Manz vs. Häussler - die lange! Geschichte einer Kaufentscheidung
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![]() Mitglied seit 24.08.2004 |
Die Geister die ich rief, werd’ ich nun nicht mehr los – Geschichte einer Kaufentscheidung Wenn man sich, wie ich, auf die Fahnen geschrieben hat, das Brot für den täglichen Bedarf nur noch selber zu backen, dann kommt man irgendwann auf die Idee, sich einen adäquaten Ofen zuzulegen, der möglichst optimale Ergebnisse erzielt. Zwei Firmen stellen solche Öfen her: Manz und Häußler. Nach intensiven Recherchen im Netz, Fragen, Katalogbestellungen, lieben Infos durch Brotbäcker usw.. habe ich mich dann entschlossen, vor den Kauf den Besuch der von beiden Firmen angebotenen Koch- und Backseminare zu setzen. 21.-22.06.2007: Hefegebäckkurs und Basisbackkurs bei Häußlers: Ich bin zu Häußler in Heiligkreuztal gefahren mit dem Gedanken: \"Anschauen kann ich mir das ja mal, aber ich kaufe sowieso einen Manz.“ Das konnte ich nach dem Besuch in Oberschwaben so nicht mehr unterstreichen... Die Mitarbeiter und die Familie Häußler verstehen es einfach, mit ihrer sympathischen Art eine solch nette Atmosphäre zu schaffen, dass man am liebsten gleich alle Kurse machen möchte und sofort einen Ofen mit nach Hause nehmen will. Donnerstags war der Hefegebäckkurs. Ein netter Herr Renz, seines Zeichens Bäckermeister, weihte uns in die Geheimnisse des Zopfflechtens und -füllens ein. Mir ist das ein oder andere Licht aufgegangen, aber ich könnte jetzt nicht behaupten, dass ich Essentielles gelernt hätte. Wir waren aber eine sehr nette Gruppe von 11 Leuten, die sich da zusammengefunden hatte und beim Probieren und Kaffee trinken hatten wir eine Menge Spaß. Selber hat man nichts gemacht, nur am Ende konnte sich jeder Teilnehmer seinen eigenen Zopf flechten. Aber ein paar kleine Handgriffe hab ich mir doch abgeguckt, Kniffe, auf die man vor lauter Betriebsblindheit nicht kommt und auch die Rezepte waren ganz nach meinem Geschmack (Osterhasen und Nikoläuse formen, Dreierzopf, Mozartzopf, Nusszopf, Marzipanzopf, Kirschnudeln). Am Freitag war dann Showtime - Frau Häußler präsentierte ihre Kunst und vor allen Dingen die Geräte. Auch wenn man sich nicht fürs Backen und Kochen interessiert, auch wenn man nicht vorhat, ein Gerät zu kaufen, diesen Kurs sollte man sich mal antun. Es war wirklich faszinierend, wie diese nicht mehr ganz junge Frau sechs Stunden lang eine Art \"Kaffeefahrt\" veranstaltete. Das meine ich jetzt nicht negativ, ich war wirklich platt, wie nett und nur ein ganz wenig aufdringlich man teure Geräte an den Mann oder die Frau bringen kann. Die Frau ist einfach ein Profi und ein absolutes Verkaufsass. Wir haben teilweise Tränen gelacht und Frau Häußler war so temperamentvoll und geschwätzig, es war eine wahre Pracht. Es gab Leute, die waren schon zum dritten Mal dort.... Sie hat die Herde, Knetmaschinen, Getreidemühlen und die Nudelmaschinen präsentiert und man hatte einfach das Gefühl, SOFORT ALLES haben zu müssen. Fünfzig Menschen hingen gebannt an ihren Lippen und es war wirklich lustig. Frau Adelinde hat Grundrezepte von verschiedenen Brotteigen vorgestellt, die Herstellung von Sauerteig erklärt, eine Lanze gebrochen für vollwertige, regionale und saisonale Produkte, kleine Tipps gegeben, wie man sich das Backen erleichtert, ach, ich kann gar nicht alles aufzählen, was alles an Interessantem aufs Tapet kam. Sie verwendet z.B. für einen Mischbrotteig von 10 kg Mehl nur zwei Würfel Hefe... ich war schon erstaunt! Wahrscheinlich wird der Brotbackguru nichts Neues lernen und vielleicht wird so manch einer denken - och nee, das kenne ich aber ganz anders. Aber für den Hausgebrauch, wenn Brot backen keine Wissenschaft sein soll, dafür reichte es allemal - zumindest bei mir). Frau Häußler hat gebacken: Dinette mit Speck und Zwiebeln, Dinette nur mit Kümmel und Salz und Dinette mit Äpfeln, Brötchenrad, kernige Weckle, Weizenmischbrote in verschiedenen Ausführungen (im Gärkorb; gebacken mit Schluss nach oben; gebacken mit Schluss nach unten; bemehlt und eingeschnitten; mit Brotstempel verziert; als Knüppelbrot - mehr fällt mir jetzt nicht ein). Für mich waren die Kurse, vor allem am Freitag bei Frau Häußler, schon lehrreich. Da ich auch noch nette Leute kennen gelernt habe und die gesamte Häußler-Crew so herzlich und sympathisch war, hätte ich am liebsten sofort einen Ofen gekauft. Mich haben aber natürlich auch die Produkte absolut überzeugt. Die knusprige Kruste der Brote und die feine Textur des Hefegebäcks, die tollen Böden der Dinette... ich war hin und weg. Na ja, und die Teigknetmaschine.... und die Getreidemühle.... mein armer Mann! Ganz toll fand ich auch, dass mich ein Mitarbeiter der Firma am Bahnhof abgeholt hat und am Freitag auch wieder pünktlich zum Bahnhof brachte - das nenne ich mal Dienst am Kunden, gell? Eine Woche später (29. – 30.06.2007): Nun habe ich auch ein Komplettseminar bei Manz besucht, in das ich glücklicherweise hineingerutscht bin, weil ein Teilnehmer absagte. Was soll ich sagen – ich bin begeistert. Auch hier hätte mich ein Mitarbeiter am Bahnhof abgeholt und auch wieder zurück gebracht. Ich bin aber kurzentschlossen mit dem Auto gefahren. Die Art der Präsentation bei Manz kann mit der Häußler’schen Verkaufsshow nicht mithalten. Hier in Creglingen geht es ruhiger und zurückhaltender zu – was ja kein Fehler ist. Und die Vielseitigkeit des Manz-Backofens hat mich absolut überzeugt. Zugegeben, die Ergebnisse des Brotbackens bei Häußler erscheinen mir einen Tick besser – aber dafür ist der Manz einfach umfassender und schneller einsetzbar. Ein Detail, das ich überhaupt nicht in Betracht gezogen habe bei der Kaufüberlegung ist die Möglichkeit des drucklosen Dampfgarens. Frau Manz brachte uns die Facetten nahe, die sich beim „Kochen“ mit dem Manz auftun. Und die haben mich wirklich umgehauen. Diese Pellkartoffeln, das Gemüse, die Niedrigtemperatur- Gerichte und was weiß ich noch alles – für Menschen, die sich gesund, möglichst fettarm und natürlich ernähren möchten, ist dies eine wunderbare Alternative zum Kochen mit Wasser. Freitags ging es um 10.00 Uhr los. Bis gegen 13.00 Uhr haben wir mit Frau Manz gekocht und mit 14 Teilnehmern folgende Gerichte zubereitet: Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Kohlrabi (alles nur abgewaschen und mit Schale im Topf mit Deckel gegart – ein Genuss!), Blumenkohl-Auflauf, Gemüselasagne, Hühnerpfanne, Kartoffelmaultaschen, Makkaroni-Auflauf, Hackbraten, Pommes Frites, Rotkohl, Schweinebraten, Ungarischen Kartoffelauflauf, Dampfnudeln, Quark-Apfel-Auflauf, Reis-Auflauf. Dann war Mittagspause und wir haben alles verputzt, was vorher gekocht wurde. Gegen 14.00 Uhr ging es dann weiter mit dem Backkurs, geleitet von einem jungen, netten Herrn namens Hein, einem Bäckermeister. Bis 18.00 Uhr wurde gebacken und Teig angesetzt, was das Zeug hielt. Hefezopf, Käsekuchen, Biskuitrolle, Streusel mit Pudding und Kirschen, Weizenmischbrot – alles wurde sehr schön und wirklich lecker. Zwischendrin haben wir noch Kaffee getrunken und das Gebackene verspeist. Wir waren vielleicht satt! Samstags ging es um 8.30 Uhr weiter. Der am Vorabend angesetzte Sauerteig wurde verarbeitet, Laugengebäck, Baguettes, Brötchenrad, Vinschgauer, Roggenmischbrot hergestellt und Pizza gebacken. Ein Schmankerl waren noch die Figuren, die gebacken wurden: Weihnachtsmann, Igel, Maus, Eidechse… wirklich putzig! Man bekam ein tolles Gefühl dafür, wie sich ein Teig anfühlen sollte, wie lange man ihn gehen lässt und wie man Teig knetet und formt (sehr lustig die Ergebnisse des Laugenbrezel-Formens). Und mit so einer netten Truppe wie der unseren machte das ganze Werkeln noch mal so viel Spaß. Es war richtig toll! Natürlich haben wir auch hier zwischendrin alles aufgefuttert, was wir so hergestellt hatten. Und bekamen am Ende noch einen riesigen Korb mit den selbstgemachten Broten und Brötchen mit nach Hause. Fazit: Eine eindeutige Empfehlung für einen der Öfen kann ich nicht geben. Dafür sind die individuellen Vorstellungen eines jeden Bäckers einfach zu speziell. Ich habe mich für den Manz 30/2 entschieden, andere Backwütige werden mit dem Häußler glücklich. Wer einen Ofen möchte, der hauptsächlich zum Brotbacken dienen soll und wer langfristig planen kann, für den ist wahrscheinlich der Häußler die bessere Wahl Aber den Häußler muss man halt 1,5 Stunden vorheizen und dann noch 30 Minuten warten, bis sich die Hitze komplett verteilt hat. Wer das nicht möchte und zudem noch drucklos dampfgaren möchte, der kauft besser den Manz. Bei Manz ist der Ofen nach 20 Minuten auf Betriebstemperatur und durch die Dichtigkeit des Gerätes verliert er die Hitze nicht. Das bedeutet, dass er kaum nachheizt. Fallende Hitze, wie bei den Elektrosteinbacköfen von Häußler, gibt es auch hier. Man schaltet den Manz dann einfach aus. Und es ist ja nicht so, dass man das Brot nicht essen kann – es ist immer noch sehr gut, mit feiner Kruste und tollem Innenleben. Wem die Entscheidung schwer fällt, sollte auf jeden Fall die Seminare der Firmen besuchen. Man lernt nette Leute kennen, bekommt ein paar Tricks gezeigt und kann mit den Öfen arbeiten. Allerdings ist da bei Manz mehr Einsatz gefragt als bei Häußler, wo man eher zuschaut, als aktiv zu kochen und zu backen. Mit hat das Selbermachen bei Manz besser gefallen. Nicht zu verachten ist auch, dass beide Standorte sehr urig liegen. Manz im Taubertal (unbedingt Rothenburg anschauen und den Riemenschneider-Altar besichtigen) und Häußler in Oberschwaben, einer wirklich schönen Gegend. Ein Kurzurlaub bietet sich jeweils an. Falls Fragen auftauchen, bitte löchern! Liebe Grüße moony42 Rettet den Wald - esst mehr Biber ! |
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![]() Mitglied seit 11.06.2005 |
Hallo moony,
vielen Dank für den ausführlichen Bericht - ich glaube, jetzt wird es wirklich bald Zeit, dass ich die beiden Seminare auch bald mal besuche! Ich backe ja so einmal im Monat in unserem Dorfbackhaus, wo wir Häuaaler Teigknetmaschinen haben, die auf jeden Fall sehr gut sind. Auf der letzten Biofach habe ich beide Firmane besucht und war sehr in Versuchung, aber im jetzigen Haus muss ich vorläufig bei menem Neff bleiben. Hast Du Dich mal über Wiesheu informiert? Den hat z.B. Rolf Christian als Profi, muss auch sehr gut sein! LG Nena |
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![]() Mitglied seit 18.09.2003 |
Hallo moony,
ein interessanter Bericht, vielen Dank! Ich besitze einen Manz und einen Häussler, ich weiss also, wovon Du redest. Wenn ich absolute Topbrote haben will, werfe ich den Häussler an. Da er auf allen Seiten mit Schamotte ausgekleidet ist und auch heisser wird als der Manz werden die Brote in der Tat einen Tick besser, knuspriger und voluminöser. Aber er verbraucht mehr Strom, und man muss die Zeiten genauer planen. Ich kann Dir in Deinem Urteil nur zustimmen. Toll zu lesen Deine Beschreibung der beiden Kurse. @Nena Mit dem Wiesheu kannst Du keine freigeschobenen Brote backen, der Ofen hat nur Bleche. Das macht schon was aus! LG EvU |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Hallo EvU,
grade mit dem Wiesheu und seiner Umluftheizung , kann man sehr gut freigeschobene Brote backen. Viele Grüsse RolfChristian |
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![]() Mitglied seit 18.09.2003 |
Hallo RolfChristian,
Du hast recht, ich habe mich ungenau ausgedrückt (spät abends, zu viel Wein), ich meinte damit, man kann den Teigling nicht auf den heissen Stein schieben, sondern legt ihn aufs Blech, die Hitze kommt dann von der Umluft. Ist das korrekt? Jedenfalls macht das schon einen Unterschied. LG EvU |
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![]() Mitglied seit 04.11.2003 |
hallo,
du hast vergessen dazuzuschreiben (oder habe ich es überlesen?), dass ein Häussler eine Manz geheiratet hat. Die beiden Juniorchefs kommen jeweils aus der einen und der anderen Backofendynastie Viele Grüsse Lilibeth, auch einen Manz 30/2 |
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![]() Mitglied seit 24.08.2004 |
Hallo zusammen!
@einervonuns: ich beneide Dich! Als ich bei Häußer saß, hab ich zu meiner Nachbarin gesagt: \"Ich habe da gerade eine Vision, die meinem Mann nicht wirklich gefallen wird..... ich fürchte, ich brauche beide Öfen.\" Wir haben uns schief gelacht, aber es ist wirklich was Wahres dran. Na ja, vielleicht schaffen wir uns in ein paar Jahren dann noch den Häußler an. @Lilibeth: nee, hab ich nicht geschrieben. Ich hab mich mit Herrn Häußler, der bei Manz Geschäftsführer ist, unterhalten. Er meinte, dass es keine Konkurrenz gebe, wie Du schon sagst. Er würde mir auch einen Häußler und die Häußlers würden mir auch einen Manz verkaufen. Allerdings gab er auch zu bedenken, dass man mit einem Häußler nicht mal eben anfangen kann, etwas zu backen oder zu kochen. @Nena108: oh je, jetzt auch noch Wiesheu... ich bin schon froh, dass ich mich zwischen Manz und Häußler endlich entschieden habe. Da gucke ich lieber erst gar nicht auf deren Seite. Trotzdem Danke für den Tipp! Jedenfalls sind die Teigknetmaschinen wirklich toll - nur leider habe ich mir erst kürzlich eine Kenwood zugelegt. Also, das wird erst mal nix mit so einem Teil. Obwohl ich mit Leuten gesprochen habe, die sich einen Häußler gekauft hatten und eine Woche später wieder in Heiligkreuztal standen, weil sie entdeckt hatten, dass es ohne große Knetmaschine einfach nicht geht. Den Besuch der Seminare kann ich Dir wirklich empfehlen. Hat einfach Spaß gemacht und ist auch nicht so teuer. Weder die Kursgebühren noch die Kosten für die Übernachtungen sind überzogen, ich fand es schon angemessen und bei Manz geradezu günstig, wenn man bedenkt, was wir dort alles gegessen haben und mit nach Hause nehmen konnten! Liebe Grüße Jutta Rettet den Wald - esst mehr Biber ! |
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![]() Mitglied seit 11.06.2005 |
Hallo Jutta und Ihr anderen,
ja, das wäre dann der Traum, beide Öfen und die Knetmaschinen, vielleicht noch eine schöne Mühle.... Gleich fahre ich los zum Backhaus, um die Häussler Teigmaschine zu beschäftigen, dann träum ich weiter... LG Nena |
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![]() Mitglied seit 24.08.2004 |
Häußlers haben auch schöne Nudelmaschinen.... wenn man schon mal beim Träumen ist, dann aber auch richtig, gell?
Viel Spaß beim Backen! Liebe Grüße Jutta Rettet den Wald - esst mehr Biber ! |
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![]() Mitglied seit 11.06.2005 |
Hi Jutta,
genau! LG Nena |
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