Wenn kleine Kinder schlagen....
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![]() Mitglied seit 30.09.2003 |
Ich wollte mal wissen, ob eure Kinder in dem Alter wo der Florian jetzt ist, also mit ca. 3 jahren auch oft andere Kinder gehauen haben. Was habt ihr gemacht, wenn sie gehauen haben, wie habt ihr reagiert? Leider ist mein Florian so ein Prügelkandidat und ich leider sehr darunter. Die Betreuerin aus der Spielgruppe meinte zwar, das wäre normal und viele Kinder sind so in dem Alter, und daß deshalb nicht ein Schlägerkind aus ihm wird, aber das tröstet mich überhaupt nicht. Ich bin wirklich schon am Überlegen, ob ich nicht mit ihm ne Beratungsstelle bzw. Kinderpsychologen aufsuchen soll. Wenn er haut nehme ich ihn sofort aus der Situation, ich packe in an den Armen schau ihm fest in die Augen und sage, daß er nicht hauen darf. Meistens muß er dann noch zur Strafe ein paar Minuten auf der Bank ganz still sitzen. Anschließend muß er sich noch bei dem Kind entschuldigen. Gestern hat er mal wieder das Kind von einer Freundin bzw. Nachbarin gehauen. Da mußte ich mir gestern von nem wildfremden Typen sagen lassen, daß ich wohl unfähig bin ein Kind zu erziehen und der Florian gehöre wohl mal richtig verdroschen. Kurz darauf kam meine Nachbarin zurück und der Typ hatte nichts besseres zu tun als ihr es gleich zu erzählen und rumzuhetzen. Ich hätte es ihr aber schon selber erzählt, denn sowas verschweigen ist nicht meine Art. Tja, dann hat der Florian einen Stock gefunden und damit auf die Bank geklopft. Ich wollte grad hin und ihn dem wegnehmen, damit nicht was passiert, da springt sie plötzlich auf, schreit den Florian an, wenn er nicht sofort aufhöre, dann würde er mal Prügel von ihr beziehen. Ich hab sie gestern Abend noch zweimal angerufen und ihr sogar auf Band gesprochen, ich wollte mit ihr reden und mich entschuldigen, für das was der Florian getan hat, aber sie ist nicht rangegangen, weil sie wohl nicht mit mir reden wollte. Frage mich mal wieder, ob wir da im Kindergarten für Erwachsene sind. Ihre kleine Tochter (2 1/4 J.) ist übrigens auch kein Engelchen. Die schlägt immer ihre große Schwester (4.Klasse) wenn ihr was nicht passt und die Große muß ducken. Wenn die große Schaukelt und die Kleine will auch, dann hat die Große von der Schaukel zu gehen, damit die jenny schaukeln kann. Ich könnte noch sehr viele solche Situationen erzählen. Ich merke immer wie die große Schwester drunter leidet, hab mich aber bis jetzt auch nicht eingemischt. Meine Mama hat gesagt, daß alles früher viel einfacher war, weil die Menschen bzw. die Mütter ganz anders drauf waren. Als wir Kinder waren ist sich auch gehauen worden am Spielplatz, aber da fuhr halt mal ein \"Donnerwetter\" dazwischen und gut wars. Aber das Mütter deshalb hysterische Anfälle bekommen habe, weil ihr Kind mal was einstecken mußte und deshalb Freundschaften zu Bruch gegangen sind, das war früher nicht so. Es war jetzt sehr lang, aber wie ist eure Meinung? Wie habt ihr das vielleicht sogar früher erlebt, als eure größeren oder auch erwachsenen Kinder so klein waren? Liebe Grüße Ricki |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
hallo Ricki, es gibt wirklich keinen Grund zur Aufregung oder gar zur Sorge und was Dein Kleiner bei einer psychologischen Beratungsstelle soll - oder besser gesagt Du als Mutter - verstehe ich nicht so recht. Deine Mutter hat recht, früher war manches unkomplizierter als heute, nachdem alle Mütter versuchen, 101 %ig supergut und kindgerecht und nachbargerecht zu sein und immer sofort ein Versagen bei sich selbst suchen.
Dein Junge verhält sich völlig normal, er ist nunmal in dem Kindergartenalter, in dem er das \"Faustrecht\" entdeckt und davon Gebrauch macht. Du kannst nicht mehr tun, als ihm immer wieder zu erklären, dass das nicht der richtige Umgang mit anderen Kindern ist, dass man sich auch anders durchsetzen kann usw. Wenn er ein paarmal selbst Hiebe einstecken musste, wird er das schnell verstehen. Verbitte Dir jede Einmischung von Dritten, das geht niemand etwas an und wenn Deine Nachbarin deswegen böse ist, dann ist das ihre Sache, es ist einfach lächerlich. Wofür wolltest Du Dich eigentlich entschuldigen - das hab ich nicht recht verstanden? Also - Ball flach halten, Dein Sohn verhält sich einfach altersgemäss und Deine Aufgabe ist, ihm auch andere Verhaltensweisen nahezubringen. grüße von Regine |
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![]() Mitglied seit 27.11.2004 |
Hallo Ricki
Da kann ich Regine nur Recht geben. Deine Nachbarin verhaelt sich nicht gerade \"erwachsen\" und macht die Sache schlimmer als Sie ist. Und wie Du das anpackst mit Deinem Sohn, auf Augenhoehe gehen und Ihn auch ein paar Minuten zum Stillsitzen verdonneren, ist auch total richtig. LG Tink |
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![]() Mitglied seit 30.09.2003 |
Hallo!
Vielen Dank für eure Beiträge, sie haben mich wieder etwas aufgerichtet. Sorgen macht mir nur, das diese Phase des Hauens nun schon bestimmt ein knappes Jahr anhält. Mittlerweile such ich schon den Fehler bei mir. Der Druck von außen, sogar Familie, wird immer größer. Jeder sagt wenn meine \"Methoden\" nichts bewirken, dann sollte ich mir mal was anderes einfallen lassen. Was immer auch damit gemeint ist. Das ist auch der Grund, warum ich überlegt hatte zu einer Beratungsstelle o.ä. zu gehen. Mir tut aber trotzdem sehr weh, eine \"Freundin\" auf diesen Weg zu verlieren. Nun bin ich wieder allein mit dem Kleinen. Da ich mehrere solche Enttäschungen hinter mir habe, was Freundschaften anbelangt, fällt es mir auch von mal zu mal schwerer neue Kontakte zu knüpfen. Heute lief mir ihre große Tochter über den Weg, normalerweise hat sie mich immer mit großem Hallo begrüßt. Diesmal lief sie ganz schnell mit gesenktem Kopf an mir vorbei ohne mich anzusehen. Ich vermute mal, daß sie dazu angehalten worden ist. Sehr, sehr traurig, kann ich da nur sagen. LG Ricki |
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![]() Mitglied seit 27.11.2004 |
Hallo Ricki
Mit drei ist er ja noch ziemlich klein. Wenn das schon ca seit einem Jahr so geht, wie alt war er denn als er in die Spielgruppe reinkam? Vielleicht ist er etwas ueberfordert und laesst so seinen Frust ab. Ich nehme an Du arbeitest. Frag Ihn doch einfach mal warum er zuhaut. Schicke mir gerne mal ne KM, wenn ich behilflich sein kann tue ich das gerne LG Tink |
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![]() Mitglied seit 14.03.2005 |
Hallo,
Also ich muß mal einfach sagendas dieses verhalten wohl normal ist. von meiner schwägerin der kleine haut meinen auch manchmal (er haut dann auch zurück oder schaut verwirrt weil es manchmal aus dem nix kam). Da wird dem kind halt klar gemacht das es dem anderen auch weh tut und gut ist. Es sei den er hört nicht auf dann muß man doch einschreiten. Glaube es liegt auch manchmal daran das sie aus irgendeinen grund eifersüchtig sind. Sei es auf die geschwiester oder Cousengs. oder sonstiges. Und diese art von Menschen die dann so reagieren mit beschimpfungen oder sich wie kinder benehmen und gehen da stehste doch drüber. So verhalten sich Kinder aber keine erwachsenen menschen. Lg focus666 Du wärst gern wie sie, du wärst gern wie er, du wärst so gern jemand anders, hauptsache, irgendwer glück gibt es überall, bestimmt auch hier- es liegt an dir.... villeicht wirst du´s begreifen - irgendwann und wenn es so weit ist, bitte denk daran glück ist zerbrechlich, fass es vorsichtig an - wie porzellan. |
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![]() Mitglied seit 24.07.2004 |
Hallo!
Wow, tolle Logik: Das Kind verhauen, damit es lernt, daß nicht gehauen wird... Ganz ehrlich? Für mich ist es eigentlich schon zu viel, einen Dreijährigen fest anzupacken und \"zur Srafe\" sitzen zu lassen. Von eingeforderten Entschuldigungen halte fcih auch nciht sehr viel. Und es wird wohl auch nicht viel bringen, denn die Handlungen sie einfach noch viel zu impulsgesteuert. Die Situation beenden, das \"arme Opfer\" trösten, beiden Parteien helfen, die Sache anders zu kären. Fertig. Ich sehe es als ungeschickten Versuch, soziale Beziehungen zu führen. DAs Kind muß einfach noch lernen, daß es andere Möglichkeiten gibt. Das lernt es am Besten durch Vorleben (was auch bedeutet, daß ICH z.B. einem Kind nciht einfach was aus der Hand winde, sondern es bitte, mir die Sache zu geben oder etwas zum Tauschen anzubieten. Ansonsten würde ich versuchen, daß Kind seelisch stark zu machen, ganz doll auf seine Bedürfnisse (was nicht gleichbedeutend ist mit \"auf jeden Wunsch\") einzugehen, damit es seelisch in seiner Mitte ist. Je weniger man der Sache in dem Alter Gewicht gibt, desto schneller ist es vorbei. Und ich würde es mir sehr verbitten, daß jemand anderes MEINEM Kind Schläge androht!!! Tschüß, Luka |
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![]() Mitglied seit 18.01.2005 |
Hallo Ricki
Ich finde du machst das gut. Mein Sohn hatte mit 2 die gleiche \"Gewohnheit\" und wir haben ihm einfach immer wieder gesagt dass das scherzt uund nicht O.k ist. Hat er weiter gemacht gingen wir einfach nach Hause und es wurde immer weniger jestzt schlägt er nicht mehr. Wie deine Nachbarin reagiert hat finde ich richtig daneben!Wie soll ein Kind unter androhungen von Schlägen lernen nicht zu schlagen? Ausserdem benimmt sie sich ja wirklich daneben.Ne Freundschaft deswegen beenden finde ich krass, obwohl das vielleicht auch gut ist wenn jemand schon so daneben regiert!? Ales Gute annina |
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![]() Mitglied seit 24.10.2004 |
Hallo Ricki,
ich glaube, du machst dir überflüssige Sorgen. Dein Soihn wird schon nicht zum \"Schläger\" werden, wenn er seine Familie als Vorbild hat, die Gewalt ablehenen. Viele Eltern verharmlosen das Problem ja, meinen es sei wichtig, dass sich das Kind wehrt und duchsetzen kann aber bei euch ist dies ja nicht der Fall. Deine Reaktion mit der Auszeit finde ich sehr vernünftig. Da kann ich dir nur empfehlen Geduld zu haben und abzuwarten, ich nehme an, das wird sich geben. Dein Sohn wird sicher lernen sich zu beherrschen. Wenn ich die Lebenswege der Freunde meines Sohnes (20) verfolge, so ist festzustellen, dass aus einigen der kleinen Schläger glühende Pazifisten geworden sind. Lukas Auffassung, die ganze Sache rein verbal zu lösen halte ich für Unsinn. Ich kenne kleine Schläger, die das \"Tschuldigung\" ganz routiniert und ungerühert von sich geben. So was ist dann ist eine reine Farce. Das Schlägern selbst, und das übersieht Luka m.E., wirkt nämlich durchaus verstärkend, wenn der kleine Übeltäter die Angst im den Augen seines Opfers sieht und sich seiner Machtgefühle bewusst wird. Es ist daher grundsätzlich falsch das Ganze zu übergehen. Entsprechende Erziehungskonzepte, die in den 80gern ja sehr populär waren, kann man heute getrost als gescheitert bezeichnen. Über deine Nachbarin kann ich nur die Achsel zucken (versteh aber, das dir das nahegeht). Die Frau hat ja keinerlei Distanz zu sich und ihren Kindern. Ist es dir ein Trost, wenn ich dir sage, dass die Freundschaft zu so einer Frau nicht besonders wertvoll ist? Gruß ischi |
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![]() Mitglied seit 27.03.2005 |
Liebe Ricki,
1. mal soll Kindern nie sagen, was sie nicht tun sollen, sondern immer das anordnen, was sie tun sollen. In Eurem Fall also nicht: Florian hör auf zu hauen, sondern Florian, laß Mia, Pia oder wen auch immer los oder sofort los oder Florian, komm bitte sofort her zu mir. Kinder wollen ganz klare Anweisungen, die ihnen sagen, was sie zu tun haben. 2. teste mal aus, wie hoch seine eigene Schmerzschwelle ist, ob er sich unter dem Begriff: das tut der oder dem XY doch weh! überhaupt etwas vorstellen kann. lg Evelyn |
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![]() Mitglied seit 24.07.2004 |
Hallo ischi!
Eigentlcih kann ich dein posting voll unterschreiben - bis auf die Stellen, die mich betreffen <<<Lukas Auffassung, die ganze Sache rein verbal zu lösen halte ich für Unsinn. Ich kenne kleine Schläger, die das \"Tschuldigung\" ganz routiniert und ungerühert von sich geben. So was ist dann ist eine reine Farce>>> *lächel* Ich glaube, du hast mich falsch verstanden. Mit \"beiden Parteien helfen, die Sache anders zu klären\" meinte ich nicht, dem \"Täter\" ein \"`tschuldigung\" abzuringen. Von solchen \"verordneten\" Entschuldigungen halte ich reinweg gar nichts... Ich meinte, den Kindern zu helfen, den vorausgegangenen Konflikt verbal zu lösen. Oft genug übersieht man z.B. auch den Hergang und straft dann z.B. den, dem nach endlosen Trietzereien mal der Kragen geplatzt ist. \"Was war denn los?\" - Beide Seiten erzählen lasen... \"Und nun? \" Oftmals kommen selbst 3-jährige da schon auf erstaunliche Ideen, wobei \"im Moment getrennte Wege gehen\" durchaus auch eine akzeptable Lösung ist. Ansonsten kann ich helfen, eine Lösung zu finden. Man kann vorher fragen, etwas zum Tausch anbieten, Abwechseln, etwas andere spielen. Vielleicht hat einer dem anderen nur aus Versehen weh getan? \"Dann kann kannst du das nächste mal sagen \"Paß doch auf, das tut mir weh!\" statt zu schlagen\" ... usw. <<< Das Schlägern selbst, und das übersieht Luka m.E., wirkt nämlich durchaus verstärkend, wenn der kleine Übeltäter die Angst im den Augen seines Opfers sieht und sich seiner Machtgefühle bewusst wird. >>> Ein so kleines Kind als als Übeltäter und machtbessesen zu bezeichen macht mir echt Gänsehaut. Um so zu fühlen muß ein Kind seelisch schon sehr kaputt sein. Ich denke, das sind die wenigsten Dreijährigen. Wie gesagt, wir reden hier nciht von verhaltensauffälligen Jugendlichen sondern von kleinen Kindern Ihr Schlagen empfinde ich eher als Hilflosigkeit. Sie wissen noch keine besseren Handlungsmöglichkeiten oder sind im Moment - aus welchen Gründen auch immer - damit überfordert. Dann ist es besser, sie liebevoll anzuleiten als durch Strafen noch mehr Druck reinzubringen. Oder sie spiegeln Spannungen in ihrem Umfeld. Entweder sie direkt betreffend oder auch zwischen den Eltern, der Mutter und einer Freundin... Sie dann zu strafen ist mMn genau so falsch. <<<Es ist daher grundsätzlich falsch das Ganze zu übergehen. Entsprechende Erziehungskonzepte, die in den 80gern ja sehr populär waren, kann man heute getrost als gescheitert bezeichnen. >>> *lächel* Meine Kinder sind deutlich nach den 80ern geboren. Bisher hat mein \"Konzept\" 3x wunderbar funktioniert und beim 4. läuft es auch ganz toll. Als Erzieherin und in den verschiedenen Kinder- und Jugendgruppen die ich geleitet habe, hatte ich damit auch sehr guten Erfolg. Ich finde hinwenden und anleiten einfach viel hilfreicher und effektiver als Strafen. Durch Strafen lernt das Kind lediglich, daß der Stärkere Macht ausüben darf... Wenn es dadurch sein Verhalten ändert, dann aus Angst und nicht aus Verstehen und Einsicht. Wenn man einem Kind immer wieder sagt, wie böse es ist und das noch durch Stafen verstärkt, dann übernimmt es das in sein Selbstbild und wird sich - unbewußt !!! - genau so verhalten, damit es diesem Selbstbild entspricht. Da vermittle ich einem Kind doch lieber: Ich weiß, daß du mit Konflikten anders umgehen kannst, ich trau dir das zu. Darum helfe ich dir, Wege dafür zu finden. Liebe Grüße, Luka |
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![]() Mitglied seit 24.10.2004 |
Hallo Luka,
Danke für deine faire Replik. Nachdem du mein Posting ja total zerpflückt hast, möchte ich doch gerne wissen, wo du mir zustimmst? Eigentlich doch in keinem Punkt, oder? Im Übrigen unterstelle ich dir nicht, keine gute Erzieherin deiner Kinder zu sein. Aber das hast du wohl auch nicht so verstanden. Wenn die \"Entschuldigungsprozedur\" nicht nur schematisch verläuft, sondern das Kind sich ernsthaft mit seinem Fehlverhalten auseinandersetzen muss, ist das was anderes. Im Kindergarten konnte ich aber von seiten der Erzieherinnen das Gegenteil beobachten. Genauso ist es mit der antiautoritären Erziehung. Sie mag durchaus erfolgreich sein, verlangt aber von den Eltern eine ständige (verbale) Auseinanderstzung mit dem Kind und eine große persönliche Zurücknahme eigener Bedürfnisse. Wie sieht es aber tatsächlich aus? Viele Eltern üben sich im systhematischen Wegschauen. Und wenn schließlich die Nerven blank sind? Dann\"setzt\" es oft was, für das Kind ist das dann natürlich nicht einsehbar. Und dann, was die Sprachregelung betrifft, Machtbetreben gibt\'s von Anfang an, lies nur in der einschlägigen pädagogischen Literatur. Auch den Ausdruck Übeltäter find ich jetzt nicht so schlimm, man kann \'s mit der PC auch übertreiben. Gruß ischi . |
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![]() Mitglied seit 27.03.2005 |
Hi ischi und Luka
also, ich bin eine \"alte\" Mutter, meine Kinder sind in den 80ern geboren. Manchmal kann ich mich kringelig lachen, über die ständig mit ihren Kindern dikutierenden Eltern, wenn es nicht so traurig wäre: samstagmorgen beim Discounter, der flotte Vater mit seinen beiden Töchtern, eine noch mit Windel eine vielleicht so grade kurz vor Schulalter: \"Meinst du nicht, wir sollten auch noch Milch mitnehmen?\" \"Nein, das kaufen wir nicht, weil da Zucker drin ist und du weißt doch....\" und in dem Stil weiter. Wie soll eine villeicht 6-jährige beurteilen können, ob zu Hause Milch gebraucht wird? Am besten finde ich noch die \"Vereinbarungen\" die ständig getroffen werden: Max, wir hatten doch vereinbart, dass du (Hausaufgaben machst, Einkaufen gehst, Fahrrad putz oder, oder, oder) ehe du Fernsehen schaust. Hier werden Begriffe vertauscht! Wenn ich mein Kind auffordere (oder bitte) den Rasen zu mähen ist das keine \"Vereinbarung\" sondern eine Anordnung! Und wenn das mit einer Gegenleistung verbunden ist, Beispiel: Wenn du den Rasen mähst, bin ich auch bereit, dich ins Kino zu fahren ist das auch keine \"Vereinbarung\" sondern eine ganz klare Aussage. Bis zu einem gewissen Alter müssen Kinden autoritär erzogen werden. Das gibt ihnen Halt und Struktur. Wo sollen die Kinder denn sonst ihre Orientierung her bekommen? Kinder leben bis zu einem gewissen Alter sozusagen im \"alttestamentarischen\" System des Auge um Auge, Zahn um Zahn, sie können Konflikte nicht verbal lösen, weil sie einfach hilflos sind. Da erlebe ich auf einem Sommerfest in der Nachbarschaft folgendes: Da schubst ein ca. 2-jähriger Zwerg einen Anderen von dessen! Rutscheauto und nimmt es in Besitz, der verzieht ein Bischen das Gesicht, steckt sein Däumchen in den Mund und schnieft, trollt sich aber dann, geht zum Sandkasten und spielt mit einem Bagger. Kommt der erste wieder und nimmt ihm den Bagger weg. Der Zweite schreit, nimmt eine Plastikschaufel und zieht sie dem Ersten über den Kopf und die Väter sitzen daneben und betrachten das Ganze wohlwollend. Auf meine Frage: \"Wollt Ihr da nicht mal eingreifen\" wird mir geantwortet: \"Die müssen lernen, ihre Konflike selber auszutragen\" Da konnte ich nur noch sagen: aber nicht in dem Altern und nicht, wenn sie keine Anleitung dazu bekommen. Es gibt einen wunderschönen Satz, leider weiß ich nicht, wer ihn gesagt hat (Hellinger vielleicht?) \"Wenn deine Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln wenn sie groß sind, Flügel\" und die Umkehrung daraus \"Ohne Wurzeln keine Flügel\" (ist übrigens auch der Titel eines Buches. In diesem Sinne, und jetzt könnt ihr mich von mir aus steinigen. lg Evelyn |
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![]() Mitglied seit 21.04.2005 |
Hallo Evelyn,
sehr guter Beitrag, sehe ich genauso. Und ein dreijähriger, der um sich schlägt, ist für mich keineswegs normal. @ricki wenn dein Sohn wieder schlägt, sei konsequent und verlasse mit ihm, ob er brüllt und tobt oder nicht ist egal, den Ort des Geschehens. Mit drei Jahren ist er durchaus in der Lage zu lernen, dass das Spielen vorbei ist, wenn er sich falsch verhält. Das Verhalten deiner Freundin kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Es sei denn, es ist schon öfters vorgekommen, dass dein Sohn ihr Kind gehauen hat. Spreche da aus Erfahrung, da auch meine Tochter gern das Opfer des Nachbarjungen war. Mit der Zeit bekommt man die Wut, wenn die Eltern nicht oder ohne Effekt eingreifen. Den Spruch \"dann muss sie sich wehren\" musste ich mir auch schon oft genug anhören und sehe überhaupt nicht ein, warum sich mein Kind wehren muss, wenn dem anderen Kind kein vernünftiges Sozialverhalten beigebracht wird. Ich habe es dann selbst in die Hand genommen, obwohl ich es nicht als meine Aufgabe sehe, andere Kinder zu erziehen. Aber es funktioniert und mittlerweile reicht ein Blick von mir und der Knirps lässt es bleiben. Grüße dani |
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![]() Mitglied seit 28.02.2005 |
Hallo zusammen,
aus aktuellem Anlass - da gerade heute erlebt - möchte ich mich auch an diesem Thema beteiligen. Unser Kind hatte auch eine Phase in der sie schlug - u. a. auch uns. Wir haben das so gelöst, indem wir ihre Hand festgehalten haben und \"ein ernstes Gespräch\" mit ihr geführt haben. Da sie ja schon ein \"großes Mädchen\" sein will, führt sie auch gerne ernste Gespräche. Hier haben wir ihr erklärt, dass schlagen weh tut und dass sie mal überlegen soll, ob sie gerne geschlagen würde. Auch haben wir ihr Beispiele genannt, wo sie z. B. von ihrem Freund geschlagen wurde, ob ihr das so gut gefallen hätte. Was wir auch gemacht haben - wir haben versucht ihr bewußt zu machen, warum sie denn jetzt gerade geschlagen hat und darüber nachzudenken, ob sie das nicht anders / besser hätte regeln können. Also z. B.: Darf ich jetzt bitte wieder auf das Bobycar, du warst ja schon so lange darauf. Wir versuchten ihr zu vermitteln, dass sie Sprache als Mittel einsetzen kann. Nach einiger Zeit hat das wunderbar funktioniert. Heute war dann ihre Freundin hier zu Besuch und sie hat sie mehrfach geschlagen: Irgendwann kam unsere Tochter zu mir und sagte zu mir: \"Mama, die Gina hat mich schon wieder gehaut, sag ihr bitte mal, sie soll mit mir sprechen und nicht hauen!\" Ich mußte mir das Lachen echt verkneifen, denn das mag unsere Tochter überhaupt nicht, wenn sie das Gefühl hat ich lache über sie. Also habe ich mir Gina geschnappt und versucht ihr das Thema so nahe zu bringen wie unserer Tochter. Zumindest für den Rest des Vormittags hat es geholfen und ich denke ich werde mit der Mama von Gina mal sprechen, dass sie ihr das vielleicht auch nochmal erklärt LG Claudia |
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![]() Mitglied seit 24.10.2004 |
@ eifelkrimi
\"..... und jetzt könnt ihr mich von mir aus steinigen....\" Warum so defenisv, dass hier ist ein Forum in dem man durchaus (hoffentlich) unterschiedliche Meinungen austragen kann. Und der Anteil an Pazifistinnen ist hier groß! In diesem Sinne Gruß ischi |
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![]() Mitglied seit 27.03.2005 |
@ ischi,
Mensch, da bin ich aber froh. Aber ganz im ernst: im ck-Forum finde ich die intelligentesten Diskussionen von allen Foren, die ich kenne. gruß Evelyn |
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![]() Mitglied seit 24.07.2004 |
Hallo ischi!
Sorry für das \"zerpflücken\", es war keine böse Absicht. Das ist in anderen Foren so üblich, damit man besser auf die einzelnen Abschnitte im Posting eingehen kann und - gerade bei längeren Threads gut für das Verständnis - auch immer den Text des Ursprungspostings vor Augen hat. Das ist nichts negatives. Hier scheint es nicht üblich zu sein, darum versuche ich es zu lassen, will ja niemanden damit kränken. Ich stimme dir darin zu, daß man sich keine allzugroßen Gedanken machen muß, wenn ein Dreijähriger mal zuhaut und daß er, vorrausgesetzt das soziale Umfeld in der Familie stimmt - und davon gehe ich hier aus - angemessenes Sozialverhalten lernen wird. Mir ging es, wie ich schon beschrieben habe, überhaut nicht darum, ob sich das Kind hinterher entschuldig, sonder eben genau darum daß es sich mit seinem Verhalten auseinandersetzt ( daß es nicht richtig ist WEISS es ja normalerweise schon) und nach anderen, besseren Handlungswegen sucht. Ich kenne dieses \"Und nun gebt ihr euch die Hand und seid wieder Freunde\" (nachdem der Täter - der vielleicht auch ein Opfer war - bestraft wurde) auch von Kolleginnen und finde es schrecklich. In den seltensten Fällen ist der Streit damit wirklich geklärt. Im günstigen Falle gehen die Kinder getrennte Wege, im ungünstigen kracht es bald wieder und alle wundern sich. Den Kindern zu helfen, den Konfklikt WIRKLICH zu lösen wäre mMn einfach hilfreicher und würde vielleicht nicht gleich beim nächsten, aber vielleicht doch beim übernächsten Mal dazu führen, daß die Kinder ihre Probleme tatsächlich selber regeln können. Vom Bestraft-werden lernen sie nur, daß der Stärkere das Recht hat, Macht einzusetzen und sich damit durchsetzen kann, von einer echten Auseinandersetzung lernen sie das WIE regle ich ein Problem. Ich habe es schon öfter in meinen Kiga-Gruppen erlebt, daß ein Kind zu Streitenden hinging und fragte: Was ist denn los? ... Und was wollt ihr nun machen?. Letztens sprach mich die Erzieherin an, daß meine Tochter im Kiga oft zwischen Kindern vermittelt und dafür sorgt, daß am Ende alle zufrieden sind (Nein, sie ist kein einfaches, braves Mädchen... sie kann durchaus sehr herzhaft streiten, aber sie hat offenbar gelernt, wie ) Also kann mein Stil so falsch nicht sein. Die antiautoritäre Erziehung ist ein weiter Feld.. so wie sie ursprünglich angedacht war, war sie eher das, was man heute unter partnerschaftlicher oder demokratischer Erziehung versteht. Im Überschwang wurde dann allerdings ein \"laissez faire-Stil \" daraus. Wenn du magst, können wir uns gerne privat weiter dazu austauschen, hier ist das doch etwas of topic. Mich stört das zwar nciht, aber ich denke, für viele andere ist das nicht so interessant. Jedenfalls bin ich mit meinen Kindern nicht in einer permanenten verbalen Auseinandersetztung, das wäre ja schrecklich. Sie haben ihre Bedürfnisse, ich habe meine, andere haben andere und wir versuchen so gut es geht damit im Einklang zu leben. Wenn ich mich umschaue lebe ich vermutlich meine Bedürfnisse sogar mehr aus, als viele Mütter, die ihre Kinder anders \"erziehen\". Das war du beschreiben hast (wegschauen bis es knallt) hat mit dieser Art des Miteinanders nichts zu tun. Ich finde es auch schade, daß es vielen Eltern so schwer fällt, die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Kinder zu sehen. Mir fiel/ fällt das auch oft schwer. Geholfen haben mir dabei die Klöters-Briefe, eine Art \"Elterntraining\", in dem es aber weniger drum geht, die Kinder mit bestimmten Methoden zu einem bestimmten Verhalten zu \"dressieren\" sondern mehr darum wie man, indem man die tatsächlichen Bedürfnisse der Kinder erkennt, zu einem harmonischen Miteinander (und fast immer daraus folgend einem besseren Verhalten des Kindes) kommen kann. Ein Kind daß seelisch in seiner Mitte ist, haut vielleicht mal im Affekt zu, aber es wird sicher kein \"Schlägertyp\" sein. Darum ist es mir wichtig, bei einem \"Fehlverhalten\" eines Kindes nicht (nur) daran herumzudoktern sondern auch, daß \"dahinter\" anzuschauen. Wegen dem Machtbestreben usw. - ich halte es für einen der größten Irrtümer der Pädagogik, daß Kinder von Grund auf kleine Tyrannen sind, die nach Macht streben und denen man möglichst schnell und konsequent zeigen muß wer \"hier das sagen hat\". Die Literautur, die ich in letzter Zeit zu dem Thema gelesen habe (Jesper Jul, Rudolf Dreikurs, Montesori...) bestätigt mir das eigentlich auch. Kinder streben nach Sicherheit. Finden sie diese in sicheren, liebevollen Eltern, in der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse (nicht gleichbedeutend mit der Erfüllung jedes Wunsches!), dann haben sie es nicht nötig, \"die Macht an sich zu reißen\". Wenn ich mir sicher bin, daß das, was ich tue, so richtig ist, \"folgen\" mir meine Kinder auch (wenn auch vielleicht motzend, aber das dürfen sie, ihre Gefühle sind ihre Gefühle...). Wenn sie das nicht tun, hat das Gründe. Entweder sie sind noch zu klein, oder ihr Verhalten macht auf ein problem in unserer Beziehung aufmerksam oder sie haben anderweitig Probleme... Entsprechend reagiere ich. Das kann durchaus bedeuten, daß ich, wenn mein Kind zuhaut und es trotz Hinweis und Hilfestellung nicht lassen kann, den Spielplatz verlasse. Aber nicht als \"Strafe\" für mein Kind, sonder weil es heute (!) offenbar mit der Situation hier überfordert ist (vielleicht ist es müde, wird krank, spürt die Spannung zwischen mir und der anderen Mutter ... was auch immer) . Ich denke, das macht einen Riesenunterschied in meiner Einstellung und auch im Fühlen des Kindes. Vielleicht ist es scheinbar einfacher, die Kinder mit Auszeiten o.ä. schnell zum Gehorchen zu bringen, auf Dauer ist es aber mMn lohnenswerter, an den Ursachen zu arbeiten. Liebe Grüße, Luka |
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![]() Mitglied seit 24.07.2004 |
Hallo Evelyn!
In vielem stimme ich dir zu. Ich denke, Kinder brauchen sichere Eltern. Sicher sein bedeutet aber nciht zwangsläufig immer alles bestimmen oder gar zu Strafen. Ich kann meine Kinder vieles entscheiden lassen (z.B. welche Joghurt Sorte wir heute mal nehmen), aber da, wo ich der Meinung bin, ICH weiß es besser (ob wir noch Milch brauchen oder nicht), da frage ich nicht. Meine Kinder dürfen recht viel selber entscheiden, z.B. auch, wie warm sie sich anziehen, etwas, wozu sie nach Meinung vieler noch \"zu klein\" sind, um das zu wissen. Sie ziehen sich in den Augen anderer immer zu dünn an, und gehen oft barfuß, sind aber fast nie krank und fühlen sie so wohl. ), da wo ich aber Aufgrund meines Wissens oder meiner Lebenserfahrung einfach besser Bescheid weiß, sage ich das. Wenn ich meiner Sache ganz sicher bin, gibt es normalerweise auch keine Diskussionen (wohl aber Gemaule, aber das dürfen sie...). Ich würde sie z.B. NICHT mit frisch gewaschenen Haaren in den Frost lassen. Woandes habe ich mal den Vergleich mit einem Bergführer gelesen. Der Bergführer kennt den Weg, er ist sich sicher, daß die Bergsteiger-Neulinge ihm folgen wollen, aber in ihrem eigenen Tempo und ihrem eigenen Stil. Das dürfen sie auch. Sie können darüber mit ihm reden, wecher Weg geeigneter ist, ob sie hier eine Rast machen, ... NICHT diskutieren wird er da, wo es um die Sicherheit eines Einzelnen oder der ganzen Gruppe geht. Dann wird er handeln und sich durchsetzen. Ist der Bergführer seiner Sache sicher und nimmt die Bergsteiger, ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse ernst, werden sie ihm gerne folgen. Ist er aber unsicher, unglaubwürdig oder ungerecht, wird die Stimmung in der Truppe schlecht. Sie werden versuchen, ihn herauszufordern oder seine Anweisungen zu umgehen. Dann wird er auch mit seinen Versuchen \"äutoritär\" zu sein nicht durchkommen. Nein, ich werde es NICHT zulassen, daß ein Kind ein anderes verprügelt - hatte ich auch nirgendwo geschrieben. Ich werde handeln und die Schlägerei unterbinden. Aber ich würde eben den \"Täter\" nicht strafen, sondern versuchen, die Ursachen zu erkennen und den Kindern helfen, diese Sache anders zu regeln. Mein\"Nachsteiger\" wird auf seinem Weg nicht weiterkommen, wenn er stolpert und dabei einen anderen schupst (auch wenn er vielleicht \"selber schuld\" ist, weil er sich mit jemandem gestritten hat) und ich ihn dafür selber kräftig vom Hang schupse, ich nun meinerseits draufhaue oder ihn anderweitig strafe. Ich denke, es hilft ihm mehr, wenn er versteht WARUM sein Verhalten falsch war und was er statt dessen tun kann. Dieses Schwingen zwischen \"Führung übernehmen\" und \"laufen lassen\" empfinde ich fast immer als sehr entspannend und harmonisch. Bei meinen beiden Großen habe ich noch versucht \"autoritär\" im positiven Sinne zu erziehen, außer permanenten machtkämpfen, die ich ja nicht \"verlieren\" durfte, hat es nix gebracht. Nein, sie haben ich damit nicht wohl und sicher gefühlt, wie mir all die schlauen Ratgeber eigeredet hatten. Seit wir mehr BE-ziehung leben und weniger ER-ziehung, läuft es total entspannt und wesentlich streßfreier als bei anderen mit nur 2 Kindern (ich habe 4). Mit den beiden Kleinen, die ich von Anfang an anders \"behandelt\" habe, ist es sowieso viel einfacher. Nein, ich habe keine von Natur aus pflegeleichten Kinder und bin auch keine \"Übermutter\". Im Gegenteil... Orientierung bekommen meine Kinder, indem ich das LEBE. Unsere Kinder schlagen wir nicht. Wir REDEN oder handeln (indem wir z.B. ein Kleinkind ohne große Diskussion aus einer Gefahrensituation bringen). Also ist klar, das Schlagen als Argument nicht zählt und das wir versuchen, andere Wege zu finden. Ich habe schon Kleinkinder erlebt, die sich durchaus in den anderen hineinfühlen können. Allerdings waren das Kinder, deren Grenzen fast immer Respektiert wurden. Wie soll ein Kleinkind, daß von den Eltern oft etwas aus der hand gewunden bekommt (Weil es ja angeblich soooo gefährlich ist, weil es das Kind ja doch nur kaputt macht...) verstehen, daß es selber anderen NICHTS wegnehmen kann? Selbst 2-jährigen können schon ein Tauschobjekt anbieten (das habe ich selber so erlebt, bei eigenen und anderen), wenn ihnen gegenüber auch so gehandelt wurde. Daß das nicht immer so klappt, ist klar. Kinder sind Lernende... In deinem Rutscheaute-Beispiel sehe ich es auch so, die Kinder waren hier überfordert. Sie hätten Hilfe gebraucht. Nur WELCHE Hilfe? Strafe? Auszeit? Oder gar alttestamentarisch die Rute (oder auch nur die Hand)? Oder doch eine Hilfe in Form von Anleitung? Indem beide erst mal getröstet werden, positive Aufmerksamkeit bekommen , die Väter etwas mitspielen, ablenken oder etwas zum Tausch anbieten... Des Satz: \"Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel\" mag ich auch sehr, allerdings deute ich ihn etwas anders. Für mich sind die Wurzeln eher ein tiefer seelischer Halt, ein Gefühl von Willkommen sein, das Gefühl, meine Bedürfnisse sind \"richtig\", werden ernst genommen, und weniger eine Erziehung zu einem bestimmten Verhalten, Geborgenheit, Orientierung. Wenn ich ein Samenkorn in die Erde lege, dann sorge ich für optimale Bedingungen soweit es in meiner Macht steht, aber ich werde nicht schon die Wurzeln anbinden oder ständig verschneiden, damit der Baum mal gerade wächst... Ich möchte ja keine seelischen Bonsais... Wie gesagt, es ist nicht der hier \"übliche\" Weg, aber es ist - wenn man ihn erst einmal verinnerlicht hat - für alle Beiteiligten ein sehr schöner und bislang auch erfolgreicher Weg. Liebe Grüße, Luka |
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