Grundschulempfehlung (BW) zählen nur die Noten?

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24.07.2009 09:16

Simone32

Mitglied seit 30.09.2006
9.052 Beiträge (ø2,43/Tag)

Hallo,

meine Tochter kommt nach den Sommerferien in die 4. Klasse, da fängt man schon so langsam an sich Gedanken zu machen, wie es nach der 4. weiter geht....

Eigentlich dachte ich in BW braucht man fürs Gym. in D und M einen Durchschnitt von 2,5 - für die Realschule in D und M einen Durchschnitt von 3,0.

Gestern habe ich mit einer Mutter gesprochen, deren Sohn zwar einen Durchschnitt von 2,6 hatte, aber trotzdem nur eine Empfehlung für die Hauptschule bekam BOOOIINNNGG....

Wird außer den Noten auch noch Fleiß, Ehrgeiz, Lernverhalten in die Empfehlung mit einbezogen? Das würde dann aber bedeuten, daß ein Kind, das nur mit Glück aber ohne Ehrgeiz die 3,0 erreicht hat trotzdem keine Empfehlung für die Realschule bekommt und ein Fleißiges Kind das sagen wir mal mit 3,1 knapp an der 3,0 vorbeigeschlittert ist, evtl. noch eine Realschulempfehlung bekommen könnte?

(Leider) sind die "Empfehlungen" der Lehrer in BW verbindlich, es gibt zwar Mittel und Wege (Veto einlegen, Aufnahmeprüfung....) um doch noch die gewünschte Empfehlung zu erhalten, das hat aber angeblich wenig Aussicht auf Erfolg, als Eltern hat man dabei KEIN Mitspracherecht.

Sorry, bin im Moment ein bißchen verunsichert, wer kann mir weiterhelfen, bei Google oder auf dem Bildungsserver-BW habe ich leider keine passende Antwort gefunden und in der Schule möchte ich im Moment nicht nachfragen, da alle schon in Ferienstimmung sind und das ganze ja noch soooo weit weg ist, zudem befürchte ich, daß die Lehrerin, wenn sie merkt ich hätte gerne eine Realschulempfehlung auf stur schaltet.

PS Töchterchen steht momentan in Deutsch auf 2 und in Mathe auf 3.

Liebe Grüße






Nr. 190 CdbU, Nr. 53 der SHGdBS
24.07.2009 10:57

Raupe2012

Mitglied seit 10.01.2006
21.711 Beiträge (ø5,45/Tag)

Hallo Simone,

ich komme zwar nicht aus BW, aber bei uns in Niedersachsen war (wohlgemerkt war) es immer so das der Durchschnitt von Mathe und Deutsch benutzt wurde und der Durchschnitt der anderen Fächer.

Nur an Mathe und Deutsch lag es damals bei uns nicht

Liebe Grüße
Daina


Ich bin klein?
Blumen wachsen auch langsamer als Unkraut!
24.07.2009 11:05

salvy

Mitglied seit 15.08.2007
15.163 Beiträge (ø4,46/Tag)

Hallo,

hier findest du einen Artikel zum Thema. Ich denke, es ist richtig, außer dem Notenschnitt das ganze Kind zu betrachten. Hat es den Schnitt nur mit außerordentlichem Einsatz erreicht, eventuell mit Nachhilfe, muss man davon ausgehen, dass es auf dem Gymnasium oder Realschule überfordert sein kann. Dazu ist dann einfach das Pensum zu groß. Eine gewisse Schnelligkeit und Auffassungsgabe muss schon da sein, sonst ist das nicht zu schaffen.

lg
Salvy
24.07.2009 11:09

dagdag

Mitglied seit 19.06.2002
5.148 Beiträge (ø0,97/Tag)

Hallo !

Ich hatte bei uns (NRW) das Gefühl, dass neben den Hauptnotenfächern auch noch das Lern-und Arbeitsverhalten in die Bewertung miteinbezogen werden, was ja durchaus seine Berechtigung hat.

Allerdings war eine Gymnasialempfehlung eher selten, wenn in einem der Hauptfächer (Mathe und Deutsch) eine 3 stand.
Ich habe die Erfahrung gemacht (wobei das mit Sicherheit auch von Schule und Lehrer abhängt), dass das Kind zumindest in einem der Hauptfächer nach Möglichkeit 1 stehen sollte und im anderen 2.
Und auch in den sog. Nebenfächern wäre es sinnvoll, nicht komplett daneben zu liegen.
Klar, 'ne 3 in Sport oder Musik fallen da jetzt nicht so sehr in Gewicht, aber Fächer wie Sachunterricht und Englisch sollten ebenfalls nicht ganz schlecht sein.

LG
Dag YES MAN
24.07.2009 11:19

jienniasy

Mitglied seit 11.06.2006
12.983 Beiträge (ø3,39/Tag)

Hallo ...

bei uns (NDS) offiziell auch die Noten ... wobei Sozialverhalten und Arbeitsverhalten eine sehr grosse Rolle spielen und ebenfalls für die Empfehlung eine grosse Rolle spielen.

Lieben Gruß
24.07.2009 11:42

dagdag

Mitglied seit 19.06.2002
5.148 Beiträge (ø0,97/Tag)

@Simone32

Sprich doch einfach mal den Klassenlehrer an, wenn Du unsicher bist.
Ihr werdet zwar mit Sicherheit im Herbst ein Beratungsgespräch haben, aber wenn es dir momentan so auf der Seele brennt, würde ich im neuen Schuljahr direkt in die Sprechstunde gehen - da hast Du dann wenigstens Klarheit.

Im Endeffekt gibt es, glaube ich, nicht DIE Art und Weise Empfehlungen zu geben, da haben viele Lehrer ihre eigene Auffassung.

Bei meinem Großen war die Lehrerin (ein schon etwas älteres Modell) damals skeptisch (wg. Gymn.), weil seine Heftführung leicht chaotisch war, er Arbeitsblätter nicht regelmäßig einheftete u.ä. Lachen
Nun ja, er geht jetzt in die 7. Klasse Gymn. und kommt gut mit (auch mit manchmal losen Blättern im Schnellhefter) Na!

LG
Dag YES MAN
24.07.2009 12:03

Sylvia1969

Mitglied seit 30.03.2009
130 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo,

mein Sohn ist derzeit auch noch in der 3. Klasse...

Wir sind aus Bayern. Schau doch mal unter www.schulberatung.bayern.de/sbufr/schulBaWue.doc
Witzigerweise steht da was über BW (Stand 2007)

(Ich hoffe der Link wird nicht entfernt, sonst schick mir eine KM)

Für die Realschule braucht man also in BW einen Schnitt von 3,0 in D und M.
Sollte doch für deine Tochter reichen, nachdem sie jetzt einen Schnitt von 2,5 hat?

Es ist sicher nicht verkehrt das Lernverhalten und Fleiß mit einzubeziehen. Man sollte sich auch immer überlegen, wie ein Kind seine Noten erreicht hat. Eine 2,0 für das Gymnasium ist sicher wunderschön, aber wenn das nur mit Mordsaufwand und Nachhilfe erreicht wird, dann sieht das wieder anders aus.

Bei uns gibt es im Übertrittszeugnis neben den Noten eine Wortbeurteilung und dazu die Übertrittsempfehlung.

In der vierten Klasse werden die Eltern bei uns geradezu mit Infoabenden überhäuft, man kommt da gar nicht aus. Wie der Informationsfluß in BW ist, weiß ich allerdings nicht.
Da würde ich einfach die Lehrerin ganz allgemein fragen, evtl. gibt es ja konkrete Seiten im Internet zum nachlesen.
Wenn nicht jetzt, dann zu Beginn des neuen Schuljahres.

LG Sylvia
24.07.2009 12:11

patta

Mitglied seit 26.08.2007
176 Beiträge (ø0,05/Tag)

Hallo Simone,

wenn deine Tochter auf einer 2 in D und einer 3 in M steht, muss du erst mal wissen, wie die Kommanote ist, denn diese wird genommen, wenn es ans Rechnen geht.
Mein Sohn ist mit dieser Kombination aufs Gymnasium gekommen.
Ich wusste nicht, dass es möglich ist, dass die LehrerIn alleine entscheidet, dass ein Kind mit einem Notendurchschnitt von 2,6 auf die Hauptschule kommt, das ist mir neu (und würde ich auch nicht zulassen).

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres werdet ihr sicherlich einen Elternabend haben, an dem du alle Fragen stellen kannst.

LG
patta
24.07.2009 12:42

keni28

Mitglied seit 26.10.2004
5.074 Beiträge (ø1,15/Tag)

In S-H hat unser Sohn trotz allen Fächern mit 2 nur eine Real-Empfehlung bekommen, weil andere Sachen wie z.B. freiwilliges fleißiges und vor allem alleine lernen bei ihm wohl nicht so gegeben waren. Nach langem hin und her (schick gerne KM) hat er Gym-Empfehlung erhalten. Es lag definitiv nicht an den Noten, das hat uns die Lehrerin auch gleich gesagt. Er ist jetzt in NDS auf´m Gym, 9. Klasse. Sie hat schon auch recht gehabt mit dem lernen, aber da muss er halt alleine durch, wir können ihm da nicht helfen. Er will auf keinen Fall auf Real, deshalb weiß er nun selbst was zu tun ist. Zwischendurch hatten wir einmal eine Versetzungsgefährdung, das war aber für ihn eine Warnung die er ernst genommen hat. Er wird ja auch älter Lächeln
keni
24.07.2009 12:44

keni28

Mitglied seit 26.10.2004
5.074 Beiträge (ø1,15/Tag)

Mir fällt grad noch ein, wenn ich sehe, was in SH auf´m Gym los ist und den Unterschied zu NDS betrachte. Hier in NDS ist es viel heftiger was an Unterricht gemacht wird. Der Stoff ist wirklich knallhart und wird durchgezogen. Was für mich so´n bisschen zeigt, in SH hätte er es wohl noch eher besser gepackt. PS: Wir sind direkt mit Beginn der 5. Klasse nach NDS gezogen und haben hier so direkt den Einstieg in die neue Schule gehabt.
keni
24.07.2009 12:50

==Brigitte==

Mitglied seit 02.03.2002
30.795 Beiträge (ø5,71/Tag)

Das von dagdag angesprochene Lern-und Arbeitsverhalten dürfte die gleiche Priorität wie die Noten haben.

Ist das Kind in der Lage zu abstrahieren?
Kann es das Gelernte auf andere Gebiete übertragen?
Wie sieht es mit der Selbständigkeit beim Arbeiten aus?

Die vier Grundschuljahre sind nicht nur wichtig, um den Unterrichtsstoff zu erarbeiten sondern auch, um das Lernen zu lernen.



Gruß
Brigitte
24.07.2009 13:30

eschbenlaub

Mitglied seit 19.06.2009
4.615 Beiträge (ø1,69/Tag)

Hallo Simone,

im Süden gibt es Notengrenzen, 2 Zweier und 1 Dreier sind die Untergrenze, für die noch eine Gymnasialempfehlung ausgesprochen werden sollte. Daneben werden Sozialverhalten, Auffassungsgabe und auch Unterrichtsbeteiligung der Kinder mit betrachtet. Was ich wichtig finde: ich kenne es auch so, dass die Lehrer das Kind fragen, wo es denn hin möchte.
Wenn Töchterchen auf der Notengrenze zum Gynmasium steht, würde ich mir über eine Realschulempfehlung aber keine Gedanken machen, wirklich nicht, auch nach dieser Storry nicht. Wer weiß, ob nicht die Frau Mist erzählt hat oder noch ganz andere Faktoren vor lagen, die sie dir nicht auf die Nase binden wollte????

ESCH
25.07.2009 08:52

Simone32

Mitglied seit 30.09.2006
9.052 Beiträge (ø2,43/Tag)

Hallo,

Danke für eure Erfahrungsberichte. Werde nach den Ferien wohl mal beim Elternabend (so ganz allgemein..... Na! ) mit der Lehrerin reden, wie sie das handhabt, dann ggfs. mal im Elterngespräch nachfragen, was sie für meine Tochter empfiehlt. Vor den Ferien erreiche ich wohl nichts mehr, die sind alle schon in Ferienstimmung, solange muß ich mich dann noch gedulden ...


Liebe Grüße






Nr. 190 CdbU, Nr. 53 der SHGdBS
25.07.2009 10:27

Bocüs

Mitglied seit 01.10.2008
88 Beiträge (ø0,03/Tag)

Hallo Simone,

leider hast du Recht, in BW bist du leider dem Lehrer völlig ausgeliefert und hast kein Mitspracherecht. Dadurch das man so weiche Kriterien wie Fleiß, Verhalten usw. eingeführt hat die nur sehr schwer objektiv beurteilt werden können und die vor allem kaum überprüfbar sind kann der Lehrer empfehlen was er will ohne Rücksicht auf die Noten. Und, was aber keiner offiziell zugeben wird, die Lehrer haben natürlich Vorgaben wieviel % der Schüler auf welche der drei Schularten geschickt werden sollen. So kanns dann schon passieren das in einer guten Klasse auch Schüler mit eigentlich guten Noten nur Hauptschulempfehlungen bekommen.
Damit die Quoten möglichst gut eingehalten werden wird natürlich auch versucht die Einsprüche und Aufnahmeprüfungen möglichst gering zu halten und das Gerücht, dass diese meist erfolglos sind hält sich hartnäckig. Aus meiner Erfahrung ist das aber nicht der Fall, denn wenn es zu einer Aufnahmeprüfung kommt können dort die ganzen "soft skills" nicht überprüft werden und man muss auf objektiv überprüfbares zurückgreifen. Und das sollte kein Problem sein wenn die Noten in Ordnung waren. Ich kenne mehrere Fälle bei denen der Lehrer die Gymnasiumempfehlung verweigert hat, weil sie das nicht schaffen würden und die inzwischen alle das Abitur in der Tasche haben. Wichtig ist nur, das das Kind auf diese Schulart will und nicht nur die Eltern. Dann kann das Ganze sogar als Ansporn dienen, so nach dem Motto jetzt zeig ich dem Lehrer mal, dass ich das schaffe.

Also wie gesagt, du kannst da nicht viel Einfluss nehmen. Ich persönlich würde da auch nicht zu viel mit dem Lehrer über meine Erwartungen reden, denn leider hat er zu viele Einflussmöglichkeiten Noten in eine Richtung zu lenken die ihm genehm ist. Das muss nicht zwangsläufig so sein, es gibt auch viele gute und objektive Lehrer, aber wie auch zahlreiche Studien immer wieder belegen hängt der schulische Abschluss bei uns noch sehr stark mit dem Beruf und der Ausbildung der Eltern zusammen, die subjektiv in der miteinfliesen wenn die Leher Empfehlungen aussprechen.

Grüß',
Bocüs
25.07.2009 11:26

Simone32

Mitglied seit 30.09.2006
9.052 Beiträge (ø2,43/Tag)

@Bocüs

Unsere Lehrerin ist bekannt dafür, daß sie das Niveau in der Klasse ziemlich hoch setzt und somit nur einige wenige aufs Gym. bringt. Als ich beim letzten Elternabend das Thema "weiterführende Schule" angesprochen habe, bekam ich zur Antwort: .... auch die Hauptschule ist eine weiterführende Schule..... HAR HAR HAR

Mich beschleicht ohnehin das Gefühl, daß mehr Kinder aus Grund- und Hauptschulen eine Hauptschulempfehlung bekommen und Kinder aus reinen Grundschulen leichter eine Empfehlung für die Realschule oder fürs Gymnasium. Zum Erhalt der Hauptschulen, und nicht zuletzt hängt auch der Arbeitsplatz der Grund- und Hauptschullehrer dran... HAR HAR HAR

Liebe Grüße






Nr. 190 CdbU, Nr. 53 der SHGdBS
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