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Amateur-Geburtstagsmenü in 6 Gängen

Vom 30.05.2008 10:32 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

mschweigel Tellerwäscher


Mitglied seit 26.12.2006
11 Beiträge (ø0,01/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo CK-Gemeinde,

als leidenschaftlicher Hobbykoch wollte ich dieses Jahr zu meinem Geburtstag mit meinen Gästen nicht in ein Restaurant oder eine Bar gehen, sondern selbst ein wenig zaubern (oder das zumindest versuchen).

Zum ersten Mal für mehr als 4 Leute (es waren insgesamt 8 Gäste und 6 Gänge) ein Menü zu kochen war schon eine arbeitstechnische und logistische Herausforderung für mich, war ich doch bisher nur die 2-Herdplatten-plus-Multifunktionsmikrowellen-Küche meines Studentenappartments gewöhnt (in der ich aber auch schon mal 7 Gänge wunderbar hinbekommen habe). Ein Freund stellte mir dann großzügigerweise seine Wohnung samt offener Küche zur Verfügung...

Das Menü ist mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Dennoch freue ich mich sehr über weitere Anregungen. Die Profis hier finden sicherliche noch hunderte von Fehlern oder haben großartige Ideen, wie sich das Menü noch verbessern/erweitern lässt.

Die Rezepte aus der CK-Datenbank habe ich direkt verlinkt, eine kurze Zusammenfassung der restlichen Rezepte steht im nächsten Post.

Nachfolgend das Menü. Die Fotos der einzelnen Gänge findet Ihr bei meinen Fotoalben.

Fotos

...und das gabs alles:

Zum Begrüßungssekt hatte ich aus einem Rest Hefeteig Focaccia gebacken, so dass die kurze Wartezeit bis alle Gäste da waren überbrückt werden konnte.


Pfeil nach rechts "Voll von der Rolle" - Gruß aus der Küche

Scheiben von
- Lachs-Frischkäserolle ( Räucherlachsrolle )
- Hefeteigrolle mit Ziegenkäse-Erdbeer-Grünpfeffer-Füllung
- Sushi von grünem Spargel, Schinken und Hollandaise
Begleitung: NV fränkischer Rosésekt


Pfeil nach rechts Vorspeisenvariationen

- Gefüllte Bresaolasäckchen (leicht variiert)
- Tomatencaipirinha
- Bernstein vom Champignon (Champignon in geliertem Pilzconsommé-Taler)
- Parmaschinkenchips mit Melonen-Ravioli
- Kaviar à la Surprise (Seehasen-Kaviar mit weißem Schokoladenkaviar)
Begleitung: NV Prosecco Frizzante


Pfeil nach rechts Zerlegtes Sushi mit Bayerischem Touch

Thunfischsteak unter der Krupuk-Kruste mit Ingwermayonnaise, Sojasoßenkrokant und Wasabi-Kartoffelbrei
Begleitung: Blanc de Noir vom Spätburgunder


Pfeil nach rechts Chicken "Bollywood"

NT-gegartes Hähnchenbrustfilet im Haselnussmantel auf sautierten Lauchjulienne mit Basmatireis in Pfirsich-Curry-Sahnesoße
Begleitung: 2008er (!) südafrikanischer Rosé

(auf dem Foto fehlen noch Lauch und Soße)


Pfeil nach rechts Is(s) Wurst... und totaler Käse

Wurst-/Käsevariationen mit Weißbrot
- Gegrillte Nashi-Birne mit Fourme d'Ambert und Brunnenkresse
- Trüffelpecorino mit getrüffelter Crema di Balsamico
- Gefrorene Parmesan-Luft
- Caciocavallo mit Spinata-Kern
- Chorizopralinen
- Schinlami (Außen Schinken, innen Salami)
Begleitung: LBV Port

(das Foto hierzu fehlt - leider etwas zu spät fotografiert, da war schon alles weg traurig )


Pfeil nach rechts "Sweet Surrender" - Dessertvariationen

- Erdbeer-Basilikum-Sorbet
- Orangen-Zimt-Parfait
- Schneller White Chocolate Trüffel
- weißes Mousse H2O-Chocolat (wie hier im Forum beschrieben, nur mit weißer Kuvertüre)
- Espresso-Espuma (Esp(r)esso)
Begleitung: Kerner Beerenauslese

(der Esp(r)esso fehlt auf dem Foto)


Schon mal vorab Danke für alle Kommentare!

Grüße,
Thorsten.
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Vom 30.05.2008 11:52 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ciperine Sternekoch


Mitglied seit 03.04.2007
14.933 Beiträge (ø8,41/Tag)
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Moin,
2 Fragen an dich:

1. Warum bist du nicht Profi-Koch geworden?
2. Warum gehöre ich nicht zu deinem Freundeskereis? Welt zusammengebrochen

Ich wäre zu gerne dabei gewesen, sieht alles super aus.

Bitte, bitte tippe die Rezepte hier ein.
ich bin besonders interessiert an den Rollen, den Vorspeisen, den Wurst-Käse-Variationen, und den Desserts.
Die verlinkten habe ich schon gespeichert.

LG Ciperine
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Vom 30.05.2008 12:01 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Sil1 Suppenkoch


Mitglied seit 18.08.2006
968 Beiträge (ø0,48/Tag)
Hallo mschweigel!

Möchte auch in Deinen Freundeskreis aufgenommen werden Welt zusammengebrochen

Das ist ja ein phantastisches Menü. Wahnsinn.

Ich hätte auch gerne die Rezepte. Bitte.

Liebe Grüße
Sil
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Vom 30.05.2008 12:05 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

-nadschi31- Kaltmamsell


Mitglied seit 19.02.2008
381 Beiträge (ø0,26/Tag)
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hallo!
das geht gar nicht!!! kann ein mensch sowas alleine schaffen?
mir läuft hier das wasser im mund zusammen...

nachträglich alles gute zum geburtstag - ich hoffe, du konntest vor
lauter kochen etc. auch noch etwas feiern und selber genießen...

liebe grüße
nadine
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Vom 30.05.2008 12:06 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

-nadschi31- Kaltmamsell


Mitglied seit 19.02.2008
381 Beiträge (ø0,26/Tag)
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ach ja - die rezepte hätt ich wenn möglich auch gerne... *ups ... *rotwerd*
die fotos sehen super aus!
lg nadine
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Vom 30.05.2008 12:42 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

carrara Sternekoch


Mitglied seit 21.02.2007
21.950 Beiträge (ø12,09/Tag)
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Hallo Thorsten,

meine Güte bist du kreativ.

Am Wochenende werde ich das ganze mal in Ruhe lesen.

LG Carrara

Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-how nicht ersetzen!
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Vom 30.05.2008 15:27 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

schorsch12 Sternekoch


Mitglied seit 20.12.2002
19.885 Beiträge (ø5,95/Tag)
Klasse, Thorsten.

Mach weiter so. Hat mir wieder einige Inspitaionen gebracht. Danke.


gruß schorsch
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Vom 30.05.2008 15:57 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

heartonfire Tellerwäscher


Mitglied seit 07.05.2008
24 Beiträge (ø0,02/Tag)
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Hallo Thorsten,

das ist ja wirklich alles oberlecker!!!

Kannst Du uns BITTE die Reszepte verraten?

Lieben Gruß

Küsschen

Alex
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Vom 30.05.2008 17:11 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

mschweigel Tellerwäscher


Mitglied seit 26.12.2006
11 Beiträge (ø0,01/Tag)
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Vielen lieben Dank für die netten Komplimente an alle, ich freue mich wirklich sehr darüber! Lachen *ups ... *rotwerd*

Die Desserts hatte ich bereits alle am Vorabend zubereitet, ebenso das Hollandaise-Sushi. Mit dem Rest habe ich am Tag des Essens selbst etwa um 14 Uhr angefangen. Den ersten Gang gabs dann um 19:30.

Hier eine Zusammenfassung der restlichen Rezepte:

(1) "Voll von der Rolle" - Gruß aus der Küche

Für die Hefeteigrolle habe ich Ziegenfrischkäse mit kleingeschnittenen Erdbeeren und gehacktem, eingelegtem grünen Pfefferkörner verrührt und im Kühlschrank wieder etwas fest werden lassen. Danach auf dem dünn ausgerollten und gebackenen Hefeteig (sollte natürlich noch weich sein) verstrichen und aufgerollt. Wer keine aromatischen Erdbeeren findet, kann mit Erdbeersirup oder -likör etwas (nicht zu viel) nachhelfen.

Für das "Sushi" habe ich mit Schaumrollenformen Röhrchen aus Strudelteig (min. 2 Lagen nehmen - bricht sonst zu leicht) gebacken, diese senkrecht gestellt und den Boden mit Alufolie verschlossen. Etwas Wasser mit Agar-Agar aufgekocht und nach Abkühlen unter 80° (sonst gerinnt die Hollandaise) mit Hollandaise vermischt. Die Hollandaise sollte warm sein und die Verarbeitung schnell gehen, sonst geliert sie zu früh und man bekommt den Spargel nicht mehr zerstörungsfrei hinein.
Das Verhältnis Wasser:Hollandaise betrug 1:1 und ich habe auf 50ml Wasser ca. 1/2 gestrichenen TL Agar-Agar (reinen Agar-Agar, nicht Agartine o.ä.) genommen. Man kann aber Verhältnis und Menge je nach gewünschter Konsistenz variieren.
Wenn das Röhrchen etwa zur Hälfte voll ist (je nach Durchmesser und Höhe des Röhrchens und Dicke des Spargels) den bissfest gekochten (und möglichst geraden) Spargel hineinstecken und stehend im Kühlschrank festwerden lassen. Danach in Schinken einrollen und noch eine Weile im Kühlschrank lagern (damit der Strudelteig wieder weich werden kann).


(2) Vorspeisenvariationen

Zunächst mal - auch auf die Gefahr hin dass ich gleich erschlagen werde, weil um das Thema ja sehr hitzige Diskussionen geführt werden:
Achtung / Wichtig Ja, hier wird ein wenig mit den Mitteln aus der sog. Molekularküche (ich mag den Begriff eigentlich nicht, da irreführend) gearbeitet.
Achtung / Wichtig Nein, es muss nicht jeder mögen. Verstehe ich. Jedem das seine. Ich mag z.B. keine Innereien. Dann einfach nur die ersten beiden Vorspeisen beachten, die anderen ignorieren und bei (3) weiterlesen.
Achtung / Wichtig Ich bin weder ein Gegner noch ein Verfechter der Molkularküche. Viele Dinge sind sehr interessant und hilfreich und eine schöne Abwechslung. Aber was kann man an einem medium-rare Rinderfilet mit Fleur de Sel und Trüffel-Bernaise schon noch verbessern? Ich finde es einerseits nicht gut zu sagen "Das ist einfach die alleinige Zukunft des Kochens" aber genausowenig "Das hat mit Kochen nichts mehr zu tun". Ich denke die Wahrheit liegt dazwischen. Bei Vor- und Nachspeisen spiele ich gerne, bei den Hauptgängen will ich dann aber was zu beißen Na!

...jetzt aber endlich zu den Rezepten:

Die Bresaolasäckchen habe ich leicht variiert. Die Füllung bestand bei mir aus einer Mischung von Frischkäse, Rucolapesto, gehobeltem Parmesan und gehackten gerösteten Pinienkernen.

Der Tomatencaipirinha ist ein klassischer Caipirinha (Limetten, Rohrzucker, Cachaca), ergänzt um sehr fein pürierte Tomaten. Wenn man keine aromatischen bekommt, besser passierte Tomaten oder Saft nehmen. Für das kleine Vorspeisenglas (s. Bild im Album) habe ich 1/8 Limette, 1/2 TL Zucker (zusammen mit der Limette stößeln) und ca. 25ml Cachaca mit etwa 20ml Tomatenpüree und etwas Crushed Ice verrührt.

Für den Bernstein je 1 Champignonscheibe (ca. 3-4mm) in Muffinformen (die aus Metall) legen. Gemischte Pilze in Brühe einige Zeit köcheln lassen, evtl. mit Kräutern nach Geschmack verfeinern. Ruhig etwas stärker würzen, da durch den Gelierprozess ein wenig an Intensität verloren geht. Pilzbrühe durch dünnes Sieb oder Tuch gießen und Geliermittel zugeben, nochmals aufkochen. Ich habe ein spezielles pflanzliches Geliermittel (Carrageen) verwendet, da das schon bei knapp unter 60° zu gelieren anfängt und das Gelee sich sehr angenehm schmelzend anfühlt (durch das schnelle Gelieren steigen die Pilzscheiben außerdem nicht nach oben). Funktioniert aber auch mit Gelatine, Agar-Agar oder anderen. Brühe ca. 1cm hoch in die Formen gießen. und Gelierung abwarten (dauert mit Carrageen nur wenige Minuten). Danach aus den Formen lösen (mit Zahnstocher, Messer oder Spatel am Rand entlangfahren und vorsichtig stürzen).

Die Parmaschinkenchips sind sehr leicht zu machen (auch wenn der eine oder andere Schinkenliebhaber jetzt Schreikrämpfe bekommt Na! ): Schinken für 2-3 Minuten in die Mikrowelle (höchste Stufe), dann auf Küchenkrepp kurz trocknen lassen und in Stücke brechen. Die Melonenravioli funktionieren nach demselben Prinzip wie der Melonenkaviar - nur mit einem Portionslöffel. Wichtig: Zeitnah machen und nicht zu lange in der Lösung lassen, damit sie innen noch flüssig sind.

Genauso wie der Melonenkaviar funktioniert auch der Schokoladenkaviar (aus weißem Schokoladensirup, 3:1 mit Wasser gemischt). Ich hatte vor kurzem in einem Blog gelesen, dass Kaviar und weiße Schokolade sehr viel Geschmacksstoffe gemeinsam haben und deshalb gut miteinander harmonieren sollen. Meine Erfahrung: stimmt. Lächeln

Noch kurz was zur Molekularküche: Klingt am Anfang alles seltsam. Wenn man aber weiß, woher die Stoffe kommen (fast alle pflanzlich, in kleineren Mengen sowieso in Nahrungsmitteln enthalten oder schon seit Jahrhunderten verwendet) und wie und warum sie funktionieren stellt man fest, dass das auch nicht mehr mit Chemie zu tun hat als "traditionelles" Kochen. Vielleicht schreibe ich mal einen laaaaangen Post "Entmystifizierung der Molekularküche" oder so ähnlich Na!

Die Platten auf denen die Vorspeisen angerichtet sind, sind übrigens einfache, billige, glasierte Fliesen aus dem Baumarkt, an die ich unten kleine Filzstücke geklebt habe. Spart gegenüber großen Tellern einen Haufen Geld und sieht mindestens genausogut aus.


(3) Zerlegtes Sushi mit bayerischem Touch

Hier habe ich zunächst eine Packung Krupuk (Krabbenchips) im Gefrierbeutel mit dem Nudelholz kleingemahlen. Danach den Thunfisch auf einer Seite damit paniert (Stärke/Ei/Krupuk) und in der Pfanne in neutralem Öl gebraten (sollte innen noch rosa sein). Ingwermayonnaise und Wasabikartoffelbrei sind sehr einfach: Ingwerpulver bzw. Wasabi nach Geschmack mit Mayonnaise bzw. Kartoffelbrei verrühren. Lächeln Für das Sojasoßenkrokant habe ich Zucker, Butter, Ketjap Manis und etwas Mehl verrührt und (nach einigen Stunden im Kühlschrank damit die Luft entweichen kann) dünn auf eine Silikonbackmatte gestrichen und bei 150° Heißluft gebacken. Die genauen Mengen habe ich gerade nicht zur Hand, kann aber noch nachsehen wenn gewünscht. Zerbröselte Krokantreste können als Deko verwendet werden, der Kartoffelbrei evtl. mit einem Spritzbeutel in Form gebracht werden. Wer ein etwas helleres Krokant möchte, ersetzt den Haushaltszucker durch Isomalt (auch als Diabetikerzucker bekannt, gibts in diversen Patissierversandshops oder evtl. in der Konditorei fragen), der wird nicht dunkel.


(4) Chicken Bollywood

Die Hähnchenbrustfilets mit gemahlenen Haselnüssen panieren (Stärke/Ei/Haselnüsse) und in neutralem Öl auf beiden Seiten kurz braten bis sie braun werden (Achtung: Werden dann sehr schnell schwarz!). Auf Küchenkrepp kurz abtropfen lassen. Im Ofen bei 100° Heißluft weitergaren bis die Kerntemperatur 85° beträgt. Das Hähnchen wird auf diese Art unglaublich zart. Die Soße besteht aus Hühnerbrühe, Sahne, Curry, Kurkuma, Habanero-Chili, fein-pürierten Dosenpfirsichen und einem Spritzer Limettensaft. Die Soße sollte evtl. noch etwas angedickt werden, z.B. mit Soßenbinder (ich habe Xanthan verwendet). Wer möchte kann noch ein paar gemahlene Haselnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anrösten und Unterrühren (mildert die Süße der Soße und sieht optisch nett aus) oder als Deko verwenden. Ebenso können noch 1-2 Spalten Pfirsich dazu gereicht werden.

Anmerkung: Ich glaube hier ist meine Bezeichnung "NT-gegart" nicht ganz richtig, da die Temperatur mit 100° eigentlich zu hoch ist...


(5) Wurst-/Käsevariationen

Hier ist glaube ich nicht sooo viel zu sagen. Die Nashi-Birne in Scheiben schneiden und grillen, kurz bevor sie fertig ist Fourme d'Ambert-Scheiben drauflegen und leicht anschmelzen lassen. Mit Brunnenkresse dekorieren. Getrüffelte Crema di Balsamico bekommt man im Feinkostladen. Ebenso Chorizopraline und Caciocavallo mit Spinata-Füllung.
Die "Schinlami" (außen Schinken, innen Salami) bekommt man dort auch bereits fertig. Molekularköche können sie aber auch selbst machen (Stichwort Transglutaminase, eine Art Bio-Klebstoff für Wurst und Fleisch, bekommt man evtl. beim Metzger oder im einschlägigen Versandhandel).
Bleibt noch die gefrorene Parmesanluft. Hierzu kann man via Google auch problemlos das Rezept finden. Eine Kurzfassung: 250g Parmesan in 225ml Wasser einrühren, auf 80° erhitzen und eine halbe Stunde köcheln lassen. Absieben. Etwa 1,5g (genauer 1,3g - entspricht grob 1/3 TL) Lecithin dazugeben (bekommt man im Bäckereiversand oder vllt. beim netten Bäcker nebenan - Waagen mit 0.01g Auflösung sind auch schon ab 30€ zu haben). Die Parmesanlösung in einen flachen Behälter geben und mit einem schräg gehaltenen Pürierstab (sollte nur halb untergetaucht sein) aufschlagen. Durch das Lecithin bleibt der entstehende Schaum stabil - funktioniert vom Prinzip genauso wie Mayonnaise-Herstellung (Fett und Wasser, Lecithin ist im Eigelb), nur mit mehr Luft drin. Etwa 1 Minute warten, dann den Schaum mit einem Löffel abnehmen und in einem Behälter einfrieren.


(6) Dessert

Das Sorbet besteht aus Zuckersirup (200-250ml, ich bevorzuge 200ml, 1:1 Mischung), pürierten Erdbeeren (500g Schale, nach pürieren wenn gewünscht durch ein Sieb streichen), Limettensaft (von 1-2 Limetten je nach Größe) und fein gehacktem Basilikum (ca. 1/2-1 Bund, je nach Größe und Aroma). Zuckersirup mit der Hälfte vom Basilikum aufkochen, absieben und abkühlen lassen. Erdbeeren pürieren, mit Zuckersirup, Limettensaft und restlichem Basilikum vermischen und ab in die Eismaschine. Wer keine hat gibt die Masse in eine Gefrierdose und rührt während des Gefrierens öfter mal um, damit sich keine großen Eiskristalle bilden.

Für das Parfait habe ich 3 Eigelb mit 70g Zucker über dem Wasserbad aufgeschlagen, 100ml (frischen) Orangensaft, Orangenschale (von 1 Orange) und Zimt (etwa 1 geh. TL) dazugegeben, in Eiswasser kaltgeschlagen und mit etwas aromatisiertem Rum (Santa Teresa Rhum Orange, notfalls normaler brauner Rum oder auch Grand Marnier) abgeschmeckt. Danach 200ml geschlagene Sahne untergehoben, in eine mit Frischhaltefolie ausgelegte Form gegossen und gefroren.

Die schnellen Schokoladentrüffel sind eine 1:2 Mischung aus Crème Fraîche und weißer Kuvertüre (im Wasserbad), in Silikon-Halbkugelschalen gefüllt und leicht angefroren.

Das Rezept für Espresso-Espuma findet man, wenn man nach "Espesso" (ohne "r") googelt: Man braucht 325ml Espresso (notfalls sehr starken Kaffee), 125ml Sahne, 75g Zucker, 2 1/2 Blatt Gelatine und einen Sahnesiphon. 100ml vom Espresso aufkochen und Zucker darin auflösen. Gelatine einweichen, ausdrücken, und ebenfalls drin auflösen. Leicht abkühlen lassen, restlichen Espresso zugeben und wenn die Gelatine anfängt zu ziehen die Sahne einrühren, in den Siphon geben, mit Sahnekapsel laden, gut schütteln und mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen (am besten Kopf des Siphon nach unten). Zum Servieren in Espressotassen sprühen.


Sooo, ich hoffe das hilft Euch weiter Na!

Viele Grüße,
Thorsten
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Vom 30.05.2008 17:25 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

heartonfire Tellerwäscher


Mitglied seit 07.05.2008
24 Beiträge (ø0,02/Tag)
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Hallo Thorsten,

du bist ein Schatz!!!!
Fühl Dich ganz doll geknuddelt!

Und großes Kompliment!

LG

Küsschen

Alex
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Vom 30.05.2008 17:28 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Sil1 Suppenkoch


Mitglied seit 18.08.2006
968 Beiträge (ø0,48/Tag)
Lieber Thorsten!

Vielen Dank für die Rezepte.
Jetzt hattest Du nicht nur mit dem Menü soviel Arbeit, sondern mit dem Rezepte niederschreiben auch noch Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Nochmal Danke Küsschen

Liebe Grüße
Sil
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Vom 30.05.2008 19:08 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kristina_1978 Kaltmamsell


Mitglied seit 21.02.2008
574 Beiträge (ø0,4/Tag)
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Wenn das ein 'Amateur'-Geburtstagsmenü sein soll ... Sicher nicht!

Großartig, lieber Thorsten! Ich bin total begeistert. Lachen
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Vom 30.05.2008 22:14 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

carrara Sternekoch


Mitglied seit 21.02.2007
21.950 Beiträge (ø12,09/Tag)
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Hallo Thorsten,

ganz herzlichen Dank.
Du hast ja nicht nur für deine Gäste einen Wahnsinnsaufwand betrieben, sondern auch für uns Küsschen

LG Carrara

Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-how nicht ersetzen!
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Vom 04.06.2008 03:30 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

mschweigel Tellerwäscher


Mitglied seit 26.12.2006
11 Beiträge (ø0,01/Tag)
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So, sorry dass es etwas gedauert hat, hier noch das oben ausgelassene Rezept für das Sojasoßenkrokant, da wusste ich die Mengen der Zutaten nicht mehr auswendig:

50g zimmerwarme Butter schaumig rühren, dann 100g Zucker einrühren, 50ml Sojasoße (ich habe das dickflüssige, süßliche Ketjap Manis verwendet) und 20g Mehl einrühren. Mehrere Stunden gut durchkühlen lassen, dann dünn auf einer Silikonmatte verstreichen und bei 190° ca. 5 Minuten backen.

Im warmen Zustand ist es noch formbar, man kann die Masse also z.B. vor dem Backen mit einer Schablone in Quadrat- oder Dreiecksform aufstreichen und direkt nach dem Backen mit Hilfe der Backmatte und einer Schaumrollenform oder Schillerlockenform aufrollen (Form evtl. mit Backtrennspray einsprühen).

Viele Grüße,
Thorsten
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Vom 04.06.2008 06:47 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

carrara Sternekoch


Mitglied seit 21.02.2007
21.950 Beiträge (ø12,09/Tag)
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Hallo Thorsten,

ist ja irre, jetzt schreibst du uns dein Rezepte schon mitten in der Nacht.
Danke.

LG Carrara

Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-how nicht ersetzen!
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Vom 04.06.2008 07:41 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Suse70  Chefkoch


Mitglied seit 21.01.2004
3.419 Beiträge (ø1,16/Tag)
Hallo,

sehr schön und kreativ.

Ist das Geliermitel Carrageen auch aus der Molekularküche oder wo bezieht man das?
Was istd das für Platten auf denen du den Gruß aus der Küche serviert hast? Sowas in der Art suche ich nämlich schon sehr lange, habe aber noch nicht so das passende gefunden.

es grüßt
Suse

* * * * * * * * * * * * * *
Der Duft eines Pfannkuchens bindet mehr ans Leben als alle philosophischen Argumente (Georg Christoph Lichtenberg)
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Vom 04.06.2008 11:00 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

mschweigel Tellerwäscher


Mitglied seit 26.12.2006
11 Beiträge (ø0,01/Tag)
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@carrara: Ja, war etwas zu viel Cola gestern, konnte nicht schlafen und hab meine Wohnung aufgeräumt. Dabei habe ich auch das Krokant-Rezept wieder gefunden. Lächeln

@Suse:
Carrageen ist auch aus der Molekularküche und gibt es von verschiedenene Anbietern. Man muss ein wenig aufpassen, da es 3 verschiedene Arten Carrageen gibt (Kappa-, Iota- und Lambda-Carrageen - letzteres ist nicht so verbreitet), die unterschiedliche Geliereigenschaften haben. Das von mir verwendete ist das Kappa-Carrageen.

Die drei bekanntesten Hersteller, die man meines Wissens in Deutschland beziehen kann, sind Texturas elBulli (Produktnamen "Kappa" und "Iota"), TexturePro (Biozoon, Produktname "Iotazoon") und Sosa. Ich habe die sog. "pflanzliche Gelatine" von Sosa verwendet, eine Mischung aus Kappa-Carrageen und Johannisbrotkernmehl (Binde- und Verdickungsmittel). Ich habe eine Liste von Online-Shops, weiß aber nicht ob ich die hier Posten darf. Bei Interesse schick mir einfach eine Nachricht. Evtl. kann man Carrageen auch in der Apotheke bekommen.

Normale Gelatine oder Agar-Agar gehen auch. Mit normaler Gelatine wird es etwas weicher, mit Agar etwas bissfester und spröder. Weiterer Unterschiede liegt in der Verarbeitung:
Agar muss auf 90-95° erhitzt werden um "aktiv" zu werden ("Hydratisierung") und fängt bei 45° an zu gelieren. Das fertige Gelee lässt sich problemlos auf bis zu 80° erhitzen bevor es schmilzt.
Kappa-Carrageen muss nur auf 70-75° erhitzt werden und fängt schon bei 60° an zu gelieren (Iota schon bei knapp unter 70°). Man kann fertige Gelees auf etwa 50° erhitzen bevor sie schmelzen (hängt aber von den Zutaten ab - viel Stärke oder bestimmte Proteine können hinderlich sein).
Normale Gelatine muss auf etwa 50° erhitzt werden und geliert bei etwas unter 15°. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 25 und 40°.

Zu den Platten:
Da mir Anrichteplatten aus Sushi-Shops/Asia-Markt zu teuer sind, habe ich bei den schwarzen Platten wie bei den Fliesen im zweiten Gang die do-it-youself-Variante gewählt.
Im Baumarkt eine Möbelbauplatte (30cm breit, 19mm dick, etwa 2,5m hoch) mit Dekor "Esche schwarz" gekauft (ca. 15€) und beim Holzzuschnitt in 15cm breite Streifen sägen lassen (war kostenlos). Die Möbelbauplatte ist eigentlich für Schranktüren gedacht und hatte deshalb auf einer Seite eine Rundung, die habe ich auch noch wegsägen lassen.
An den Sägestellen fehlt natürlich jetzt der Dekor, deshalb Furnierband (Kantenumleiemer, 20mm breit) in passendem Dekor dazugekauft (5m ca. 2,50€, man braucht dann logischerweise 90cm pro Platte) und aufgebügelt, überstehende Kante mit Teppichmesser abgeschnitten und Grat mit Raspel entfernt. Dann noch unten in jede Ecke einen Filzklebepunkt (200er-Pack etwa 3€).
Kommt dann grob auf etwa 1,60€ pro Platte.

Grüße,
Thorsten
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Vom 04.06.2008 14:18 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Suse70  Chefkoch


Mitglied seit 21.01.2004
3.419 Beiträge (ø1,16/Tag)
Hallo Thorsten,

das nenn ich mal kreativ Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
Danke für die Bauanleitung, ich werd mich mal nach geeigneter Unterlage auf die Suche machen. Allerdings bevorzuge ich dann eher "Naturmaterialien"

Bezüglich des Geliermittels hab ich weider mal was gelernt. VDanke für die Erläuterungen.

es grüßt
Suse

* * * * * * * * * * * * * *
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