Gebratenes Hähnchen
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![]() Mitglied seit 16.08.2008 |
Sie ist eine begeisterte Köchin, er ein ein ausgesprochener Feinschmecker. Das passt. Immer wieder ist er von ihren Kochkünsten hell begeistert. Nur eins, eins fehlt ihm: Sein Lieblingsgericht ist gebratenes Hähnchen, und die Art und Weise, wie seine Muter es briet, die war absolut Spitze! Immer, wenn sie nun Hähnchen für ihn brät, sagt er: Hmmh, Schatz, das ist lecker! Aber, so, wie meine Mutter das gebraten hat, schmeckt es nicht, schade! Leider kann sie seine Mutter, da sie bereits verstorben ist, nicht befragen. Sie kauft sich mehrere Kochbücher und probiert alle Hähnchen-Rezepte durch. Er reagiert immer mit denselben Worten. Von da an plant sie Urlaubsreisen in immer andere europäische Länder, unterhält sich mit den Einheimischen, probiert alle Tipps und Rezepte durch. Aber er reagiert immer mit denselben Worten. Nach zehn Jahren gibt sie ihr erstes Buch heraus: Die europäische Hähnchenküche. Kurz darauf ihr zweites Buch: Gebratenes Hähnchen, die Kochkulturgeschichte der letzen 1200 Jahre. Natürlich hat sie alles selbst probiert, die Bücher sind mit einer Vielzahl von Fotos garniert. Aber er reagiert immer mit denselben Worten. Ihre Bücher sind ein gigantischer Verkaufserfolg! Sie bekommt eine eigene Fernsehsendung: Hähnchenbraten vom Feinsten. Von den Honoraren für die Sendung und den Tantiemen ihrer Bücher unternimmt sie weite Reisen, jedesmal folgt ein neues Buch: Gebratene Hähnchen auf thailändisch, chinesich und japanisch; auf mexikanisch, brasilianisch und chilenisch, auf tschetschenisch, georgisch und bergkarabachisch; auf arabisch, somali, kisuaheli und weitere. Aber er reagiert immer mit denselben Worten. Nach fünfzehn Jahren bekommt sie einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde als erfolgreichste und vielseitigste Köchin gebratener Hähnchen. Sie erhält den Weltsonderpreis der internationalen Hähnchenzüchter, den Großen Verdienstorden des Weltkochverbandes und sechs Sterne im Michelin, eine Sonderbelobigung für Köche ohne öffentliche Küche, die weltweit nur sie erhält. Aber er reagiert immer mit denselben Worten. Weitere zehn Jahre später, hat sie soviel Geld verdient, dass sie gar nicht mehr weiß, wie sie es ausgeben soll. Sie wohnen in einem Schloss, haben Köche aus allen Kontinenten und 89 Ländern, die sie befiehlt, immer neue Rezepte sammelt, diese erproben lässt und die Ergebnisse publiziert. Längst hat sie das Bundesverdienstkreuz, tritt weltweit in Talkshows auf, ist UN-Sonderbotschafterin für völkerverbindendes Hähnchenbraten und das Nobelpreiskomitee berät, ob nicht ein Hähnchenbratnobelpreis eingerichtet werden soll. Da passiert etwas Entsetzliches: Sie brät ein Hähnchen für ihren Mann, denn das hat sich sich trotz allem vorbehalten. Für ihn darf nur sie kochen! Plötzlich klingelt es, der neue Postbote steht an der Schlosspforte und durch die Sprechanlage erfährt sie, dass er ein ehemaliger Schulfreund von ihr ist. Sie eilt den Schlossweg hinunter, umarmt den alten Freund, unterhält sich mit ihm - und vergisst das Hähnchen im Backofen. Als sie zurückkommt, ist es angebrannt. Da ihr Mann gerade jetzt nach Hause kommt, kratzt sie die verkohlte Haut so gut es geht ab, will es, weil es immer noch fürchterlich verbrannt riecht, dann aber doch wegwerfen, als er drängelt: Du, ich habe Hunger, was für ein Hähnchen gibt es denn heute? Sie stellt es ihm hin, wartet auf das Donnerwetter - aber - er strahlt! Er stahlt! Er strahlt! - Endlich hast du das Rezept herausgefunden! sagt er. So schmeckte es immer bei meiner Mutter! |
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![]() Mitglied seit 04.11.2008 |
Schön
Liebe Grüße igi
Liebe das Leben, ich tu es auch. |
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![]() Mitglied seit 26.02.2007 |
Gruss MrsWillis "Es gibt keine schlechten Ideen, es gibt nur einen zu schwachen Willen, sie in die Tat umzusetzen" Charlie Harper |
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![]() Mitglied seit 21.06.2009 |
rofl
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