil nach rechts Angeblich soll von dem gesammelten Trinkgeld dann mal zusammen etwas unternommen werden. Pfeil nach links
Ich würde mal rumfragen, ob das dann auch wirklich stattfindet oder die Trinkgelder dann doch nie wieder gesehen werden. Also zB. mal bei den Kollegen fragen, wo denn diese Ausflüge oder was auch immer in den letzten Jahren hingingen.

LG Lela
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:48 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

singerl  Kaltmamsell


Mitglied seit 31.08.2006
1.475 Beiträge (ø0,7/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo,

also wenn, wie im EP geschrieben, 3 Personen locker mal € 1.000,-- an einem Abend da lassen, kann man schon mal die Kalkulation hinterfragen. Du schreibst doch, im Service nur der Chef, ein Verwandter und 4 Azubis. BOOOIINNNGG....

Und grundsätzlich ist das Trinkgeld für das Personal und nicht für den Chef Verdammt nochmal - bin stocksauer . Im gegenteil, ich erinnere mich an Zeiten, da hieß es, dem Chef auf keinen Fall Trinkgeld geben, das ist eine Beleidigung.

In Eurem Fall müsste man wirklich mal überprüfen, wo das Geld angesammelt wird und wann was unternommen werden soll. Jedenfalls ist es keinesfalls dazu da, um eine Fehlkalkulatiuon des Chefs auszugleichen. GRRRRRR

Ansonsten könnte man ja mal vorschlagen, dass das gesammelte Trinkgeld jeweils am Monatsletzten verteilt wird, dann weiß jeder was Sache ist und hat was davon.

LG
Singerl

Begehe keine Dummheit zweimal, die Auswahl ist doch groß genug
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:50 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

orangerot Tellerwäscher


Mitglied seit 07.10.2006
96 Beiträge (ø0,05/Tag)
Hallo,
ich arbeite selber als (gelernte)
Bedienung. Ich habe bisher in vier sehr guten Restaurants gearbeitet (in einem immer noch Lächeln ). In jedem Betrieb wird es anders gehandhabt. Als Lehrling hat er keine Chancen irgendetwas der speziellen Handhabung zu ändern. Das mit dem Geschirr ist allerdings Käse, denn der Betrieb ist für Bruch versichert und wird das sicherlich einmal im Jahr sowieso mit der Versicherung prozentual klären. Die einzige Möglichkeit die ich für deinen Sohn sehe, ist, das er das Trinkgeldthema (ich weiss nicht wieviel Umsatz am Tag der Schnitt ist, rechne bei einem Speiselokal mit 5%) bei einem Meeting anspricht. Aber wenn er erst seit September dabei ist, kann er sich wirklich in die Nesseln setzen. Ich musste ehrlich gesagt grinsen als du geschrieben hast dass vom gesammelten Trinkgeld mal etwas unternommen wird. Fahren sie dann in die Karibik? Bei meiner Ausbildung haben die ausgelernten alles eingeschoben, ich durfte mir die Hacken ablaufen und in meiner Pause noch drei bis fünf 10L Eimer Besteck polieren. Allerdings hätte ich danach überall arbeiten können.
Ich hoffe ich habe dir ein paar Infos geben können, auch wenn es keine guten waren.
LG
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 11:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

singerl  Kaltmamsell


Mitglied seit 31.08.2006
1.475 Beiträge (ø0,7/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
noch mal ich. Kann es sein, dass das mit der NAtionalität des Chefs zusammenhängt Wichtige Frage

Wir haben hier im Nachbarort einen sogenannten Edelitaliener (nicht ganz so edel wie oben beschrieben Lächeln ), bei dem ist ständiger Personalwechesl. Grund: Handhabung des Trinkgelds, Ersatz für Schäden, Kartengebühr usw.

Der soll es sogar schon gebracht haben, dass er Leute, die auf Stundenbasis arbeiten, nicht bezahlt hat für die Zeit, in der keine Gäste im Lokal waren Verdammt nochmal - bin stocksauer


LG
Singerl

Begehe keine Dummheit zweimal, die Auswahl ist doch groß genug
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 12:52 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ute1973 Smutje


Mitglied seit 13.01.2009
406 Beiträge (ø0,33/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo,

kann nach vielen Jahren Gastronomie nur berichten das es Einstellungsache des Chefs ist. Habe mein 2. Praktikum in einem Betrieb gemacht wo auch der Chef alles behalten halt. Als ich meine Zeit um hatte und die Frage nach Ausbildungsbeginn kam, war ich nicht seine zukünftige Azubiene; vom Persoessen (welches es nicht gab, sondern nur einmal die Woche) und Getränken während der Zeit ganz zu schweigen.. Habe meine Ausbildung auch in einem kleinen Betrieb gemacht, ich war mit Chef im Service und wir hatten div gelernte Aushilfen. Da hieß es dann immer."Ute kassiert, die ist nur Azubi und ihr habt alle einen guten Stundenlohn" Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
Die Jahre danach hatte ich einen Betrieb da hat nur der Stationsober den Tipp kassiert und was der seinem Azubi/ Commi abgab lag in seinem ermessen- wer regelmäßig was abgab kam halt gut mit den Azubis klar und konnte sich auch fast den aussuchen den er von den anwesenden als "tauglich" befunden hat, und wenn es dann um länger bleiben ging war das auch keine Thema.
Mit div Betrieben kam dann auch der Tronc, wo Dienstgrad/ Zugehörigkeit/ Wochenarbeitszeit mit reinfließen.
Bei einem .....Abteilungsleiter ist das auch.... Aber ich finde, dafür hat auch derjenige was davon der die ganze Vorbereitung bei Veranstaltungen macht.
Aber dein Sohn hat als Azubi erstmal schlechte Karten, wenn er den Tipp einfordern will. Die Entscheidung die sich für ihn stellt:
Zeit abwarten, und das gute/ renomierte Zeugnis mit nehmen
In der Probezeit kündigen- wobei ich mir da noch einen weiteren Grund suchen würde, wenn er in der Gastronomie bleiben möchte.
Nach der Probezeit einen Kollegen der schon länger im Betrieb ist darauf ansetzen, Achtung Buhmann!
Wie handhabt das der Betrieb mit Kostgeld? Es gibt Betriebe die auch dort den Höchstsatz abziehen und welche die das kulanter sehen, oder bei großen Betrieben die Essensmarken ausgeben und die nicht verbrauchten als Bargeld auszahlen.

Gruß Ute

Gruß Ute
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 02.11.2009 14:39 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

beuscherl Chefkoch-Moderator Hendlgriller


Mitglied seit 17.01.2002
2.401 Beiträge (ø0,63/Tag)
@all

ich geb hier auchmal meinen Senf dazu. Bei uns wird das Trinkgeld auch gesammelt und dann monatlich aufteilt.
Service - Küche - Lehrlinge - Spüler

Früher hatte ich es auch so gehandhabt, das der Küchentipp gesammelt würde, und dann gemeinsam davon etwas unternommen wurde. Da waren wir aber auch eine kleine überschaubare Küchenbrigade. Wir waren vom Tipp unter anderem 2 Tage auf Sylt bei Jörg Müller, ein anders Mal in München bei Otto Koch, oder mal bei Ralf Wolters, mal im Schwarzwald bei Wohlfart .... ich finde das heute immer noch besser, 2 mal im Jahr so eine gemeinsame Aktion mit den Mitarbeitern zu machen, als 50 oder 60 € den Lehrlingen in bar monatlich in die Hand zu drücken. Das Geld ist schnell weg.... von dem anderen Erlebniss haben sie auch beruflich etwas, was sie sich selbst nie leisten würden.

Aber mittlerweile besteht dafür kein Interesse mehr und zeitlich ist es auch kaum umzusetzten.

lg Uli
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 03.11.2009 06:53 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leewermang Küchenjunge


Mitglied seit 20.04.2009
275 Beiträge (ø0,24/Tag)
Danke für Eure Antworten!

also, dass alles in einen Topf geht ,war nie ein Problem.

Wie ich Euren Beiträgen entnehmen konnte, lautet das Fazit: in Ordnung ist es nicht, aber machen kann man auch nichts.

@ singerl: ich denke, mit der Nationalität hat das nichts zu tun, das ist (möchte) ein absolut honoriger Mann sein. Und stemmt hier am Ort auch einiges, der kann sich im Grunde keinen schlechten Ruf leisten.

@ orangerot: dass Bruchschäden über die Versicherung abgewickelt werden können, ist eine gute Info. Wenn nämlich mal die Sprache darauf kommen sollte, weiß man wenigstens, wie sowas geregelt werden kann.

@Claudi Be: Ich persönlich sehe das ja auch eher pragmatisch.Was sind schon drei Jahre Ausbildung unter nicht so ganz optimalen Bedingungen in der heutigen Zeit als gar kein Ausbildungsplatz. Aber mach das mal einem 20-Jährigen klar, der vorher anderes erlebt hat.

Mein Sohn denkt im Moment darüber nach, seinen Chef nach Ablauf der dreimonatigen Probezeit mal sanft auf die Trinkgeldfrage anzusprechen. Ich hab ihm vorgeschlagen, er soll es damit begründen , dass er mindestens soviel Trinkgeld braucht, um seinen Gewerkschaftsbeitrag zahlen zu können. ...
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 03.11.2009 11:45 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

livingxo Tellerwäscher


Mitglied seit 18.08.2005
128 Beiträge (ø0,05/Tag)
mahlzeit leewermang,

da es in einen topf landet, ist ja alles in ordnung. wenn dann damit die überbetriebliche ausbildung finanziert wird, ist das eine maßnahme die zu begrüßen ist. kartenzahlergebühr und bruch sollten allerdings anders verrechnet werden.

ich halte das für keine gute idee, wenn sich azubis im 1. lehrjahr über die trinkgeldvergabe bei vorgesetzten informieren.

gastronomie und gewerkschaft!?! wo ist er denn? bei der ngg? dann soll er dort kündigen und das als sein trinkgeld bzw. deine aufwandskosten betrachten.

livingxo
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 03.11.2009 12:48 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

budka007 Smutje


Mitglied seit 06.02.2005
359 Beiträge (ø0,13/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo,

wenn er so ein honoriger Mann sein möchte, sollte am besten ein Gast oder Bewohner des Ortes ihn darauf ansprechen.
Kennst du nicht jemanden, der da mal als Gast vorbeischauen und den Chef an den Tisch holen kann, um ihn zu loben und im gleichen Augenblick zu erwähnen er hätte gehört, dass das sooo tolle Personal hier wohl das Trinkgeld nicht bekommt?
Am besten wäre natürlich ein Stammgast. Ansonsten geht auch ein einfacher Anwohner, der ihn zumindest flüchtig kennt.

sg budka
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 04.11.2009 11:14 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

zooom1 Smutje


Mitglied seit 16.08.2007
1.026 Beiträge (ø0,59/Tag)
Hi,

ich habe erst in 2 Betrieben Trinkgeld bekommen, in einem Mannheimer Betrieb %ual vom Gesamttrinkgeld, in meiner letzten Stelle wurde alles in einen Topf geworfen und am Abend aufgeteilt durch die Mitarbeiter.
So kamen pro Tag im Durchschnitt (ich habe mir mal die Mühe gemacht ihn so genau wie möglich zu errechnen) 33,-€ pro Nase/Tag zusammen bei einem Durchschnittsumsatz von 2000,-€ tgl (kleine Grillstation in einem Feinkostladen für Sofortverzehr der gekauften Frischwaren).

Bei durchschnittlich 20 Arbeitstagen kann man sich ja leicht errechnen wieviel Geld zusammen kam, zum Gehalt und das war wirklich dauerhaft. Dies sorgte dafür das der Krankenstand sehr gering wurde denn wer verzichtet schon auf soviel Geld wenn er nicht wirklich Krank war.

Während meiner Ausbildung in Wiesbaden habe ich als AZUBI nur ein einziges mal Trinkgeld bekommen, das auch nur von einem der Meister, nicht vom Restaurantleiter, der gab jeden Monat den Führungskräften einen wirklich dick gefüllten Umschlag mit dem Trinkgeld (ich denke es waren um die 600,-€).

Ich finde, Trinkgeld sollte schon zu 90% den MA zukommen, die anderen 10% für einen Betriebsausflug o.ä denn das sorgt meiner Meinung nach für Motivation.

Ich bin ab nächsten Monat selbst Arbeitgeber und werde es ebenfalls so halten, jeder Euro kommt in einen Topf und wird abendlich zu 90% augezahlt und 10% bleiben in einer Gemeinschaftskasse für eine Aktivität für das Personal am Jahresende (sofern ich denn überhaupt 1 jahr aufrecht bleibe *löl*)

Zur Lösung würde ich vorschlagen, dies erst mal intern ohne Chef ansprechen mit einer Führungskraft der man vertrauen kann um zu sehen wie die Meinungen dies bezüglich sind und bei grünen Signalen eben geschlossen zum Chef gehen (oder FK alleine), sollte dies nicht klappen, hat man leider wohl Pech gehabt.

Damit Rechnen darf man jedenfalls nie, in keinem Laden aber man kann es beim Bewerbungsgespräch ansprechen wie die Regelung im Betrieb gehalten wird, so weiss man gleich bescheid.


P.S

Mich würde es wirklich interessieren was in diesem Restaurant angeboten wird um auf 1000,-€ für 3 Personen zu kommen. Ich selbst war bereits in 2 Drei Sterne Restaurants essen und wir sind zu viert nicht mal annährend an 1000,-€ gekommen. Teuerste Rechnung war beim Essen für 4 Personen 870,-€ (offene Weine) aber eben ein Betrieb nicht mit "nur" 7 Mitarbeiter, die stehen wohl alleine schon abendlich in der Küche und vom Service mal abgesehen.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 11.11.2009 12:48 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kyri Hendlgriller


Mitglied seit 07.04.2002
30.956 Beiträge (ø8,36/Tag)
Hallo!

Die Frage ist für mich schon, ob das juristisch eigentlich zulässig ist, Geld, dass nicht Person A zugedacht ist, sondern z. B. Personengruppe Küche und Bedienung, einfach für Person A einzukassieren. Ich als Gast möchte nämlich, dass diese Personengruppen davon Nutzen haben, nicht, dass Person A die - ohnehin anfallende - Kreditkartengebühr davon bezahlt, oder würde die hier anteilig berechnet?, und sonstige Betriebsunkosten damit deckt.

Gruß
Kyri
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 11.11.2009 13:19 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

grisou Sternekoch


Mitglied seit 16.12.2003
29.288 Beiträge (ø9,49/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
"die - ohnehin anfallende - Kreditkartengebühr davon bezahlt"


die Kreditkartengebügr ist kein Fixbetrag, sondern ein Prozentsatz - Betrag-abhängig - dh - wenn das Trinkgeld über Karte gegeben wird zahlt das Restaurant auch dafür die prozentuale Gebühr - dass es nicht möchte - sehe ich ein...
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 11.11.2009 15:44 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,06/Tag)
ob die juristische Analyse des Falles aber realiter was nutzt, wage ich zu bezweifeln Na!



________________________________________________________________________

I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered. (George Best)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 12.11.2009 09:20 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kyri Hendlgriller


Mitglied seit 07.04.2002
30.956 Beiträge (ø8,36/Tag)
Wenn es nur um die anteilige Gebühr geht, deshalb ja mein Zwischensatz, ist das in Ordnung.

Susa, nützen wird alles nicht, aber wenn ich es mal nicht so höflich umflochten ausdrücke, ist es eine Unterschlagung, wenn Trinkgelder nicht an die eigentlichen Adressaten gelangen. Das nützt nicht, aber laut drüber nachdenken darf man doch mal, oder?
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden


Antwort schreiben

Um selbst an den Diskussionen teilnehmen zu können müssen Sie sich bei Chefkoch.de registrieren. Wenn Sie schon registriert sind, so müssen Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden.

Weitere interessante Informationen auf den Chefkoch.de Partnerseiten: