Langweilige Küche ?

11.01.2008 23:05 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bierquelle

Mitglied seit 27.06.2007
52 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo, an Alle!

Ich durfte gestern in einem Österreichischem Restaurant, an einem 7 gängigen Menü- gekocht von Jörg Wörther teilnehmen.
Kurz gesagt- Jeder Gang war gut, aber eben nur gut!
Unser Tisch (wahrscheinlich, der einzige mit dieser Meinung- die anderen Gäste hatten wohl ein Durchschnittsalter von 60 Jahren) war der Meinung, dass das Essen einfach zu brav und geschmacksneutral war. Die Qualität der Ingredienzen und der fertigen Speisen war absolut top- der Garungsgrad stimmte, obwohl für rund 70 Personen gekocht wurde!

Als wir Herrn Wörther unsere Kritik vortrugen (..leider konnte uns kein Gericht zu Diskussionen ermuntern, Ihre Speisen waren zwar top vom Garungsgrad, allerdings zu brav!) meinte dieser: Na dann war ja alles perfekt, denn ich möchte mit meinen Gerichten nicht zu Diskussion anregen! Und ausserdem die ganzen schrägen Gerichte mag ja in wirklichkeit sowieso niemand!

Nun meine Frage an Euch!

Kann es sein, dass der Grossteil der Gäste im oberen Hauben, und Sternebereich sich wirklich Speisen die langweilig und fade sind wünschen?

Mich würde Eure Meinung interessieren?

Liebe Grüße

Adi
 
11.01.2008 23:36 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Cookiejens

Mitglied seit 03.12.2003
8.047 Beiträge (ø2,12/Tag)

Hallo Adi!

In den meisten Interviews haben die Spitzenköche darüber gesprochen, dass sie das kochen, was sie selbst wollen und nicht das, was die Kundschaft will. Die Gäste kommen ja deswegen her, weil sie das mögen, was dort gekocht wird. Sie mögen den Stil des Spitzenkochs. Würden die Köche andersherum handeln, wüsste man nie, was man in den Restaurants zu erwarten hätte.

Selbst McDonalds handelt nach diesem Prinzip! Die Kunden kommen, weil sie wissen, was sie zu erwarten haben.
Was würden die Kunden davon halten, wenn es bei McDo plötzlich Döner oder Currywurst gäbe?? Na!



Gruß Let´s cook baby!Jens


Die Welt gehört dem, der sie genießt.
Giacomo Leopardi
 
12.01.2008 16:12 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_

Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø10,19/Tag)

Ich hoffe ich oute mich jetzt nicht total als Banause, wenn ich schreibe, dass mir der Name nichts sagt.

Im Prinzip ist es sicher in Ordnung, wenn die Speisen handwerklich perfekt zubereitet sind, aber im gehobenen Gastronomiebereich erwarte ich auch schon die eine oder andere Überraschung und neue Idee, es muss ja nicht immer gleich die hohe Schule der Molekularküche sein.

Da für mich immer der Michelin die Referenz ist, formulier ich mal so: ab einem Stern ist reine handwerkliche Perfektion zu wenig und die Köche, bei denen ich bisher gegessen habe (und über die sich zu berichten lohnt) war das auch nicht so, da zeigten die Gerichte alle eine sehr individuelle Handschrift.




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Beauty is a pair of shoes that makes you wanna die. (FZ)
 
12.01.2008 19:16 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bierquelle

Mitglied seit 27.06.2007
52 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo Susa,

danke für deine aufmunternden Worte!

Genau so sehen auch wir es!

Jörg Wörther :
Schloss Prielau - Zell am See (Österreich) 4 GM Hauben bis 2003
danach Carpe Diem - Finest Fingerfood (Mateschitz- Red Bull, in Salzburg)
und lt. Michelin der einzige Koch in Österreich der 3 Sterne verdienen würde-
na was sagst?

Liebe Grüße
Adi

Was wären Bilder oder Skulpturen, die zwar handwerklich perfekt gemacht wurden, über die man aber nicht diskutieren kann- oder es nicht lohnt zu diskutieren ?
 
12.01.2008 19:42 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

germanchef

Mitglied seit 15.11.2004
626 Beiträge (ø0,18/Tag)

versteh ich nicht? er würde lt. michelin 3 * verdienen, warum hat er sie denn dann nicht und wie viele sterne hat er denn nun?

mal abgesehen davon bin ich der meinung das man hautzutage auf ganz unterschiedliche weise seine sterne und punkte erkochen kann. auf die klassische, auf die gediegene und auf die moderne art(und sicherlich auch noch kombinationen untereinander). es muß halt eine klare linie erkennbar sein und das ist sie ja wohl bei ihm, oder?

mfg der germanchef






Köche regieren die Welt!!!
 
12.01.2008 20:00 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bierquelle

Mitglied seit 27.06.2007
52 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo Germanchef!

Jörg Wörther hat zur Zeit keine Anstellung, und als der Michelin das Erste Mal in Österreich erschien, workte Wörther bei Mateschitz im Carpe Diem (Fines Fingerfood)

Eine klare Linie hat er sicherlich, aber ist diese Linie, und die Einstellung zu anderen, modernen Linien der Zeitgeist oder nicht?

Ich zweifle ja nicht am handwerklichen Können des Jörg Wörthers, und spreche ihm auch keine Hauben etc ab, mir geht es nur um die Meinung:

Will ider Gast eine Speise über die er diskutieren kann - oder möchte er brave Speisen die rundum rund schmecken, nicht anecken, und sich nicht die Frage stellt:

Wie hat er diesen Geschmack hinbekommen- Welche Gewürze ausser Salz, Pfeffer machen wohl den gewissen Pep aus?

Mit welchen Alkoholika wurde die Reduktion zubereitet,.........

Hoffe du verstehst was ich meine!

Liebe Grüße


Adi
 
12.01.2008 22:06 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

germanchef

Mitglied seit 15.11.2004
626 Beiträge (ø0,18/Tag)

na klar verstehe ich dich. aber das ist ja genau das was ich meine. es gibt für jedem stil nen koch, bzw jeder kocht halt wie ers für richtig hält. ich sag dir ganz ehrlich es ist verdammt schwierig erstmal seinen eigenen stil zu finden und ihm vor allem treu zu bleiben. deswegen glaube ich kocht er halt den geraden mittelweg ohne mal links oder rechts abzuschweifen. und du siehst doch als du mit ihm gesprochen hast das ist genau das was er will und wenn die gäste dann zu ihm kommen ist doch ok - ziel erreicht, gäste zufrieden...

oder reden wir da grad aneinander vorbei?



mfg der germanchef





Köche regieren die Welt!!!
 
13.01.2008 01:25 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bierquelle

Mitglied seit 27.06.2007
52 Beiträge (ø0,02/Tag)

Hallo Germanchef!

Kommen wohl auf keinen grünen Zweig!

Liebe Grüße

Adi
 
13.01.2008 09:39 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dafredl

Mitglied seit 18.10.2007
91 Beiträge (ø0,04/Tag)

-----Ich durfte gestern in einem Österreichischem Restaurant, an einem 7 gängigen Menü- gekocht von Jörg Wörther teilnehmen. -----

wo war den das Restaurant? Kocht der Wörther dort öfter?
 
13.01.2008 13:08 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

karlschramm

Mitglied seit 20.06.2003
1.969 Beiträge (ø0,5/Tag)

Oh karl schmunzelt

Jajaja, was auch immer!

sogar im CK gibt es köche die drei sterne verdienen und sie trotzdem nicht haben sfg
das meine ich im ernst (und meine damit dennoch nicht mich )

dumdidum das männchen aus dem walde
 
13.01.2008 13:49 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Mapi17

Mitglied seit 01.03.2004
327 Beiträge (ø0,09/Tag)

naja aber um 3 sterne zu haben reicht es eben nicht aus einfach nur gut zu kochen. sondern das ganze konzept muss passen. man muss quasi sein leben der küche widmen. ständig neue ideen haben und die qualität immer halten. gerade die qualität zu halten macht den größten druck aus.
 
13.01.2008 14:29 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_

Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø10,19/Tag)

Ich denke, es kommt aber auch noch ein Aspekt hinzu.

Erstens habe ich es noch nie erlebt, dass man einem Koch bei seinem Schaulaufen im Restaurant eine rechte Kritik gegeben hat, das sind sie wahrscheinlich nicht gewöhnt und empfinden es sicher als geschäftsschädigend, zuzugeben, dass der Kritiker auch ein Stück weit recht hat. Und große Köche sind eitel - verdammt eitel - da sind Chefärzte und Dirigenten nix gegen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen. Und: was würden denn die Umsitzenden denken, wenn er Dir recht gegeben hätte? Dass sie was gegessen haben, wovon der Koch selber nicht recht überzeugt ist und dafür noch anständig viel Geld hingelegt haben?

Außerdem, wenn er derzeit keine Anstellung hat, dann will er bei seinen Auftritten hundertprozentige Zustimmung, da kocht er halt "auf Sicherheit", wahrscheinlich erhofft er sich so eher Anschlussjobs oder Angebote.




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13.01.2008 16:42 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

kaertle

Mitglied seit 13.04.2005
675 Beiträge (ø0,2/Tag)

Ungeachtet dessen sollte man dabei auch bedenken, dass Köche mindestens ab einem Niveau von 2* eher für sich selbst, oder ihren eigenen Anspruch , als für die Mehrheit ihrer Gäste kochen. Das einfach aus dem Grund, dass die überwiegende Mehrheit der Gäste der Hauben-, Sterne- oder Punkte-Restaurants nicht ernsthaft in der Lage sind das gekochte auf dem Teller in Bezug 2* oder 3* Sterne zu beurteilen, noch nicht einmal ob es dem Genannten entspricht oder nicht. Das Restaurant ist für die Meisten nichts anderes als das Auto, das Pferd, das Boot, etc. also ein Statussymbol.
Ähnlich verhält es sich bei der Beurteilung des Grundproduktes auf dem Teller.
Wer möchte schon von sich behaupten, dass er einen Loup de mer von Dieter Müller, oder ein Rehmedaillon von Harald Wohlfahrt "richtig" beurteilen kann ?
Der normale, wohlhabende Gast scheitert da schon an der Beurteilung der handwerklichen Fertigkeiten. Und das ist auch gut so. Es sollte mehr um Genuss als um Kritik gehen. So lange mir als Gast es das wert ist, ist das doch o.k. . Wenn es mir zu teuer wird , oder qualitativ nicht meinen Vorstellungen entspricht gehe ich nicht mehr hin.
Es bleibt immer subjektiv, nur die Profi-Kritiker haben eine größeres Erfahrungsfeld und oft auch eine klarere Schulung in Bezug auf die Produkte.
Deshalb kocht ein Wörther auch bei einer solchen Veranstaltung halt mal den aktuellen Mainstream runter, damit Alle zufrieden sind oder zumindest Keiner reklamieren kann. Das sichert ihm weitere Engagements und auch sein Auskommen (Upps jetzt habe ich susa zitiert). Müsste er sich mit einem Restaurant noch einen Namen machen, würde er das sicher anders angehen. Und was sich die Gäste einer solchen Veranstaltung wirklich wünschen, streift ihn nicht einmal.
Kaertle
 
16.01.2008 01:40 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ala_prinz

Mitglied seit 18.08.2005
165 Beiträge (ø0,05/Tag)

hallo

als koch des jahrzehntes geadelt müsste man sich eigentlich mehr erwarten als das dargebotene auf den tellern..
wörther braucht keine eigene handschrift mehr zu erlernen er hat sie schon.. aber es gehört schon ein gewaltiger schritt nach vorn dazu,wenn er wieder in die spitzengastronomie einsteigen möchte..

punkt ist ,vom 4 haubenkoch zur "cone (tüten) revolution" und zurück in die *gastronomie gar 3* ??,wird ihm nicht gelingen,da ich der meinung bin das andere spitzenköche hier in österreich ihre handschrift bei weitem besser beheerschen

was ich glaub ist das entweder auf die kosten oder aufs etablisment (waren ja alle 60 ) geachtet wurde

so wie schon von susa und kaertle schon erwähnt... hauptsache g´schmackig wars Lächeln
aber um weitere engagements zu erhalten ist mit sicherheit nicht der grund des normalen dinners gewesen


lg markus
 
16.01.2008 12:32 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kavalierspitz

Mitglied seit 24.01.2006
826 Beiträge (ø0,27/Tag)

Ich habe mich vor einigen Jahren mit einem michelinbesternten Koch darüber unterhalten, wo er selbst am Liebsten isst. Wir kamen dabei auch zu Enttäuschungen: Er erzählte von einem Essen auf Schloss Prielau und dass er noch nie in dieser Hauben- und Preisklasse so belanglos und langweilig gegessen hätte. Dieser Spitzenkoch konnte den Hype um Jörg Wörther, der zu diesem Zeitpunkt wirklich sehr hochgejubelt wurde, überhaupt nicht nachvollziehen.

Du siehst, Adi, du bist nicht allein.

Von Jörg Wörthers Einstellung auf andere Spitzenköche zu schließen, ist also wohl unangebracht. Bei denen in unserer Region beispielsweise habe ich fast immer sehr spannendes Essen genossen, auch ohne molekularen Schnickschnack. Na ja, ist ja auch das kulinarische Mekka Deutschlands.

Gruß, K.
 
16.01.2008 16:13 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Hallo,

Jörg Wörther war mal ein sehr guter Koch, vor geschätzten 20 Jahren. Was und wie er in seiner Villa Hiss in Bad Gastein gekocht hat, war für die Zeit und für Österreich sensationell gut. 2 Michelin Sterne hätte ich ihm verliehen. Herr Wörther sah sich aber immer als Künstler und wollte ökonomische Realität nicht wahrnehmen, daher das Ende der Villa Hiss. Danach war er immer bei reichen Mäzenen (Schloß Prielau = Porsche, Carpe Diem =Mateschitz) im Dienst, war nicht selbstbestimmt und lebte von Schicki-Micki-Klientel und seinen früheren Ruhm. Zeitweise kochte er auf urig-fein im "Winterstellgut", einem Edelbauernhaus mit Pferdezucht, das ebenfalls dem Herrn Mateschitz gehört. Wörther hat sich als Koch nicht weiterentwickelt, er serviert immer noch Sellerietascherl und Wallergröstl wie vor 20 Jahren. Sein durchaus feinsinnige Purismus dürfte sich, wie von bierquelle geschildert, in Fadesse verwandelt haben. Ähnliches beobachtet man an Haas und Winkler, leider!
Pastinake
 
16.01.2008 22:19 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

beuscherl

Mitglied seit 17.01.2002
2.697 Beiträge (ø0,6/Tag)

@all

dem statement von pastinake ist nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen. sie trifft hier den nagel auf den kopf. für köche, die nur das erreichte verwalten, ob aus selbstüberschätzer eitelkeit , sturheit oder größenwahn, für die ist das ende vorgezeichnet. beispiele gibt es genug aus den letzten jahren. der selbstgezogene nachwuchs ist an kreativität, experimentierfreude und der bereitschaft, produkte zu kombinieren die früher undenkbar waren, manchem seiner "meister und lehrherren mit großem namen" in diesen punkten überlegen. vorbei sind die zeiten, in denen man ein achtgang menu zelebriert hat. gut, es gibt diese restaurants immer noch, aber ich denke sie werden mit ihrem immer älter werdenden stammgästen bald aussterben.

die köche, die sich mitentwickeln, auch den mut zu neuem haben, sich täglich hinterfragen und auch nicht zu eitel sind ideen ihrer jungen kreativen köche aufzugreifen, den gehört weiter die zukunft. die dinosaurier werden auch in der küche aussterben, in der natur sind sie es schon lange.

lg uli
 
17.01.2008 08:11 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_

Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø10,19/Tag)

Uli, es ist immer wieder ein Vergnügen, wenn Du hier auftauchst Küsschen Küsschen



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Beauty is a pair of shoes that makes you wanna die. (FZ)
 
17.01.2008 08:17 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kavalierspitz

Mitglied seit 24.01.2006
826 Beiträge (ø0,27/Tag)

Da kann ich nur zustimmen, lediglich den Satz "vorbei sind die zeiten, in denen man ein achtgang menu zelebriert hat" hätte ich gerne von dir erläutert: Bezieht sich das auf die Anzahl der Gänge oder auf die Zelebration?
Beste Grüße, K.
 
17.01.2008 09:13 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

kaffirlimette

Mitglied seit 12.05.2006
2.306 Beiträge (ø0,79/Tag)

Hallo,

Schon, aber (das grosse ABER hechel... ) Dieses Phänomen ist doch nicht nur Köchen vorbehalten sondern allen Menschen welche in einem kreativen Beruf arbeiten. (wollte das Wort Künstler jetzt absichtlich nicht verwenden)
Nicht umsonst spricht man auch bei sehr vielen Künstlern (oh, jetzt doch hechel... ) vom Alterswerk welches in den meisten Fällen nicht mehr so glänzt wie die entsprechende Hochphase. Das ist normal und menschlich. Sogar bei Jahrhunderttalenten ist dies anzutreffen und ich bezweifle jetzt mal dass Wörther so eines ist, aber ich kenne ihn nicht weiter.
Irgendwann hat man so ziemlich alles gemacht was möglich ist, viele besinnen sich dann auch wieder zurück auf die Basics nach oft sehr experimentellen Zeiten (auch hier meine ich nicht nur Köche) welches für junge Leute dann natürlich nicht sehr aufregend ist.
Als junger und begabter Berufsanfänger brennt man vor Eifer und Abenteuerwillen, dies lässt nun mal meistens nach. Vielleicht manchmal auch zugunsten der Details, diese erkennen aber dann nur die waren Kenner Na! (auch hier meine ich niemanden im Speziellen)

Kaffir
 
17.01.2008 10:51 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Kaffir,
ich seh das etwas anders als du (endlich mal HAR HAR HAR HAR HAR HAR)
Ein Koch ist für mich kein Künstler, eher ein Kunsthandwerker. Es ist ein Beruf, bei dem perfektes Handwerk ganz wichtig ist und es ist ein körperlich harter Beruf in einem sehr fordernden Umfeld. Da kann Begeisterung und Kreativität, die einen sehr guten Koch von einem guten Koch unterscheiden, schnell erlöschen. Kaum jemand lebt so ungesund wie ein Koch. Ausnahmen gibts natürlich, auch berühmte: Gordon Ramsay und Pierre Gagnier sind sehr sportlich und fit, die sind inzwischen aber mehr Unternehmer als kochende Köche. Ich kenne begabte und erfolgreiche Köche, die zu Alkoholikern wurden und welche, die sich für ein Leben als Foodmanager bei Mövenpick entschieden, um sich dem stressigen Wettbewerb am Schlachtfeld der Hauben und Sterne zu entziehen.

Künstler scheitern oft, auch in jungen Jahren. Aber bei ihnen gibt es oft ganz andere Lebensumstände, die manchmal auch zu hoher Kreativität im Alter führen. So schreibt ein betagter Schriftsteller wie Philip Roth so gut wie nie zuvor in seinem Leben, ein befreundeter Maler schuf mit 93 seine schönsten Werke, kurz bevor er starb.

Pastinake
 
17.01.2008 11:20 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

kaffirlimette

Mitglied seit 12.05.2006
2.306 Beiträge (ø0,79/Tag)

Hi Pastinake

Ich muss dich enttäuschen, so anders siehst du das nicht! Darum habe ich auch absichtlich den Ausdruck Künstler nicht in Verbindung mit einem Koch bringen wollen (alle Köche mögen mir verzeihen). Zumal ist man als Koch Dienstleister der seine Kunden entsprechend versorgt, ein Künstler eher nicht (ich rede hier jetzt von der bildenden Kunst).

Und es stimmt, manche Künstler laufen erst im hohen Alter zur Höchstform auf, aber "üblich" ist es nicht unbedingt. Zumal diese Werke sehr, sehr oft eine sehr grosse Ruhe und Feinheit haben, was ja nicht unbedingt für alle/viele interessant ist, da es mehr als nur ein oberflächlicher Blick braucht.

Auch wenn ich Köche nicht als Künstler sehe, so könnte ich mir trotzdem vorstellen dass hier manche genau diese Entwicklung durchmachen und darum, gerade für die Medien, nicht mehr sehr interessant sind, da sind die jungen und poppigen cooler. Hmmm, Beispiele kann ich hier allerdings nicht nennen.

Und ganz ehrlich, Koch ist einer der Berufe die ich am letzten ausüben möchte! Nie, nie, nie im Leben! Ich habe allergrössten Respekt vor ihnen, diesen Stress, das Umfeld, die Arbeitszeiten usw. Das ist richtig malochen.
Ich glaube, ich wäre auch lieber Foodmanager bei Mövenpick.... auch wenn ich nun als Verräterin dastehe hechel... (also wenn ich damit mein Geld verdienen müsste, ansonsten natürlich NICHT)

Kaffir
 
17.01.2008 11:29 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Kaffir,

schade, hätte gerne ein bisschen gestritten HAR HAR HAR
Dem Foodmanager gehts - glaub ich - wirklich gut, und ich gönne es ihm nur - egoistisch wie ich bin - träume ich immer noch von seinem köstlichen Essen!



Pastinake
 
17.01.2008 11:35 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

kaffirlimette

Mitglied seit 12.05.2006
2.306 Beiträge (ø0,79/Tag)

Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Wir können schon streiten, auf hohem Niveau streite ich mich recht gerne! GRRRRRR
*ab in den Ring*

Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
 
17.01.2008 11:39 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Bei der nächsten Gelegenheit gerne hechel... hechel... Pastinake
 
17.01.2008 13:31 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

beuscherl

Mitglied seit 17.01.2002
2.697 Beiträge (ø0,6/Tag)

@kaffir
ich kenne jörg (wörther) persönlich aus alten viehhauserzeiten. beide sind/waren ein beispiel des oben von mir beschriebenen.

@ kavalierspitz
mit dem zelebrieren meine ich in bezug auf die ansprüche der gäste heutzutage, die junge generation der feinschmecker möchte keinen "steifen oberkellner", der alle 2 minuten am tisch erscheint, oder 4 stunden ein menu zelebrieren, die heutige zeit ist einfach schneller, lauter und impulsiver geworden.. auch in den "angesagten restaurants" der großstädte. ob alles neu immer besser ist, möchte ich nicht bewerten. aber man sie schon bei alten gallionsfiguren der gastromomie, nehmen wir mal ecki (eckardt witzigmann), den ich auch aus alten zeiten kenne.
unvorstellbar die küche und das ambiente des hangar7 mit der aubergine zu vergleichen. er ist ein gutes beispiel der entwicklung in der gastonomie, auch wenn er selbst nicht mehr täglich am herd sondern mehr der kopf dahinter ist.
die schlachtschiffe der gastronomie wird es immer noch geben, aber sie werden spärlicher, wie auch deren gäste.

@susa
immer gerne wieder... grins

lg uli
 
17.01.2008 13:41 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_

Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø10,19/Tag)

@pastinake

wir können gerne ein wenig käbbeln, weil vom Alterswerk von Philip Roth bin ich jetzt wirklich nicht begeistert (übrigens nicht nur von seinem, alle amerikanischen Meistern, die ich früher so geschätzt habe Updike, Auster, Begley ...., schwächeln) - ggf. wäre ich bereit, noch Ford zu akzeptieren Na! Na!



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17.01.2008 14:10 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

susa,

das ist leider auch nicht wirklich zum "käbbeln", vielleicht sollte ich als Anlaß dazu lieber im Weinforum was "Elitäres" schreiben hechel... hechel...
Bei Updike und Begley gebe ich dir recht, ich nehme Ford auch noch dazu - die sind sooo langweilig geworden!! Auster würde sich als der eitle Knopf, der er ist, sehr beschweren, weil du ihn mit der Altherrrenriege in einem Atemzug nennst. Auster könnte sich im Greisenalter ja schriftstellerischwieder bessern.
Bei Roth war ich vereinfachend (kann ja hier keine Literaturabhandlung schreiben, nur kurz):

The Plot Against America, 2004 erschienen, finde ich sehr gut.
The Human Stain , so um 2000 erschienen, auch.
Eveyman, 2007 erschienen, habe ich noch nicht gelesen.

Einiges, was Roth nach seinem Nervenzusammenbruchin den Neunzigern geschrieben hat, haben mir gar nicht gefallen. Die Titel habe ich verdrängt (ich bin keine Freundin erotischer Altmännerphantasien). Roth ist, so scheint es mir, i. G. zu den anderen genannten über diese Phase schon hinaus, er ist altersweise geworden, finde ich.

Pastinake
 
17.01.2008 14:21 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

kaffirlimette

Mitglied seit 12.05.2006
2.306 Beiträge (ø0,79/Tag)

Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Pfeil nach rechts Ich bin keine Freundin erotischer Altmännerphantasien Pfeil nach links

Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

da fällt mir Eyes Wide Shut ein. Obwohl ich Kubrick ansonsten sehr liebte!

Ok, wir sind vom Thema abgekommen, wobei, doch auch ein wenig beim Thema geblieben Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Kaffir
 
17.01.2008 14:41 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

der-schwede

Mitglied seit 17.01.2008
33 Beiträge (ø0,01/Tag)

Grüß Gott allerseits,

da mußte ich mich jetzt mit meinem nicknamen doch anmelden.

Philip Roth und Kochforum?

Vielleicht, weil er mal eine radikale Veganerin beschrieb, die einen Mundschutz trug, damit die Bakterien beim Einatmen nicht getötet werden. Sind auch Tiere.
 
17.01.2008 14:52 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

@der-schwede

du kennst die Literatur-Mafia des CK noch nicht - es gibt kaum ein relevantes Forum, in dem nicht über Literatur geschrieben wird.
Pastinake
 
17.01.2008 15:37 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_

Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø10,19/Tag)

Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Hast recht Pastinake, am Everyman quäl ich mich grad ein wenig - aber das mag auch extra-literarische Gründe haben. Und ob man den Auster jetzt als den Jüngsten von den Alten oder den Ältesten von den Jungen bezeichnet, davon haben mir seine letzten Bücher auch nicht besser gefallen (und das, wo ich den mal Nobelpreis verdächtig gesehen hab)- diesen Roman im Roman ....... YES MAN YES MAN




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Beauty is a pair of shoes that makes you wanna die. (FZ)
 
17.01.2008 16:06 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

kaertle

Mitglied seit 13.04.2005
675 Beiträge (ø0,2/Tag)

Schön ist es ,wenn alle irgendwie recht haben.

Was mich an all den dauerhaften, küchentechnischen Kreativitätstheorien eher stört, ist die Tatsache, dass sich diese jungen Wilden ( wie sie mal genannt wurden) oft nicht durch konstante Qualität und Können auszeichnen, sondern eher durch ein loses Mundwerk, ein Stirnband, oder auch gerne eine besondere Haarpracht im Gesicht.
Nichts gegen ein Markenzeichen, aber da ist mir eine Galantine von der Bresse-Taube mit Gänsestopfleber des zitierten "Ecki" doch um einiges lieber als ein (zugegeben herrlicher) Bart und ein halb gelungener nichtssagender Hauptgang.
Zu Viele glauben die eigene Handschrift wird besser , wenn sie nur groß genug, bunt genug und vielleicht auch noch laut ist. Bezeichnend dafür ist ,dass solche Köche heute oft nur noch Fernsehköche sind. Sie müssen sich nur noch theoretisch beweisen und haben Starallüren für die sich eine Paris Hilton schämen würde.
Jeden Tag ein gut besetztes Restaurant erstklassig zu bedienen und zu bekochen, ist immer noch der Gipfel, und er sollte nicht ersetzt werden durch Show, ungenießbaren Firlefanz, oder mediengerechtes Auftreten.
Ich bin nicht gegen Neues und kein Freund von Schlachtschiffen ( die Winkler-Bestellung an Fisch,-Fleisch-und Geflügel hat sich in den letzten 10 Jahren nur unwesentlich geändert, und ähnelt sehr stark der von Haas), aber Kochkunst-und Kultur fängt mit Können an.
Ich denke daran mangelt es dem Einen- oder Anderen heute ganz gewaltig.
Dem "Jörgl" aber, und da sind wir endlich wieder beim Thema, fehlt es sicher nicht. Er hat es sich nur ein bischen gemütlicher gemacht.

kaertle
 
17.01.2008 16:35 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leu

Mitglied seit 06.08.2004
1.502 Beiträge (ø0,42/Tag)

Hallo,

Jörg Wörther hat letztes Jahr mal in einem Interview gesagt, dass er keine große Lust mehr auf die "große" Küche habe. Deshalb war er ja im "Carpe diem" und hat Röllchen und Tüten verkauft! Zwischenzeitlich ist er schon wieder, weg, keine Ahnung, was er jetzt vorhat!? Vielleicht will er tatsächlich etwas ruhiger treten. Allerdings war ich noch nie bei ihm zum Essen!

Wer auch in diese Kategorie gehört, ist (leider!) der schon genannte Hans Haas aus dem Tantris, dem auch nichts mehr Neues einfällt. Für die 2 Sterne ist das Essen im Vergleich zur nationalen Spitze doch deutlich schwächer, da hilft auch Frau Bosch nicht mehr Lachen Allerdings sagte Eichbauer (Inhaber vom Tantris) nach der Kritik vom GM, dass der Küchenstil nicht wesentlich verändert wird, da die Gästezahlen und Umsatz steigen!? BOOOIINNNGG....

Was ich damit sagen will, dass manchem der Umsatz wichtiger ist als eine Kreativleistung, die vielleicht die Stammgäste verschreckt!? Wobei der Altersdurchschnitt im Tantris gar nicht mal so alt ist, wie man vermuten könnte. Es liegt m.E. eher daran, dass die meisten Gäste gar nicht beurteilen können, wie gut nun die Darbietung auf dem Teller ist!?

Grüße von Leu
 
17.01.2008 16:46 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Leu,
den Haas habe ich weiter oben (neben Winkler) auch als Beispiel für Erstarrung gebracht.
ich war April 2007 bei Haas - es war einfach ein fades Essen, man konnte nichts beanstanden, aber es war auch kein Gericht 3 Sterne wert. Das Lamm in 2 Gängen hatte bei beiden Gängen die gleiche, dünne Sauce (das früher berühmte Haas-Safterl!) und Gnocchi als Beilage, nur das Fleisch war einmal geschmort und einmal NT gegart. Das Tantris war bummvoll, die Klientel war so fad wie das Essen. Die Weinempfehlungen der Frau Bosch waren routiniert, aber ich habe später viel bessere deutsche Pinot Noirs kennengelernt, als die von ihr empfohlenen. Lediglich ein italienischer Kellner mit Witz hat etwas Leben in die Fadesse gebracht.

Pastinake
 
17.01.2008 23:40 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leu

Mitglied seit 06.08.2004
1.502 Beiträge (ø0,42/Tag)

Hallo Pastinake,

schön,dass wir uns wieder einmal verstehen! Die "dünne" Sauce hat mich letztes Jahr auch gestört, er serviert alles eher "im Sud" statt mit Sauce! Aber der Sud ist eher geschmacksneutral...

Empfehlen kann man aber den Ableger vom Tantris, die Terrine, da hat Jakob Stüttgen gerade einen Stern erkocht! Der kocht wesentlich spannender als Haas, wenngleich auch mal was daneben geht, aber die Preise sind sehr in Ordnung!

Grüße von Leu
 
18.01.2008 08:49 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Leu,

"Sud" ist der richtige Ausdruck!
Terrine wird mal probiert, danke für den Tip.


Pastinake
 
18.01.2008 18:02 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kavalierspitz

Mitglied seit 24.01.2006
826 Beiträge (ø0,27/Tag)

Ob es bei Haas fad oder spannend ist, kjönnt ihr besser beurteilen als ich, weil ich - leider - noch nie bei ihm war. Die Argumente kann ich aber nicht in allen Punkten nachvollziehen:

"Allerdings sagte Eichbauer ... nach der Kritik vom GM, dass der Küchenstil nicht wesentlich verändert wird, da die Gästezahlen ... steigen."
Da kann ich nichts Verwerfliches sehen, wenn der Gastronom seine Gäste ernster nimmt als aufgeplusterte Besserwisser-Kritiker.

"...es war auch kein Gericht 3 Sterne wert."
Er hat ja auch "nur" 2 Sterne.

Beste Grüße, K.
 
18.01.2008 20:02 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leu

Mitglied seit 06.08.2004
1.502 Beiträge (ø0,42/Tag)

Hallo Kavalierspitz,

nein, an der Meinung von Herrn Eichbauer ist absolut nichts Verwerfliches! Dennoch bleibe ich dabei, dass die Küche vom Tantris stark nachgelassen hat, leider! Und ich habe das schon zu einem Zeitpunkt gesagt, als Haas beim GM noch nicht abgestuft wurde! Ich habe das Zitat von Eichbauer lediglich als Argument herangezogen, dass die meisten Leute wohl doch zu wenig Ahnung von der Spitzengastronomie haben! Das meine ich auch nicht böse oder überheblich, aber nicht jeder beschäftigt sich mit dem Thema professionell oder zumindest sehr intensiv, wie wohl die meisten hier, jedenfalls in diesem Forum (in der Plauderecke siehts vll anders aus Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen ).

Grüße von Leu
 
19.01.2008 09:37 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Kavalierspitz,

wie ich dort war, hatte er noch drei Sterne, wenn ich mich nicht täusche, und wurde vom GM noch nicht kritisiert.
Pastinake
 
19.01.2008 10:08 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kavalierspitz

Mitglied seit 24.01.2006
826 Beiträge (ø0,27/Tag)

So weit ich weiß, hatte Haas nie drei Sterne, die waren mit Winkler gegangen.

"dass die meisten Leute ... wenig Ahnung von der Spitzengastronomie haben", wie Leu schreibt, ist richtig, aber auch verständlich. Wer höchstens einmal pro Jahr in ein besterntes Haus geht, für den ist das Gebotene natürlich eher spannend als für dekadente Zeitgenossen wie uns. Ich hatte beispielsweise gestern Abend in einem recht neuen und erfreulichen Restaurant in Saarbrücken (ehemaliger Erfort-Mitarbeiter) das Problem, dass ich nicht mal wieder Tunfisch oder Jakobsmuscheln wollte. Der Hummer und das Reh waren aber sehr gelungen.

Gruß, K.
 
19.01.2008 10:17 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

leu

Mitglied seit 06.08.2004
1.502 Beiträge (ø0,42/Tag)

Nein, Haas hatte nie 3 Sterne, nur Winkler vor ihm!

Grüße von Leu
 
21.01.2008 08:46 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Ah, danke an Kavalierspitz und Leu für die Korrektur!

Kavalier, da gehts dir ja noch gut, wenn du Hummer und Reh als Alternative zu den ewigen Jakobsmuscheln und Tunfisch magst! Ich mag Hummer nicht und Reh nur manchmal. Daher gehe ich so gerne in England, Italien oder Spanien fein essen, da bekommt man auch anderen Fisch, Huhn oder Schwein serviert. Schwein gibt es jetzt ja auch in D oder Ö in der Spitzengastronomie, aber nicht aus Überzeugung sondern als Modetrend, da muß es schon ein Iberico sein mhmmmh hmmhmhmmmmhhh mhmmmh hmmhmhmmmmhhh

Pastinake
 
21.01.2008 14:23 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kavalierspitz

Mitglied seit 24.01.2006
826 Beiträge (ø0,27/Tag)

Na, zum Glück ist die Mode nicht ganz so eintönig: In Wien bekam ich letztes Jahr Kärntner Landschwein, auf dem Rheingau Bunte Bentheimer und dann gibt es ja noch die inzwischen weit verbreiteten Schwäbisch-hällischen. Allesamt saulecker.

Gruß, K.
 
21.01.2008 14:30 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake

Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø1,71/Tag)

Saulecker hechel... hechel... hechel...

schön, daß es solche Schweine wieder gibt!
Pastinake
 
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