Am 10. Januar ist der Reutlinger Mutscheltag - Backanleitung in Bildern
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![]() Mitglied seit 01.10.2003 |
es soll in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich noch Leute geben, die weder die Tradition des Mutscheltages noch die Mutschel als Gebäck an sich kennen. Hier muß selbstverständlich Abhilfe geschaffen werden, was ich hiermit tue. Zuallererst - hier ist mein Rezept, das schon meine Uroma so gemacht hat. Kalorienarm ist es nicht, aber lecker! Mutscheln wurden ursprünglich nur am Donnerstag nach dem Erscheinungsfest, dem 6. Januar, gebacken. Heute sind sie nicht nur in Reutlingen, sondern auch im Umland, ab dem 1. Advent erhältlich. Das Mürbeteiggebäck gibt es in verschiedenen Größen und hat ein sternförmiges Aussehen, was wohl an den Stern von Jerusalem erinnern soll. Die Originalmutschel hat 8 Zacken, meine nur sechs. Meine Oma hat die kleinen immer mit 6 Zacken gemacht und die großen mit 8, das habe ich übernommen. Sie war allerdings aus Pfullingen, das ist halt was anderes. Am Mutscheltag wird privat und in Gaststuben um verschieden große Mutscheln gewürfelt, die Spiele haben Namen wie "Nackets Luisle", "Langer Entenschiss" oder "Der Wächter bläst vom Turme". Rezept: 500 g Mehl 40 g Hefe 200 g Butter, weiche 1 EL Zucker 1 TL Salz 150ml Milch 1 Eigelb, zum Bestreichen 2 EL Milch, zum Bestreichen Den Würfel Hefe in einer Tasse mit dem Zucker verrühren, bis alles flüssig ist. Das geht mit einem Teelöffel innerhalb von einer Minute. Die restlichen Zutaten, außer der Milch, in eine Rührschüssel geben und verkneten. Das geht am besten mit einer einarmigen Küchenmaschine. Nach und nach die Milch zugeben, nicht zu viel, der Teig darf nicht zu weich werden. An einem warmen Ort stehen lassen, bis sich das Volumen des Teiges sichtbar vergrößert hat. Alternativ lässt sich der Teig auch hervorragend im Brotbackautomaten zubereiten. Den gegangenen Teig in 4 gleiche Teile teilen. Ich mache aus dieser Teigmenge meist 6 kleine Mutscheln, aber am Anfang ist es einfacher, größere zu machen, sonst gibt es so ein Gefummel. Ein Teigteil dritteln, ein Drittel zu einer Kugel formen und beiseite legen. Die beiden anderen Drittel zusammenkneten und dann in 7 Teile teilen. 6 dieser 7 Teile zu dicken Würsten mit einem dünnen Ende formen und sternförmig (Die dünnen Enden zeigen nach innen und berühren sich) auf das Backblech legen. Die große Kugel in die Mitte legen und festdrücken, so dass ein Stern entsteht. Aus dem letzten kleinen Teigstück eine Kordel formen und wie eine Krone auf das große Teigstück legen, etwas festdrücken. Mit den restlichen 3 Teigstücken genauso verfahren. Das Eigelb mit der Milch verrühren und die Mutscheln damit bestreichen. Das Blech in den kalten (!) Backofen setzen und bei 160°C backen, bis die Mutscheln golden sind. Nicht zu lange backen, sonst werden die Sternspitzen trocken. Am besten schmecken Mutscheln ganz frisch mit Butter bestrichen und Salz bestreut oder mit Butter und Marmelade. Bilder: Sechs Teigteile für sechs kleine Mutscheln.
Ein Teigteil, gedrittelt.
Eine Mutschel in Einzelteilen. Das große ist ein Teigdrittel, die kleinen die anderen beiden Teigdrittel, zusammengeknetet und gesiebtelt.
Der aus sechs kleinen Teilen gelegte Stern.
Das große Teigteil als "Bauch".
Das siebte kleine Teigteil als Krone.
Die gebackenen Mutscheln.
Eine leckere Mutschel.
Viele Grüße felidae - Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden. -
Oscar Wilde
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![]() Mitglied seit 24.02.2006 |
Hallo!
Ich kenne den Brauch der Reutlinger Mutscheln und ich liebe die Mutscheln! Mhh, die sind so lecker! Und ich finde, sie sehen so super aus. Vielen Dank für deine bebilderte Anleitung, die ist echt toll. Habe die Mutscheln bisher immer nur gekauft. Aber jetzt weiß ich ja, wie man sie so toll formt! LG LaOla |
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![]() Mitglied seit 19.10.2005 |
Hallo felidae
wow da hast du dir ja unheimlich Mühe gegeben. Toll. Ich habe einen Freund aus dem Kreis RT/Tü, der mir schon oft von der Mutschel-Tradition erzählt hat und einige Geschichten dazu. Und ich weiss, dass er gerne mal wieder "solche" Mutscheln wie früher haben wollte. Nun werde ich ihn auf deinen fred aufmerksam machen! Tolle Anleitung! LG Juulee |
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![]() Mitglied seit 24.06.2007 |
Hey felidae,
a mordsgschäft aber saulecker und oimolig. Deine Bilder sind auch grad wie ausm Katalog. Gibts bei uns morgen, weil da Geburtstagsfeier ansteht. Danke fürs Rezept. LG helmut |
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![]() Mitglied seit 19.02.2005 |
Hallo Felidae,
ich kenne sie leider bisher noch gar nicht Aber sie sehen wirklich toll aus und ich muss ein dickes Dankeschön loswerden für die ausführliche Beschreibung und die guten Bilder, die wirklich auch die letzten Fragen ausräumen dürften. Sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, werde ich die kleinen Dinger auf jeden Fall mal backen. Das wird zwar nicht bis zum 10. Januar passieren können, aber ich denke, dass sie das ganze Jahr über frisch gebacken gut schmecken Wünsche allen viel Spaß beim Ausprobieren und ein schönes Wochenende _____ Laut Statistik leidet jeder 4. Mensch unter einer geistigen Krankheit. Denk’ über Deine drei besten Freunde nach: Wenn die o.k. sind -bist Du gemeint!
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![]() Mitglied seit 24.06.2007 |
no ebbes,
dia von Pfullinga hen dene Kopferten von Reitlinga schon immer zoiga wella was goat. Aber mir Reichstädter haltet zsamma. LG helmut |
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![]() Mitglied seit 01.10.2003 |
Die Pfullinger würfeln ja auch schon heute...
Viele Grüße felidae - Frauen sind da, um geliebt, nicht um verstanden zu werden. -
Oscar Wilde
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![]() Mitglied seit 26.04.2005 |
Hallo felidae,
vielen Dank für die toll beschriebene Anleitung für das Traditionsgebäck lg Monddrache |
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![]() Mitglied seit 21.02.2004 |
"...als Gebäck an sich kennen...."
Ich kenne sie nicht AN mir, ich kenne sie IN mir... Aber sie sind trotzdem gut. Ich backe sie allerdings, weil ich keine Hefe vertrage, mit Milchbubi (Weizensauerteig mit Milch). HdÄ! P. |
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![]() Mitglied seit 09.05.2006 |
Hallo Pöt,
gehen bei Dir so fetthaltige Teige mit ST denn auf (vermutlich schon, sonst würdest Du es ja nicht backen Viele Grüße Robert |
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